„NO ARMS, NO LEGS, NO WORRIES!“

Es war der 22. November 2009, der Sonntag direkt nach meinem Geburtstag, als es mal wieder mein Freund René Gräber war, der mich mit einem seiner vielen BLOG-Beiträge motivierte. Es war kurz vor dem harten Weihnachtsgeschäft und mitten in einer Zeit, in der ich mit meiner aktuellen Situation haderte – wieder mal.

Denn der Ultraläufer TomWingo ist ein Weichei. Im Geiste und im „real life“. Kaum ein Zipperlein lasse ich aus und gleich denke ich, dass ich den anderen Läufern gegenüber benachteiligt bin. Ob es meine „L5 Spondylose“ ist, die mir die Ausmusterung beim „Bund“ mit einer glatten „T5“ eingebracht hat und die mir hin und wieder nicht nur das Läuferleben schwer macht, oder ob es meine Fußnägel sind, die sich nach oben wölben und immer für Schmerzen und Sorgen gut sind, stets wünsche ich mir, meinen Körper partiell verändern zu können.

Und da kommt Nick Vujicic und sagt im dritten Teil der unten folgenden Videos: „Ich bin dankbar für meinen Körper und ich würde nichts an mir ändern, wenn ich es könnte!“ Und René Gräber schreibt, dazu, dass Schluss sein muss mit dem Gejammere, wir hätten ein schweres Leben.


Ich habe diese Gedanken von René Gräber schon am 2. Januar in meiner Liste guter Vorsätze (Weg damit!) für das Jahr 2010 übernommen und auch in einem der vielen Links auf den BLOG-Beitrag über Nick Vujicic hingewiesen. Bei der Vielzahl der Links in diesem Beitrag ist die gute Botschaft, die sich dahinter verborgen hat, bei den meisten aber untergegangen.

„Ich bin dankbar für meinen Körper und ich würde nichts an mir ändern, wenn ich es könnte!“ sagt Nick Vujicic – aber wer ist dieser Mann? Er ist Golfer, Surfer, Börsenspekulant und einer der Motivationsredner der Welt, der in der allerersten Reihe der Top-Speaker steht.
Er referiert in der ganzen Welt vor Hunderttausenden von begeisterten Menschen und er bringt dort seine Botschaft den Menschen nahe: Perpektiven, Visionen und Wahlmöglichkeiten („Perspective, visions and choices!“), das sind die Dinge, die uns ausmachen, die unsere Zukunft ausmachen.

Und was schreibt unser aller Lieblingszeitung, die „BILD“, am 1. August 2009 über ihn?

Surfer ohne Arme und Beine

Dieser Mann macht allen Behinderten Mut

Er hat weder Arme noch Beine – trotzdem strotzt Nick Vujicic (26) vor Lebensmut. Er schwimmt, surft und spielt Golf. Als Motivationsredner hilft er Menschen auf der ganzen Welt. Doch das war nicht immer so: Als kleiner Junge versuchte er sich umzubringen, berichtet die britische Zeitung „Daily Mail“.
Nick Vujicic kam ohne Gliedmaßen zur Welt. Der Grund: ein seltener Gendefekt, Phokomelie. Als sein Vater den Jungen zum ersten Mal sah, musste er sich übergeben. Seine Mutter war so geschockt, dass es vier Monate dauerte, bis sie ihr Kind in den Arm nehmen konnte.
Nick Vujicic: „Meine Mutter war Krankenschwester und hat während der Schwangerschaft alles richtig gemacht, trotzdem gibt sie sich noch immer die Schuld.“
Doch die Eltern, strenggläubige Christen, liebten ihren Sohn abgöttisch: „Es war schwer für sie, doch von Anfang an taten sie alles, um mich unabhängig zu machen.“

Heute spielt der Mann Golf, schwimmt wie ein Fisch im Wasser und macht 360-Grad-Drehungen auf dem Surfbrett. Die Surfmeisterin Bethany Hamilton (19) brachte ihm auf Hawaii das Surfen bei.
Binnen 48 Stunden landete Vujicic auf dem Titel der „Surfer Magazins“. Vujicic: „Das hat noch niemand in der Geschichte des Surfens geschafft.“ Und: „Ich habe einen sehr niedrigen Schwerpunkt und daher eine sehr gute Balance.“ Hamilton selbst hatte mit zwölf Jahren einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen – ein Hai riss ihr den linken Arm ab.

• Nick Vujicic wächst in Melbourne (Australien) auf. Bereits mit 18 Monaten bringt ihm sein Vater das Schwimmen bei. Am Oberschenkelansatz hat er einen kleinen Fuß mit zwei Zehen: Er nennt ihn „Drumstick“ (Trommelstock). Damit kann er Fußball spielen und schreiben. Der junge Mann: „Im Wasser nutze ich ihn als Propeller.
• Zu Nicks Hilfsmitteln gehören eine umgebaute Dusche und ein spezieller Rollstuhl. Doch obwohl er vieles allein bewältigen kann, braucht Vujicic ein Team von Helfern. Seine Eltern unterstützen ihn, wo sie nur können.
• Mit sechs Jahren lernt er, mit seinem Fuß einen Computer zu bedienen. Er besucht eine normale Schule, wo er jedoch grausam gemobbt wird.
• Als Schüler ist er schließlich so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen will: Mit zehn Jahren versucht er sich in der Badewanne zu ertränken, doch der Versuch misslingt.

Sein Glaube, seine Familie und Freunde halfen Nick Vujicic, sich im Leben doch noch als Gewinner zu fühlen.

Heute hat er einen Studienabschluss als Finanzberater und spricht als Motivationsredner vor tausenden Menschen. 24 Länder hat er schon bereist und lebt jetzt in Los Angeles. 1990 erhielt er in Australien sogar die Auszeichnung „Young Citizen of the Year Award“ für seinen Mut und seine Ausdauer. Im Herbst 2009 erschien sein erstes Buch, Titel: „Keine Arme, keine Beine, keine Sorgen“.
Nick: „Ich habe mich entschieden, dankbar zu sein für das, was ich tun kann und nicht wütend zu sein über das, was ich nicht tun kann.“

Das Video in drei Teilen, das mich so bewegt hat (nimm Dir die Zeit, die drei Teile anzusehen und ihm gut zuzuhören, es lohnt sich wirklich!):

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Respekt, Nick, Respekt. Und jetzt will ich nicht mehr über mögliche Blasen beim „Marathon des Sables“ (MdS) oder über die Strapazen bei der „TorTOUR de Ruhr“ (TTdR) oder dem „La Petite Trotte à Léon“ (PTL) lamentieren, sondern das alles annehmen. In Demut.

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7 Kommentare zu “„NO ARMS, NO LEGS, NO WORRIES!“

  1. Klasse das Du den Beitrag nochmal aufgegriffen und bearbeitet hast! Ich habe mir das gleich nochmal angesehen 🙂 Nick ist ein Beispiel dafür wie man aus einem offensichtlichen Nachteil einen Vorteil machen kann.

    Ach ja: „Und jetzt will ich nicht mehr über mögliche Blasen beim “Marathon des Sables” (MdS) oder über die Strapazen bei der “TorTOUR de Ruhr” (TTdR) oder dem “La Petite Trotte à Léon” (PTL) lamentieren, sondern das alles annehmen.“ -> Das tust Du Dir doch freiwillig an :-)))

    • Hallo René,

      danke für Deinen Kommentar.
      Danke auch dafür, dass Dich das Wiederaufgreifen Deines Beitrages freut.
      Ich habe mir schon im November gesagt, dass ich mich dieses Themas widmen werde, wenn Zeit dafür ist.
      Ich habe die Filme zwei Mal meinen Kindern gezeigt, das erste Mal noch im November und das zweite Mal vor wenigen Tagen, damit die beiden verstehen, dass es schlimmere Schicksale gibt als 9 Stunden Schule zu haben …

      Ich freue mich immer auf das, was Du in Deinen vielen BLOGS schreibst!

      Herzlichst

      TOM

  2. Dieses Video hat auch mich ganz tief bewegt und berührt.
    Vor allem auch das Zitat: “Ich habe mich entschieden, dankbar zu sein für das, was ich tun kann und nicht wütend zu sein über das, was ich nicht tun kann.”
    Ein ganz besonderer Mensch, meinen tiefsten Respekt, das Gegebene so hinzunehmen und das Beste daraus zu machen.

    • Hallo Feuerpferdle,

      es gibt wirkliche Helden in diesem Leben. Nick ist so einer – und das „Team Hoyt“, die ich beide auch zutiefst bewundere.
      Ich hoffe, dass wir alle mehr Demut erlangen und unsere eigenen kleinen Probleme in der richtigen und angemessenen Weise betrachten, damit aus einem abgebrochenen Fingernagel nicht gleich eine Katastrophe wird.

      Danke für Deinen Kommentar, meine Liebe!

      TOM

      PS: beim Laufen das Interview mit ULTRAYOGI zu hören ist eine gute Idee!

  3. Hej Tom,
    als erstes muss ich sagen..
    Zitat:“ Denn der Ultraläufer TomWingo ist ein Weichei!“
    ..das stimmt nicht!

    ,Niemand ist ein Weichei, nur weil er nicht das schafft was er gerne moechte, weil bestimmte körperliche Gegebenheiten einfach nicht da sind oder Erkrankungen es nicht möglich machen, bestimmte Dinge zu tun…
    Nick Vujicic,das ist denke ich eine absolute Ausnahme von Lebensmut und Lebenswillen..
    Und dank des Rückhaltes seitens seiner Familie und seiner Freunde konnte er es schaffen, so zu sein, wie er heute ist und Dank seines wohl unerschöplichen Mutes..
    Ich sage nur ..: Hut ab und meinen tiefsten Respekt!

    Wir alle sollten ein wenig in uns gehen und unsere Zipperlein nicht vor uns her tragen und jammern..
    Es nutzt niemandem, nicht einmal einem selber.
    Wir sollten alle die geliehene Zeit auf Erden nutzen, um das Beste aus unserem Leben zu machen und nach vorne zu schauen.
    Denjenigen Respekt zollen, die es verdient haben und ihnen nacheifern, so gut wir es können … jeder auf seine Weise, jeder, so gut es eben geht..

    Alles Liebe fuer Dich Tom, Deine Rike

  4. Weder kann ich deine Läufe auch nur ansatzweise nachvollziehen (ich stehe einfach nur bewundernd da), noch das Leben von Nick nachempfinden.
    Aber… ihr beide gebt anderen Kraft.
    Du mit deinen Läufen Nick mit seiner inneren Kraft.
    Sollte ich am Samstag in Rodgau eine schwache Minute haben – werde ich daran denken.

    Ab und zu muss man seine Sichtweise ändern.

    • Samstag, Rodgau, der richtige Tag, um ein paar Schwächen auszuleben, oder?

      Ich selbst fühle mich untertrainiert, aber dennoch bin ich glücklich, endlich des ersten offiziellen Lauf seit dem Eisweinlauf Mitte Dezember machen zu dürfen, egal, in welcher Zeit ich am Ende ankomme.

      Danke, Martin, für Deinen Eintrag, er füllt mich mich Stolz und motiviert mich, genau heute wieder ein wenig mehr zu laufen als gestern.

      KEEP ON RUNNING

      TOM

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