Ich weiß nicht mehr sicher, von wem ich zuerst vom Swiss Jura Marathon (SJM) gehört habe, aber ich denke, dass es die Heidi aus Freiburg war, die auf einem Gruppenlauf von R(ud)olf Mahlburg – “Laufend helfen” eine Finisher-Kappe dieses Mehrtageslaufs trug.
323 Kilometer lang war er damals und weil eben alles größer und weiter wird, sind es nunmehr 350 Kilometer, die an 7 Tagen gelaufen werden. Versüßt wird die reine Laufstrecke durch etwa 11.000 positive Höhenmeter, durch steile Anstiege und grandiose Aussichten.
Damit ist der SJM Europas längster 7-Tage-Berglauf. Genügend Gründe für mich, hier einmal teilzunehmen. Im Gegensatz zum TransAlpineRun (TAR) ist der SJM kein Partner-, sondern ein Einzellauf. Natürlich haben mir die lieben aufbauenden Worte meines TAR-Teampartners Heiko gefehlt, dafür wurde ich aber vom Support von Antje aus Mainz und meines Lauffreundes Achim überrascht. Was für ein Service!
Genf, der Genfer See, der “Lac Leman”, war der ideale Startort für diese Veranstaltung. Und mit der Zielstadt Basel verbindet mich vieles. Meine Halbschwester Suna wohnt genauso dort wie mein Halbbruder Senol und mein anderer Halbbruder Bülent hat noch bis vor einigen Jahren dort gelebt. Der Zieleinlauf auf dem Münsterplatz war also in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes!
Der Startschuss war am Morgen des 5. Juli 2009 (Sonntag) und am späten Mittag des 11. Juli 2009 (Samstag) sind alle Läufer einigermaßen gesund und glücklich in Basel eingelaufen. Danach haben wir uns ein leckeres Buffet gegönnt und noch ein wenig gefeiert …
Schon die im Internet veröffentlichen Höhenprofile ließen ahnen, dass das eine “ganz harte Nuss” für mich werden würde. Jetzt, wo alles vorbei ist, denke ich, dass ich an meine körperlichen Grenzen gestoßen bin. Eine Muskelverhärtung im linken Oberschenkel ließ mich fast aufgeben. Das war am Abend des 5. Etappentags, als ich in der zweiten Hälfte der Etappe beim Bergab-Laufen nur noch tippeln konnte und einfach nach hinten durchgereicht wurde.
Nach dem 25. Platz bei den Männern vom Vortag war ich dann froh, kurz vor dem Zeitlimit eingelaufen zu sein. Aber es kam noch schlimmer: eine Sehnenscheidenentzündung in der linken Fußfessel machte das Laufen am 6. Etappentag zum totalen Martyrium und nur die Wunderheilung durch die ambitionierte Oberschwester Ruth, das Tapen durch die erfahrene Ramona und die Massage durch den Team-Chef Urs halfen mir, wenigstens am letzten Etappentag wieder ein gutes Tagesergebnis zu erlaufen (Platz 24) und dadurch meine Gesamtplatzierung wieder von Platz 32 auf Platz 29 zu verbessern.
Aber die Platzierung war mir von Anfang an sowieso eher gleichgültig, wichtig war für mich, jedes einzelne Tageslimit zu schaffen, auch mit den Schmerzen des 6. Etappentages.
Allein schon der Aspekt, welch hohe Qualität von Mitläufern angetreten ist, macht diesen persönlichen Erfolg bedeutend. Der Sieger Nemeth beispielsweise hat beim UTMB einmal einen zweiten Platz erlaufen und auch unter den anderen Mitläufern waren mehrfache UTMB- und La Réunion – Finisher und Läufer mit einer Bergerfahrung, die ich nur bewundern kann.
Einiges habe ich schon in diesem BLOG geschrieben und werde noch ein paar Geschichten und Geschichtchen dazu fügen. Lies sie doch einfach …
