Von Superwoman, von Indianern, Astronauten, Gladiatoren und von rosa Elefanten

Kennst Du diesen Witz?

„Du sitzt im Cabrio, vor Dir ist ein Feuerwehr-Auto, hinter Dir ist ein Flugzeug. Wo bist Du?


Na klar: im Kinderkarussell!“

Andere Frage:

Neben Dir ist ein Gladiator, hinter Dir ist Superwoman, vor Dir ist ein Astronaut im Ganzkörper-Latexanzug, davor ist ein Indianer. Wo bist Du?
Auch klar: beim ToughGuy!

Als wären die Herausforderungen dieses unglaublich strapaziösen Laufs alleine nicht schon genug, verkleiden sich Hunderte von Läufern als Schotten, Superman, Schlümpfe, als Fliegenpilz, Frosch, Krokodil, Men in Black oder wie im Falle von Bernie Conradt, Kurt Süsser, Alex Metzler und mir als rosa Elefanten.
Wie lange dieser zweifellos kurze Lauf genau ist, weiß niemand, zudem ist die Länge immer ein wenig unterschiedlich. In der Regel sind es aber irgend etwas zwischen 12 und 16 Kilometern, 12 bis 16 Kilometer, die alles von Dir abverlangen, was in Dir ist.

Dabei gibt es zwei Teile des Laufs. Mindestens zwei Drittel umfassen die „Country Miles“, die Laufpassagen. Auch auch bei denen gibt es ein paar eklige und schwierige Hindernisse. Die meisten Hindernisse aber befinden sich im letzten Drittel des Laufs, in den „The Killing Fields“.

(Klicken zum Vergrößern!)

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Wähend der Name „Country Miles“ eher verharmlost, erfüllt der Name „The Killing Fields“ durchaus das, was Dir an Assoziationen kommt, wenn Du diesen martialischen Namen hörst.

Wir hatten uns schon am Anfang getrennt: Alex Metzler lief mit Bernie Conradt und ich lief im Wesentlichen an der Seite von Kurt Süsser. Wir blieben aber stets in Sichtweite zueinander und am Ende liefen wir alle gemeinsam ins Ziel ein. Es hätte sich auch keiner absetzen können, das Elefantenkostüm wurde, einmal nass geworden, tonnenschwer und von Minute zu Minute länger. So lange, dass das Beinkleid bald über die Schuhe ging und wir auf diesem Stoff Richtung Erlösung liefen.
Alex und Bernie haben sich dann in etwa nach der halben Strecke der Kostüme entledigt, Kurt und ich jedoch blieben auch unter ständig schwerer werdenden Bedingungen Mitglied der rosa Elefantenherde, einzig die Kopfbedeckung haben wir schon sehr früh abgenommen und in den Nacken geworfen, weil es mit den riesigen Elefantenohren auf unseren zarten Menschenohren viel zu warm war.

Nachdem es also endlich losging und wir vorsichtig den Hügel hinabliefen, als rechts und links von uns kleine farbige Nebelbömbchen hochgingen, jeder den Vordermann bedrängte, schubste und an ihm vorbeizukommen versuchte, ging es in die erste Kurve und dann kamen ein Dutzend waagrecht aufgestellte Baumstämme in unterschiedlichen Höhen, über die Du hüpfen oder unter denen Du durchtauchen musstes.
Die kannte ich schon vom ToughGuy 2009, keine große Sache. Überhaupt, so dachte ich, sind die „Country Miles“ relativ harmlos und ideal für uns Läufer.

Chataway Chase

Das dachte ich, bis schon nach wenigen Hundert Metern die 15 Gräben kamen. „Chataway Chase“ heißen die Dinger, sie sind rutschig, schlammig, voll kaltem Wasser und es war schwer, da wieder heraus zu kommen.
Den ersten der Gräben findest Du ja noch ganz lustig, aber nach 15 Gräben bist Du platt, richtig schmutzig und schon fertig mit der Welt.
Zum Glück darfst Du dann wieder weiterlaufen. Wenn Du es noch kannst.


Nun läufst Du einige Kilometer durch Schlamm, Wasser, Dreckrinnen, bergauf und bergab, bis Du zur nächsten Herausforderung kommst, die angesichts der kalten Muskeln und der bisher erlebten Schwierigkeiten selbst Läufer fordert: „Der Slalom“.

Der Slalom

Schon vor dieser Prüfung läufst Du an einzelnen Teilnehmern vorbei, die Krämpfe haben, nach dieser Prüfung jedoch steigt die Krampfquote rapide an.
Vor allem die Bodybuilder unter den Teilnehmern, die mit den aufgeblasenen Muskeln ohne Ausdauer sowie die nur wenig trainierten Teilnehmer sind hiervon besonders betroffen.

Wenn Du jetzt denkst, dass es doch gar kein Problem sein kann, gerade einen steilen Hügel hinauf zu laufen, zu gehen oder sich sonstwie da hinauf zu kämpfen, dann stimmt das sicher.
Auch zwei Mal diesen Hügel erklimmen ist noch kein großes Problem. Aber drei Mal, vier Mal, fünf Mal … ?
Es sind zehn Mal, immer und immer wieder rauf und steil gerade hinab, die vor Dir verlangt werden und spätestens nach sechs Mal hoffst Du, dass die Erosion diesen Hügel schnell abträgt.
Aber das passiert nicht, nur Dein Wille und Deine Kraft unterliegen der Erosion und Du fühlst Dich klein, unbedeutend und schwach wie ein kleines Kind.


Das deutsche Mädel, das sich als Fliegenpilz auf die Reise gemacht hat, hat bei diesem „Slalom“ mit ihrem rot-weißen Pilzhut zu kämpfen gehabt, Superwoman hatte Tränen in den Augen, der Gladiator bekam Krämpfe und wir rosa Elefanten hatten mit den mittlerweile elend langen Hosenbeinen des Elefantenkostüms zu kämpfen. Bergab lief ich, indem ich mit den Händen die Hosenbeine hoch hielt, wie eine Dame, die Ihr Kleid hochzieht, damit es nicht auf den Boden streift.
Nur die Deutschen, die sich für  Schottenröcke entschieden haben, waren glücklich: das Kostüm blieb unversehrt und behinderte die Jungs nicht beim Laufen.

Nach dieser Tortour des Slaloms durften wir uns dann beim Laufen wieder etwas erholen …

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2 Kommentare zu “Von Superwoman, von Indianern, Astronauten, Gladiatoren und von rosa Elefanten

  1. Wow – liest sich nach richtig viel Spaß!

    Hier noch ein Lauftipp: wir wollen bei unserem 24h-Lauf in diesem Jahr erstmals einen 50km-Lauf anbieten mit Zeitnahme. Wenn Du also noch einen Termin frei hast (15.7. Freitag – 16.7. Samstag). der STart wäre Samstag um 8 Uhr in Breitscheid.

    viele Grüße,
    bernd

    • Hallo Bernd,

      also nicht von uns nach Ratingen laufen … obwohl das wirklich schön war, wegen der Skurrilität vielleicht eines der Top Highlights 2010. Ich schaue mal, dass ich diesen Tag einplanen kann.
      Läufe habe ich momentan da noch nicht, aber ich weiß auch noch nicht, ob wir und wann wir als Familie in den Sommerurlaub fahren.

      Breitscheid jedoch ist immer einen langen Weg wert, schon wegen Dir und Robert.

      Alles Liebe!

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