Ein leckerer Tag an der Wied

P1030293Im Leben, sagt man, hast Du immer zwei Möglichkeiten.
Du kannst Hammer sein oder Amboss, Du kannst normal sein oder glücklich, Couchpotato oder Läufer.
Und Du kannst WUT im Bauch haben oder eben WUT unter den Laufschuhen.
Und eben diesen „Mut zum WUT“ hatten Josef Hoß und Wolfgang Bernath vom VfL Waldbreitbach e.V. eingefordert und fast 60 LäuferInnen hatten ihn, Mut zu 65 trailigen Kilometern mit etwa 2.100 Höhenmetern, nichts für Cityrunner also, aber ein Fest für uns Trailrunner.

„Mut zum WUT“ also, zum Wiedtal Ultra Trail, noch einem der ständig beliebter werdenden Steige, die auch immer mehr werden in Deutschland. Aber dieser Steig, dieser Wied-Fluss und diese Region, in der gelaufen wurde, haben es verdient, belaufen zu werden.
Selten habe ich schönere Gegenden in Deutschland gesehen. Das hügelige Land bietet immer wieder neue Aussichten auf schier endloses Grün, auf Wälder und Dörfer, auf Gipfel und in die Täler.

Das Schönste aber am WUT ist, dass es kein Wettkampf ist, es wird in der Gruppe gelaufen und das in einem Tempo, die Gelegenheit lässt, sich untereinander kennen zu lernen, sofern man sich nicht schon kennt oder, um sich endlich wieder mit den Lauffreunden, auf die man sich schon vorab besonders gefreut hat, auszutauschen.
P1030303P1030345 P1030332 P1030328 P1030326 P1030319 P1030316 P1030307Mut zu einem schönen Tag in frischer Luft und in einer schönen Gegend also. „Betreutes Laufen“ gewissermaßen, weil auch die vier Verpflegungsposten in den Etappenorten manchen Läufer schwerer aus dem Lauf hinaus gehen lassen wie er hinein kam.
Honigwaffeln, Kekse, Rosinen, Äpfel, Bananen, Riegel, Salzstangen und Erdnüsschen, später auch Brote und Käsescheiben, eine große Auswahl an Getränken, jeder musste, jeder durfte zufrieden sein.
P1030339 P1030340Um aber die sich bei Gruppenläufen stets bildende Läufergemeinschaft weiter zu festigen, gehört auch ein Buffet im besten Hotel der Stadt Waldbreitbach zum Programm. Natürlich wurde da auch an die LäuferInnen gedacht, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, Pasta in verschiedensten Varianten, Gnocchi, Tortellini, verschiedenste Saucen und Beilagen und so viel Salat, dass selbst mir als bekennendem Salatfan das Herz höher schlug und der Mund unvermittelt aufging.
Die Strecke, die gelaufen wurde, klingt schon beim Lesen gut. Skihütte Malberg, da war doch was? Ach ja, dachte ich, wir sind ja auch im Land derer, die den Malberglauf ausrichten. Den muss ich mir also auch unbedingt im Kalender notieren. Turnierhütte Rheinbrol, Wied, Wüstung Rockenfeld, Fockenbachtal, Kloster Marienhaus. Hochscheider Seifen, Bärenkopp, Heldenseifen und das Rosbacher Häubchen, Nescher Mühle und Schloss Walburg. Und dazwischen immer wieder etwas zu essen, einfach wunderbar, so wunderbar wie diese eine kleine Zeremonie:
Ein wirklich seltenes Zeichen der Unterstützung von „Ultra-Novizen“ war eben jene Zeremonie der „Ultra-Taufe“ am legendären 42,195 Kilometer-Punkt. Da standen sie also alle, die Ultraläufer, auf beiden Seiten des Trails und diejenigen, die bis dato noch nie über den Marathonpunkt hinaus gelaufen waren, durften jeweils einzeln zwischen den alten Ultrahäsinnen und Ultrahasen durch laufen, begleitet von einem lauten und freudigen „Hurra“, einem „Oh“, unter sich gen Himmel reckender Arme und Hände und einem kleinen Applaus für jeden.
Und wieder wurde die Ultralauf-Familie und ein paar nette Köpfe größer. Es geht voran.P1030470 P1030471 P1030472 P1030473 P1030474 P1030475 P1030476 P1030477

Ich habe mich sowieso im Wesentlichen wegen der illusteren Namen auf der Starterliste für diesen Lauf entschieden. Hier die aufzulisten, die im engen und engsten (Facebook-) Läufer-Freundeskreis sind, wäre überaus anstrengend und für diejenigen, die ich dann vergessen würde, unfair. Erwähnen will ich dennoch die vielen KÖLNPFAD-Läufer, die ich dann spätestens im Juli wiedersehen darf, manch einer schiebt dabei noch den RheinBurgenWeg-Lauf als letzte Trainingseinheit davor in sein Trainingsprogramm ein, auch eine wunderbare Sache, finde ich.

Wunderbar war auch das Wetter. Natürlich war es kühl, aber es war auch trocken und teilweise brach sogar die Sonne durch die Wolken. Perfektes Läuferwetter also. Erst ganz zum Schluss, eigentlich erst nach dem anschließenden Duschen in der Sporthalle, hat der Himmel dann doch noch geweint. Aber das hat er bestimmt nur deshalb getan, weil er traurig war, dass die Schar lustiger und teilweise laut rufender, ulkender und ständig fotografierender Ultraläufer den Trail verlassen hat.
OK, denke ich, ich kann das verstehen, ein wenig habe ich ja auch mitgeweint.

Ein wunderbares WUT-Funktionsshirt und eine tolle WUT-Urkunde haben nun ihren festen Platz in meinem bescheidenen Läuferschränkchen. Mehr als diese beiden Erinnerungen aber bleiben mir die Erinnerungen an diverse Teilnehmer, die ich ganz neu kennen und schätzen gelernt habe und an diejenigen, mit denen ich endlich mal wieder über all das reden konnte, was uns Läufer bewegt: über andere Läufe, natürlich.

Danke an diejenigen, die dieses Event bewegt haben, danke an Josef und Wolfgang, danke an alle, die als Begleiter und Supporter dabei waren, Ihr alle habt einen großartigen Job gemacht.
Mut zum WUT?
Aber immer wieder gerne …

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