Zufall – nur für Bedienstete …

… oder die PHOTOKINA für mich.

Heute war ein interessanter Tag. Ein Tag voller Pläne, denn heute hat die PHOTOKINA, die weltgrößte Messe für alles rund ums Foto und Video, die Tore geöffnet. Traditionell ist das die Zeit in Köln, in der die Asiaten, allen voran die Japaner und Chinesen, die Mehrheit der Kölnbesucher bilden.
Als Fotograf muss ich natürlich auch auf die PHOTOKINA, wenigstens für einen Tag. Und ich wollte nicht alleine dorthin, sondern ich wurde begleitet von der Leiterin unserer Fun-Artikel Produktion, von der Kollegin, die für die grafische Abteilung verantwortlich ist und natürlich auch von meiner Gabi.

Wir sind um 9 Uhr losgefahren und ich habe etwas nach Köln mitgenommen, das mir sehr wichtig war, ein kleines, aber sehr nützliches Paket.


Gesehen haben wir nicht viel Neues, nur das Mega-Thema „Fotobuch“ in allen Varianten, teils im digitalen Offsetdruck erstellt oder eben auf hochwertigem Fotopapier belichtet, war omnipräsent. Vor allem die Italiener und Spanier haben hier einen Vorsprung in der grafischen Umsetzung, die phänomenal und bewundernswert ist. Na ja, denke ich, das liegt wohl auch daran, dass in Südeuropa ein Hochzeitspaar nicht gleich die Alarmglocken klingeln hört, wenn so ein hochwertiges Hochzeits-Fotobuch mal 2.000 EUR und mehr kostet. Dann aber klingelt wenigstens die Kasse des Hochzeitsfotografen.
Natürlich müssen wir nun auch endlich da mitspielen und so haben wir uns für ein relativ simples Sytem entschieden, mit dem wir wohl schon in wenigen Tagen arbeiten können. Ich jedenfalls freue mich darauf.

Gesehen haben wir aber auch, dass diese PHOTOKINA die wohl kleinste größte Messe im Fotobereich ist, die es je gegeben hat. Die Hallen 7 und 8, 10 und 11 sind erst gar nicht belegt, noch vor einigen Jahren wäre das ein echtes „no go“ gewesen. Zwar musste man keine Wartelisten einhalten, aber einen Platz auf der PHOTOKINA bekommen war für kleinere Unternehmen früher zwar möglich, aber eben ohne jeglichen Anspruch auf eine besondere Platzierung. Heute kannst Du über alles verhandeln und Deine Wünsche werden erhört. Die Fotowelt der Wunder also.

Um 16.30 Uhr waren wir mit allem fertig, was wir sehen wollten, haben mit allen gesprochen, mit denen wir reden wollten. Ich hatte bis dahin die erstaunliche Entdeckung gemacht, dass ich früher immer gehofft habe, auf der PHOTOKINA oder einer der anderen Messen dieser kleinen Welt möglichst viele Menschen zu treffen, die ich kenne. Heute habe ich gehofft, möglichst einige Menschen, die ich kenne, dort nicht zu treffen und habe diese Hoffnung dadurch unterstützt, dass ich um manche Stände einen weiten Bogen gemacht habe. Ich will einfach mit manchem von früher nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben.

Wir gingen also zurück zum Auto oder besser: wir wurden im Bus zum Parkplatz 22 gefahren, der mit Sicherheit mehr als einen Kilometer vom Eingang Nord entfernt liegt. Solche Distanzen können ohne eine funktionierende Busverbindung unmöglich überwunden werden, das verstehe ich sehr gut.
Ich war ja so unzufrieden in den letzten Wochen und ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen. Nach dem Breitscheider Lauf durch die Nacht habe ich nichts mehr getan, teilweise, weil ich so viel gearbeitet habe, teilweise aber auch, weil ich einfach keine Lust auf das Laufen hatte. Ich war einfach leer und ziellos, aber das schlechte Gewissen nagte an mir und an meinem Selbstbewusstsein. Da kam dann der Marathon in Münster gerade recht.
Am darauf folgenden Montag wollte ich dann eine Pause machen, am Dienstag hatte ich dann keine Lust und nachdem Michael Neumann mich an dem Dienstag Abend zu einem „Manager Survival Training“ im fränkischen Münnerstadt eingeladen hatte, das leider den Erwartungen nicht gerecht werden konnte (ich berichte an dieser Stelle bald darüber) und ich so den Freitag Nachmittag auch nicht im Büro sein konnte, musste ich an den Abenden des Mittwochs und am Donnerstags Sonderschichten schieben. Wieder nichts mit Laufen.
Beim „Manager Survival Training“ entdeckten wir die Langsamkeit und taten läuferisch eher nichts als wenig und mein schlechtes Gewissen nagte weiter. Und weil ich gestern Abend schon wieder den „Couchpotato“ gegeben habe, habe ich mir nach Köln das kleine, aber sehr nützliches Paket mitgenommen.

In dem Paket waren eine kurze Laufhose, ein kurzes Laufshirt, eine Windjacke, die ich aber nicht brauchte, die GARMIN 310, ohne die ich keinen Schritt mehr machen will, meine Ersatzlaufschuhe, die Kompressionsstrümpfe, eine Kappe und natürlich ein kleiner Trinkrucksack. Ich hatte so ziemlich an alles gedacht, nur nicht an eine Stirnlampe und auch nicht an eine Kamera und das am Tag der PHOTOKINA!
Und dann lief ich vom Parkplatz 22 beim Messegelände Köln-Deutz erst einmal an den Rhein, über die Brücke und dann immer den Rhein entlang. Kurz hinter der Innenstadt sah ich dann rechts ein weißes Schild: „Zufall – nur für Bedienstete!“ Ich habe keine Ahnung, was das Schild aussagen will, aber irgenwie fand ich den Text lustig und ich lief weiter. Das Schild fotografieren war ja in Ermangelung einer Kamera leider nicht möglich.
Bald kam ich auf einen Teil des KÖLNPFADS, dem ich sehr lange folgte, bis er weit hinter Köln-Rodenkirchen nach rechts abknickte und ich geradeaus weiter lief.
Obwohl ich langsam laufen wollte, überholte ich insgesamt fünf Läufer und ich lief einen Schnitt, der, wie ein Läufer beim Münster Marathon sagte, war wie sein Notenschnitt: eine glatte 6.

In Köln-Godorf erledigt sich das mit dem Laufen am Rhein und Du machst einen großen und wahrlich nicht schönen Bogen um den Hafen und die dortigen Industrieanlagen. Wenn die Häuser Köln-Godorfs und Wesselings, zumindest die an der Durchgangsstraße, nicht so hässlich wären, dann hätten diese Industrieanlagen beste Voraussetzungen für die Kür zum „Schandfleck des Ortes“. So aber müssen sich die Fünfziger Jahre Bauten an der Durchgangsstraße um diesen wichtigen Titel streiten.


In Wesseling machte ich dann eine kleine Pause in einem Kiosk, in dem ich ordentlich trank und danach zwei Riegel zu mir nahm. Etwas mehr als ein Halbmarathon waren gelaufen, knapp über 2 Stunden hatte ich dafür gebraucht, ich war zufrieden. Ich hatte keine Lust, wieder an den Rhein zu laufen und wollte einfach an der Straße bleiben. Der Fahrradweg war breit und in einem sehr guten Zustand. Aber schon kurz hinter Wesseling ärgerte ich mich über meine Idee. Der Fahrradweg war nämlich plötzlich weg. Ein Fahrradweg weg  gewissermaßen.
Aber zurück gehen wollte ich auch nicht, also lief ich ganz links auf der Bundesstraße, während es immer etwas dunkler wurde. Jeweils nach zwei Kilometern kam wieder ein Ort und damit wieder ein Bürgersteig, aber nach dem Ort war eben vor dem Ort, also wieder der Lauf auf der linken Straßenseite.
Was sich die Autofahrer wohl gedacht haben mögen?

Erst in Bornheim-Widdig fand ich eine parallele Straße, die Gartenstraße, die ewig lang war und sich durch Bornheim-Hersel fortsetzte. Dort, am Ende von Hersel, sah ich dann einen Lidl an der Hauptstraße und ich schloss messerscharf, dass dort, wo ein Lidl ist, auch ein Fahrradweg sein müsste. Und das stimmte. Noch einen Kilometer bis Bonn. Inzwischen war es schon richtig dunkel und ich rief meine Gabi an, damit sie mich abholen kommt.
Dann erreichte ich die Kölnstraße in Bonn und ich lief sie immer geradeaus. Die Kölnstraße in Bonn ist wirklich sehr lang, ich habe das als Autofahrer schon immer bemerkt, als Läufer ist sie schier unendlich. Ganz am Ende, direkt an der Kreuzung zum Kaiser-Karl-Ring, traf ich mich dann mit Gabi und so war mein Lauf nach rund 36 Kilometern zu Ende.
Das schlechte Gewissen ist für heute erst einmal weg und ich fühle mich ein wenig besser vorbereitet für den Lauf in Brugg am kommenden Wochenende. Aber einen langen Lauf will ich vorher noch machen, wahrscheinlich am Donnerstag.

Dann hat das schlechte Gewissen endgültig verloren.

Von Dresden nach Hamburg …

Autor: Hauke König

… Kurs Nord-Nord-West (Teil II)

… Es geht weiter – immer an der Elbe entlang. Am dritten Tag waren wir bis nach Magdeburg gekommen. Und es geht immer weiter…

Tag 4

Es ist Montag. Tom und Thomas müssen wieder nach Hause. Das ist echt schlimm für mich. Susanne hat spontan ihren Urlaub verlängert, um mich weiterhin betreuen zu können. Bis ans Ziel. Das ist der Hammer! Ich weiß nicht, wie ich ihr danken soll. Gegen 13:00 Uhr ist es dann soweit. Tom und Thomas müssen zum Bahnhof nach Stendal gebracht werden. Und weil das nicht auf der Strecke liegt, überlege hin und her und will es mir  am Ende aber nicht nehmen lassen, mitzukommen und den beiden für das, was sie für mich und mit mir gemacht haben, zu danken und sie zu verabschieden. Das ist mir jetzt wichtiger, als der ganze „Wie-weit-kannst-du-am-Stück-laufen-Kram“. Ich fahre also mit nach Stendal und tue, was ich tun muss. Ab dort übernimmt Susanne dann Lenkrad, Herd und Regiment. Weil wir viel Zeit verloren haben und ich ja irgendwann auch mal ankommen will, beschließe ich jetzt durchgehend Gas zu geben. Ich bin alleine und kann mich gut auf meinen Lauf konzentrieren. Ich treffe Susanne etwa alle 17-23 Km und komme im Gegensatz zu den letzten Tagen hervorragend voran.

Ich laufe immer auf dem Deich, durch ein Vogelparadies. Es gibt hier in den Auen und Niederungen so unglaublich viele Vögel. Außerdem ist es bis zum Anbruch der Nacht total warm. Ich laufe garantiert einen Schnitt, der mit einer 5 beginnt. Kurz vor einer Stadt/Ort (ich glaube es war Werben?) führt mich ein Schild in die falsche Richtung. Laut Karte wäre dieser Ort schon längst erreicht, aber die Kopfsteinpflasterallee führt kilometerweit ins Nichts. Also wieder einer dieser Momente von denen es so viele gab auf dieser Reise. Während eines Telefonats mit Susanne kann ich ihr leider nicht sagen, wo ich bin. Sie soll mich hier irgendwie rausholen, aber ich kann ihr nicht sagen wo. Dies ist DER Moment für mein Telefonakku. Der sagt nämlich „Tschüssikowski!“, während ich im Nirgendwo stehe. Ich laufe die Straße wieder zurück bis zum nächsten Haus und frage dort nach meinem Etappenziel. Der Mann schaut mich verwundert an, zeigt in die Richtung aus der ich NICHT kam und sagte: „Man, Junge, det ist doch gleich hier. 300 Meter.“ Ein verrückter Moment. Ich stand in der Pampa und Nichts deutete darauf hin, dass es in der Nähe eine menschliche Ansiedlung geben könnte. Und im gleichen Moment kommt mir Susanne in meinem Auto entgegen. Ich bin so froh über die Rettung und steige ein. Wir fahren durch die „Elbmetropole“.

Es ist zwar schon spät, aber hier ist in keinem Fenster noch Licht. Alles dunkel. Nix los. Völlig tote Hose. Nicht einmal eine Katze. Das gibt es doch nicht. Aber anscheinend doch. Wir fahren dahin, wo für uns der Elberadweg klar definiert erscheint: an die Elbe. Hier übernachten wir, weil meine Beine nicht mehr wollen. Ich war wohl doch zu schnell, die letzten 50-60 Kilometer. Außerdem muß der Telefonakku aufgeladen sein. Eine solche Situation wie vorhin möchte ich auf keinen Fall noch einmal erleben. In Zeiten höchster Not geht das Telefon aus. Also gründlich aufladen. Im Morgengrauen geht es im Nebel weiter, aber es verspricht ein sehr warmer und schöner Tag zu werden.

Tag 5

Mittwoch. Die Zeichen stehen auf „Hau rein, Alter und zeig was du kannst, denn das ist der Tag dafür!“ Und das tue ich dann auch. Ich genieße die Sonne und laufe schnell. Komisch, ich werde mit zunehmender Kilometerleistung immer schneller. Der Puls pendelt sich bei angenehmen 120 ein. Nicht im Schnitt, sondern beim Laufen. Ich habe das Gefühl totaler Frische und Fitness, frage mich allerdings, wo das herkommen soll. Zum Teil wird es daran liegen, dass ich mit Freude auf Niedersachsen zulaufe, wo ich aufgewachsen bin und wo ich einen Hauch von Zuhause verspüre. Und weil ich in Richtung Wendland laufe, wo ich mich eher aus anderen Gründen „Zuhause“ und mit der Bevölkerung verbunden fühle. Irgendwann ist es endlich soweit. Ich bin im Wendland und nahe der Heimat. Es bleibt ein sehr warmer und sonniger Tag und als ich um die Mittagszeit am Gartower See vorbeilaufe, kann mich nix mehr halten.
An einem Strand, der voll mit mich fragend anschauenden Menschen und Badenden ist, ziehe ich so schnell es geht die Schuhe aus, schmeiß den Tankrucksack weg, den MP3-Player samt Kopfhörer hinterher und ab ins Wasser. Wo war ich? Tag 5 ohne Dusche? Ich war im Paradies! Weiter auf dem Weg laufe ich einen für die Gegend ziemlich steilen Hügel hinauf und durch ein Dorf. Dahinter gelange ich auf eine Landstraße mit Radweg. Es ist ein typischer Sommernachmittag. Ich habe die Kopfhörer auf, Paul Anker singt Nirvana und Billy Idol Songs und plötzlich bemerke ich etwas. Ich höre etwas Merkwürdiges, obwohl ich Kopfhörer trage und Musik höre. Da ist was. Ich halte an, mache die Musik aus und nehme die Kopfhörer ab. Dann höre ich es richtig. Stille. Absolute Stille. Ich bin irgendwo kurz vor Vietze zwischen Kiefernwald und Feldern und es ist nichts zu hören. In und um Hamburg gibt es ja immer so eine Grundlautstärke. Im Schwarzwald übrigens teilweise auch. Aber hier ist so gar nichts zu hören. Kein Vogel, kein Trecker (der kam dann aber später noch mehrfach) einfach nix. Abwesenheit aller Geräusche. Das ist gut! Ich bin nicht mehr fern der Heimat, das Wetter ist gut, ich habe die Musik nicht an, genieße die absolute Stille und mich kann nichts mehr stoppen. Denke ich.

Das Wendland ist wirklich sehr schön. Zumindest macht es auf mich einen sehr guten Eindruck. Und ich bin getrieben auf einer Welle von Freude beim Durchlaufen und schlage ein Tempo an, das alles Vorherige bei diesem Lauf um vieles übertraf. Was heißt, ich schlage ein Tempo an? Ich laufe einfach und freute mich am Laufen selbst. Ich achte nicht auf Pace, oder so´n Kram. Zuerst.
Aber irgendwann kommt die Nacht. Und zeitgleich mit dem Wegbleiben des Tageslichtes wird es anstrengend. Und wie. Ich war vom Loslaufen am Morgen bis jetzt etwa 120 Km gelaufen, aber jetzt spüre ich meine Hüfte. Und zwar richtig. Ich weiß ja, dass das alles Psychokram ist, aber der ist halt da. Es geht nicht mehr.
In Hitzacker muss ich pausieren. Die Hüfte schmerzt zwar, aber sonst fühle ich mich eigentlich total gut. Aber wie soll es jetzt weitergehen? So schaffe ich es nicht, die verabredete Zeit in Hamburg einzuhalten. Ich bespreche die Situation mit Susanne und wir beschließen: Ich lege mich hin und sie fährt mich in der Zeit ein Stück weiter in Richtung Geesthacht. Leider kann ich dadurch auch nicht mehr die angepeilten 560 Kilometer laufen. Es werden weniger. Das ist mir in diesem Moment egal. Schade, aber egal.

Susanne hält zwischen Wiesen und Pferdekoppeln, ich steige aus und laufe in Richtung Hamburg. Ach ja, Tom hatte zwischendurch noch von Zuhause (Grafschaft in NRW) angerufen und gefragt, ob es für mich ok wäre, wenn er beim Zieleinlauf in der Hamburger Hafenstraße dabei wäre. Er würde dann noch mal vorbeikommen. OK? Da ist fantastisch! Total verrückt, aber extrem super! Und noch während ich mich auf Tom und Hamburg und eine Dusche freue, klingelt mein Telefon und ein Fotograf der Hamburger Morgenpost möchte mich vor dem Ziel noch sehen und fotografieren. Wir verabreden einen Treffpunkt im Südosten Hamburgs und es werden Fotos gemacht. Er ist Hamburgs rasender Reporter und sieht auch ganz genau so aus. Etwas zerknitterter Leinenanzug, teure Schuhe (ich vermute er tanzt argentinischen Tango, oder will, dass man das von ihm denkt), längere Haare und ein lustiges Gesicht, das offensichtlich schon viel gesehen, aber auch mitgemacht  hat.

Egal wie das Ergebnis wird, es macht Spaß mit dem Kerl. Dann klingelt wieder das Telefon und der NDR möchte mich auch gerne noch vor dem Ziel filmen. Wir treffen uns am Rödingsmarkt/Kajen. Ich, Susanne und Tom werden die letzten 1500m beim Laufen  gefilmt. Als ich endlich am Ziel bin, stehen dort viele Freunde, Bekannte und Kollegen. Ich bekomme erzählt, dass ich entgegen meiner Erwartung heute nicht um 14:00 arbeiten muss, sondern erst morgen. Super!

Aber vor allem freue ich mich über meine kleine Tochter. Welch eine Freude! Nach so langer Zeit mein  Kind wieder auf den Arm nehmen zu können, war der absolute Hammer. Dann waren allerdings noch Interviews dran und so´n Kram. Jana, mein V-Mann aus München, war extra gekommen, um das mit der Presse zu koordinieren. Danke, dass du da warst. Ich wäre eigentlich noch total gerne mit Jana, Tom und Susanne was Essen gegangen, aber jetzt wo die ganze Anspannung abfällt, bin ich einfach nur noch müde. Tom nimmt Susanne samt Klamotten mit und setzt sie direkt vor ihrer Haustür in Köln ab, Enna und ihre Mama fahren mich im Wohnmobil nach Hause. Pommes-Majo, Kuss und tschüß an Enna, Bett. Morgen arbeiten.
Und das Spendenergebnis? frubiase SPORT spendet für Dunkelziffer e.V. pro gelaufenen Kilometer 1€ . So konnten wir mit unserem Elbelauf insgesamt 600 Euro erlaufen. Das ist für die umfangreiche und wichtige Arbeit von Dunkelziffer zwar nicht viel, aber ich hoffe, es hilft. Vielen Dank für die Unterstützung bei meinem Elbeprojekt!

Aus erinnerungstechnischen Gründen musste ich leider viele Dinge, Situationen und Gebäude unerwähnt lassen. Auch Fähren, die nicht fuhren, weil sie kaputt waren, weil kein Wochenende mehr war oder weil es nach 19:00 Uhr war. Und somit natürlich auch die damit verbundenen Umwege. Ach ja, Umwege: Die diversen Baustellen und Umleitungen, die den Weg auf keinen Fall kürzer gemacht haben, spare ich mir auch. Letztlich ergibt sich eine Summe von 530 gelaufenen Kilometern.

Und am Ende fehlt noch die alles bedeutende Antwort auf die Frage: „Sind 560 Km am Stück machbar?“
Antwort: „Keine Ahnung. So jedenfalls nicht. Aber anders vielleicht. Ich bleibe dran!“

Susanne Alexi: Du bist 285(?) Kilometer mit mir gelaufen und hast im Anschluss noch das Wohnmobil samt meiner Betreuung übernommen und dir dafür extra noch mal Urlaub „nachbeantragt“. Was soll ich sagen…

Thomas Eller: Du hast dir die wirklich schweren Nächte mit mir um die Ohren gehauen und hast mich mitbetreut. Du warst total präsent und eine große Stütze und Freund. Was soll ich sagen…

Thomas Batteiger: Du hast immer die richtig guten Stellen gefunden, obwohl du vorher so unsicher warst. Du warst ein Fels in der Brandung und unser Mutti. Was soll ich sagen…

…ich werde euch das nie vergessen und vielen lieben Dank von ganzem Herzen!

Bis zum nächsten mal Love & Peace!

„Reise zu den Letzten ihrer Art“

Uwe Diekmann aus Köln-Rodenkirchen ist unser Steuerberater. Uwe Diekmann ist aber auch mein Freund. Und Uwe Diekmann und ich haben eine Verbindung, ein gemeinsames Hobby, gemeinsame Ideale.
Das Hobby von uns beiden ist Afrika, sind die Wüsten Afrikas, sind bizarre Landschaften, faszinierende Landschaften und spektakuläre Tieransammlungen freier und wild lebender Tiere. All das findest Du natürlich – in Afrika.


Uwe Diekmann als Experte für Steuertipps in einer Kolumne der BILD-Zeitung

Uwe Diekmann wird als Privatmann Ende diesen Jahres mit dem Jeep durch die Wüste Libyens fahren, oh ja, da wäre ich gerne dabei. Nicht unbedingt mit dem Jeep, lieber zu Fuß, wenn mir jemand Wasser und Unterkunft anbieten würde. Als Chef der Kölner Niederlassung und als Partner in der großen Steuerberatungsgruppe „GDS Gruppe“ aber versucht Uwe Diekmann, geschäftliche Aspekte mit denen seines Hobbys, unseres Hobbys, zu verbinden.

Regelmäßig lädt er daher einen ausgewählten Klienten- und Freundeskreis zu Vorträgen ein, die stets in der 7. Etage, in der obersten Etage des Kanzleigebäudes in Köln-Rodenkichen, stattfinden. Von dort aus hast Du einen herrlichen Blick auf die Stadt Köln und auf der dazugehörigen Dachterrasse direkt über diesen Räumlichkeiten, wo der Blick sogar noch ein wenig schöner ist wie vom Balkon eine Etage darunter, auf dieser Dachterrasse habe ich ihm zum ersten Mal in etwa den Verlauf des 171km langen KÖLNPFADS skizziert, eine Tage, bevor ich Mitte 2009 den KÖLNPFAD tatsächlich gelaufen bin.
Den Kreis am Horizont, den ich mit den Fingern damals gezogen habe, war schon riesengroß, aber auch beeindruckend.

Zu einem dieser Vorträge hat er einen Referenten eingeladen, der auch viel mit der Wüste zu tun hat, häufig und lange in Afrika war und für den wilde Tiere kein Schrecken, sondern eine Herausforderung sind. Wilde Tiere in der ganzen Welt sind seine Leidenschaft, im ewigen Eis genauso wie in der brütenden Hitze der Wüsten.
Der Referent war Förster in der Eifel, bis es ihn aus Deutschland heraus und ins ewige Eis hinein gezogen hat. Dort hat er seine ersten Meriten als Tier- und Landschaftsfilmer verdient und heute ist er ein gefragter Tierfilmer, dessen Reportagen häufig im ZDF und auch bei Arte zu sehen sind.
Ihn live erlebt zu haben, vor einer kleinen Gruppe von nicht einmal zwanzig geladenen Gästen, mit ihm über die Grenzen der Phantasie und die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit gesprochen zu haben, das war für mich ein wirklich dramatisches Erlebnis.

Andreas Kieling auf der Insel Rinca, einen Komodo-Waran filmend

Andreas Kieling (www.andreas-kieling.de) durchquerte Grönland zu Fuß, fuhr mit dem Mountainbike durch den Himalaya und er bereist seit mittlerweile 20 Jahren als vielfach preisgekrönter Dokumentarfilmer die ganze Welt.
Seine Filme werden weltweit über den „National Geographic Channel“ ausgestrahlt und uns Deutschen ist er unter anderem durch die ZDF-Serie „Terra X: Kieling – Expeditionen zu den Letzten ihrer Art“ bekannt.
Für den ARD Dreiteiler „Abenteuer Erde – Yukon River“ wurde er mit dem Panda Award, dem „Oscar des Tierfilms“, ausgezeichnet.

Andreas Kieling ist aber auch ein ausgesprochen sympathischer Typ, ein Erzähler, dem es wichtig ist, seine Zuhörer zu erreichen. Und das schafft er nicht nur mit seinen Worten, sondern vor allem auch mit seinen bewegten Bildern. Und von denen hatte er einige dabei und wir sahen eine Auswahl seiner Dokumentationen, angefangen von seinen Anfängen, in denen er noch still war vor der Kamera bis hin zu seinen heutigen Filmen, in denen er sich selbst häufig filmt und auch oft etwas in die Kamera spricht, um die jeweilige Szene zu beschreiben.

Durch Grönland, durch den Himalaya, zum Yukon River, alles Ziele, die uns Läufer ja auch besonders interessieren, mit dem Himalaya Marathon, dem Yukon Arctic Ultra und einigen Lauf-Veranstaltungen in Grönland gibt es ja viel Schönes für uns. Gerade wegen der kalten Gegenden zolle ich ihm höchsten Respekt, weil Hitze wohl leichter zu ertragen ist wie Kälte. Laufen will ich in Grönland und am kanadischen Yukon River aber trotzdem …

Mich friert schon beim Betrachten dieses Fotos ...

Erzählt hat Andreas Kieling auch davon, wie Tierfilme aus eigenen Sequenzen und zugekauften Sequenzen anderer Dokumentarfilmer zusammengestückelt werden. Er berichtete von einer regelrechten Börse für Tier- und Landschaftsfilm-Konserven und so wird der Druck, der auf den Abenteurern lastet, immer größer. Die Etats der Fernsehanstalten werden eher kleiner als größer und die Aufträge müssen heute in einer viel kürzeren Zeitspanne fertig sein wie früher.
In diesem Geschäft ist es also so wie überall anders auch: höher, schneller, weiter, billiger …

Einige Szenen, die er uns im Film vorgespielt oder in seinem Vortrag erzählt hat, findest Du auch in seinen Büchern, so auch die Filmsequenz, wo ein wütender Elefantenbulle auf Andreas Kieling zugerannt kam. Wir Zuschauer erschraken alle, aber Andreas Kieling blieb in dem Film einfach stehen und sah den Elefanten direkt an. Kurz vor ihm stoppten diese zwei Tonnen Fleisch, Knochen und Haut, um dann umzukehren und von dannen zu traben. „Das war nur ein Scheinangriff. Elefanten machen das meistens so,“ sagte Kieling. Es wäre ihm aber auch keine Möglichkeit mehr geblieben, bei einer Fehleinschätzung der Situation noch einen „Plan B“ umzusetzen.


Noch eine weitere Gemeinsamkeit verbindet mich mit Andreas Kieling. Wie mein Freund Andreas Klotz kümmert sich auch Andreas Kieling um die vom Aussterben bedrohten Berggorillas. Diese seltenen Tiere sind uns allen so ähnlich, dass die Faszination, sie ansehen, fotografieren und bewundern zu dürfen, mit Händen greifbar ist.
Andreas Klotz hilft ja hier mit seinem Projekt www.mondberge.com, ich habe in diesem Blog schon darüber berichtet, Andreas Kieling hilft durch das Verbreiten wunderschöner Filme und durch die direkte finanzielle Unterstützung von Berggorilla-Projekten. Wenn ich Mitte Oktober mit Andreas Klotz und weiteren fünf fotografisch angehauchten Freunden auf den Kilimanjaro laufe, dann werden wir die Berggorillas leider nicht sehen können, sie leben rund 800 Kilometer weiter nördlich im ugandischen Ruwenzori-Gebirge. Aber vielleicht gelingen uns ja sehenswerte Foto- und Videoaufnahmen der Tiere und Pflanzen am Kibo-Massiv.

So vertraut, so nah, so verwandt ... der Berggorilla Zentralafrikas

Eine Frage hat natürlich die Mehrzahl der Zuhörer interessiert, die Frage nach der Gefährlichkeit dieser Abenteuer. Gerade nach dem „Scheinangriff“ des Elefantenbullen schwebte diese Frage förmlich im Raum und insbesondere die Schlipsträger unter den Gästen waren entsprechend in Sorge, immerhin ist für viele der Weg in die Chefetagen der Großbanken das Gefährlichste, was sie in ihrem Leben tun.

Andreas Kieling beantwortete die Frage, indem er eine uralte und längst vernarbte Verletzung zeigte. Sie stammte vom bisher einzigen Unfall mit Tieren, den er je hatte. Ob er in der Wüste Afrikas oder im ewigen Eis Grönlands war, immer blieb er ohne nennenswerte Verletzungen, bis auf diese eine Wunde. Und die holte er sich – in der Eifel.
Ein wütender Keiler hatte sie ihm zugefügt und daran – und das ist kein Scherz – wäre er damals beinahe verblutet.

TURN SWEAT INTO ENERGY …

… heißt es bei X-BIONIC so schön.
Und als überzeugter X-BIONIC Nutzer freue ich mich, dass ich jetzt auch dort zu finden bin:

(Klicken zum Vergrößern!)

Das Foto stammt übrigens aus der marokkanischen Wüste beim „Marathon des Sables“ (MdS). Im Hintergrund kannst Du es teilweise erkennen.

Ich würde mich freuen, wenn Du dort (http://www.x-bionic.de/#/de/community/blogs/sponsoring/thomas-eller-ger-18111961-ultralaeufer/413698) einen kleinen Kommentar hinterlassen würdest, ein paar liebe Zeilen, ein nettes Wort, ein lustiges Icon, egal was …

… schon jetzt: danke sehr, bedankt, muchos gracias, thank you, merci, …

Geschichten von neunundneunzigundeinem Luftballon …

Der Münster-Marathon sollte etwas Besonderes für mich sein. Das erste Mal war ich als Brems- und Zugläufer eingespannt und das für 4:00 Stunden, entsprechend nervös war ich. Meine Sorgen gingen in die Richtung, dass ich es gar nicht mehr schaffen würde, schnell, so schnell zu laufen. Die „langen Kanten“ haben mich langsamer gemacht und ich habe seit Monaten nicht mehr richtig trainiert. Wie oft beneide ich die Marathonis, die sich über Wochen konsequent einem Trainingsplan unterordnen können und auch die, die jeden Tag laufen können – oder zumindest jeden zweiten Tag.
Bei mir passiert da seit langem kaum mehr etwas in der Woche. Am Wochenende etwas Langes und Langsames, in der Woche: eindeutig viel zu wenig.


Aber der Zug- und Bremsläufer Luftballon machte mich schon sehr an.

Zudem sollte der Münster-Marathon meine „Nummer 99“ sein, wenn ich nicht drei DNFs in diesem Jahr in meinem Lauf-Lebenslauf gehabt hätte, dann wäre ich schon längst über der Marke von 100 Marathons. So aber heißt es abwarten und stilles Wasser trinken … Ein Luftballon für jeden „Marathon und länger“ macht 99 Luftballons, zusätzlich zu dem Luftballon, der die Zahl 4:00 trug.

Der wichtigste Grund, den Münster-Marathon endlich zu laufen, war aber der Umstand, dass ich von 1982 bis 1984 für 24 Monate in Münster gewohnt habe. Das Warenhaus HORTEN, in dem ich seinerzeit gelernt habe, ist mittlerweile ein Galeria Kaufhof geworden, aber im Grunde hat sich dort nicht allzu viel geändert. Noch immer hängen im Lambertiturm der Lamberitkirche die Täuferkäfige, in denen die münsteraner Täufer hingerichtet wurden. Sie herrschten in den 1530er Jahren im sogenannten „Neuen Jerusalem“, lehnten die Kindstaufe ab und tauften die Erwachsenen erneut (Wiedertäufer). Das Taufen von Erwachsenen aber widersprach dem Reichsrecht, was zu erheblichen Konflikten mit dem Fürstbischof Franz von Waldeck führte.
Die münsteraner Täufer regierten lange die Stadt und bauten die Strukturen in der Stadt radikal um. Die Täufer führten unter anderem die Gütergemeinschaft ein und ließen das Stadtarchiv verbrennen. Diese Radikalität führte zu erneuten Auseinandersetzungen. Vor allem der zunehmende Endzeitwahn der Propheten stieß auf Ablehnung. Für Ostern 1534 verkündete der Kopf der Wiedertäufer, Jan Mathys, sogar das Erscheinen Jesu Christi in der Stadt. Aber Christi erschien nicht und Jan Mathys wurde am Ostertag mit einigen Getreuen vor der Stadt getötet.

Ab diesem Zeitpunkt war Jan van Leiden Kopf der münsterschen Täufer, unter dem sich die Bewegung weiter radikalisierte. Zwar schaffte er die Folter vor Vollstreckung eines Todesurteils ab, vollstreckte aber die Todesurteile nicht selten persönlich. In der Stadt wurde im Sommer 1534 auf Grund des erheblichen Frauenüberschusses – unter den münsterschen Täufern gab es fast dreimal so viele Frauen wie Männer – die Polygynie eingeführt und das, obwohl die Täufer sich anfangs für eine strenge Sittenwacht ausgesprochen hatten. Jan van Leiden selbst nahm im Verlauf des Täuferreiches 16 Ehefrauen.

Die Militanz der münsterschen Täufer folgte unter anderem aus der militärisch ausweglosen Situation innerhalb der Stadtmauern. Die Belagerung führte bald zur Hungersnot. Die weiße Kalkfarbe der Kirchen soll abgekratzt, in Wasser aufgelöst und als Milch verteilt worden sein. Es half aber nichts: Nach anderthalb Jahren wurde Münster am 24. Juni 1535 eingenommen. Ein Blutbad beendete das Täuferreich.
Rund 650 Verteidiger wurden getötet, die Frauen aus der Stadt vertrieben. Die obersten Täufer wurden für ihre Abtrünnigkeit zu Tode gefoltert:
Am 22. Januar 1536 wurden Jan van Leiden, Bernd Krechting und Bernd Knipperdolling auf dem Prinzipalmarkt mit glühenden Zangen die Fingernägel ausgerissen und schließlich wurden sie erdolcht. Ihre Leichen wurden in eigentlich für den Gefangenentransport bestimmten eisernen Körben an den Turm der Lambertikirche gehängt, teils zur Information, teils zur Abschreckung.

Über den Prinzipalmarkt ging ich heute auch und ich dachte dort auch an den wunderschönen holzgetäfelten Saal im Münsterschen Rathaus, in dem ich vor knapp 30 Jahren einmal gewesen bin und in dem der „Westfälische Frieden“ geschlossen wurde, durch den der 30-jährige Krieg endlich zu Ende ging.

Der Münster-Marathon sollte also etwas Besonderes für mich sein, er wurde aber ein Lauf voller Hektik. Schon zu Hause habe ich getrödelt und fuhr 30 Minuten später als geplant ins Münsterland. Zwar versuchte ich, die Zeitverzögerung durch besonders schnelles Fahren auszugleichen und ich fuhr von den 34 Minuten, die ich als zu spät für das Treffen der Brems- und Zugläufer ausgerechnet war, rund 24 Minuten herein. Gescheitert bin ich aber daran, dass die Polizei die Zufahrtsstraße gesperrt hatte und weil die Existenz von Parkplätzen in Münster nur unzulänglich bekannt ist.
Als ich dann einen Firmenparkplatz von „Westfleisch“ für mein Auto ausgekuckt hatte, weil dort am Sonntag sicher nicht gearbeitet wird, befand ich mich genau auf der falschen Seite der Innenstadt. Schwer bepackt mit einer großen Sorttasche, die meinen Wechselklamotten beinhaltete, rannte ich erst Richtung Paulinum, wo wir uns treffen wollten und dann Richtung Start.

Klaus Duwe von „marathon4you.de“ sah ich als erstes und danach auch gleich Jens Vieler, der den Brems- und Zugläufer für 3:30 Stunden gegeben hat. Weiter ging es bis zum 4:00 Stunden Block und dort bekam ich meine Startnummer und mein Shirt. Noch zwei Minuten bis zum Start, ich war schon verschwitzt und nervös. Ich wechselte das Shirt, befestigte die Startnummer am Startnummernband, während mit der orangene Luftballon angebunden wurde. Passt, geschafft, es konnte losgehen.
Ein kleiner Informationsaustausch mit den beiden anderen Brems- und Zugläufern und dann kam Lars Schläger auf mich zu. Endlich konnte ich ihn wieder herzen und drücken. Lars war auch ein Opfer der Absage des UTMB, aber der gemeinsame Lauf mit ihm im Vorjahr dort und die vielen anderen gemeinsamen Läufe lassen mein Herz immer höher schlagen, wenn ich ihn sehe. Und es ging los.
Nach wenigen Metern lief ein junger Läufer neben mir, Wolfgang, den ich schon beim Remmers Hasetal Marathon in Löningen kennen gelernt hatte und der dort und damals ein Autogramm von mir wollte. Dort brauchte er 4:15 Stunden für den Marathon, in Münster konnte er sich unter die 4:00 Stunden Marke ducken.

Zum Lauf selbst sei nur erwähnt, dass der Lauf durch die Innenstadt Münsters super schön war und dass die Innenstädter auch ihre sprichwörtliche münsteraner Zurückhaltung aufgeben konnten, die Passagen außerhalb der Stadt und in den vorgelagerten Teilorten aber waren zäh und langweilig. Einzig der Abschnitt um den Aasee herum befriedigte meine Lust auf schöne Gegenden.
Mir ging es gut, ich lief seit längerem endlich mal wieder schmerzfrei los und spürte mein armes linkes Knie tatsächlich erst nach gut drei Stunden – herrlich!
Aber ich musste ab km 36 schon beißen und kämpfen, mehr, als mir lieb war. Ich wollte mir aber auch keine Blöße geben und mich aus dem Projekt „unter 4:00 Stunden“ verabschieden. Jetzt, mit einem gewissen Abstand, freue ich mich, dass ich nicht der Versuchung erlegen bin, es mir leichter zu machen. Zu oft schone ich mich hier, eine meiner größten Schwächen, finde ich.

Ab km 40 haben wir das Tempo ein wenig reduziert, um nicht allzu früh im Ziel einzutreffen, dann gab es das Finisher-Shirt und die Medaille, ein Becher alkoholfreies Bier, eine wirklich warme Dusche und dann begann die Suche nach meinem Auto.
Hast Du schon mal in Hektik geparkt und Du wolltest nur schnellstmöglich irgendwo ankommen? Ich habe mir leider nicht gemerkt, wo ich geparkt hatte, nur eine Straße in etwa nach der Hälfte des Weges hatte ich in Erinnerung. Aber wer kennt in Münster schon die Straßen, schon gar an so einem Sonntag? Fast jeder war nicht aus der Stadt und hatte mehr Fragen an mich als umgekehrt.
Ich suchte insgesamt knapp über eine Stunde lang, bis ich endlich Glück hatte.

Superknapp beim Start, superknapp unter der 4:00 Stunden – Linie und dann die Sucherei, aber die „Nummer 99“ war drauf auf der Liste, 99 Luftballons für die 99 Läufe und ein Luftballon, der mich als Brems- und Zugläufer ausgewiesen hat. Ich wurde nicht wegen des Überschreitens der 4:00 Stunden Marke in den Täuferkörben ausgestellt und genoss diese schöne Stadt, durch die Sucherei nach dem Auto sogar länger als erhofft und geplant.
„Hektik ist der Feind jeglichen Erfolgs!“ habe ich als Lebensmotto zur Geburt unserer Tochter Milena in die Geburtsanzeige geschrieben, der nächste Lauf wird wieder besser vorbereitet sein!

Wiederholung: 9/11 – der Tag, der unser aller Leben änderte …

Und wieder ist der 11. September, ein Tag, der in meinen Gedanken genauso unauslöschbar verankert ist wie ein 17. Juni, ein 3. Oktober oder ein 9. November.
Und wie der 9. November, der genauso die überschwängliche nationale Freude am Mauerfall symbolisiert (1989) wie auch die nationale Schande der Reichsprogromnacht, in der jüdische Synagogen in ganz Deutschland brannten, jüdische Häuser und Geschäfte geschändet und 91 Menschen getötet wurden und die von den Nazis dann verharmlosend „Reichskristallnacht“ genannt wurde (1938), symbolisiert für mich der 11. September das Entsetzen und Mitgefühl gleichermaßen wie auch den Verlust des Glaubens an die Gerechtigkeit und an die politischen Eliten.

Denn was am 11. September 2001 geschah war eine Aufführung, eine Inszenierung, ein „very big money deal“, das manche Menschen reich gemacht hat, der amerikanischen Politik einen Kriegsgrund für den „Krieg gegen den Terror“ gegeben hat und viele unschuldige Menschen das Leben gekostet hat. Und uns, den Zuschauern, wurde ein so schlecht gemachtes Drama vorgespielt, dass wir, als unser erstes Entsetzen vorbei war, das Mitgefühl der Vernunft gewichen ist, schnell durchschaut haben.

Lüge wurde an Lüge gereiht und heute wird täglich klarer und deutlicher, dass nicht die „Verschwörungstheorie“ von Verschwörern geschrieben wurde, sondern, dass das schlecht gemachte Drama die Verschwörung war. Heute wissen wir um die Macht der Bilder, wissen, wie George Bush senior mit Bildern die Öffentlichkeit vor dem ersten Irak-Krieg belogen hat …

(Exkurs ins Jahr 1990: Bush senior wollte den US-Krieg gegen Saddam Hussein begründen. Wir alle erinnern uns an die Bilder, die damals um die Welt gingen: böse irakische Soldaten drangen in ein kuwaitisches Krankenhaus ein, rissen die Babies aus den Brutkästen, warfen sie zu Boden, um sie dort sterben zu lassen und eine weinende Krankenschwester versuchte vergeblich, sich diesen Horden entgegen zu stellen. Diese „Krankenschwester“ war auch die kuwaitische Zeugin, die im Oktober 1990 vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Repräsentantenhauses weinend von den irakischen Gräueln berichtete – heute wissen wir, dass die Krankenschwester die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA war, dass es sich bei den Tränen um Krokodilstränen handelte und dass die ganze Geschichte von A bis Z erlogen war. Die Werbeagentur Hill and Knowlton hatte die Geschichte ausgeknobelt und sogar die Zeugin geschult hat. Aus Gerhard Wisnewski: verheimlicht, vertuscht, vergessen 2010, Seite 73).
Diese Lüge ging sogar als die „Brutkasten-Lüge“ in die Geschichte ein, nachzulesen hier bei Wikipedia.
Die Aussage der „Krankenschwester“ ging als „“Nurse Nayirah’s“ false testimony“ ebenfalls in die Geschichte an. Sieh Dir an, wie da „unter Tränen“ gelogen wurde:

… und dass George Doppeldoof Bush ebenfalls mit Bildern wieder die Welt an der Nase herumführen wollte – und es auch weitgehend geschafft hat, davon gehen mittlerweile Millionen sogenannter „Truethers“ aus.

Ich will an dieser Stelle den Artikel des letzten Jahres erneut aufrufen, weil es mir ein Herzensbedürfnis ist, weiterzutragen, dass wir uns von dieser Propaganda nicht einnehmen lassen dürfen:


12. September 2008 „Guten Tag, Wahrheit“: 30 Millionen Menschen sehen „ZERO“, den kritischen Film über 9/11

… und nun stehen 30 Millionen Zuschauern des ersten Fernsehprogramms die Haare zu Berge. Soeben haben sie den Dokumentarfilm „ZERO“ des italienischen Journalisten und Europa-Abgeordneten Giulietto Chiesa gesehen, der die offizielle Version der Anschläge in Frage stellt.
Und nun verfolgen sie eine Fernsehdiskussion, wie sie in dieser Offenheit noch nie stattgefunden hat. Zahlreiche Experten – Militärs, Journalisten, Geheimdienstler und Bauspezialisten – diskutieren in nie da gewesener Offenheit das Für und Wider der offiziellen Version der Ereignisse von 9/11, vom 11. September 2001.

Natürlich am Anfang nicht in Deutschland …

Nein, die Ausstrahlung fand im russischen Staatsfernsehen statt. Dort fasste man das Eisen an, das sich sonst kaum jemand anzufassen traute, und schon gar nicht in dieser Ausführlichkeit und auf einem solchen Sendeplatz.

Aber dann doch, auch bei uns:

10. September 2009 „9/11 Mysteries – Die Zerstörung des World Trade Centers“: einige Millionen Menschen sehen gestern Abend kritischen Film über 9/11 auf VOX
9-11

Jeder weiß, was er am 11. September 2001 gemacht hat. Jeder weiß, wo er sich an diesem Tag aufgehalten hat. Jeder hat die grauenhaften Bilder von den Flugzeugeinschlägen ins World Trade Center in New York gesehen – und das nicht nur einmal. Doch haben wir wirklich genau hingesehen?

Zweifellos: Am Morgen des 11. Septembers sind zwei Passagierflugzeuge in die Türme des WTC gerast und explodiert. Doch sind die Türme deshalb eingestürzt? War dies physikalisch überhaupt möglich? Die Autorin des Films ‚9/11 Mysteries – Die Zerstörung des World Trade Centers‘, die sich ‚Smallstorm‘ nennt, sagt:
Nein! Die Flugzeugeinschläge waren nicht die Ursache für den Zusammenbruch der Türme. Vielmehr …… müssen die Twin Tower gesprengt worden sein und sie beweist ihre Behauptung:

Die Hitze in den Türmen, die durch die Explosion der Flugzeuge entstanden war, war nicht groß genug, um deren Stahlgerüst ernsthaft zu schwächen. Dies stellt der Untersuchungsbericht des US-Katastrophenschutzes fest. Wieso brach die Konstruktion – bei der ein Flugzeugcrash eingeplant war – dann zusammen?
Minutiös untersuchte die Autorin in ihrem Film die Bilder und Berichte von den Einschlägen und dem Zusammenbruch der Türme. Sie führte Interviews mit Überlebenden und fand Hinweise auf eine kontrollierte Sprengung der Gebäude. Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Anschläge im World Trade Center aufgehalten haben, berichten …… von Explosionen in den Kellern der Gebäude – vor den Flugzeugeinschlägen! Andere berichten von mysteriösen Bauarbeiten mit schwerem Gerät in den Wochen vor dem 11. September.

Im Schutt der zusammengebrochenen Türme waren Reste von Stahlträgern gefunden worden, die ‚zerschnitten‘ aussahen. Durch gezielt angeordnete Explosionsladungen ‚zerschneiden‘ Sprengmeister Stahlträger, damit die Gebäude bei einer Sprengung in eine vorausberechnete Richtung fallen. Waren die Stahlträger des WTC ebenfalls zerschnitten worden?

Die Tower stürzten in nur zehn Sekunden zu Boden – im freien Fall. Laut Untersuchungsbericht hatten sich an der Stahlkonstruktion der Türme einzelne Stockwerke gelöst. …… Dabei rissen sie die darunterliegenden Etagen mit sich. Wenn dies stimmt, hätte dann der Zusammenbruch der Tower von den unteren Stockwerken nicht gebremst werden müssen? Physikalischen Berechnungen zufolge hätte dies mindestens 96 Sekunden gedauert – und nicht zehn.

Die Fundamente der Türme waren um einen halben Meter nach innen gedrückt worden. Warum, wenn die Gebäude lediglich aufgrund der Flugzeugeinschläge einstürzten? Wenn überhaupt, hätten die Fundamente durch den Druck des Schutts nicht nach außen gedrückt werden müssen?

Diese und vielen weiteren Fragen geht ‚Smallstorm‘ nach. Ihr Film wurde in seiner US-Version über zwei Millionen Mal aus dem Internet heruntergeladen oder als DVD …… bestellt.

Tatsache ist: Flugzeuge rasten ins World Trade Center. Tatsache ist aber auch: Die Frage nach der Ursache für den Zusammenbruch der Türme ist nicht hinreichend beantwortet – trotz aller Experten, die das Gegenteil behaupten.

Der Tag, der unser aller Leben veränderte ...

Der ordentliche Anlauf …

Der lange Weg rund um das BAYER-Gelände

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Der nicht ganz geradlinige Lauf von Leverkusen über Langenfeld in Richtung Hilden

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Einige haben mich gefragt, wo genau es in Leverkusen „gehakt“ hat, wann ich den Rhein verlassen habe und welche Wege ich genau genommen habe. Diese Fragen will ich gerne mit ein paar Bilderchen beantworten. Diejenigen, die sich in der Gegend auskennen, werden sehen, dass der Lauf nicht wirklich geradlinig war, aber es hätte deutlich schlimmer kommen können, …

Und so sieht der Hauptteil der Strecke aus:

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… vor allem, weil ich, auf viele Druckseiten verteilt, nur diesen Plan mit mir getragen hatte:

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Und in Google Earth? Da sieht die Reise dann so aus:

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