Eines Deutschen Laufweg …

Am Ende waren es effektiv rund 530 Kilometer auf dem Elberadweg. Für Hauke, nicht für mich. Und dennoch bin ich für jeden Schritt dankbar, den ich mitlaufen durfte, vor allem aber für die Schritte, die ich durch die Nacht mit Hauke gegangen bin, ein besseres Training für den PTL, „La Petite Trotte à Léon“, hätte es für mich kaum geben können. Dort warten immerhin fünf harte Nächte auf die insgesamt 210 Verdammten, die sich auf diese Strecke weit herum um den „weißen Berg“ machen.

Eines Deutschen Laufweg, Hauke Königs „irrer Lauf“ von Dresden nach Hamburg (Hamburger Morgenpost, MoPo vom Samstag vergangener Woche) begann für mich mit einem hektischen Donnerstag.
Viel Arbeit hält das Büro zurzeit für mich bereit, eigentlich ein Grund, die Laufschuhe nicht zu schnüren und die Nachtetappen im Büro zu verbringen. Aber so verrückt bin ich dann doch nicht …
Erst auf den „letzten Drücker“ habe ich meine Siebensachen für die geplanten vier Lauftage gepackt und mein kleiner Koffer platzte fast vor all dem Inhalt, obwohl ich mich sehr beschieden habe. Fand ich jedenfalls.
Meine Gabi brachte mich dann zum Flughafen und unmittelbar vor der Ankunft rief Susanne Alexi schon besorgt an. Aber noch durfte sie ihren Koffer einchecken, ganz glücklich sah der Mann am Schalter aber nicht aus, immerhin musste er ein Mal mit der Flughafenlogistik telefonieren. Und dann ging es auch schon zur Sicherheitskontrolle. Die üblichen Fragen, die üblichen Antworten. Aber ich hatte nicht mit Susanne’s „Red Bull“ gerechnet. Natürlich wurde die Energydrink-Dose entdeckt und der Kollege, der sie inspizierte, fragte sie, ob sie diese noch austrinken wolle. Wollte sie aber nicht.

Und Susanne hat wohl nicht mit meiner gefährlichen Fracht gerechnet. Große Aufregung herrschte, mein übervoller Koffer musste aufgemacht und ausgepackt werden, um den vermeintlichen Anschlag auf „der Ehrenmänner Wohlergehen“ im Flugzeug zu verhindern. Eine Dose äußerst gefährlichen Melkfetts sollte in meinem Koffer an Bord geschmuggelt werden, 250 Gramm Gefahrgut. Während ich noch mit dem Kollegen, der mich inspizierte, über die nur geringe Explosionsgefahr von Melkfett diskutierte und den Vorschlag machte, diese suspekte Masse als Medizin einzustufen und durchgehen zu lassen, wurden zuerst Susanne und ich über die Lautsprecher persönlich aufgerufen, dann wurden wir entsprechend nervös und anschließend erklärte mir dieser Herr, dass diese Medizin nicht verschreibungspflichtig und daher nicht für den Flug zugelassen war.

Auf den Schreck wollte ich etwas trinken und nahm Susannes „Red Bull“ Dose, die sie ja weder ins Flugzeug mitnehmen durfe noch austrinken wollte.
„Das dürfen Sie aber nicht!“ sagte mein Herr und Gebieter auf der anderen Seite des Tisches. Warum ich das nicht öffnen und trinken durfte, der andere Kollege das aber zugelassen hätte, weiß ich nicht, aber wir mussten ja schnell zum Schalter. 250 Gramm hochgefährliches Melkfett und die ungeöffnete Energydrink-Dose verschwanden im Mülleimer.

Der Bus, der uns zum Flugzeug brachte, wartete nur noch auf uns, eine peinliche Situation. Aber wenn ich den mitfliegenden Menschen im Bus erklärt hätte, dass sie nur Dank des unerschrockenen Einsatzes des mutigen Sicherheitsbeamten gegen dubioses Melkfett sicher nach Dresden fliegen konnten, dann hätten die mir vielleicht ein Schild um den Hals gehängt:
„Hier ist einer, der Terrorist werden wollte. Zum Glück hat er es nicht geschafft!“
Fortsetzung folgt …

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8 Kommentare zu “Eines Deutschen Laufweg …

  1. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Melkfett ist so eines der harmlosesten Mittel, die ich überhaupt kenne. Aber andererseits: das Teebaumöl? Man weiß es nicht.

  2. Auweia, wegen 250 g Melkfett so ein Galama? Eindeutiges Zeichen, dass jener Herr nicht zur Zunft der laufenden Menschen gehört…
    Du solltest Dir ein Laufshirt bedrucken lassen… 😉

  3. Klasse erzählt … ich bin schon ganz gespannt, ob das Flugzeug dann auch tatsächlich in Dresden angekommen ist und was euch auf den Weg vom Flughafen zur Elbe in Dresden so passiert ist … und auf den Elbe-Lauf natürlich auch … 😉

    • Danke Alfred,

      das wäre eine gute Idee gewesen. Aber war wäre passiert, wenn er die blutenden Hämorrhoiden hätte sehen wollen?

      Vielleicht hätte er dann die Kollegen zusammengerufen, um eine gemeinsame Besichtigung dieser Objekte vorzunehmen? So wie bei „Verrückt nach Mary“, als der arme Tropf sich sein bestes Stück im Reißverschluss eingeklemmt hat?

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