Also gut, einigen wir uns auf „unentschieden“ …

Wie der schwarze Ritter im fairen und unerbittlichen Kampf gegen König Arthus in Monty Phyton’s „Die Ritter der Kokosnuss“ ein klares „unentschieden“ aus dem Schwerter kreuzen herausgeholt hat, ging auch das Duell TomWingo gegen die Spitzhaustreppe ebenfalls unentschieden aus.

Während die Spitzhaustreppe geglaubt hat, ich würde wegen der brennenden Hacken erst gar nicht starten, habe ich sie eines Besseren belehren können. Obwohl die Blasen vom „Marathon des Sables“ (MdS) höllisch weh taten, als ich nach knapp einer Woche in Haus-Schlappen erstmals wieder Schuhe angezogen hatte, bin ich guten Mutes auf die lange Reise über die 39.700 Treppenstufen gegangen. Aber ich wusste von Anfang an, dass der Lauf unter diesen Bedingungen sehr, sehr schwer werden würde.
Erstaunlicherweise nahmen die Schmerzen an den Hacken schnell ab, man gewöhnt sich eben an alles, wenn der Körper voller Adrenalin und voller Endorphine ist …

Aber ein neuer Schmerz kam dazu, mit dem ich gar nicht mehr gerechnet hatte: bei der langen Etappe des „Marathon des Sables“ bekam ich in etwa nach der Hälfte der 82 zu absolvierenden Kilometer einen permanenten Stich in das linke Knie, der nicht wieder aufhörte. An den beiden nachfolgenden, kürzeren Etappen allerdings traten diese Schmerzen nicht erneut auf, sodass ich glaubte, es läge vor allem an dem permanent schiefen Auftreten auf die Dünen, das Sehnen und Bänder enorm belastet hat. Aber auf der Spitzhaustreppe waren diese Schmerzen wieder da.
Ob es an der schiefen Straße lag, die nach der Spitzhaustreppe zu laufen war?

„Leer wie ein Eimer“ aber war ich noch muskulär. Aber ich wusste es nicht, noch nicht. Als ich jedoch meine Runden zog und sehr konsequent Rundenzeiten von 12 Minuten erlaufen habe, merkte ich spätestens ab der 20. Runde, dass die Oberschenkel dieser Belastung nicht standhalten würden, sie begannen, leicht zu krampfen. Nach knapp 4 Stunden hatte ich 20 Runden gedreht, nach knapp 5 Stunden hatte ich 25 Runden hinter mir – und die Nase voll.

Mein Lauffreund Michael aus Köln hatte wegen einer Fußball-Blessur schon aufgehört zu laufen und da ich kein Auto in Radebeul stehen hatte, war er auch mein Ticket für die Heimfahrt. Die Laune im Keller, Schmerzen in den Hacken, Schmerzen an den kleinen Zehen des rechten Fußes, Oberschenkel, die weh taten und mir sagten, dass ich, wenn ich wenigstens den Marathon hinter mich hätte bringen wollen, viel zu leiden hätte, die Aussicht auf ein Frühstück zu Hause mit der Familie, alles drehte sich bei mir in jener 25. Runde.

Und ich sprach mit der Spitzhaustreppe und schlug ihr vor: „Also gut, einigen wir uns auf „unentschieden“ …“

Und so sind wir verblieben und wir werden unser Duell fortsetzen – in einem der nächsten Jahre. Noch 39.700 …

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8 Kommentare zu “Also gut, einigen wir uns auf „unentschieden“ …

  1. Mensch Tom, darüber darfst Du aber nicht im Geringsten enttäuscht sein. Du hast Deinem Körper schier Unglaubliches beim MdS abverlangt und so kurz danach schon ein Treppenmarathon ist selbst für jemand derart gut Trainiertes wie Dich vielleicht 😉 ein bißchen viel, hm?

    Glückwunsch zum Unentschieden!

    Ich bin mir sicher, es wird eine Revanche geben.

  2. Ich hätte nie geglaubt, dass Du Dich tatsächlich nach dem MdS an die Treppe rantraust!
    Sei nicht traurig… nach der Belastung MdS und Deinen kaum verheilten Füßen war die Treppe einfach einen Tick zuviel.
    Aber Du bist ja noch jung und ich bin mir sicher, dass Du früher oder später erfolgreich sein wirst!

    Viele Grüße von Deinem „Zelt 85“ Mitstreiter.

    Der MdS war nach dem TAR die zweite super Woche mit Dir 😉

    • Hallo Heiko,

      ich bin wohl zu doof, um mich zu schonen. Aber schön war es schon auf der Treppe.
      Auch wenn es sportlich nicht gepasst hat war ich froh, die Leute da wieder gesehen zu haben.
      Die Veranstaltung ist so familiär und liebevoll … einfach toll!

  3. War vielleicht doch ein bissi zu viel, Tom… 😉
    Gib Deinen Füßen die Chance, zuzuheilen und Dir eine weitere Chance beim Treppenmarathon 2011… 😉
    Also Ecke stehen und schämen ist nicht!

    Wie heißt es so schön? War der Lauf nicht Dein Freund, so war er Dein Lehrer… *klugscheißmodusausschalt*

    Lass es Dir gut gehen!

    • Hej Feuerpferdle,

      als bekennender Schwabe trauere ich hier oben ja dem „Äffle und Pferdle“ nach.
      Bestimmt sind die beiden mittlerweile „Feueräffle und Feuerpferdle“, gell …

      Und Dein Klugscheißmodus ist einfach zu genial … gib‘ mir mehr davon!

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