MdS 4: „Das kleine Schwarze mit den hochhackigen Pumps?“

Der „Marathon des Sables“ (MdS) ist so etwas wie eine Modenschau. Oder etwas wie ein Testgelände für Laufklamotten. Wahrscheinlich aber ist der „Marathon des Sables“ beides.

Eine der wichtigsten Fragen vor dem Event war für mich die nach den Laufklamotten, in denen ich laufen will. Sechs Etappen, sieben Tage lang sollen sie kühlen, Schutz vor der Sonne geben und sie dürfen keinesfalls irgendwo scheuern. Na ja – und gut aussehen sollen sie natürlich auch noch, man weiß ja nie, wozu man das braucht.
Bei jeder anderen Laufserie hätte ich eine Batterie Laufshirts und zumindest drei, vier Laufhosen sowie ein Dutzend Brillen eingepackt.
Bei jeder anderen Laufserie hätte ich jeden Tag frische Sachen angehabt – und jeden Tag etwas anderes.
Bei jeder anderen Laufserie hätten die Veranstalter uns das Gepäck stets von Etappenstart zu Etappenziel transportiert und sich bei mir gewundert, warum ich stets mehr Sachen dabei habe wie die Anderen.
Aber beim „Marathon des Sables“ ist eben alles anders – da bist Du allein auf Dich gestellt und Du weißt: ein Satz Laufklamotten muss reichen, also wähle bewusst!

Und wenn Du sieben Tage lang die gleichen Sachen anhaben musst, dann wirst Du richtig nervös. Ich wurde es zumindest. Und ich fühlte mich wie „Dumpfbacke“ Kelly Bundy aus „Eine schrecklich nette Familie“ (Amerikanischer Originaltitel: „Married with Children“) am Samstag Abend vor dem Kleiderschrank, immer wieder fragte ich mich, was ich wohl anziehen sollte. Ich las viel über Laufklamotten im Internet, wusste, was andere ausgewählt hatten, aber ich war mir auch im Klaren, dass bei mir manches anders ist.


Ich habe große Angst vor der Sonne – und das, obwohl mir das Schicksal ein paar südländische Gene eingepflanzt hat. Für mich war also klar, dass ich entweder mit einem langen Shirt oder mit Armlingen laufen werde. Ich schwitze lieber als dass ich Angst haben muss, mir einen Sonnenbrand zu holen, aus dem am langen Ende irgendwann vielleicht sogar Schlimmeres entstehen könnte.
Die Beine sind bei mir wie bei den meisten Läufern vollkommen unempfindlich, da wollte ich also kurzbehost durch die Wüste tingeln.
Aber oben herum? Ich schwankte und probierte, zog mich immer wieder an und aus, ich diskutierte mit vielen, die den „Marathon des Sables“ schon gefinished hatten und ich las viel und dann kam mit das Glück zu Hilfe.

In der „Nacht der Entscheidung in Lilienthal“ hatte ich zum ersten Mal von X-BIONIC gelesen. Und wir bekamen beim Start ein schwarzes Schweißband für den Arm, das mir gut gefallen hatte. Besonders hatten es mir die orangenen Einschlüsse angetan, die nur sichtbar werden, wenn das Schweißband ein wenig gedehnt wird.
Und dann war da auf der Marathon-Messe in Rom am Tag vor dem Start dort ein großer Stand von X-BIONIC und ich habe mir die Sachen mal genauer angesehen. Ganz spontan habe ich mich entschlossen, mir dann die Armlinge zu holen, die ich wirklich cool fand, am Ende des Beratungsgesprächs habe ich mich von dem netten italienischen Verkäufer am Stand überzeugen lassen, vom Kopf bis zum Fuß in X-BIONIC zu laufen.
Eine Kappe speziell für die Wüste, ein kurzes, aber cooles Oberteil mit leichten Kompressionseigenschaften, die Armlinge, die mir so gut gefallen haben, eine ganz weiche Laufhose in dem für X-BIONIC typischen Riffelmuster, kurze Socken, die sogar doppelwandig sind, um die Reibung im Schuh zu reduzieren und dann noch zwei Sachen, die ich aber in der Wüste gar nicht gebraucht hatte: die Beinlinge kamen nicht einmal bei der Nachtetappe zum Einsatz, weil die Nächte viel wärmer waren als ich sie befürchtet hatte und die langen Kompressionsstrümpfe habe ich auch zuerst am vergangenen Wochenende getragen.
Unter dem Strich war es eine recht gewaltige Rechnung, aber der Messepreis half mir, diese Entscheidung dennoch so zu treffen.

Natürlich war meine Sorge, hier eine riskante Entscheidung getroffen zu haben und am Ende der einzige Marathon des Sables – Läufer zu sein, der sich für diese Lösung entschieden hat. Aber weit gefehlt: ich war erstaunt, wie viele Läuferinnen und Läufer sich ähnlich wie ich entschieden haben, wenngleich die gewählten Farben oft anders waren als die von mir gewählten dunklen Farben. Aber als, wie die Farb- und Stilberatung sagen würde, „Wintertyp“ muss ich ja viel schwarz tragen. Das tue ich ja auch im zivilen Leben. Schwarz oder klare, kräftige Farben.

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Gewaschen habe ich die Sachen nach der vierten Etappe ein Mal. In einer aufgeschnittenen Wasserflasche habe ich die von Sand und Salz verschmutzten Sachen gebadet, ein Waschmittel hatte ich ja nicht. Aber am nächsten Tag, als alles wieder trocken war, war ich froh, wieder einigermaßen frisch auszusehen und mich auch so zu fühlen. Dennoch bin ich heute, mehr als eine Woche nach dem Event, noch immer erstaunt, wie wenig Salzränder man dort gesehen hat, wie angenehm diese Sachen zu tragen waren. Klar, dass ich diese neu erstandenen Dinge auch gleich mit auf die Radebeuler Spitzhaus-Treppe mitgenommen habe. Und beim „Oberelbe-Marathon“ (OEM) werden sie mich voraussichtlich auch begleiten, dann aber ohne die Armlinge, dafür aber wieder mit dem super schönen Schweißband.

Und wie „Dumpfbacke“, die am Samstag Abend die Klamotten sowieso nur so auswählt, dass sie den Jungs in der Abend-Disco gefällt, fühlte ich mich auch wohl und ich fand, dass ich einigermaßen cool aussah – für einen Mann fortgeschrittenen Alters, versteht sich.

Die andere wichtige Frage, die sich mir stets vor dem „Marathon des Sables“ gestellt hat, nämlich die: „Was esse ich an diesen sieben Tagen?“ werde ich in der nächsten Woche beantworten. Auch hier ist einiges anders, weil ich ja bekanntermaßen weder Fleisch esse noch Kaffeeprodukte zu mir nehme. Aber es gibt ja für alles eine Lösung …

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7 Kommentare zu “MdS 4: „Das kleine Schwarze mit den hochhackigen Pumps?“

  1. Klasse Bericht Tom,wir sehen uns zum OEM, bin immer an der Info zu finden! am Lauftag, Sonne und bis 20°, genau richtig für deine „de Sables“ geprüften Laufklamotten. Ich hoffe du bekommst deine Füße bis Sonntag in Griff. LG aus Radebeul

    • Danke Ulf,

      ich bin auch ganz begeistert davon und habe es schon mal in 50x70cm MEGAGROSS abziehen lassen.

      Das sieht auch so richtig gut aus, aber man sieht, dass ich mich tagelang nicht rasiert habe …

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