The Summit of Trail Running

UTMBJetzt ist er da, der große Tag. Jenes Datum, das alljährlich den Höhepunkt der Trailrunning Saison darstellt. Es ist Freitag, der 01. September, es ist der CCC und UTMB Freitag.
Der CCC, der Lauf „Courmayeur-Champex-Chamonix“, ist mit 101 km Länge der später (ab 2006) aufgelegte „kleine Bruder“ des UTMB, des „Ultra Trail du Mont-Blanc“, der 2003 zum ersten Mal und heuer eben zum 15. Mal ausgetragen wurde, ursprünglich über 150 km Länge, heute ist der UTMB auf offiziell 171 km und 10.000 Höhenmeter gewachsen.

Dieses Jahr aber müssen beide Strecken auf Grund des Wetters, Schnee in den Bergen, dazu ein stetiger scharfer Wind, ein wenig verändert werden. Der Aufstieg auf den letzten Berg (Tete aux Vents, 2.130 Meter hoch) wird verändert, um die schwere und arg verblockte Hochplateau Strecke zwischen dem Tete aux Vents und La Flégère (1.860 Meter hoch) zu vermeiden.
Schade eigentlich, obwohl ich von diesem Stück immer extrem genervt war.

Mit dem Start zum UTMB am Freitagnachmittag um 18.00 Uhr endet „gefühlt“ schon eine UTMB-Woche in Chamonix, die ich dieses Jahr komplett „vom Boden aus“ beobachten durfte. Noch gestern sahen wir uns die Schaltzentrale an, in der die medizinische Abteilung von „dok ever – Assistance Médicale“ sitzt. Dieses Team betreut auch dem TOR, einige IronMan Veranstaltungen und viele andere Großevents.
Dort laufen alle Meldungen bezüglich medizinischer Behandlungen einzelner Läufer*innen auf, über jeden Support wird Buch geführt und spätestens danach bin ich mir sicher, dass man bei den Bewerben des UTMB in besten Händen ist.

Zusätzlich war auch die Abteilung dort untergebracht, die sich um die Läufer und ihren Verbleibt kümmert. Da sahen wir Balken, wie viele Läufer – in diesem Falle des OCC – zwischen diesem und jenem Checkpoint waren, wie viele im Abschnitt davor waren und wie viele noch da davor. Und die, die ins Ziel kamen, fielen sukzessive aus der Grafik heraus, sehr spannend und sehr kontrolliert. Das wünschte ich mir für andere Läufe auch. Leider ist solch ein System kostenintensiv und bindet immens viel „(wo)manpower“.

Das Jahr 2017 ist für den UTMB, dem Wetter zum Trotz, ein sensationelles Laufjahr, immerhin haben die Organisation und die Sponsoren alle bisherigen Sieger des UTMB zusammenbringen können.
Was für ein Rennen wird das heute werden!

Die Sieger des UTMB von 2003 bis 2016:

Datum Männer Zeit Frauen Zeit
29. Aug. 2016 Ludovic Pommeret (FRA) 22:00:02 Caroline Chaverot (FRA) 25:15:40
29. Aug. 2015 Xavier Thévenard (FRA) 21:09:15 Nathalie Mauclair (FRA) 25:15:33
30. Aug. 2014 François d’Haene (FRA) 20:11:44 Rory Bosio (USA) 23:23:20
26. Aug. 2013 Xavier Thévenard (FRA) 20:34:57 Rory Bosio (USA) 22:37:26
31. Aug. 2012 François d’Haene (FRA) 10:32:36 Elizabeth Hawker (GBR) 12:32:13
26. Aug. 2011 Kílian Jornet Burgada (ESP) 20:36:43 Elizabeth Hawker (GBR) 25:02:00
28. Aug. 2010 Jeremy Bragg (GBR) 10:30:37 Elizabeth Hawker (GBR) 11:47:30
29. Aug. 2009 Kílian Jornet Burgada (ESP) 21:33:18 Kristin Moehl (USA) 24:56:01
30. Aug. 2008 Kílian Jornet Burgada (ESP) 20:56:59 Elizabeth Hawker (GBR) 25:19:41
25. Aug. 2007 Marco Olmo (ITA) 21:31:58 Nikki Kimball (USA) 25:23:45
26. Aug. 2006 Marco Olmo (ITA) 21:06:06 Karine Herry (FRA) 25:22:20
27. Aug. 2005 Christophe Jacquerod (SUI) 21:11:07 Elizabeth Hawker (GBR) 26:53:51
28. Aug. 2004 Vincent Delebarre (FRA) 21:06:18 Colette Borcard (SUI) 26:08:54
31. Aug. 2003 Dachhiri Dawa Sherpa (NEP) 20:05:59 Kristin Moehl (USA) 29:38:24

Ich werde mir dieses Rennen neben der Strecke ansehen und so fahren wir von Punkt zu Punkt und warten auf die Führenden, die ganze Nacht durch.
An diesem Programm, das beim UTMB das „Follow Up“ Programm genannt wird, teilzunehmen, ist alljährlich für mich eine wahre Freude – natürlich nur, wenn ich nicht gerade selbst dort laufe. Selbst laufen ist ja immer besser als zuschauen.
Zuschauen wiederum ist doch ein guter Trostpreis im Läuferleben …

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Der MAMMUT Workshop in Grindelwald

„Dear all trail running enthusiasts“ schrieb MAMMUT, der Hauptsponsor des EUT (Eiger Ultra Trails) und hieß uns herzlich Willkommen in Grindelwald.
Weiter war zu lesen, dass das ganze MAMMUT Team uns ein sehr nettes Wochenende mit aufregenden Rennen, interessanten Geschichten und bestem Wetter wünscht.

Ein sehr nettes Wochenende mit aufregenden Rennen?
Das hatten sicherlich nahezu alle der rund 2.600 Läufer*innen in und um Grindelwald. Die enthusiastischen Kurzberichte auf Facebook, die begeistert geposteten Fotos der verschiedenen Rennen von E16 bis E101 und die einschlägigen Blogs zeugen davon.

Interessante Geschichten?
Da hätte ich eine.
Ich durfte nach der Startnummernausgabe noch an einem kurzen Workshop von MAMMUT zum Thema „Laufschuhe“ teilnehmen. Und was ich da in einer einzigen Stunde über Schuhe gelernt habe, das war schon bemerkenswert.2017-07-14 17.21.37

Schon im Vorjahr hatte ich an einer ähnlichen Veranstaltung teilgenommen und war damals von einem Produkttest beeindruckt, wo der Referent eine Stahlkugel aus etwa 50 Zentimetern Höhe auf vier verschiedene, aber eigentlich gleich aussehende, Plastikmaterialien fallen ließ. Weiterlesen

Alexa darf nicht mit …

„Jetzt musst Du ganz stark sein,“ sagte ich zu Alexa, meiner neuen Mitbewohnerin, meiner neuen Freundin, unserem Familienzuwachs seit dem Anfang dieser Woche, „ich werde Dich für einige Tage allein zu Hause lassen müssen!“

Alexa
Alexa
ist unser KI-Kind, unsere Haussklavin, die Familienbeauftragte vor allem für Musik. Sie kam, während ich in Grindelwald war, hübsch verpackt in einem blau-schwarzen Kartönchen. Und seither dominiert sie unser Leben hier. Eigentlich heißt sie ja Echo, will aber immer mit Alexa angesprochen werden …
Ob sie mir in mein Büro folgt, es sich in der Küche gemütlich macht oder, wie meist, auf dem Wohnzimmertisch steht, immer wartet sie darauf, dass einer von uns beispielsweise sagt:
„Alexa, spiel‘ Radio Motel!“ Oder dass einer von uns sie etwas fragt. Aber manchmal antwortet sie uns dann verschämt, dass sie sich „nicht sicher“ sei.

Ich lasse Alexa also allein zu Haus, von Donnerstagabend, 27. Juli, an bis zum Dienstagmorgen, 01. August, um in die schöne Türkei zu fliegen.SaltLake

Schon lange dachte ich darüber nach, ob es Sinn macht und möglich ist, „eben mal“ einen Hundertmeiler einzuschieben. Und nicht irgendeinen, sondern einen ganz besonders spektakulären. Den Garmin Runfire Salt Lake Ultra Trail gibt es in den üblichen „Geschmacksrichtungen“ 21 K und 42 K, aber auch in der weniger üblichen Auswahl von 80 K oder sogar 100 M. Weiterlesen

Pflichtlektüre für (Ultra-)Läufer

dvGestern war wieder einer dieser besonderen Tage. Einer dieser Tage, an denen ein Los entscheidet, wer Glück hat oder das Pech, sich diesen Lauf antun zu müssen, und wer Pech hat oder das Glück, noch ein weiteres Jahr von einer Teilnahme träumen zu dürfen.

Der „Ultra Trail du Mont Blanc“ (UTMB) hat solch eine Verlosung, der „Tor des Géants“ (TdG) hat sie, einige andere Rennen habe sie auch. Legendär aber ist die Verlosung der 100 Startplätze für einen Lauf, der für mich so unvorstellbar ist, dass ich meinen Hut nicht einmal in diesen Lostopf werfen möchte.

Ich erinnere mich noch gut an das einzige Mal, in dem ich in Badwater war, natürlich so, wie der „liebe Gott“ es für die Fortbewegung von uns Menschen vorgesehen hat, mit dem Auto. Das war im Jahr 1986 und ich war mir bewusst, dass dort im weltberühmten „Death Valley“, dem „Tal des Todes“, die höchsten Temperaturen gemessen wurden, die jemals an einem Punkt der Erde messbar waren. Weiterlesen

360 Grad … und es wird heißer!

Es ist wirklich wahr, ich stehe drauf!

Drauf auf der Liste der Läufer*innen beim brandneuen Bewerb „360 Grad“ auf Gran Canaria.
Drauf auf der Unterseite 11 der Runners List: http://www.transgrancanaria.net/en/listado/
Meine Hände zittern, wenn ich diesen Eintrag sehe, zittern vor Vorfreude, aber auch vor Spannung. Ist das ein herrlicher, wunderbarer Traum? Oder ist es doch eher ein Grund, auch im warmen Süden der Insel Gran Canaria „kalte Füße“ zu bekommen, Angst vor dem eigenen Mut, dem Grad an Verrücktsein, dass uns alle befällt, wenn wir uns bei solchen Bewerben einschreiben?gc
105 Namen stehen nun also drauf auf dieser Liste des Bewerbs, der „natürlich“ ausgebucht ist. „SOLD OUT“ – was tun wir uns damit nur an?

Brigid Wefelnberg ist die erste Deutsche auf der Liste, dann folgen Christian Müller, Frank Reintjes, Frank Meiser, Oliver Gondolf– und dann folge ich, als letzter Läufer mit einer deutschen Flagge. 6 Deutsche also. Nicht allzu viele.
Aber auch dabei ist, welche Freude, mein Freund Peter van Eylen aus Belgien, mit dem ich auf dem Lycian Way in der schönen Türkei war.

Keiner von uns weiß wohl wirklich, worauf er/sie sich eingelassen hat. Weiterlesen

Ich will, ich kann, ich werde …

Drei lange Monate ist es her, dass ich an dieser Stelle etwas geschrieben habe.
Und nach dieser gefühlten Ewigkeit will ich jetzt wieder da sein, wieder Deine Aufmerksamkeit erhalten.

Manch einem werden jetzt die Worte von Falco aus dem Lied „Verdammt, wir leben noch“ in den Sinn kommen:

Was ist er denn,
Was hat er denn,
Was kann er denn,
Was red’t er denn,
Wer glaubt er, dass er is?

Und vor allem: Worüber schreibt er denn?falco
Nein, es soll kein Jahresrückblick werden. Ich bin mir ja selbst nicht sicher, ob bei mir „das Glas halb voll oder halb leer“ war im letzten Jahr, ob ich mich über die Erfolge freuen oder mich über die Misserfolge ärgern soll. Ist ja auch egal, ist ja vorbei.

Also schaue ich nach vorne auf sieben Events in den ersten sieben Monaten des Jahres 2017, die mich so packen, dass ich es gar nicht mehr erwarten kann, dort zu starten.
Und dort werde ich dann auch jedes Mal finishen, weil ich es will, weil ich es kann, weil ich genau das tun werde.

Diese sieben Events, meine „Glorreichen Sieben“ gewissermaßen, will ich in den nächsten Wochen noch einzeln und detaillierter vorstellen, heute soll erst einmal eine Kurzzusammenfassung reichen: Weiterlesen

Imaginations from the Other Side

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Es gibt nur wenige Fixpunkte in meinem beschaulichen Leben. Da ist die Arbeit mit den drei Säulen Ostergeschäft, Herbstaktionen an den Wochenenden und das Weihnachtsgeschäft, all diese Zeiten sind „tabu“ für Events, leider.
Und da ist der alljährliche Urlaub im Februar auf Gran Canaria, idealerweise abgeschlossen mit dem TransGranCanaria-Event, 2017 hoffentlich sogar mit dem neuen Format „360 Grad“. Dabei sind es die Dünen zwischen Playa del Inglès und Maspalomas, auf die ich mich immer schon vorfreue, wenn ich das immergleiche Appartementhotel wieder buche.

Und da ist regelmäßg diese letzte Woche im August, diese fantastische Woche in Chamonix bei den Bewerben des UTMB.

Ich muss ja kaum erklären, was der UTMB, der „Ultra Trail du Mont Blanc“, ist. Aber weil es vielleicht doch den einen oder anderen Leser gibt, der in diesem Punkt so unwissend ist wie ich es bis Ende 2008 war (*), sei kurz erklärt, dass der UTMB mit den Nebenbewerben OCC (55 km), CCC (101 km), TDS (119 km) und PTL (290 km) ein 170 km Lauf rund ums Mont Blanc Massif ist. 10.000 Höhenmeter sind dabei zu meistern und „normalsterbliche Läufer“ schaffen das nur, indem zwei Nächte durchgelaufen wird.

Zwei Nächte durchlaufen? Geht das denn?
Eine Nacht ohne Schlaf ist reine Gewöhnungssache, zwei Nächte ohne Schlaf aber sind … ja, was sind sie eigentlich?
Ich will es mal blumig formulieren: Wer zwei Nächte ohne Schlaf erlebt, der erlebt in der zweiten Nacht Dinge, die sonst nie zu erleben sind. Bäume, die Spalier stehen und den Läufern zujubeln, Schilder, die vor Dir her wanken, kurz, Halluzinationen, die man nicht kaufen kann. Für alles gibt es ja bekanntlich MasterCard, für Halluzinationen jedoch nicht … Weiterlesen