UTMB – mehr als nur ein Lauf

Der UTMB, ausgeschrieben Ultra Trail du Mont Blanc, Webseite: www.utmbmontblanc.com, nennt sich selbst „Weltgipfel des Trailrunning“. Es ist DER Traillauf schlechthin, Maßstab für alle anderen entsprechenden Großereignisse, Vordenker neuer Ideen und für die rund 10.000 Teilnehmer, die für die Bewerbe des UTMB in einem komplizierten Mix aus Qualifikationen und einer Lotterie ausgewählt werden, das spektakuläre Jahreshighlight.
Dort zwischen Chamonix, Courmayeur, Champex-Lac, Trient und Bourg St. Maurice werden Läuferträume wahr und Läufer*innen zu Held*innen. Manche Läufer beenden aber einen der verschiedenen Bewerbe unter Tränen vorzeitig. Ich kenne das, ich war insgesamt schon vier Mal beim Heulen dabei.

Aber der UTMB ist mittlerweile mehr, viel mehr. Er ist zu einer Marke ausgebaut worden, wobei das MB nur noch für den Markennamen und nicht mehr für Westeuropas höchsten Berg steht.
Wie die Motoren der „Bayerischen Motoren Werke“, also von BMW, längst nicht mehr alle in Bayern gebaut werden, der „Ironman“ auch „Ironwomen“ formt, so soll die Marke UTMB nun Garant sein für ein höchstes Maß an Professionalität im Trailrunning-Eventbereich. Weltweit werden Locations gesucht, die bestimmte Kriterien erfüllen:
-> ausreichend lange, attraktive Trailrunningstrecken
-> genügend Berge, um die Läuferinnen und Läufer aufs Äußerste zu fordern
-> ausreichend viele Hotels aller Kategorien vor Ort, um die vielen Teilnehmer*innen, die Aussteller, die Pressevertreter, die Organisatoren, die Mitglieder des Staff, die Vertreter der Sponsoren und die Gäste beherbergen zu können und
-> einen erfahrenen Eventanbieter vor Ort, der die Megaveranstaltung im Rahmen von UTMB International durchführt.

Im Oman ist dieser hochkarätige Eventanbieter Oman Sail und mit dem UTMB Oman haben wir auch schon das zweite internationale UTMB Event und das erste, an dem ich teilnehmen werde.

Im März dieses Jahres wurde mit großem Erfolg und gigantischen Bildern der UTMB Gaoligong durchgeführt und diese Serie von Bewerben wird 2020 wiederholt, dann auch mit einer noch längeren Königsdisziplin.
GaoLiGong
Die Nummer drei bei UTMB International ist noch kaum kommuniziert, wir durften die ersten Bilder darüber auf einer Pressekonferenz in Chamonix sehen. Schon in einem Monat öffnen sich die Anmeldelisten für den UTMB USHUAIA und ich muss gestehen, dass mich die Aussicht auf dieses Event, das vom 5.-7. April 2019 ausgetragen wird, positiv aufregt. Ushuaia („„Bucht, die nach Osten blickt“) ist eine kleine Stadt im Süden Argentiniens, wobei sie sich mit der chilenischen Stadt Puerto Williams um den Titel der „südlichsten Stadt der Welt“ streitet. Puerto Williams liegt dabei südlicher, ist aber eigentlich ein Dorf und eben keine Stadt. Also doch Ushuaia?
Viel Süden also, ganz nahe der Antarktis. Dennoch ist Ushuaia weiter vom Südpol entfernt als beispielsweise Moskau vom Nordpol. Also doch nicht so nahe an der Antarktis? Wer wird da schon so genau sein, Hauptsache ist doch, dass es dort verdammt viele Berge gibt und verdammt viel Gegend.
Und eine Gegend, von der mir mein Vater schon stundenlang aufregende Geschichten erzählt hat. Ich hoffe sehr, bald selbst eine aufregende Geschichte über diese Gegend erzählen zu können, eine Laufgeschichte, natürlich.
UTMB Ushuaia
Was kommt danach? UTMB Amerika, UTMB Ozeanien, UTMB Afrika, UTMB Asien, alles ist in der Planung und das Ziel sollen fünf Events auf jedem Kontinent sein. 25 Events also, das alleine könnte die Laufagenda des Jahres füllen und das Budget von uns Läufern überstrapazieren.
Dabei wird Asien eine ganz besondere Rolle spielen. Die Japaner sind schon lange laufverrückt, die Chinesen aber scheinen alles noch toppen zu wollen. Als ich 2009 zum ersten Mal den UTMB finishen konnte, da waren Chinesen noch selten, Exoten gewissermaßen. Heute stellt die chinesische Lauftruppe ein Gros der internationalen Läufer und dass mit dem UTMB Gaoligong der erste internationale UTMB nach China vergeben wurde, zollt dieser Entwicklung Respekt.

Aber zurück zu dem, was am nächsten kommt, zum UTMB OMAN.
2.000 Kilometer Küste, ein Land so groß wie England, aber mit nicht einmal fünf Millionen Einwohnern. Ein Sultanat des absolutistischen Herrschers Sultan Qabus ibn Said, mit hohen Bergen, tiefen Schluchten, traumhaft schönen Landschaften und trotz der Lage am Golf von Oman stellenweise recht viel Wasser – und bald auch mit einem internationalen Laufevent von Geltung.
Weil ich dort sein werde … nein, Quatsch, weil der UTMB OMAN dort stattfinden wird, natürlich. Und zu diesem Event, ursprünglich auf 300 Läufer*innen limitiert, jetzt auf bis zu 500 Läufer*innen ausgedehnt, wird ein Gutteil der Weltelite des Trailrunning anreisen, den Oman genießen und die 137 km lange Strecke mit beachtlichen 7.800 Höhenmetern, immerhin 500 Höhenmeter mehr als der TDS, meistern.

Ich begleite nach Muskat dabei meinen Freund Gerald Blumrich, dem ich durchaus zutraue, in seiner Altersklasse weit vorne landen zu können. Zudem werden zwei Freundinnen aus meiner näheren Heimat in den Oman anreisen und es sich dort eine ganze Woche lang gut gehen lassen.
Bei mir wird es leider nur ein „rüber, laufen, feiern, zurück“ sein können, denn dieses Laufwochenende liegt zeitlich mitten im Weihnachtsgeschäft.

Halten wir also fest: UTMB International wird uns alle in den nächsten Jahren arg beschäftigen, verführen und in schönste Gegenden locken, die uns immer wieder zeigen werden, wie schön dieser „blaue Planet“ doch ist.
Seien wir ein Teil dieser Trailrunningwelt.
Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf, welcher Lauf die Nummer vier von UTMB International sein wird.

Hinweis: Die Fotos und das Video stammen alle aus dem Pressekit von Oman Sail.

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2 Kommentare zu “UTMB – mehr als nur ein Lauf

    • Im Gesamtpaket kann ein UTMB Start schon sehr teuer werden.
      Dabei ist die Startgebühr noch einer der kleinsten Posten. Hotel, Transfer, Shoppen … das alles kann sich läppern.

      Aber man kann sich auch disziplinieren und sparen. Eine Anreise mit dem Flixbus zum Beispiel (Umstieg in Genf) direkt nach Chamonix ist eine gute Alternative, ein Campingplatz ist eine Idee oder Du schließt Dich früh einer der „Trail-WGs“ an, die es immer für recht kleines Geld gibt.
      Alles, was Du machst, solltest Du halt möglichst früh tun, dann hält sich auch der finanzielle Aufwand im Rahmen.

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