Life, Liberty and the Pursuit of Happiness

Jetzt, wo ich mit einer entzündeten Achillessehne zu Hause bleiben muss, jetzt, wo ich wahrscheinlich viel zu viel zusätzliche Zeit habe, kann ich mich auch mal zurück lehnen und über mich und mein Leben nachdenken. Und dieses Leben drehte sich in den letzten Jahren immer mehr ums Laufen, um Laufevents und um die Menschen, die ich auf diesen Events wiedersehen konnte.
Fast jedes Wochenende ein Event besuchen, das hat schon etwas von dem, was man ein Suchtverhalten nennt. Oder eben Abhängigkeit.

Wikipedia über Abhängigkeit: Abhängigkeit, (umgangssprachlich Sucht), bezeichnet in der Medizin das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums.

Und wenn man seine Sucht, seine Abhängigkeit, nicht mehr ausleben kann, was geschieht dann? Üblicherweise kommt dann der Entzug. Und die Entzugserscheinungen.

Wikipedia über Entzugssyndrome: Ein Entzugssyndrom sind alle körperlichen und psychischen Erscheinungen, die infolge von teilweisem oder vollständigem Entzug von psychotropen Substanzen auftreten.

Die pyschische Erscheinung, die bei mir aufgetreten ist, ist das Nachdenken. Daran kann ich erst einmal nichts Schlechtes erkennen. Und bei diesem Nachdenken erkenne ich, wie viel Zeit ich für den Laufsport verwendet habe und wie viel Zeit ich nun gewonnen habe, über wie viel zusätzliche Zeit ich nun verfügen kann.
Und ich frage mich, ob es nicht schön wäre, diese gewonnene Zeit, diese zusätzliche Zeit, dauerhaft zu haben? Wäre es eine Option für mich, auf die vielen Reisen und die damit verbundenen Kosten und die damit notwendigerweise zu verbrauchende Zeit in der Zukunft weitgehend zu verzichten?Laufen kann ich doch auch hier in der Eifel. Und da dauert ein Fünf-Stunden-Lauf eben kaum mehr als fünf Stunden anstatt einige Stunden der Anreise, oft einer Übernachtung vor dem Lauf, gelegentlich einer Übernachtung nach dem Lauf und der zeitraubenden Rückreise, alles zuzüglich der eigentlichen Zeit des Laufs, in diesem Beispiel dieser fünf Laufstunden.

Wäre es nicht sinnvoll, die gewonnene Zeit dafür zu verwenden, endlich mal das Haus aufzuräumen, den lang geäußerten Wunsch, den Garten zu pflegen, zu befriedigen, ein schwieriges Kreuzworträtsel zu lösen oder ganz einfach eine große, flauschige Decke zu nehmen, ein paar Kilometer den Berg hinauf zu stapfen, um dort ein schönes Picknick mit der ganzen Familie und vielleicht einigen Freunden zu erleben?
Warum also nehme ich dieses Procedere eines Laufevents immer wieder und immer gerne in Kauf?
Es ist die Frage, die Du wahrscheinlich auch schon oft gestellt bekommen hast: „Warum machst Du so etwas?“ Diese Frage wird oft mit der zweiten Frage kombiniert: „Hast Du kein Auto?“ Und dann folgt meistens auch schon die dritte Frage, die uns Ultraläufern schon aus den Ohren quillt: „Was machen Deine Knie, Deine Bänder, Deine Gesundheit?“

Ich beantworte diese Fragen am Liebsten mit einer fast religiösen Feststellung, gefolgt von einer Gegenfrage.
„Die christiliche Kirche stellt immer die Frage nach einem Leben nach dem Tod. Ich selbst bin stets auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: Gibt es ein Leben vor dem Tod?“

Gibt es ein Leben vor dem Tod? Und wenn ja, wie kann das für mich aussehen?

Ich bedauere manche Menschen, die zeitlebens nur das tun, was ihnen gesagt wird. Das beginnt schon in der Kindheit, wo wir alle nur sehr begrenzte Möglichkeiten haben, aus dem Leben auszubrechen, in das wir hineingeboren wurden. Aber dann, wenn man nach der Schule, nach dem Studium oder der Ausbildung, irgendwann dort angekommen ist, wo spätestens das Leben beginnen sollte, geht oft das Befolgen von geschriebenen und, meist noch mehr, ungeschriebenen Regeln und Gesetzen weiter.
Ständig glaubt man zu wissen, was in dieser Gesellschaft „verboten“ ist, was von einem erwartet wird, aber die meisten dieser vermeintlichen „Verbote“ existieren nur im Kopf der Menschen. Häufig ist das, was man nicht tut, lediglich nur „nicht erlaubt“. Und nicht explizit erlaubt zu sein ist einfach kein Verbot.

Aber es sind eben diese gesellschaftlichen Normierungen, die uns zwingen, in bestimmten Situationen bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen, bestimmte Sachen anzuziehen, bestimmte Dinge zu denken und zu sagen und die uns dazu bringen, uns selbst ständig zu überprüfen, ob das, was man da gerade tut, auch dem entspricht, was die Gesellschaft von einem erwartet.

Unsere Meinungen lassen wir von den Medien bilden, unser Wissen haben wir aus dem selektierten Wissenspool, den uns die Gesellschaft zur Verfügung gestellt hat. Unser Leben, die Familie, die Kinder, das Haus im Grünen, das Auto mit einem gewissen Prestige, was wir essen und wo wir einkaufen, all das ist oft ein Resultat aus dem Erwartungsdruck, den vor allem Deine „peer group“, die Dir am nächsten stehenden Menschen, aufgebaut hat, real oder vermeintlich.

Und auch die Freizeitgestaltung gehört in diese Kategorie. Ist man da wirklich frei in der Wahl dessen, was man tut? Grillen am sonnigen Samstagnachmittag, Fußball ansehen in der Gemeinschaft der Straßenanwohner, der Theater- oder Kinobesuch, streng nach den Empfehlungen der „peer group“, der Netzwerke und der Werbung.
Die Bücher und die Zeitungen, die wir lesen, sind vorausgewählt, es gibt die Pflichtbesuche bei den mehr oder weniger nahen Verwandten, vor denen wir uns so gerne drücken würden und wir verlieren uns im Multiple Choice Verfahren über unnützes Wissen in unserem kleinen Traum, irgendwann selbst einmal auf dem „Wer wird Millionär“-Stuhl zu sitzen.WeThePeople

„Ich möchte etwas vollkommen Unnützes tun, das Sinn macht!“

Alles, was wir tun, hat seinen Nutzen. Für uns oder für die Gesellschaft, idealerweise aber für beide. Aber macht es auch Sinn? Als Jugendlicher habe ich einmal den Satz eines Theater-Schauspielers gehört, der mich seither geprägt hat. Er sagte: „Ich möchte mal etwas vollkommen Unnützes tun, das Sinn macht!“

Da ist sie, die vielleicht wichtigste Frage im Leben, die Frage nach dem Sinn des Lebens. Zutiefst philospophisch beantwortet fast jeder diese Frage nach dem Sinn des Lebens anders.
Für den Einen ist der Sinn des Lebens das neueste Computerspiel, das ihn nächtelang an den Computer bindet, für den Anderen die Rettung der Welt vor der vermeintlichen Schlechtigkeit der Menschen.
Wieder andere finden den Sinn ihres Lebens darin, Armen, Kranken, Kindern oder alten Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen.
Und ich finde meinen Sinn im Leben eben im Laufen. Aber nicht im Laufen allein, sondern im Laufen in Gruppen. Fast mehr als die schönen Strecken in den Bergen oder den Tartan-Bahnen dieser Welt freue ich mich immer wieder aufs Neue darauf, die anderen Läufer der großen Läufer-Familie wiederzusehen. Kaum etwas gibt mir mehr Zufriedenheit wie die Erkenntnis, Teil dieser Familie zu sein und in dieser Familie Freunde zu haben.

Und beim Laufen selbst ordne ich immer wieder meine Gedanken neu. Viele der wenigen guten Ideen, die ich in den letzten Jahren hatte, entstammen dem „Flow“ beim Laufen. In diesem Zustand des „Flow“ führe ich oft lange Zwiegespräche im Kopf. Da wird verhandelt, verneint, vermittelt und argumentiert. Und irgendwann gibt es in diesen Zwiegesprächen auch ein Ergebnis, eine Handlungsaufforderung. Oft vergesse ich die nach den Laufen, manchmal aber nicht. Und manches Mal fällt sie mir irgendwann wieder ein. Dann bin ich oft verwundert, warum ich auf diese Handlungsaufforderung nicht beim Nachmittagstee kommen konnte.

Leben, das ist für mich dieser Zustand, im „hier und jetzt“ zu sein und keine Gedanken an die Arbeit, an die Familie, an die Kinder, an die „To Do-Liste“ und an die Sorgen und Nöte zu verlieren, die mich sonst immer begleiten.
Einfach laufen und frei sein. Die Atmung hat die oberste Priorität und wenn in der Zeit des Laufens die Welt einstürzt, dann soll sie das tun. Nach dem Lauf ist immer noch genug Zeit, das wieder zu reparieren.
Aber es ist selten so schlimm, denn Du stellst schnell fest, dass die meisten der Befürchtungen, dass die Welt genau jetzt einstürzen würde, übereilt und übertrieben waren.
Dale Carnegie empfiehlt ja stets, alle Probleme aus einem Blickwinkel zu betrachten, aus dem man diese Probleme in zwei Jahren betrachten würde.
Und, ganz ehrlich: welches Problem wurde, im zeitlichen Abstand von zwei Jahren betrachtet, nicht viel, viel kleiner, oft lächerlich klein?

Freiheit erleben …

Frei sein im Laufen, frei sein im Denken, was für ein Hochgefühl ist das. In einer Zeit, in der unsere persönliche Freiheit vom Staat sukzessive beschnitten wird, ist es gut, eine Insel zu finden und zu haben, in der Du Freiheit tatsächlich noch spüren kannst.

Die Freiheit sollte ja eine der Säulen unserer Gesellschaft sein, zumindest ist sie das der Verfassung nach. Aber sind wir denn wirklich so frei, wie wir uns gerne darstellen?
Wie reagiert die Gesellschaft, wenn Einzelne aus der „political correctness“ ausbrechen und Dinge artikulieren, die man besser nicht sagt? Wenn Einzelne sich kleiden oder verhalten wie man das besser nicht tut?
Die Freiheit erreicht eben unter Umständen sehr schnell Grenzen, die oft gar nicht gesehen werden. Aber man läuft gegen Wände, da findet man Türen zugeschlagen, Ohren geschlossen und Augen zugekniffen.
Journalisten mit Rückgrat kennen das zur Genüge.
Zwar gibt es viele, die sich nicht verbiegen lassen, die sich nicht einlullen lassen von den Segnungen der Wohlstandsgesellschaft, Journalisten, die immer das schreiben, was sie denken. Aber wo können sie das noch tun?

Der von mir so verehrte Reinhard Mey singt in „Seid wachsam“ zum Thema Freiheit:

Pass auf, dass du deine Freiheit nutzt, die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Also nutzen wir Läufer diese Freiheit zumindest in der Zeit, in der wir Laufen. Zwar folgen wir da auch gewissen Regeln, insbesondere bei den Laufevents, aber wir müssen das nicht tun. Wenn wir bereit sind, den Preis, die Disqualifikation, ein DNS oder ein DNF zu bezahlen, können wir auch nach eigenen Regeln über die Laufstrecken dieser Welt rennen.

Und dann gibt es Läufer in unserer Familie, die von vornherein sagen, dass sie auf die Annehmlichkeiten der Verpflegungspunkte und der markierten Routen verzichten und in ihrer kleinen Welt rund um das eigene Gärtchen oder in der großen Welt auf anderen Kontinenten, selbst festgelegte Routen und Etappen laufen, wenn nötig sogar mit einem Babyjogger, den der Läufer hinter sich her zieht.
So erlebt man Freiheit in einer ganz seltenen Intensität. Nur wenigen Menschen auf der Welt ist das vergönnt, leider. Frei sein und unabhängig. Das Streben nach Glück in seiner Perfektion.
1776

Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten 1776 …

Die Amerikaner haben 1776 in ihrer Unabhängigkeitserklärung einige wichtige gedankliche Pfeiler in die Gedanken der Menschheit gerammt, „the persuit of happiness“, das Streben nach Glück, war einer davon.
Für diese gedanklichen Pfeiler sind Freiheitskriege geführt worden, Kriege, die uns Nachgeborenen auch in eine Verantwortung nehmen, in die Verantwortung, dieses Streben nach Glück nicht zu vernachlässigen. Es ist unsere Aufgabe, frei zu sein und nach persönlichem Glück zu streben, davon bin ich zutiefst überzeugt.

Aber wie erfüllen denn die Erfinder des „persuit of happiness“, die Amerikaner, diese Aufgabe?
Nicht allzu gut, finde ich. Die Amerikaner sind bei weitem nicht so glücklich oder so frei, wie sie es gerne postulieren, ganz im Gegenteil.
War ich früher immer der Ansicht, dass es auf dieser Welt kaum etwas Schlimmeres geben könne als eine Eigentümerversammlung in einer deutschen Wohnanlage mit vielen Eigentumswohnungen, wurde ich in den fünf Jahren, in denen wir Eigentümer einer „attached villa“, einer Doppelhaushälfte in einer amerikanischen Community in Naples/Florida waren, eines Besseren belehrt.
Ein einziges Mal nahmen wir am Treffen des „board“ teil, danach trauten wir uns dort nie wieder hin.

Warum nicht? Einige Beispiele:
Bis zu diesem Treffen durften mit Werbung beklebte Autos ausschließlich vor dem Haus auf der Straße und keinesfalls in den Garagen geparkt werden, nach dieser Versammlung war es genau umgekehrt.
Flaggen am Haus waren nur zulässig, wenn es sich um die Flaggen der USA oder Floridas handelte, Flaggen beispielsweise eines Basketball-Vereins oder eines anderen Landes waren fast schon ein Anschlag auf das ästhetische Gefühl der Community-Bewohner.
Und das Aufstellen der Mülleimer am Straßenrand durfte am Müll-Abholtag keinesfalls vor 10 Uhr stattfinden und die geleerten Mülleimer mussten spätestens um vier Uhr am Nachmittag wieder in den Garagen verschwunden sein. Was treibt Menschen, anderen Menschen solche Dinge vorzuschreiben?
Dafür aber war es still in der Community. Hundegebell gab es nicht.
Was erst einmal entspannt klingt, ist bei näherem Hinsehen ein richtiger Frevel. Bei den Hunden der Community war es die Pflicht der Hundebesitzer, den Tieren die Stimmbänder durchtrennen zu lassen, damit Ruhe herrscht bei den Nachbarn. Sich dagegen zu wehren wäre genauso sinnlos gewesen wie gegen andere Anordnungen des „boards“ anzukämpfen. Wenn man also ein Schreiben bekommt, in dem man aufgefordert wird, das Hausdach vom Moos zu befreien, dann tut man das, auch wenn man anderer Ansicht ist.
In diesen Communities, der uramerikanischen Form des Zusammenlebens, gibt es meist so viele und so detaillierte Regelungen, dass sie, als Akte zusammengefasst, Lesestoff für Wochen bieten.
Sicher ist, dass das große weite Land hinter der Freiheitsstatue alles andere als frei ist.

Aber wenn man schon nicht frei ist, ist man dann wenigstens glücklich?

Die meisten Amerikaner sind vor allem eines: stolz auf ihr Land. Und diesen Stolz haben sie sich redlich erarbeitet. In der Schule lernen die Kinder früh die einzelnen Bundesstaaten und deren Hauptstädte auswendig, die Staaten dieser Welt sind dabei außerordentlich unwichtig, zumindest wenn sie in Europa, Asien oder in Afrika liegen.
An jedem „Geburtstag Amerikas“, an jedem 4. Juli, gehen die Hände der Amerikaner automatisch ans Herz, weil stets einige Veteranen der vielen US-amerikanischen Kriege an den feiernden Massen vorbei geschleust werden.
Zuletzt bewirkt der ständige Hinweis auf die kollektive Gefahr, Opfer eines fremdländischen Angriffs zu werden, eine Fokussierung auf den „äußeren Feind“ und man übersieht dabei gerne, dass es ja oft das Verhalten der amerikanischen Eliten ist, dass zu der Wut vieler Menschen auf diesem Planeten geführt hat.
LLPFür persönliches Glück aber ist bei den meisten Menschen kein Platz und keine Zeit. Der Großbild-Fernseher mit den eingespielten Lachern im Fernsehprogramm, das gelegentlich die Werbung unterbricht, kann kein Glück verschaffen, die meistens nur 8 bis 10 Tage Urlaub, meist erst ab dem zweiten oder dritten Beschäftigungsjahr, reichen für die Schaffung eines Glückszustands auch selten aus.
Vom Glauben versprechen sich 32 Prozent der US-Amerikaner ihr Glück, das ist der höchste Wert bei den Punkten, die eine Umfrage der Monatszeitschrift Reader’s Digest in zehn Ländern Europas und Amerikas bei immerhin 6.800 Befragten ergeben hat. Aber gibt es Glück in etwas, was man nicht selbst tut?

Studien sagen, dass man dann am glücklichsten wird, wenn man das tut, wozu man mit allen Facetten seiner Persönlichkeit, mit seinem ganzen Wesen steht. Wir sollen uns nicht irgendeiner beliebigen, geforderten oder erwarteten Aufgabe hingeben und auf irgendeine Weise „damit klarkommen“, sondern wir sollen das anstreben, was uns am meisten gilt. Soweit zur Theorie.

Dies berücksichtigt, wird für mich eines klar. Ich stehe für das Laufen, das ist es, was mir „am meisten gilt“. Als Läufer gibt es für mich persönliches Glück. Und dieses Glück zeigt sich mir in mannigfaltiger Weise.

Das Glück beginnt dabei schon, wenn ich auf Facebook erlebe, was die anderen Läufer der Familie tun oder erlebt haben. Dabei eingebunden zu sein ist für mich Glück. Dort zu kommunizieren macht mich glücklich. Die Fotos, die ich in diesem sozialen Netzwerk betrachten kann, lassen mich nach einem Event ein wenig teilhaben an dem, was ich nicht selbst erleben konnte.

Und beim Laufen selbst ist es für mich das Größte, durch eine lange und dunkle Nacht gelaufen zu sein und dann den perfekten Sonnenaufgang zu erleben, zu merken, wie es Minute um Minute heller, schöner und wärmer wird. Jemand, der diese Tageszeit stets nur im Bett verbringt, weiß nichts von diesem täglich neuen Wunder.
Oder nach einem harten und langen Aufstieg auf einem Berggipfel zu stehen und in die Täler hinab zu sehen, Täler, die oft noch im Dunklen liegen, während die Sonnenstrahlen schon die Bergspitzen erleuchten, was kann mehr Glück bewirken?

Das Streben nach persönlichem Glück ist also das, was mich als Läufer süchtig macht und das Fehlen dieser Glücksmomente ist die andere pyschische Erscheinung, die mir die aktuelle Verletzung bringt.
Und dieses Fehlen von Glück würde mich auf Dauer nachhaltig verändern und deshalb kann es für mich keine Option sein, nach der Verletzung anders zu leben als zuvor.
Ich werde also weiterhin Event auf Event besuchen, Land für Land bereisen, um immer wieder Dich und andere Läufer zu treffen und um auch weiterhin Teil der großen Läufer-Familie zu sein.
Und auch, um immer wieder eine Episode einer Geschichte zu erleben, die es wert ist, erzählt zu werden.
Denn auch das Erzählen von Geschichten macht mich glücklich.

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3 Kommentare zu “Life, Liberty and the Pursuit of Happiness

  1. Viele Läufer sind Philosophen! Egal ob sie Laufen oder zur Pause verdammt sind. Wer läuft lernt seine Gedanken zu sortieren und nachzudenken.
    Glück zu erhaschen heißt auch ein gewisses Maß an Egoismus zu lernen. Nicht für die anderen leben sondern auch für sich selbst.
    Wenn man sein persönliche Glück gefunden hat, was spricht dagegen es festzuhalten?
    Ich hoffe Du musst auf deine laufenden Glücksmomente nicht sooo lange warten. Obwohl ich auch solche Blogbeiträge sehr schätze!

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