Was hättest Du getan … ?

Es war Samstagmorgen, ich arbeitete in Bayern und hatte immer wieder etwas Luft für Facebook, als ich einen Post einer Facebook-Userin, die bis dahin leider noch auf meiner Facebook-Kontaktliste stand, las.
A* K* zeigte darin einen so unverhohlenen Rassismus, dass ich, obwohl wir alle in der letzten Zeit ja gewohnt waren, einiges Schlimmes zu lesen und zu hören, tatsächlich geschockt war.
Da wurden Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe als „Affen“ bezeichnet, die sich „wie Affen benehmen“ würden und Laute „wie Affen von sich“ geben würden.
Und die Verfasserin fragte sich, in welchem Deutschland sie wohl leben würde.

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Ich fragte mich das auch, hätte ich doch nicht geglaubt, im Deutschland des 21. Jahrhunderts noch so widerliche und dümmliche Argumentationen erleben zu müssen.

„Affengeil“ fand das ein Braveheart Battle Fan, abartig wäre wohl treffender gewesen.
Dass sich dieser Post und auch die meisten der folgenden Kommentare rund um das Event Braveheart Battle und die dieses Event ausführende paramilitärische Gruppe tummelten, das spricht Bände und ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen der Stadt Bischofsheim erkennen, dass man auch die menschliche Qualifikation von Bewerbern um öffentliche Genehmigungen für Events in Augenschein nehmen sollte.

Was tun, fragte ich mich. Was hättest Du getan, frage ich Dich.

Ich entschied mich, nachdem ich die Verfasserin natürlich umgehend aus meiner Facebook-Kontaktliste entfernt hatte, zu einer Antwort.
Wir sollten, so finde ich, in solchen Fällen klar Stellung beziehen, Flagge zeigen und dem Rassismus entgegentreten.
Zudem habe ich den Post per ScreenShot festgehalten, um mich gegebenenfalls rechtfertigen zu können, falls der Originalpost gelöscht oder verändert werden sollte. Das gleiche tat ich in der Folge auch mit den Kommentaren. Leider ist mir ein Teil meines Statements verloren gegangen, ich versuche mal, diesen Teil als Gedächtnisprotokoll nachzuzeichnen.

„Wir sind ja alle aufgefordert, uns dem Rassismus entgegen zu stellen. Wir können nicht überprüfen, wie der Wahrheitsgehalt der Behauptungen bezüglich der Aussagen der Männer mit Migrationshintergrund ist und schon gar nicht, in welchem Kontext diese angeblichen Aussagen getroffen wurden, falls sie so getroffen wurden.
Aber wir können sehen, das wir es hier mit unverhohlenem Rassismus zu tun haben. Und hier finde ich, dass es sogar eine extreme Form des Rassismus ist, eine, die sogar weit über die Grenzen der Strafbarkeit hinaus geht.“

Was ich erntete, war erst ein „Uiiiiih“ von Joe Kelbel, das ich nicht sicher interpretieren konnte. Als nächstes bekam ich erwartungsgemäß den Titel „Gutmensch“ umgehängt.
Nicht, dass mich dieser Ausdruck ärgern würde, aber ich finde schon, dass es ein schlechtes Zeichen unserer Zeit ist, dass der Begriff „Gutmensch“ gut klingt, in Wahrheit aber als Beleidigung gemeint ist.

Und da ich der Auffassung bin, dass sich Demokraten energisch gegen Menschen stellen müssen, die andere Menschen nur auf Grund der Hautfarbe rassistisch beleidigen und weil ich zudem auch noch ein hoffnungsloser Optimist bin, der auf Einsicht und Lernfähigkeit der Menschen setzt, blieb ich noch eine Weile bei diesem Post, letztendlich mit Unterbrechungen bis zum Sonntagmittag.

Ich hoffte natürlich, dass die Verfasserin Einsicht zeigen würde und vielleicht sogar ein paar Worte der Entschuldigung hätte verlauten lassen, zumindest aber erwartete ich, dass sich die überwiegende Mehrzahl der Kommentator*innen von diesem Post distanzieren würde. Diese Erwartung wurde jedoch nicht erfüllt, ganz im Gegenteil.

Als nächstes wurde mir vorgeworfen, Angela Merkel gewählt zu haben, als ob das ein Verbrechen wäre. Ob ich diese oder eine andere Wahlentscheidung getroffen habe, sei dahingestellt, dass mein Herz überwiegend urgrün schlägt, weiß jeder, der mit mir über Politik redet. Dass ich dabei der Ansicht bin, dass die heutigen Grünen mit urgrün nicht mehr viel zu tun haben, nicht mit Rotation, mit ökologischer Erneuerung, mit Pazifismus und auch nicht mehr mit sozialer Gerechtigkeit in Verbindung gebracht werden können, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Aber weiter im Text. Asylanten würden „unsere Mädchen“ vergewaltigen, behauptete die Userin R* O*. Und sie empfahl mir, doch meinen Allerwertesten für den männlichen Analverkehr hinzuhalten. So bekäme ich, was ich wolle und was ich verdient habe.
Dass Vergewaltigungen aber primär in häuslicher Gemeinschaft begangen werden, meist nicht sexuell, sondern von Machtgedanken motiviert sind, dass Menschen, hier Männer, begehren, was sie sehen und daher auch Vergewaltigungen meist mit einer Nähe der handelnden Personen zu tun haben, dass es oft Kirchenleute, Erzieher, Onkel und „liebe Nachbarn“ waren, das übersieht die Userin geflissentlich.
Zudem ist ihre Vermutung, ich würde männlichen Analverkehr wollen, ebenso falsch wie ihre Groß- und Kleinschreibung.

Nun begann eine Phase, in der ich an mir zweifelte. Niemand, wirklich niemand, wandte sich gegen die in dem Post erhobenen Behauptungen, ganz im Gegenteil. Ich wurde beschimpft und es wurde so getan, als hätte ich die „Rassismuskeule“ vollkommen unbegründet ausgepackt.
Ja, ich gebe zu, diese Keule wird oft vorschnell benutzt. Aber bei diesem Post darf es einfach keine zwei Meinungen bei der Frage geben, ob das Rassismus ist oder nicht. Es ist Rassismus. Und nicht nur das. Es ist sogar der Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

Merkelliebhaber, Gutmensch – und nun versuchte sich noch Michael R. in einer Definition von Rassismus, die komplett fehl ging. Dass schon beim Anblick von Michael R.s Profilbild die Hölle zufrieren würde und dass ich bei Leuten mit solch einem finsteren Blick die Straßenseite wechseln würde, das sei nur am Rande erwähnt.
Erst später erfuhr ich, dass das Umfeld um A* K* auch vor telefonischen Bedrohungen von Menschen nicht Halt gemacht hat.
Und dann wurde ich erneut beleidigt, obwohl ich nicht weiß, mit welchem Ausdruck. Die Wahl der Beleidung überließ man freundlicherweise mir selbst. Ich bin also auch ein …., obwohl ich nicht schwarz bin.
Und ich überlege, ob ich die Punkte durch das Wort „Affe“ ersetzen soll oder nicht doch lieber durch das Wort „Schornsteinfeger“. Ich glaube, das gefällt mir besser …

Warum, so frage ich mich, reflektieren diese Dumpfbacken nicht, dass sie vollkommen im Unrecht sind? Warum glauben sie, dass das, was sie sagen und schreiben, nicht Rassismus sei? Ich verstehe das einfach nicht. Und ich will es auch nicht verstehen.

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Endlich folgten nun ein paar Worte der Verfasserin. Einsicht! Nein, leider doch nicht, ganz im Gegenteil. Unverständnis ob der Einschätzung ihrer Worte. „Nicht aufregen,“ schrieb sie zum Teammitglied Michael R., „nur wundern“.
Wundern worüber?

Wenn ich nun geglaubt hatte, am Tiefpunkt der Argumente angekommen zu sein, dann täuschte ich mich. Es gibt scheinbar nichts Übles, was nicht noch getoppt werden kann.

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Den nächsten Kommentar muss man wohl interpretieren, um zu wissen, was mit dem Begriff „dem Bugatti sein Sohn“ gemeint ist. Auf jeden Fall zeigte der Kommentator mit den Engelsflügeln, dass er alles andere als ein Engel ist, weil er vollkommenes Unverständnis dafür zeigte, dass ich das, was da geschrieben wurde, als rassistisch bezeichnet hatte. Und er empfahl der Verfasserin des Posts sowie den Kommentator*innen, mich zu blockieren, wahrscheinlich, um „im kleinen Kreis“ weiterhin ungehemmt ekelerregende Behauptungen veröffentlichen zu können.

Aber das „allegro furioso“ folgte nun, der „krönende Abschluss“, der mit der Beleidigung, ich sei ein „Social Justice Warrior“ begann und mit der abenteuerlichen Behauptung, dass die Titulierung von Schwarzen als Affen „a kindness“ sei, endete.
Sein Kommentar und seine Begründung zeigen derart tief verwurzelte Ku-Klux-Klan Gedanken, dass mir tatsächlich schlecht wurde.

Enttäuscht war ich an diesem Wochenende aber davon, dass ich für die Kommentare, die ich verfasst hatte, tatsächlich nur drei Likes bekam. Und nicht einer hat sich in einem Kommentar auf meine Seite gestellt.
Vielleicht wäre das noch passiert, wenn ich den Post nicht an Facebook gemeldet hätte, immmerhin waren die meisten meiner Freunde auf irgendeinem Trail unterwegs.
Dennoch zweifelte ich zeitweise an meiner eigenen Einschätzung und überlegte, ob ich da vielleicht etwas falsch interpretiert hätte.

Die Nachricht von Facebook, dass der Kommentar gelöscht wurde, beruhigte mich dann aber doch. Und später dann erfuhr ich sogar, dass, wahrscheinlich nicht wegen dieses Posts, sondern wegen einschlägiger anderer Posts und Aussagen, gegen A* K* und das Umfeld seitens zweier Staatsanwaltschaften ermittelt würde – wegen Volksverhetzung.
Gut, sage ich dazu, wirklich gut.
Klare Kante zeigen, das tut hier mehr als Not.

Und noch einmal: Was hättest Du getan?

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PS: Warum habe ich das alles geschrieben?
Ein Grund war sicherlich auch, dass Facebook geschrieben hat: „Wir teilen A* K* mit, dass sein/ihr geteilter Inhalt entfernt wurde, aber nicht, wer ihn gemeldet hat.“
Nun war ich ja der einzige Kommentator, der Anstoß an diesen widerlichen Behauptungen genommen hat, daher war meine „Anonymität“ sowieso nicht gewahrt. Macht auch nichts.
Flagge zeigen bedeutet auch, dazu zu stehen, dass man rassistische Posts an die Betreiber des jeweiligen Sozialen Netzwerks meldet.

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23 Kommentare zu “Was hättest Du getan … ?

  1. Gut gemacht Thomas! Ich bin ganz bei Dir. Heuzutage muss man Flagge zeigen und solcher Rassismus, solche Aussagen habe heute einfach keinen Platz mehr.

  2. Viel Lärm um Alltägliches,was normal geworden ist! Ich bin kein Nazi,dazu habe ich im Sport viel zu viele gute Freubde gewonnen ,da Nuri Sahin meinen Heimatverein trainiert. Ja, ich liebe meine Heimat und Deutschland, aber es gibt Grenzen … manche geographischen sollte man schleunigst wieder schließen! Die Barriere in manchen Köpfen kann man nicht schließen,aber ich lasse mir auch nicht den Mund verbieten,wenn ich etwas habe, was mich politisch stört! Für andere zähle ich als national denkender Mensch schon zu den „Extremen“,bin ich aber nicht,da ich keine Gewalt anwende! Wer seine Meinung argumentativ vertritt,sollte auch eine gegenteilige Meinung zumindest respektieren. WIR SCHAFFEN DAS…(Vorsicht Ironie!)

    • Danke für Deinen Kommentar.

      Ich bin nicht sicher, ob ich das, was Du schreibst, richtig einordne.
      Ich habe herausgelesen, dass Du ein national denkender Mensch bist – schön für Dich und für mich auch OK, wenn Du respektieren kannst, dass ich der Ansicht bin, dass ein Mensch weder besser noch schlechter ist, weil er auf der einen oder anderen Rheinseite lebt. Ich halte Grenzen für etwas von Menschen gemachtes, was begrenzen soll. Aber da hat jeder seine Meinung und das ist auch gut so.

      Mit dem Satz „viel Lärm um Alltägliches, was normal geworden ist“ komme ich nicht ganz klar. Ich weiß nicht, was genau Du damit aussagen wolltest. Könntest Du das präzisieren?

      • Es gibt Dinge und Aussagen, die dürfen auch einfach nicht „alltäglich“, nicht „normal“ werden…

    • Danke Dir, Lutz!
      Ich muss aber schon gestehen, dass ich nicht mit dem enormen Wirbel gerechnet habe, den dieser Artikel ausgelöst hat.
      Das ging soweit, dass ich auch persönlich angeschrieben wurde, dass jetzt Arbeitsplätze in Gefahr seien und solche Sachen.
      Stimmt ja auch irgendwie, vielleicht.
      Aber es muss sich auch jeder Mensch gewiss sein, dass sie/er, wenn sie/er sich öffentlich äußert, schon auf dem Boden des Grundgesetzes bleiben muss.
      Wir Verbraucher sind es nämlich, die mit ihrem Geld ein wenig mitbestimmen können. Wir können Unternehmen, die Menschen oder Länder ausbeuten meiden und wir können FairTrade Unternehmen bevorzugen.
      Das sollte letztendlich ein wenig dabei helfen, die Welt etwas besser zu machen.

  3. Hallo Tom,
    ja ich war unterwegs und ich gebe auch zu, mich meist aus derartigen Diskussionen heraus zu halten. Da ich dann gar nicht erst weiter lese, erfahre ich auch nicht, wie so etwas eskaliert.
    Ich weiß, wir haben politisch unterschiedliche Auffassungen. Aber ich achte und schätze deine humanistische Einstellung und deine geradlinige und offene Haltung. Und ich glaube, dass du ein guter Mensch bist. Versuche sollten wir es alle, ein guter Mensch zu sein. Auch, wenn es uns nicht immer gelingt und jeder seine Fehler hat.
    Schlimm finde ich, „…Viel Lärm um Alltägliches…“ ! Schon allein, dass es Alltäglich geworden ist, dass derartige Äußerungen und Hetzen öffentlich kund getan werden, erfordert viel Lärm.
    Wir dürfen „denen“ nicht die Öffentlichkeit überlassen.
    Zum Einen gibt es ja diesen öffentlich wachsenden Rassismus. Zum Anderen gibt es aber einen latenten Rassismus, den du täglich auf der Straße, im Beruf und auch bei Freunden und Familie feststellst. Wenn wir da nicht Lärm machen, ist dies Unkrautdünger im Nährboden der heranwachsenden Generationen.
    Danke Tom für dein aufrichtiges Verhalten, danke für deine Öffentlichkeit.
    Für mich ist jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft ein gleichwertiges Individuum. Durch sein Verhalten und seinen Handlungen kategorisiert er sich allerdings auch unabhängig von seiner Herkunft.
    Wenn es Grenzen gibt, dann müssten wir doch alle noch auf der afrikanischen Scholle sitzen. Wann beginnt denn die Zeitrechnung, als sich diese „Übermenschen“ als etwas besseres sehen?
    „Wir schaffen das“ (keine Ironie) auch diesen Angriff gegen die Demokratie abwehren zu können.
    Ja, nicht jeder Rechte ist ein Nazi. Und nicht nur Nazis sind Extremisten. Aber Rassismus und Menschenfeindlichkeit hat nichts mit demokratischer Meinungsäußerung zu tun.

    • Zweifellos, lieber Matthias,
      nicht jeder Rechte ist ein Nazi.
      Es hängt immer davon ab, wie man „Rechte“ definiert.
      Mir geht das ganze rechts / links Gerede sowieso am Ziel vorbei. Ich unterscheide lieber zwischen Menschen, die mit Empathie durchs Leben gehen und denen, die primär an sich selbst denken.
      Dabei ist es ja die berühmte „Win-Win-Situation“, die alle weiterbringt und Konflikte eindämmt.

  4. Danke für Dein klares Statement. Leider ist in dieser Gesellschaft vieles „normal“ geworden. Das kann und will ich nicht akzeptieren. Mit geht es häufig so wie Dir, dass man das Gefühl hat allein zu sein. Das sind wir aber nicht! Es gibt viele Menschen, die noch Menschlickeit leben. Die „Gutmensch“ sind. Das ist auch gut so. Hoffentlich nehmen sich viele ein Beispiel an Deinen klare Worten und äußern diese in der Öffentlichkeit. Wir sind nicht allein!

  5. Ich bin kein Leser dieses Blogs, er kam eben über FB in die Timeline geflogen.
    Zunächst mal meinen Glückwunsch. Es ist nicht leicht gegen die allgemeine Fahrtrichtung eines Threads zu kommentieren. Da braucht es schon einen gehörige Portion Hartnäckigkeit und eine gewisse Kaltblütigkeit. Neben diversen Drohungen und Wünschen gehen solche Leute auch im RL gegen Kritiker vor. Da kommt dann schon mal eine Meldung an der Arbeitgeber.

    Was mir aber gerade auffällt…
    Wird dein Blog „gespiegelt“ – also die Inhalte geklaut?
    http://www.heidifoto.com/Marathon/index.html

    • Hallo Petra,
      Du bist sehr aufmerksam, danke.
      Aber mein Blog wird nicht gespiegelt.
      Er liegt eigentlich auf WordPress, aber es ist die direkte Domain marathonundlaenger.de drüber gelegt. Und weil das nicht direkt geht, schalte ich einen leeren „Redirect-Frame“ über die Webseite meiner kleinen Unternehmung zwischen.
      Du landest aber immer auf der gleichen WordPress-Seite.

      Ob es schwer ist, gegen den Strom zu argumentieren? Ich weiß nicht.
      Ich hatte da das Gefühl, dass man mit moderaten Worten, vorzugsweise ohne beleidigenden Inhalt, zumindest erreichen kann, dass diejenigen, die zufällig den Thread mitlesen, nachdenken.
      Die wirklich total verqueren Geister überzeugt man sowieso nicht, aber eben die Mitläufer, die Sympathisanten, die, die an der Schwelle stehen.
      Denn in einem sind wir uns ja alle einig: es gäbe viel zu tun in unserer Gesellschaft. In dieser Einschätzung finden sich fast alle wieder.
      Nur bei den Wegen zu einer Besserung scheiden sich die Geister.
      Liebe Grüße an Nachbarsgarten!

  6. Genau so muss das sein. Wer rassistischen Bullshit äußert, muss damit auch konfrontiert werden. Menschenhass darf nicht zur Normalität werden, auch wenn es in den sozialen Netzwerken derzeit häufiger so erscheint, dass die Rassisten in der Überzahl sind – sie sind es zum Glück noch nicht.

    Aber wir dürfen nicht nur auf diesen eindeutigen Rassismus eingehen, wir müssen auch auf Alltagsrassismus hinweisen, unbewusster Rassismus, der durch Vorurteile und Schubladendenken entsteht und vielen Menschen gar nicht bewusst ist. Nur so werden wir auch diesen offensichtlichen Rassismus wieder zurückdrängen können.

    Ich finde es super, dass du dir die Zeit genommen hast, um dort in der Diskussion einen Kontrapunkt zu setzen und ich finde es super, dass du das hier auch dokumentiert hast, sonst würde es ganz schnell einfach wieder in Vergessenheit geraten.

    • Du hast vollkommen recht, Sven.

      Leider ist es Dritten schwer vermittelbar, wie der Alltagsrassismus aussieht, weil er subtiler ist.
      „So schlimm was das doch nicht ..“ hört man da oft. Und häufig ist der Alltagsrassismus nur statistisch zu erfassen, wenn gleiche Situationen mit verschiedenen Menschen durchprobiert werden.
      Dabei beginnt es schon mit der Sprache. in der häufig subtil verletzt wird.

      Im geschilderten Fall ging es dann später noch weiter. Obwohl die Dame in höchster Ebene vertretungsberechtigt für ein Laufevent ist, hat sich der Geschäftsführer des durchführenden Orga-Unternehmens in Schreiben gegen die Nennung des Events gewandt. Ich selbst hatte ja auf die Nennung dieses Events verzichtet, beim Teilen des Posts aber und in den Kommentaren haben manche eben dieses Event explizit genannt. Da wurde seitens dieses Geschäftsführers vorgetragen, dass es sich im Streitfalle um eine persönliche Aussage der Dame gehandelt hätte, das nicht mit dem Event in Verbindung zu bringen sei.
      Wie naiv und dreist ist das denn?
      Wenn sich mein Bäcker um die Ecke rassistisch äußern, Menschen diskriminieren oder Menschen ausbeuten würde, dann würde dort auch jeder von allzu häufigen Besuchen absehen. Warum glaubt man, dass ein Event nicht durch rassistische Äußerungen der Geschäftsleitung belastet würde?
      Vielleicht schreibe ich zu diesem Punkt noch explizit etwas diese Woche, erst aber muss ich mich deswegen beruhigen …

  7. Ich bin kein Nazi….

    Ich gucke Dich oder Deine Mutter ist legitim….ist das o.k. so ???

    Vielleicht hat A.K. das im Affekt der ersten Wir geschrieben?

    Wie ist sagt man Schwein…Sau oder anders…kein Mensch interessiert das.

    • Danke für Deinen Kommentar, auch wenn ich ihn nicht ganz nachvollziehen kann.

      Fangen wir am Anfang an. Ob das, was da zum Thema „Beschimpfung rauf auf den Balkon“ geschrieben wurde, überhaupt gesagt wurde, wissen wir nicht. Es ist die Behauptung von jemandem, der eindeutig rassistische Gedanken hat und der ein Ausländerfeind ist. Die Aussage ist damit zumindest nur wenig glaubwürdig. Und selbst falls das gesagt worden sein sollte, dann ist es noch die Frage, ob es in einem Kontext gesagt wurde oder die Eskalation einer sich aufwiegelnden gegenseitigen Beschimpfungsorgie war.
      Aber wie schon geschrieben, wir wissen das nicht und niemand kann das überprüfen.

      Was wir aber wissen und überprüfen können, ist das, was da geschrieben wurde. Das ist eindeutig rassistisch und menschenverachtend.
      Ob es im Affekt geschrieben wurde? Sicherlich nicht.
      Ich sage mal, wie es hätte laufen können, wenn es im Affekt geschrieben worden wäre:
      Spätestens nach meinem noch sehr dezenten Hinweis auf den offenen Rassismus im Text hätte A.K. schreiben können: „Mist, stimmt, tut mir leid. Ich war sauer und habe in Rage etwas geschrieben, was ich jetzt anders sehe.“
      Und alles wäre gut gewesen.

      Aber stattdessen haben sie und die Anderen immer weiter gehetzt und damit deutlich gemacht, dass es kein „Ausrutscher“ war, sondern Überzeugung. Und spätestens bei dem Hinweis auf die angebliche intellektuelle Überlegenheit von Affen gegenüber Mitmenschen wurde sogar der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

      Ich an ihrer Stelle hätte schon längst, spätestens aber genau jetzt, öffentlich erklärt, dass ich mich von dem distanziere, was ich da geschrieben habe. Eine ehrliche, glaubwürdige, öffentliche Entschuldigung ist das Mindeste, was man tun kann, um die Auswirkungen einer geschriebenen Straftat zu mindern.

      Also, kein Verständnis und meinerseits die Erklärung, dass ich genauso wieder handeln werde, wenn mir entsprechende rassistische Texte unterkommen.

      • Darf der dunkelhäutige sagen das es sie fickt oder ist das Vergewaltigung mit Vorankündigung ?

    • Danke Dir.
      Aber ganz ehrlich, darum ging es mir gar nicht.
      Anfangs wollte ich einfach nur lesen, dass sich jemand eingesteht, meilenweit über das Ziel hinaus geschossen zu haben.
      Dann aber wurde es schlimmer und schlimmer, es folgten persönliche Beleidigungen und als dann der letzte Kommentar kam, den ich ja auch publiziert habe (tatsächlich der letzte im doppelten Wortsinn), da sagte ich mir, dass es Sinn macht, das ganze per ScreenShots festzuhalten, um „im Falle“ etwas belegen zu können.
      Natürlich war ich naiv und dachte, dass die Einträge gelöscht oder zumindest per Bearbeitung relativiert und verharmlost würden, aber das war falsch gedacht.
      Dem Griff ins Schlangennest folgt ja auch nicht die Einsicht der Schlangen, aggressiv zu sein.

      Und wenn wir schon an unseren „Stammtischen“ auf FB und anderswo von Haltung zeigen reden, dann, so finde ich, muss man das auch im täglichen Leben, wenn einem solch krasse Fälle von Menschenverachtung begegnen, auch wenn die erste Reaktion vielleicht ist: „Das geht Dich doch eigentlich gar nichts an“ oder „Da kannst Du nur verlieren“ und ähnliches.
      Meine Hochachtung gilt dabei Freundinnen wie S.T., die Haltung zeigen, auch wenn sie ganz nahe dem Schlangennest wohnen und zumindest schon telefonisch bedroht wurden.

  8. Bei allem Respekt, aber Du begreifst es einfach nicht.
    Die Ausgangslage besteht auf der Aussage der Delinquentin ohne Glaubwürdigkeit. Es ist nicht mehr als eine Behauptung, die zur Begründung von Rassismus dient.
    Wir sollten immer bei dem bleiben, was nachprüfbar und belegbar ist und das weitgehend außer Acht lassen, das sich auf „hörensagen“ begründet oder auf Behauptungen von Menschen stützt, die Partei in diesem Konflikt sind.
    Ganz einfaches juristisches Einmaleins also …

    Und sollte es tatsächlich anders gewesen sein, dann wäre eine Anzeige bei der Polizei angemessen und notwendig gewesen und nicht blanker Rassismus im Internet.
    Auch das ist einfaches juristisches Einmaleins.

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