„Füße tragen Leben“ 2014

„Wenn wir jeder von uns bei uns selbst anfangen, uns zu bessern, und wenn wir uns zuerst selbst bessern, jeder von uns, dann kommen wir mit Gottes Hilfe zum inneren und äußeren Frieden.“ (Konrad Adenauer)

Stell‘ Dir eine Welt vor, in der es normal wäre, dass die, die reden können, denen zur Seite stehen, die stumm sind, stell‘ Dir eine Welt vor, in der es normal wäre, dass die, die sehen können, denen zur Seite stehen, die blind sind.
Und stell‘ Dir eine Welt vor, in der es normal wäre, dass die, die laufen können, denen zur Seite stehen, die schwächer sind.

Spendenlauf für den Bunten Kreis

„Frühchen“ sind schwach und deren Familien brauchen jede Menge Hilfe, finanzielle und ideelle, moralische und tatkräftige. Das beginnt schon vor der Entbindung und kurz nach der Entbindung, wenn die Verwandten und Bekannten es kaum wagen, den Eltern zur Elternschaft zu gratulieren, weil sich niemand sicher ist, ob das teilweise so unglaublich winzige Baby auch am nächsten Tag noch am Leben ist, wenn die Verwandten und Bekannten sich nicht trauen, mit einem Strauß Blumen in das Krankenhaus zu fahren, gepackt mit Babywäsche für die ersten Monate.
„Frühchen“und ihre Familien bleiben da oft allein, genauso alleine wie in den Monaten danach, wenn es darum geht, die Defizite, die das „Frühchen“ hatte, aufzuholen.

Und genau in diese Einsamkeit greift der BUNTE KREIS ein. Der BUNTE KREIS kümmert sich mit finanzieller Hilfe, mit Beratung und mit medizinischer Unterstützung vor allem um diese Familien. Und diese Familien sind und bleiben dem BUNTEN KREIS dann meist dauerhaft dankbar und verbunden.
Und der BUNTE KREIS, einst in Augsburg gegründet, wo auch heute noch der Hauptsitz der Organisation ist, erreicht in den letzten Jahren immer mehr Städte, immer mehr betroffene Familien.

Der BUNTE KREIS BONN/BAD NEUENAHR, für den ich ja schon im Vorjahr Gelder erlaufen habe (250 Miles Thames Ring Race 2013) macht da keine Ausnahme, auch er vergrößert sich. Und das gleich doppelt, in den Norden und in den Süden.

So betreuen Inka Orth und ihr unermüdlich arbeitendes Team nun auch über die Asklepios Klinik St. Augustin auch die Städte Sankt Augustin und ganz neu seit diesem Jahr über die Uniklinik Köln auch die Stadt Köln im Norden und im Süden über das Gemeinschaftsklinikum Koblenz – Mayen, Kemperhof Koblenz auch die Stadt Koblenz.

Und da fielen Max Biniek vom BUNTEN KREIS und mir zwei passende Worte dazu ein: „Grenzen erlaufen“. Und ein Projekt: „Grenzen erlaufen“.

Wir alle, die wir Ultraläufer sind, kennen das. „Grenzen erlaufen“ bedeutet für uns, unsere eigenen Grenzen zu finden, zu testen und nach Möglichkeit ein wenig zu verändern.
Beim nächsten Projekt „Grenzen erlaufen“ bedeutet das für mich, dass ich die Grenzen des Gebiets des BUNTEN KREISES KÖLN/BONN/KOBLENZ erlaufen möchte. Und Du merkst schon, dass das mehr sein kann, als „nur“ den Weg am schönen Rhein entlang zu nehmen.
Da ist der Rheinsteig rechtsrheinisch, da ist der RheinBurgenWeg linksrheinisch und da sind Teile des Kölnpfads im Norden. Nicht alles werde ich nutzen können, aber wir werden in den nächsten Wochen eine anspruchsvolle Route festlegen, die zumindest diese Fixpunkte verbindet:

1. Start wird an der „Großen Blumenwiese“ in den Bonner Rheinauen sein.
2. Es wird einen kurzen Halt in der Asklepios Klinik St. Augustin, Arnold-Janssen-Straße 29, Sankt Augustin, geben.
3. Ich werde die Uniklinik Köln, Kerpener Straße 62, Köln, anlaufen, um mich dort zu verpflegen.
4. Im Süden werde ich das Gemeinschaftsklinikum Koblenz – Mayen, Kemperhof Koblenz besuchen.
5. Das Ende der Reise wird in Bonn sein, mitten auf dem Marktplatz.

Um dem Ganzen aber einen größeren Rahmen zu geben, findet der Lauf in Zusammenhang mit einem 4-Stunden-Rundenlauf für Schüler Bonner Schulen in den Bonner Rheinauen statt. Ich werde dort erst einmal drei Stunden lang gemütlich mit den großen und kleinen Schülern Runden laufen, um dann ab 12 Uhr auf meine große Runde zu gehen. Die Schüler können dann noch eine weitere Stunde lang Runden laufen, ich werde dann Richtung St. Augustin unterwegs sein.

Stattfinden wird das Projekt am letzten Donnerstag vor dem Ferienbeginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen, also am 03. Juli 2014 und das Ende meines Laufes ist für Samstag, 05. Juli 2014 gegen 16 Uhr geplant. Mir bleiben neben den drei Stunden „Runden drehen“ weitere 52 Stunden Zeit für eine Runde, die wir so erstellen werden, dass sie etwa 230 bis 250 Kilometer lang sein wird.
Ein Hauch vom JUNUT also, wenngleich die Stopps in St. Augustin, in Köln und in Koblenz Zeit kosten werden.

Ziel des Projektes ist es natürlich, möglichst viele Spendengelder zu erlaufen.
Die Eltern, Großeltern und Verwandten der Schüler dürfen dabei für deren Runden spenden, zugleich wird es auf dem Spenden- bzw. Rundenformular ein Feld geben, mit dem man auch für meine Kilometer und für mein Finish spenden kann.

Dabei werden wir meine Kilometer dieses Mal nicht fest vergeben, sondern jeder, der auf meine Kilometer spendet – und da ist jeder glatte EURO-Betrag willkommen – wird auf dem Laufshirt vertreten sein, sofern die Zusage zur Spende rechtzeitig vor dem Druck eintrifft.
Noch ist ja ausreichend Zeit, um viele Namen darauf zu verewigen, aber es ist ja oft so im Leben, dass die Zeit schneller vergeht, als es einem lieb ist.

Vielleicht begleitet mich sogar der Eine oder Andere auf der einen oder anderen Etappe des Laufs. Gemeinsam „Grenzen erlaufen“ macht halt schon mehr Spaß, finde ich.
Und so will ich, während ich die „Grenzen erlaufen“ werde, meinen Beitrag dazu tun, denen zur Seite zu stehen, die schwächer sind, denen zur Seite zu stehen, die unser aller Hilfe benötigen, denen zur Seite zu stehen, denen man trotzdem einen guten Start ins Leben ermöglichen kann.

Wenn Du das Projekt unterstützen willst, dann teile diesen Artikel. Oder „like“ und teile die Facebook-Seite „Füße tragen Leben“. Oder beides. Oder mehr …

Das ist das Anschreiben an die Bonner Schulen (jeweils klicken zum Vergrößern!):
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Warum es schön ist, durch die Nacht zu laufen …

Hat Dich die Antwort auf diese Frage schon einmal bewegt:
„Was treibst Du denn so in Deinen Nächten?“

„Schlafen“ ist da sicher die klassische Antwort oder eben all die Dinge, die man im Bett so machen kann. Aber hoch im Kurs stehen auch „Party machen“, „in die Disco gehen“, einfach „feiern“. Studenten beantworten die Frage oft banal mit „lernen“, andere lassen sich von Domian inspirieren, wieder andere freuen sich über merkwürdige Clips in dubiosen Sparten-Fernsehsendern. Nachtschwestern im Krankenhaus verstehen überhaupt nicht, warum sie das gefragt werden und manche säubern den Strand vom Touristenmüll oder präparieren die Skipisten für den Schneespaß am nächsten Tag.
Auch das „Regale im Supermarkt auffüllen“ und die Arbeit in der Backstube sind beliebte Antworten und Börsenmanager sowie Computerfreaks schätzen die Nachtarbeit, weil eben genau dann auf dieser Welt das Meiste passiert, wenn es in den USA taghell ist.

„Laufen gehen“ ist jedoch selten die entsprechende Antwort, oft löse ich damit lediglich Kopfschütteln und Unverständnis aus. Die meisten Nichtläufer dieser Welt verstehen ja schon nicht, wie man am Tag Laufen gehen kann und die Mehrzahl der Läufer dieser Welt wollen beim Laufen meist etwas von der Natur sehen, die Landschaften erleben und einfach schneller unterwegs sein.
Und doch ist es wunderschön, durch die Nacht zu laufen, zumindest für mich.
lakenOft zwingen Dich ja die Wettkämpfe zum „durch die Nacht laufen“ und da meine ich nicht die 10 Kilometer „Nachtläufe“ von Zons oder Köln oder die „Nachtmarathons“ von Luxemburg oder Marburg, die in der Regel alle am späten Abend schon enden, sondern ich meine die Bewerbe, bei denen eben so lange Distanzen zu bewältigen sind, dass Du zwangsläufig eine, zwei oder „etcetera“ viele Nächte durchlaufen musst.

Und genau dafür habe ich vor einigen Jahren mal angefangen, das Laufen in der Nacht zu trainieren. Und bei diesen Trainingsläufen habe ich mich ins Nachtlaufen verliebt.

Einer dieser Läufe fand im September 2010 von mir zu Hause nach Ratingen-Breitscheid statt. Über diesen Lauf habe ich damals hier an dieser Stelle berichtet:
„Ein 5.000 Meter Lauf mit reichlich Anlauf …“
Es ist für mich immer wieder ein tolles Erlebnis, in der Nacht mit Menschen zu reden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Alkohol, den ich statistisch trinken müsste, den ich aber wegen meiner Alkoholabstinenz nicht aufnehme, für mich mit zu konsumieren – und vielleicht auch noch den von anderen Menschen, die ebenfalls auf ihren statistischen Alkoholwert verzichten.

Aber das Laufen in der Nacht hat auch einen strategischen Vorteil für mich: ich kann mich voll auf mich konzentrieren, ich erlebe das Nachtdesign der Landschaft, durch die ich laufe, ich kann später dann mit meiner Familie frühstücken und trotz allem noch einen netten Tag mit meinen Lieben verleben, ich kann ohne Sorgen auch auf den Straßen laufen, wenn das sinnvoller erscheint, weil die Straßen leer sind und Autos früh wahrgenommen werden und ich rieche und schmecke die Natur deutlicher als am Tag und ich sehe Dinge, die ich am Tag nicht sehen würde.
Den Mond beispielsweise, der in er einen Stunde noch riesengroß und gelblich vor Dir steht und in der anderen Stunde weit oben klein und weißlich auf Dich scheint.
Oder auch Katzen, deren Augen im Schein Deiner Stirnlampe funkeln und Du Dich erst erschreckst und mit denen Du dann das Spiel spielst, dass der verliert, der zuerst flieht. Meist sind das die Katzen, gelegentlich aber fliehe aber auch ich …

Im letzten Jahr war ich vor dem TransGranCanaria Lauf zwei Mal durch die Nacht unterwegs, raus aus Playa del Inglés, rauf in die nächtlichen Berge. Ein Mal war es in einer kanarischen Karnevalsnacht, als ein dicker Karnevalist mit Flügeln an den Armen und einem Schwan auf dem Kopf sturzbetrunken aus einer Kneipe kam, mich mit der gesamten Laufausstattung gesehen hat und ungläubig fragte: „Wie siehst Du denn aus?“
Männer mit Schwänen auf dem Kopf sind hierbei aber nicht immer vorbildliche Fragensteller, finde ich.

Dieses Jahr aber entgeht mir eine Serie von Nachtläufen, die zu laufen für mich eine wahre Freude gewesen wäre. Aber ich will Dir diese Nachtlaufserie ans Herz legen …
Ich selbst werde mich an diesem Wochenende wieder im fairen Kampf „Läufer gegen Kanal“ versuchen, nicht übermüdet in denselben zu fallen und am Grand Union Canal vorbeilaufen, von Birmingham nach London. Und das mit zwei Handvoll anderer Deutscher, auf die ich mich schon jetzt ganz besonders freue.
TRAIL-MANIAK Black-Forest_BachDa man aber nicht gleichzeitig in England am Kanal und in Deutschland im Schwarzwald sein kann, entgeht mir also der „Black-Forest TRAIL-MANIAK 2014 – the dark edition“, leider.
Der Ausdruck „dark edition“ deutet bei Schokoprodukten ja auf besonders dunkle Schokolade hin und damit auf einen ganz besonderen Genuss, an dem ich leider kaum vorbei komme. Das eine oder andere Pölsterchen im Bauch- und im Hüftbereich legt dabei Zeugnis ab, wie gierig ich oft nach „dark edition“ bin.

Dass „dark edition“ auch anders geht, zeigt der Schwarzwald. Da läufst Du in drei Nächten 100 Meilen durch den Schwarzwald mit einem Finish auf dem höchsten Berg des Schwarzwaldes, dem Feldberg. Oder Du läufst in zwei Nächten 100 Kilometer oder in einer Nacht einen Marathon oder wenigstens einen Halbmarathon durch den Schwarzwald und, na klar, mit einem Finish auf dem Feldberg.
Ob sehr viel Spaß auf 100 Meilen, viel Spaß auf 100 Kilometern, Spaß mit einem Marathon oder wenigstens etwas Spaß mit einem ungewöhnlichen Halbmarathon, eine „dark edition“ wäre immer meine Wahl.

„Mach doch mal was Verrücktes“ heißt es da vom Veranstalter. Und das stimmt, es ist schon ziemlich abgefahren, was da probiert wird. Noch nie hat es eine solche „dark edition“ Veranstaltung gegeben. Wenn Etappen gelaufen werden, dann eben genau anders herum. Du läufst am Tag und ruhst in der Nacht.
Und auf „Abgefahrenes“ stehen wir doch alle, oder?
Unter Tage schwitzen, einen Tag auf der Treppe leiden, sich durch Wüsten schleppen oder Pulkys hinter uns her ziehen – alles sein außer „normal“.

Die ganzen Details dieser „dark edition“ Veranstaltung siehst Du hier (klicken zum Vergrößern!):
TRAIL-MANIAK Black-Forest 2014Einen kleinen Trost aber habe ich dennoch für mich. Wenn wir die 145 Meilen Richtung London laufen, dann werden wir in der einen Nacht, die wir durchlaufen werden, sicherlich auch so schöne Stirnlampen-Muster in den Nachthimmel zaubern wie hier:

TRAIL-MANIAK Black-Forest_StirnlampeAllen, die wie ich gerne durch die Nacht laufen, ob im Schwarzwald, in England oder sonstwo auf einem Trail, wünsche ich allzeit gute Sicht und unvergessliche Momente in den durchwachten Nächten.

Männer mit Schwänen auf dem Kopf würden Dich verstehen …

René Göldner: „Füße tragen Leben“ – ein Spendenlauf der besonderen Art

HFTLeute habe ich beim „Ego-googeln“ diesen Artikel über meinen Juli-Charity-Lauf in England zu Gunsten des BUNTEN KREISES gefunden …
Nein, nicht genau so, eher durch einen Alert bei yasni.de

Wie auch immer, ich habe dieses schöne Blog gefunden. Und dieser Artikel dort ist hübsch gemacht und er hat mich geistig in den Sommer 2013 zurück versetzt …

Durch einen Klick auf das Bild links kommst Du zur Originalseite.
Viel Spaß beim Lesen!

René Göldner

Normalerweise berichte ich auf meinem Blog über „mich“ und „meine Wettkämpfe“. Das soll sich auch nicht ändern!

Heute jedoch möchte ich über eine ganz besondere und tolle Aktion berichten, die ein Läufer aus unserer Region für einen guten Zweck durchführt.

Die Organisation „Bunter Kreis“ unterstützt Familien, deren Kinder schwer erkranken, oder verunglücken. Diese Hilfe findet vor unsere Haustür in der Region Bonn-Ahr-Rhein-Sieg statt und wird auch mit Spenden finanziert.  Detaillierte Informationen über die Arbeit des Bunten Kreises gibt es hier: http://www.bunterkreis-bonn.de/home.php

Ein besonderes Spendenprojekt hat sich Thomas Eller einfallen lassen, der in Grafschaft bei Bad Neuenahr lebt. Neben Ultraläufen wie den Berglauf in Andora mit 170 km und 13.000 Höhenmetern ( Zeitlimit von 62 Stunden), ist es Ihm ein besonderes Bedürfnis mit seinen Läufen die Welt ein bisschen besser zu machen.

So wird „Tom“ am 03. Juli 2013 um 9 Uhr beim „The TRA 250 Miles Thames Ring Race“ westlich…

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Family Affairs …

Was ist in den letzten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren nicht schon alles über die Brocken-Challenge geschrieben worden. Die Geschichte des Laufs ist interessant, aber auch bekannt und die Geschichte des Brocken mit der Walpurgisnacht, den Hexen und mit den Erzählungen von Heinrich Heine? Auch interessant, aber auch schon oft beschrieben, auch schon hier in diesem kleinen Blog.

Also schreibe ich darüber, was die Brocken-Challenge 2014 für mich war.
Die Brocken-Challenge war wie so oft ein großes Familientreffen, das wussten wir alle, nachdem wir einmal kurz auf die Starterliste geschaut haben. Und da gab es Namen nachzulesen, dass einem schwindelig wurde, so schön war das. So viele aus unserer kleinen Familie hatten Glück, ich jedenfalls habe nur sehr wenige Posts lesen müssen von Freunden, die bei der Lotterie leer ausgegangen waren.Bei Veranstaltungen wie der Brocken-Challenge, die natürlicherweise durch eine behördlicherseits definierte personelle Obergrenze limitiert sind und die dazu noch so etabliert, so schön und so sozial sind wie die Brocken-Challenge, müssen Startplätze nach dem Lotterieprinzip vergeben werden, leider.
Dabei war neben der reinen Lotterie auch das Beantworten der Frage, warum man glaubt, an dieser Brocken-Challenge teilnehmen zu müssen, von großer Wichtigkeit. Mir hat es auch Spaß gemacht, kurz aufzulisten, dass mir die veganen und die sozialen Aspekte des Events von besonderer Bedeutung sind. Und damit diese Antworten nicht einfach nur für den jeweiligen Tag bestehen, sondern damit deren „Halbwertszeit“ länger ist, sind ausgewählte Antworten sogar in die Form eines Büchleins gepresst worden. Wer also zu Ostern noch etwas Lustiges verschenken mag, der sollte sich über dieses Büchlein Gedanken machen.

Und die meisten der Starter siehst Du schon, wenn Du Deine Startunterlagen abholst. Oder später dann, beim gemeinsamen Abendessen. Stefan Beckmann war der Erste, den ich drücken und herzen durfte. Er „machte den Hasen“ für Michael Frenz, den ich aber erst hinter der Ziellinie sah. Jens Vieler war da zum Beispiel, den ich seit dem Mt. Everest Marathon nicht mehr gesehen hatte. Und auch Ricarda Bethke hatte ich seither nicht mehr gesehen. Ihr Mystery Trail Event konnte ich zum zweiten Mal hintereinander nicht besuchen, es ist halt die Hauptsaison in meinem Beruf, leider.
Ich war aber rundum glücklich, die beiden mal wieder zu sehen und ich habe wohl gegrinst wie ein Honigkuchenpferd, was Ricarda gleich dazu veranlasst hatte, zu sagen, dass ich „frisch verliebt“ und „glücklich“ aussehen würde.
Frisch verliebt?
Ich schluckte etwas und schüttelte spontan den Kopf. Dann aber dachte ich, dass das doch gar nicht so falsch sei.
Frisch verliebt – und das seit nunmehr fast 30 Jahren. Liebe ist halt doch etwas wie das Ultralaufen. Sie bedeutet ständige Arbeit, eifriges Training und gelegentlich auch mal den einen oder anderen Schmerz. Unter dem Strich aber ist sie grandios und jedes Stück Arbeit wert.JensVor der Halle traf ich Christoph Matterne, wie immer unverkennbar mit seinem Propeller wie Astrid Lindgren’s „Karlsson auf dem Dach“. Mit Christoph hatte ich schon ein paar Stunden zuvor per Facebook gechattet, weil ich, ungewöhnlich für mich, viel zu früh schon in Göttingen war. Ihn habe ich zuletzt bei der Brocken Challenge 2011 gesehen, aber es war so, als wäre die Zeit dazwischen still gestanden. Facebook ist doch ein unglaubliches Mittel, auch mit den Menschen verbunden zu bleiben, die man nicht oft sieht.
Bei diesem Chat empfahl er mir, doch erst einmal in die Göttinger Innenstadt zu fahren und alles ganz ruhig angehen zu lassen.
Was ich dann auch tat.Christoph2Foto: Frank Mölders – (https://plus.google.com/…)

Rolli, den Dealer von „Wat Läuft“, traf ich dann wieder in der Halle. Er sah wie immer großartig aus, bunt, auffällig, eben typisch Rolli. Er war gleich „mit Verstärkung“ angereist und insgesamt sechs LäuferInnen teilten sich die Anreise aus Wattenscheid. Mit Andreas Bulling habe ich seinen siebten Platz vom Vorjahr diskutiert und mit Günter Kromer habe ich intensiv über das World Wide Web geredet, über Blogs und über Web-Portale.RolliFoto: Frank Mölders – (https://plus.google.com/…)

Gabi Kenkenberg, die am darauf folgenden Tag einen neuen Streckenrekord für Frauen laufen sollte, hatte ich schon vom Göttinger Bahnhof abgeholt und wir haben natürlich vor allem den PTL besprochen. Und die wichtigsten Dinge im Leben, unsere Kinder. Die sind uns doch immer näher und präsenter als wir glauben.

Da war natürlich auch noch Martin Ottersbach, der mir seine Erlebnisse beim Spine Race geschildert hat. Er analysierte seine Fehler wie immer brilliant. Zu viel Gepäck hat er dabei gehabt und ihn behinderte diese und jene falsche Vorabeinschätzung.
Wir alle kennen das ja, Du stellst Dir einen Lauf, den Du nicht kennst, so oder so vor. Oft liege ich dann deutlich falsch. Und so hast Du die falsche Ausrüstung dabei, zu viel von dem und zu wenig von jenem.
Martin wird wiederkommen zum Spine Race. Und er wird diese Fehler nicht erneut machen.
Und dann wird er siegen gegen die unerbittliche Uhr, gegen die Cut-Off Zeiten, dann, vielleicht 2015.
Aber eine richtige Alpenwanderung werde ich mit ihm hoffentlich schon vorher mal machen. Da weiß er so viel mehr darüber als ich und gerne lerne ich hier dazu.MartinFoto: Karsten Hogh-Holub – (karsten@hogh-holub.de)

Florian Schöpf, der Importeur der wunderbaren INOV-8 Schuhe für Deutschland und Österreich, war auch da. Ich muss schon einräumen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass er mich noch kennt. Wir hatten vor einigen Jahren mal ein „Survival-Wochenende“ unter anderem mit Michael Neumann bei Münnerstadt verbracht. Er war schnell wieder da, der Spirit von damals, die Erinnerung an eine kalte Nacht unter einer in Bäume gespannten Plane. Welch ein Glück habe ich doch, so etwas mit ihm erlebt zu haben.FlorianFoto: Karsten Hogh-Holub – (karsten@hogh-holub.de)

Und da war auch noch der stets freundliche und lustige Klaus Dahlbeck. Seit ich ihn am Morgen des Nachtlaufs von Hagen nach Hattingen kennen gelernt habe, haben wir uns schon einige Male gesehen, zuletzt, wenn ich mich recht erinnere, beim UTMB und seinem Besuch im „Deutschen Haus“. Das Laufen verbindet doch sehr und er macht es ja allen Menschen leicht, mit ihm zu kommunizieren.BC9Foto: Frank Mölders – (https://plus.google.com/…)

Frank

Foto: Tobien-Images.de –     (www.tobien-images.de)

Frank Kleinsorg sah ich dann erst, als ich wieder zum Auto ging. Auch er, immerhin Halter des Streckenrekords bei den Herren, begrüßte mich mit einer Herzlichkeit, die mich begeistert hat. Beim anschließenden Lauf habe ich ihn, der ja durch seinen Unfall dieses Jahr nicht mitlaufen konnte, an etlichen Verpflegungsposten gesehen. Stets hat er ein, zwei warme Worte für mich gehabt und ich hatte den Eindruck, dass es in unserer Familie nicht unbedingt notwendig ist, durch gute Leistungen aufzufallen.
„Familie ist …“ sang ja Nena mal. Läuferfamilie ist … eben auch.

Tanja Niedick zu sehen, die bedauerlicherweise nicht mitlaufen konnte, die es sich aber nicht nehmen lassen wollte, als Supporterin am Rennen teilzunehmen, war auch ein Herzenswärmer. Wir haben uns ja erst vor einem knappen Jahr beim NordEifelUltra (NEU) kennen gelernt, beim Ebberg brutal hat sie mir läuferisch gezeigt, dass ich manchmal doch ein alter Mann bin, aber trotz der kurzen Zeit hat jede Begegnung etwas Besonderes, dank ihrer unglaublich positiven Ausstrahlung.

Hände schütteln und Menschen umarmen war also neben dem Abholen der Startnummer eine Hauptbeschäftigung in der Halle des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Göttingen.
Und sich zu freuen auch.

So viel Wärme und Geborgenheit kann einem eben nur die Familie geben …
Welt, lass‘ Dich umarmen, welch‘ ein Tag …

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Foto: Casimir Matterne

Über den Lauf selbst schreibe ich an dieser Stelle dann das nächste Mal …

Der Rambo unter den Läufern

OggauOggau am Neusiedler See ist ein ganz besonders Örtchen.
Der kleine lokale Supermarkt hat am Donnerstagnachmittag geschlossen und überhaupt sieht alles so aus wie man sich das platte Land vorstellt. Es ist ruhig und heimelig.
Da bellt ein Hund, hier quakt eine Ente. Und über der Eisschicht auf dem gefrorenen Boden liegt eine Handbreit Schnee.

Und auch das ist ganz besonders an diesem Örtchen: da gab es ein Event, den „24 Stunden Burgenland Extrem“, 120 Kilometer rund um den Neusiedler See.
Zum dritten Mal ausgetragen am letzten Tag des Jänner und nach 50 Startern bei der Premiere in 2012, nach 250 Startern bei der Wiederholung im Vorjahr haben sich jetzt 600 Starter eingefunden, um zu rennen, zu gehen oder zu walken. Und wenn die Veranstalter kein Teilnehmerlimit gesetzt hätten, dann wären es wohl noch deutlich mehr geworden.

Meinen kleinen Bericht über dieses wunderbare Event zeige ich ausnahmsweise nicht an dieser Stelle, sondern auf www.laufspass.com.

In Zukunft werde ich immer zwei Berichte über die Läufe schreiben, an denen ich teilnehmen darf. Einen etwas globaleren dort auf Laufspass.com und eine kleine persönliche Geschichte hier an dieser Stelle.

Wenn es hier und heute keine meiner kleinen Geschichten gibt, dann gibt es wenigstens eine für mich sehr wichtige Neuigkeit: ich habe mich mit Thomas Schmidtkonz darauf geeinigt, ab sofort regelmäßig auch auf seiner Plattform zu schreiben. Für diese Möglichkeit sage ich „herzlichen Dank“!.

Ich verspreche mir von der Partnerschaft mit diesem Laufportal, dass ich eine breitere Zielgruppe erreichen kann. Ich denke ja, dass es auch für Andere nett sein könnte, etwas andere Laufberichte zu lesen, Berichte, die sich nicht im Wesentlichen um die „hard facts“ eines Laufs drehen, sondern in denen die Menschen um mich herum die „erste Geige“ spielen.

Also: den Bericht über den „24 Stunden Burgenland Extrem“ durch Österreich und Ungarn findest Du hier: www.laufspass.com.

Danke fürs Anklicken …Rambo