Marathon des Sables: Neues aus Ouarzazate

Dank WLan im Hotelzimmer kann ich einen kurzen Erstbericht vom Marathon des Sables (MdS) geben:

Zuerst die beste Nachricht: ich habe finishen können!

Am vorletzten Etappen-Tag, am Freitag, sah es aber nicht danach aus. Die Blasen an den Füßen sind durch den Sand vereitert und machten auf der Marathon-Etappe jeden Schritt zur Qual.
Nach wenigen Kilometern kam dann noch ein Stechen in der Archillessehne dazu, so schlimm, dass ich trotz vier erfolgreicher Etappen gedacht habe: „TOM, das war es wohl jetzt für Dich!“

Aber da überholte mich mein Freund und Zeltgenosse Christian Bechtel, ein aufmerksamer Beobachter, der sah, wie ich ging und wie es mir ging. Und er sagte mir, dass ich wegen der Schmerzen in den Zehen auf die Schonhaltung „Schmerzvermeidung“ geschaltet habe und daher den Fuß gar nicht mehr komplett abrolle. Und es stimmte! Dadurch kamen dann die Schmerzen in der ständig verlängerten Archillessehne. Ein Problem verursacht das Nächste!

„Gehe durch den Schmerz,“ sagte Christian, „nimm ihn an und rolle richtig ab wie immer: Finde Deinen gewohnten Laufstil und alles wird besser!“
Er sprach es und lief an mir vorbei.

Leicht gesagt, aber schwer gemacht. Also habe ich bewusst bei jedem Schritt abgerollt, auf die Zähne gebissen und ich wurde belohnt. Nach 23 Kilometern war ich „durch den Schmerz“ und konnte wieder laufen.

Mein nach der Ultra-Etappe erreichter 295. Platz im Overall-Ranking allerdings war futsch. Ich fiel bis auf Rang 316 zurück.

Gestern kam noch der abschließende Halbmarathon, zu kurz, um noch viel zu verlieren oder zu gewinnen, aber ich habe mich einigermaßen wacker geschlagen.
Die relativ kurzen Strecken sind ja eher nichts für mich, auf den langen Etappen habe ich die anderen Läufer meist erst nach dem Kontrollpunkt „CP3“ oder später überholt.
Oh, war das schön!
Aber ich wollte nicht noch weiter Boden verlieren und gab alles, was für mich in den hohen Dünen der Abschluss-Etappe drin war.
Ein Tagesergebnis oder sogar das Endergebnis habe ich noch nicht, aber ich habe es immerhin in den 7. Bus geschafft, also sollte ich am Tage zumindestens 322. geworden sein, weil wohl jeder Bus mit 46 Läufern besetzt wurde.

So habe ich wohl am Ende irgend etwas zwischen dem 310. und dem 320. Platz erzielt. Bei 1.013 Startern ist das mehr, als ich zu hoffen gewagt habe.

„Danke“ an den Veranstalter,
„Danke“ an Patrick Bauer.