Osh, Kyrgystan (Kirgistan)

DSC_3810Heiß ist es in Osh, vermutlich noch heißer als in Deutschland. Und vermutlich ist es dennoch im Winter kälter als bei uns. Kontinentales Klima halt, weit und breit kein Meer, das die Temperaturunterschiede begrenzen könnte. Osh liegt eben schon weit in Asien, direkt an Russland klebend.

Schön ist es nicht in Osh, vermutlich würde ich, wenn ich hier ein Jahr bleiben müsste, mindestens depressiv werden. Das „System UdSSR“, die bürgerkriegsähnlichen Konflikte vor einigen Jahren, die schwache Wirtschaftskraft, hier versucht jeder nur, zu überleben.
DSC_3815So viele Bettler, vor allem alte Frauen und alte Männer, habe ich noch nie in einer Stadt gesehen. Aber die, die davon nicht betroffen sind, zweifellos die überwiegende Mehrheit, sind stolz. Auf sich, auf Kyrgystan.

Junge Männer tragen gerne ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Kyrgystan“ und dem nationalen Grafiksymbol dazu. Oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Russia“.
Davon ist man nicht weit entfernt, nicht nur wegen der gemeinsamen Grenze, die zufälligerweise auf dem Grat zwischen Basecamp 3 und dem Gipfel des Pik Lenin verläuft, sondern auch, weil die vielen Jahre im kommunistischen System der UdSSR, später der GUS-Staaten, tiefe Spuren hinterlassen haben.

Ältere Männer tragen oft einen ganz besonderen,  einen typisch kirgiesischen Hut, traditionell, hoch, mit einem Schlitz vorne in der Krempe und mit einem Text, den ich nicht lesen konnte. Dieser Hut wurde oft mit einer Weste kombiniert, die mich an Zimmermannsleute erinnerte.
DSC_3858Über die Stadt verteilt sieht man viele Statuen in kleinen Parks, selten aber sind diese Statuen ohne Macken und noch seltener ist der dazu gehörige Park gepflegt. Vertrocknetes Gras, herumliegender Müll, vieles wirkt trostlos, nicht nur in diesen Parks. Lampen sind oft zerschlagen und ohne Funktion, Springbrunnen funktionieren selten und die Fahrgeschäfte auf dem dauerhaften Jahrmarkt, einem Abklatsch des Wiener Praters, sind uralt und weisen ebenfalls oft erhebliche Macken auf. Und dennoch ziehen sie die Familien mit kleinen Kindern magisch an, die Kinder, die für den Gang auf den Rummel ganz besonders schön angezogen daher kommen. Mutti gibt sich immer dann besondere Mühe, wenn es auf den Jahrmarkt geht.
DSC_3812 DSC_3854 DSC_3865 DSC_3883 DSC_3895Staubig ist die Stadt, überall spürst und siehst Du den Dreck der Stadt, verursacht durch die Autoabgase der vielen, meist sehr alten Autos und durch das Aufwirbeln des Drecks, der sich eben überall befindet. Selbst nahe dem Stadtzentrum ist bei weitem nicht jede Straße geteert und durch das Befahren dieser Dreckstraßen wird die Luft der Stadt zusätzlich belastet.
DSC_3877 DSC_3896Chaotisch ist die Stadt und die Ampelschaltungen sind oft unglaublich, das haben die Fußgänger oft genauso „grün“ wie die Autofahrer. Es wäre also naiv, bei „grün“ einfach und blind über die Straße zu gehen. Vielleicht macht sich deshalb keiner die Mühe, bei einer Straßenüberquerung bis zur Fußgängerampel zu marschieren, man versucht es genau da, wo man ist, erst einmal bis in die Straßenmitte und dann, im zweiten Teil, ganz rüber. Angst hatte ich dabei oft, meist habe ich mich an Frauen mit kleinen Kindern orientiert.
Dennoch habe ich einige Straßenüberquerungen überlebt, weil hier jeder auf jeden aufpasst, zum Glück. Einen Verkehrsunfall habe ich nicht gesehen, obwohl vieles oft eng aussah und aufgeregt mit intensivem Hupen begleitet wurde. Die Hupe ist halt in vielen Ländern der beste Freund des Autofahrers, auch hier in Osh.

Dicke Menschen habe ich nicht gesehen, doch, einen Mann, aber der war die absolute Ausnahme. Es gibt zwar einige Männer und wenige Frauen mit einem mehr oder weniger großen „Bäuchlein“, die meisten Menschen aber sind schlank. Und gutaussehend sind sie, vor allem die Frauen.
Moderne Frauen, die gerne „bunt“ tragen und sich ihrer Wirkung bewusst sind. Traditionelle Frauen, die sich mit Kopftuch oder Burka mehr oder weniger verhüllen. Eine Frau hatte sogar den Sehschlitz mit einem undurchsichtigen schwarzen Netz verschlossen.
Bemerkenswert fand ich vor allem einen der vielen Behinderten der Stadt. Etwa Mitte 20 Jahre alt, beide Beine oberhalb der Knie amputiert, Prothesen gab es nicht, dafür aber etwa 10, 15 cm dicke Schaumstoffpolster als Laufflächen, Beine und Polster mit Stoffbändern umwickelt, damit das Ganze hält.
Einen kleinen Spazierstock hatte er in der rechten Hand, den brauchte er zum kontrollierten Gehen auf den verbliebenen Beinstümpfen. In der linken Hand hielt er ein Speiseeis, an dem er regelmäßig leckte. Dabei sah er sehr glücklich aus, er lächelte und war mit sich und seiner Situation zumindest in diesem Moment offensichtlich im Reinen.

Groß sind sie nicht in Osh, vor allem nicht die Frauen. Die kleinen Kinder macht man fast durchweg hübsch und steckt sie in farbenfrohe Sachen. Und der kleinen Kinder gibt es mehr als genug. Und so viele hochschwangere Frauen wie an den gut zwei Tagen in Osh habe ich auch noch nie gesehen.
Und interessiert sind sie, die Bürger von Osh. Weil ich in der Stadt stets mit meinem Namibia-Hut unterwegs war, hielt mich jeder für einen Amerikaner und die wenigen, die der englischen Sprache einigermaßen Herr waren, sprachen mich an. Ob ich Amerikaner sei, Tourist und wie ich Osh finden würde.
„Interessant“ war da immer meine Standard-Antwort.
Ob man wusste, was ich damit meine? Der Glanz in den Augen und die Freude im Gesicht der Fragenden sprachen dagegen.
DSC_3819 DSC_3876 DSC_3884„Interessant“ – und da denke ich wieder an den Film „Ungeküsst“, in dem Drew Barrymoore, die die Hauptrolle dort inne hatte, erst mit Anfang 20 bemerkt hat, dass in den Vereinigten Staaten „special people“ kein Kompliment, kein Lob ist. Bis dahin hielt sie sich für etwas Besonderes …

Viele goldene Zähne habe ich gesehen, ungeheuer viele. Meist waren es die Schneidezähne und meist waren diese nicht einzeln ausgebildet, sondern, nur mit einer kleinen Rille versehen, aus einem Stück gefertigt und eingesetzt. Gerne hätte ich die Geschichten erfahren,  die zu so vielen fehlenden Schneidezähnen geführt haben, vor allem auch deshalb, weil auch viele junge Menschen davon betroffen sind.

imageDSC_3860 DSC_3861Kleine Stände auf den Straßen, gewissermaßen „Ich-AGs“, gab es zu Hauf, meist von Frauen betrieben, meist aber auch leer. Ich dachte an Aremorica in einem Asterix-Heft, wo jeder Einwohner des Dorfes Wein und Kohlen verkauft hat. Mangels Kunden setzt man sich zusammen und quatscht. Über bessere Zeiten. Statt des sich zusammen setzens gibt es heutzutage das Handy. Und so telefonieren die „Ich-AGler“ fast ständig. Überhaupt hat man das Gefühl, dass da telefoniert wird bis zum Umfallen, das Handy als Statussymbol immer und ständig am Ohr.
Meist wurden an den kleinen Ständen Lottoscheine verkauft oder zwei Sorten Eistee aus großen Fässern oder es wurden Pfirsiche angeboten, oft aber derart angeschlagen, dass ich sie aus unserem Obstkorb entfernt hätte, oder eben Melonen.
Kirgisistan scheint eine Melonen-Oase zu sein, überall siehst Du sie, sogar aufgeschnitten als Dessert im Basecamp 2 des Pik Lenin auf 4.400 Metern. Davon habe ich in den letzten Tagen mehr als genug zu mir genommen, lecker, viel Flüssigkeit, guter Geschmack.

Nicht zu mir genommen – und das nicht nur, weil ich bekanntlich vegetarisch lebe – habe ich die auf offener Straße auf einfachsten Eisengestellen gebratenen Fleischspieße. Da gab er keinen nennenswerten Abstand zwischen der Holzkohle und dem Grillgut, zudem habe ich Fleisch oft ungekühlt bei den Händlern hängen oder schon auf den Spießen für den Tag vorbereitet bei den Straßengrillern liegen gesehen, kein wirklicher Spaß bei mindestens 30 Grad im Schatten.
DSC_3849 DSC_3850 DSC_3881 DSC_3891Überhaupt, das Essen, vor allem das vegetarische …
Hunger hatte ich ja schon, aber keine Ahnung von einer kyrillischen Karte. Und weil niemand Englisch spricht und weil die Einkaufsläden zwar immer eine große Auswahl an Spirituosen, aber nie essfertige Salate hatten, bestand mein erstes Abendessen in Osh, ganz alleine, aus einer sehr kleinen Tüte Chips, vier Schokokeksen und einem Snickers, alles zu mir genommen in meinem Hotelzimmer.

Einen Tag später traf ich dann in einem Einkaufsladen, ich will das wirklich nicht „Supermarkt“ nennen, eine junge Lady, eine von denen, die mich auf Englisch ansprach und die eben mal alles von mir wissen wollten. Sie arbeitete in einem Café gleich um die Ecke, sagte sie.
„Das ist meine Chance“, dachte ich und war dann zum Mittagessen bei ihr. Schlechtes Englisch ist viel besser als gar kein Englisch!
Am Nachbartisch saß eine ältere Dame, eine Englischlehrerin, wie sie mir später sagte. Die Ansprüche sind da wohl nicht allzu hoch. Sie versuchte zu übersetzen, weil bei der jungen Bedienung nach „Where do you come from?“ und ähnliches Standards nicht mehr viele Vokabeln vorhanden waren. Ganz zum Schluss lernte ich jedoch, dass auch die Englischlehrerin neben einer merkwürdigen Aussprache auch ein merkwürdiges englisches Vokabular hatte, so wünschte sie mir, nachdem sie ihre Rechnung bezahlt hatte, auf dem Weg nach draußen „good appetit“ statt des gebräuchlichen „Enjoy your meal“.

Ich wollte also eine Gemüsesuppe, vielleicht mit Reis oder Nudeln darin, japanischer Stil vielleicht, auf jeden Fall alles vegetarisch, alles, bloß kein Fleisch. Nein, auch kein Hühnchen. Dazu einen vegetarischen Salat. Auf eine Art frittierter Kartoffel-Ecken zeigend sagte ich, dass die auch OK wären.

Ich bekam eine Hühnersupoe ohne Huhn, aber auch ohne Gemüse, Reis oder Nudeln, dafür mit den typischen Fettaugen auf der Oberfläche (Wie lange habe ich die nicht mehr fesehen?) und mit weißen, in der Flüssigkeit wabernden Fettkügelchen, die drohend darin herum schwammen, also wirklich so gar nichts für mich.
Der Salat war aber ordentlich, leider mit einer Joghurtsauce, mit Dill versetzt, immerhin genießbar und die Kartoffelecken aß ich auch zur Hälfte.
Am Abend aß ich dann aber lieber gar nichts mehr.
DSC_3829 DSC_3831 DSC_3833 DSC_3834 DSC_3835Und heute, am dritten Tag, sitze ich mit vier Russen vor dem Flughafen und wir warten darauf, dass es Mitternacht und noch ein wenig später wird. Mein Flug startet um 5.30 Uhr, ich sollte um 3.30 Uhr dort sein (sicher ist sicher), mit der Fahrt zum Flughafen hätte das ein Aufstehen zwischen 2 Uhr und 2.30 Uhr bedeutet – also kein Hotelzimmer, die Nächte sind warm und die Bänke vor dem Terminal sind groß.
Und mit den Russen habe ich vereinbart,  dass wir gegenseitig auf uns und unser Gepäck aufpassen.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich am liebsten von überall, wo ich bisher in Asien war, nie wieder zurückgekehrt wäre.
Hier in Osh aber zähle ich die Stunden, die mich erlösen, die Stunden, bis ich in den Flieger nach Istanbul einsteigen darf.

Und wenn wir dann abheben, dann werden mir nur die Worte in den Sinn kommen: „Heim, heim, heim …“DSC_3901 DSC_3907


Nachtrag: Der Shop im Terminal ist schon geschlossen, aber einer der Russen sagte mir, dass gleich um die Ecke ein kleiner Laden wäre. Ich ging in die gezeigte Richtung und stellte fest, es waren sogar Dutzende kleiner, einfacher Läden, immer nebeneinander, alle mit nahezu dem gleichen Angebot, viele Sweeties dabei, aber kein Salat.
Ich bin in einen Laden nach dem nächsten gegangen, ohne etwas zu finden, was ich wollte, bis mich nach vielleicht sechs Läden ein Kirgiese auf Englisch (!) fragte, was ich denn haben wolle.
„Einen Salat“, antwortete ich, „Karotten oder ähnliches“.
Und dann führte er mich zu fünf seiner Kumpels, die gerade beim Essen waren, unter anderem: Salat. Eine Art Sauerkraut-Salat mit Rindfleisch-Stückchen in der einen Schüssel und, etwas für mich, ein leckerer Weißkohlsalat in einer anderen Schüssel. Dazu bekam ich eine Art Brot, eine köstliche lokale Spezialität, kleine, in Fett ausgebackene Rauten und später gab es noch ein mit kleinen Kartoffelstückchen gefülltes Teigtäschchen und eine Cola.
Vier der sechs Jungs sprachen ein akzeptables Englisch und wenn einem mal eine Vokabel gefehlt hatte, dann hat er im Kreis nachgefragt, meist hat es dann geklappt. Oder man hat es irgenwie beschrieben, das, worüber man reden wollte.

Und ich beantwortete so viele Fragen. Ob ich Frau und Kinder hätte, wo in Deutschland wir wohnen würden, ob ich einen BMW fahren würde und was ich von Kirgisistan wüsste. Einer, „Sam“, der komplette Name war zu schwer für mich, der auch im Sicherheitsbereich des Flughafens arbeitet (er hatte den entsprechenden Dienstausweis um den Hals hängen), surfte gleich bei Google Pictures nach Aufnahmen aus seinem Land. Und er erzählte und schwärmte und sagte, ich müsse beim nächsten Mal unbedingt zu diesem See, zu diesem Berg, zu dieser Moschee und in dieses, in eine zauberhafte Höhle eingebaute, Museum.
Und er war schon in Österreich,  in Salzburg, Innsbruck und Reutte, wo seine Schwester lebt und er war in Bayern, in Bad Tölz und in München. Er liebt die Kultur, die Geschichte, die Schlösser und die Alpen. Ob ich auch die Geschichte der Schlösser und Könige lieben würde? „Klar,“ log ich. Und Dschingis, der junge Freund, erzählte mir viel von Osh und Biskek.
Insgesamt kam ich so dem Abflug eine Stunde näher.
Bezahlen durfte ich nicht und nichts, es sei doch eine Einladung gewesen. Und ich habe noch eine Tüte guter, grüner Trauben mit auf den Weg bekommen.
Ich dankte und ich verabschiedete mich von jedem Einzelnen mit einem festen Händedruck und ich dachte mir, dass es solch eine Gastfreundschaft einem vollkommen Fremden gegenüber auf dieser Welt nur sehr selten und in unserer mitteleuropäischen „geben-und-nehmen“-Kultur wohl gar nicht gibt.
Warm, wohlig, wunderbar …

Danke an Euch sechs Jungs, vielen lieben Dank!
DSC_3872Nachtrag 2: Das Einchecken geschieht hier in merkwürdiger Weise. Um 2.30 Uhr kam über Lautsprecher in türkischer, lokaler und englischer Sorache, dass nun das Check-In für den Flug der Turkish Airlines nach Istanbul um 5.30 Uhr Abflugszeit beginnt.
Wie saßen zu diesem Zeitpunkt im Terminal und wussten, dass es wohl über den Eingang C1 abgewickelt würde. Noch hatte ich keine Bordkarte, ich versicherte mich aber, dass es die erst später, nach der Kontrolle und der Gepäckaufgabe, geben würde.
Ein paar Lichter gingen an, etliche Menschen kamen durch die Türe, durch die wir hinein wollten. Dann geschah 20 Minuten lang wieder mal nichts. Irgendwann aber begann sich eine Reihe zu bilden und mangels besserer Ideen stellte ich mich einfach mal dazu.
Dann ging es voran, zuerst musste jeder an dem Herren vorbei, der kontrolliert het, dass man einen Pass hat – und ein Ticket. Meines war ja nur eine eMail Bestätigung, aber immerhin. Dann ging es weiter zum Scanner, ähnlich wie im Rest der Welt, nur dass ich weder Schuhe noch Gürtel ausziehen musste. Und mein Tab durfte im Koffer bleiben. Danach kam der problemlose Gang durch das Scanner-Tor.
Es folgte ein Tisch, an dem zwei Menschen eifrig bemüht waren, jedes aufzugebende Gepäckstück in Plastikfolie einzuhüllen. Bei meiner Art, den Rucksack zu packen war das aber sehr von Vorteil, vor allem wegen der nur mäßig befestigten Bergschuhe und den langen Treckingstöcken.
Irgendwann sagte einer der Herren zu mir „Hundert, Hundert“ und er zeigte auf die Pakete. Nicht viel Geld, etwa zwei US-Dollar pro Gepäckstück, aber ich war schon froh, dass ich mein kigiesisches Restgeld noch nicht verschenkt hatte.

Das Gepäck wie den Reichstag in Berlin verpackt stellte ich meine beiden Pakete auf die Waage. Etwas weniger Gewicht wie beim Hinflug,  besser so als anders herum, dachte ich. Und erst dann durfte ich mich wegen einer Bordkarte anstellen. Das Gepäck wird direkt nach Frankfurt gecheckt, meine Bordkarte von Istanbul nach Frankfurt aber bekomme ich erst in Istanbul, schade. So habe ich das auch noch nicht erlebt.
Nun kam die Passkontrolle,  wobei der Beamte offensichtlich Spaß daran hatte, mal wieder sein Englisch auspacken zu dürfen. Wann ich angekommen wäre, wo ich war, wo ich in Deutschland wohnen würde, ob es da flach oder bergig sei.
Ich beantwortete brav alle Fragen, noch vor wenigen Jahren wäre mir das schwerer gefallen.
Ein Ausgangsstempel in den Pass, plopp, dann wollte er meine Bordkarte sehen. Auch sie wurde von ihm gestempelt.
Als nächstes ging es ein paar Meter weiter zu einer Dame, die die Bordkarte sehen wollte.  Auch sie wolkte diese stempeln und hakte meinen Sitz auf ihrer Liste ab.
Personalkosten sind wohl nicht das Problem hier, aber wenn das sich mal ändern sollte, dann könnte ich ein paar Firmen empfehlen,  die solche Ablaufprozesse optimieren und rationalisieren könnten.
Nach all dem war es 3.15 Uhr, noch 2.15 Stunden bis zum Abflug.
Mittlerweile ist es schon 5.00 Uhr und die Schlangen an der Passkontrolle werden erst jetzt kürzer, gut, dass ich früh da und dabei war …
Wie wir alle aber um 5.30 im Flugzeug sitzen sollen ist mir ein Rätsel und dennoch rollen wir um 5.50 Uhr  an und sind um 5.55 Uhr in der Luft. Und während die Sitze beim Hinflug Istanbul-Osh gnadenlos eng standen, hat beim Rückflug jeder Passagier mehr als genug Beinfreiheit. So macht Fliegen Freude.
Und wenn es heim geht, zur Familie, die man lange nicht mehr gesehen hat, dann steigert sich diese Freude noch mehr.

„Heim, heim, heim …“DSC_3455

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