Brugg doch mal da …

Die Flyer für den 12/24-Stundenlauf im schönen schweizerischen Brugg auf der flachen Aareinsel vom 24.-25. September 2011 sind gekommen, am besten, Du lädst sie Dir gleich hier als PDF herunter.

Und schaue bei der Gelegenheit auch gleich auf die NEWS AUS BRUGG


Ich werde dort irgend etwas zwischen einem gemütlichen Marathon und vollen 6 Stunden laufen, in der restlichen Zeit werde ich versuchen, zu jedem Läufer etwas Motivierendes zu sagen. Je mehr Läufer da sind, umso einfacher für mich, umso seltener muss ich das längst Gesagte wiederholen …

Grüezi miteinder!

20 Stunden sind nicht genug …

Kennst Du diese Situation: Du läufst bei einem Deiner „langen Kanten“ und schon nach kurzer Zeit gibt der Akku Deines Handys den Geist auf, wenn Du einen MP3 Player auf den Ohren hast, dann versagt auch dessen Akku zuverlässig gerade dann, wenn Dein Lieblingslied angespielt ist und zu allem Überfluss schaltet sich auch Deine GARMIN Pulsuhr, die schon länger auf „niedriger Akku“ stand, aus.
Ich hasse diese Tage und hatte an solchen Tagen meist Pech „im Dreierpack“. Kennst Du das?

Ich erinnere mich gut, als ich mich für die GARMIN Forerunner 305 entschieden hatte. Je nach den Einstellungen, die Du wählst und wenn Du sparsam mit der Beleuchtung umgehst, dann kannst Du bis zu 11 Stunden und 40 Minuten Spaß mit dem Akku haben. Eine unendlich lange Zeit! Mehr braucht nun wirklich keiner, dachte ich.
Gut, vielleicht ein paar Verrückte!

Schon zwei Jahre später wurde ich zu den paar Verrückten gerufen und ich bekam zum Geburtstag 2009 etwas ganz Tolles: die GARMIN Forerunner 310 XT (siehe meinen BLOG-Eintrag „Ich bin neu verliebt – das ist meine Neue…“)
Rund 20 Stunden Akkuleistung, vielleicht auch ein wenig mehr. Damit kannst Du fast einen 24-h Lauf bestreiten. Fast, aber eben nur fast.
Und bei den zeitlich längeren Läufen bist Du dennoch aufgeschmissen.

Also habe ich manchmal beide Uhren dabei gehabt und bin erst mit der 310 losgelaufen und habe dann auf die 305 umgestellt und in dieser Zeit hat meine Gabi die 310 neu geladen, zumindest hat sie das versucht. Bei der TorTOUR de Ruhr hat das aber nicht geklappt, weil sie nicht wusste, dass sie auch den Laptop hätte anschalten müssen.

Aber all das muss nicht sein! Wie der gute alte Afro-Amerikaner in der alten „Onkel Ben’s Reis“ Werbung sagt: „Klumpiger, klebriger Reis – das muss nicht sein“, so sage ich heute: „Akkuprobleme? Die müssen nicht sein!“
Weil ich etwas entdeckt habe!

Aber Ehre, wem Ehre gebührt. Der Runningfreak Steffen Kohler hat eigentlich diese Entdeckung gemacht und er hat sie mir in Bad Berleburg gezeigt. Er hatte das Teil auch erst wenige Tage und selbst noch nicht ausprobiert, aber die superschwachen Akkus der iPhones haben ihn dazu gebracht, dieses Teil zu suchen.

Er zeigte es mir mit dem Vorbehalt, selbst nicht zu wissen, wie es konkret funktioniert. Aber schon am darauf folgenden Montag habe ich es für relativ „kleines Geld“ bei AMAZON bestellt.

Aber schon am Dienstag kam die Enttäuschung: in einer Mail stand, dass es wohl noch einige Tage dauern würde, bis ich dieses schöne Stück geliefert bekommen würde. Am Mittwoch jedoch keimte wieder etwas Hoffnung auf, als mir gemailt wurde, dass die Lieferung wohl doch schneller als erwartet stattfinden könnte.
Sollte die Lieferung vielleicht doch noch vor dem „Kleinen KOBOLT“ am darauf folgenden Samstag erfolgen? Ich war freudig gespannt.

Am Donnerstag kam es jedoch nicht und auch bis Freitag Mittag war kein Päckchen für mich da. Ich hatte am Nachmittag einen Außentermin und bat die Kolleginnen im Innendienst, im Falle mir dieses Paket unbedingt gleich auf meinen Schreibtischstuhl zu legen, damit ich es auf keinen Fall übersehe.
Ich kam dann gegen 18.30 Uhr nach Hause und schaute sofort nach – und ich schaute auf einen leeren Schreibtischstuhl.

Wer mich kennt, der weiß, dass mich solch kleine Dinge durchaus sehr aus dem psychischen Gleichgewicht bringen können und vielleicht wäre ich beim „Kleinen KOBOLT“ sogar gescheitert, wenn es nicht kurz nach 19 Uhr bei uns privat geklingelt hätte.
Es war der Postbote, ein ganz besonders lieber und emsiger Mann, der mir sagte, dass er schon um 17.30 Uhr da gewesen sei, aber da niemand aufgemacht hätte, ist er einfach am Ende seiner Tour noch einmal bei uns vorbei gefahren.
So etwas erlebst Du eben nur auf dem Dorf!
Er war ein Held und ich hatte meinen Akku für den „Kleinen KOBOLT“.

Seither habe ich ihn ein paar Mal benutzt und will ihn auf keinen Fall mehr hergeben. 4400 mAh bringt er, voll aufgeladen. Und Du kannst alles anschließen und nachladen, was Du per USB laden kannst: Dein Handy, Deinen MP3 Player und das, was mir am wichtigsten ist: Deine GARMIN-Pulsuhr!

Nur einen Haken gibt es doch: während sich der 305 problemlos am Handgelenk aufladen lässt, wird der 310 mit einer Art „Zange am Kabel“ geladen. Wenn Du einen 310 besitzt, dann weißt Du, was ich meine. Das wiederum bedingt, dass Du die Uhr nicht am Handgelenk aufladen kannst.
Ich habe das Problem so gelöst, dass ich den Akku in die eine Jackentasche und die Uhr in die andere Jackentasche gepackt habe, verbunden mit dem langen Ladekabel.
Und die Ladung geht tatsächlich einigermaßen schnell, die Uhr bleibt an, auch wenn Du während der Ladezeit nichts erkennen kannst. Aber die 310 vibriert dennoch nach jedem Kilometer und zeigt die letzte Kilometerzeit an – auch während des Ladens. Und die Uhr zeichnet auch weiterhin alles auf, sodass Du in der Nachbetrachtung den ganzen Lauf per Google Earth ansehen kannst.

Mein Stoßgebet Richtung Himmel: Oh, wenn ich dieses Teil schon früher gehabt hätte … !

Aber jetzt bin ich für die langen Kanten des kommenden Jahres gerüstet, für den „TRA 250 Miles THAMES RING“, den „24-h Burginsellauf Delmenhorst“ und für den gigantischen „TOR DES GÉANTS“, für den ich mich ab dem 15. Januar anmelden kann …

100 Geschenke auf einmal …

Es ist der 24. Dezember, der Tag, an dem es Geschenke gibt.
Ich bin freudig gespannt, obwohl meine Gabi und ich uns fest versprochen haben, uns dieses Mal gegenseitig wirklich nichts zu schenken. Die großen Kinder werden nicht vergessen, wir selbst aber haben eigentlich alles, was wir brauchen.

Zumindest sagt das meine „beste Ehefrau von allen“.
Ob ich das glauben soll?

Also habe ich mich kurzerhand selbst beschenkt und ich habe mir 100 Geschenke auf einmal gegönnt. So einfach, lieber Weihnachtsmann, kommst Du hier nicht an mir vorbei …

Am 26. September habe ich beim 24-h Lauf in Brugg meinen 100. „Marathon und länger“ gelaufen, nein, ich habe ihn zelebriert!
Ich war stundenlang der Speaker der Veranstaltung und durfte die großen Namen immer und immer wieder verkünden, stets aufs Neue ein paar persönliche Worte an die Läufer richten und mich mit den Jungs und Mädels dort freuen, die Runde um Runde durch den schweizerischen Regen gedreht haben.
Und ich war knapp drei Stunden lang der Guide von Jeffrey Norris. Nachdem ich wegen der Nachtruhe um 21 Uhr als Speaker die Nachtruhe verordnet bekommen habe, bin ich gemütlich mit Jeffrey einige Kilometer gelaufen, ohne Wertung und ohne Startnummer, um dann, eigentlich zu Mitternacht, effektiv aber in etwa 20 Minuten später, tatsächlich mit Startnummer beim 12-h Lauf zu starten.
Immer noch sehr gemütlich und nur mit dem Ziel, einen Marathon, meinen Marathon Nummer 100, zu laufen.

Ich habe dabei mit einigen der Läufer ein paar Runden gedreht und da die schon 12 Stunden auf den Beinen war, war das Tempo insgesamt doch sehr, sehr moderat. Mir war es egal. Und dann, so nach weiteren drei Stunden, habe ich mich erneut Jeffrey und seinem neuen Guide angeschlossen und dann wurde es noch langsamer, wir haben häufig Gehpausen eingelegt, es war entspannt und entspannend, ein echter Jubiläumslauf.

Nachdem ich den Marathon voll und die nächste Runde beendet hatte, ging ich unter die Dusche, schlief ein Stündchen und nahm dann meine Arbeit als Speaker wieder auf. Ein ganz besonderes Wochenende, das ich mit meiner „Nummer 100“ verbinde.

Danach aber hatte ich wenig Zeit, vielleicht auch einfach wenig Lust. Ich sollte …, ich müsste …, aber diese Woche ganz bestimmt … mich endlich dafür anmelden, wofür ich so lange gekämpft habe. Aber ich war wie ein schwerer Stein und ich bewegte mich nicht.
Nicht kurz vor meinem Geburtstag, um mich mit der Mitgliedschaft im „100 Marathon Club“ („100MC“) zu belohnen und auch nicht in den vier Wochen danach.
Aber jetzt vor Weihnachten sollte es denn sein: ich meldete mich an und hatte vorgestern diesen Brief in der Post:

(Klicken zum Vergrößern!)

Meine Mitgliedsnummer im „100MC“ ist als die 304 – ein Zeichen?

Ich hatte in einem der früheren Blogbeiträge geschrieben, dass mir vielleicht nach dem Erreichen der 100er Marke die Ziele ausgehen würden – jetzt habe ich ein Neues: die nächste Hürde, die nächste Messlatte, die ich habe, ist das Erreichen der 304er Marke – 107 davon habe ich schon.

Für mich kommt dieser Brief natürlich genau zur richtigen Zeit, es sind 100 Geschenke auf einmal und das zur Weihnachtszeit.

Gott muss ein Läufer sein …

Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden!

Irgendwann Anfang Oktober hat „Runningfreak“ Steffen mich gefragt, ob ich am 27./28. November beim ICE AGE 24-Stunden-Lauf in Bad Berleburg dabei wäre. Es war noch lange hin bis zum Event, also ließ ich meine Antwort offen.
Bad Berleburg? Wo ist das denn?


Der Tag kam, an dem ich entscheiden musste, ob ich nun in Bad Berleburg laufen würde oder nicht. Ein letzter Test, ein paar weitere Kilometer vor dem „Kleinen KOBOLT“ wären schon gut, dachte ich. Und dieser Lauf wäre auch gut mit meinem Tennistermin am Sonntag um 10 Uhr zu kombinieren, dachte ich.
Ich hatte mein sonntägliches Tennisdate schon in der Vorwoche absagen müssen, was bei einem Doppel immer zu Problemen führt. Zwar hatten meine Mitspieler kurzfristig doch noch einen Ersatz für mich gefunden, aber mit zu vielen solcher Aktionen verlierst Du schnell Deine Freunde und spielst alleine Tennis. Auf Dauer ist das auch keine gute Lösung.

Der legendäre Lauf Olne-Spa-Olne, der am 28. November stattfand, schied also aus. Der „Marathon der alten Männer“ in Bad Arolsen wurde ja kurzfristig abgesagt und auf das Pfingstwochenende verschoben, nur, weil die Stadt Bad Arolsen nicht begreift, wie wichtig so ein gut organisierter Marathon für eine Kleinstadt wie Bad Arolsen sein kann, was Bekanntheit und Sympathiewerte angeht.
Ich bemerkte, wie vergleichsweise nah Bad Berleburg von uns ist, also entschloss ich mich fast einen ganzen Tag vor dem Event doch für diesen Lauf.

Ich war planmäßig kurz vor 9 Uhr am Start, rechtzeitig, um Steffen und Melanie sowie Bernd Nuss zu begrüßen, mich einzuschreiben und meine Startnummer auszuwählen. Es waren Nummern in den 400 ern, die Nummer 444 aber war schon vergeben. Ich entschied mich für die 456 und dachte mir, dass 20 Runden für mich perfekt wären.

Jede Runde hatte 4,416 Kilometer Länge, zu viel für einen guten Lauf. Zudem war das Höhenprofil anspruchsvoll, ein kurzes Stück nach der zweiten Versorgung musste sogar gegangen werden. Das Teilnehmerfeld von kaum mehr als einem Dutzend Ultraläufern und einigen Rundenläufern versprach, viel Zeit für Gespräche während des Laufs zu lassen.

20 Runden, also rund 88,5 Kilometer … ist das ein Ziel?


Du kennst das vielleicht: Du hast keine Möglichkeit, die volle Zeitdistanz abzulaufen, sondern kaum für die Hälfte. Du weißt, dass Du mit dem, was Du in dieser Zeit laufen kannst, sowieso weit hinten platziert sein wirst. Und dann sinkt bei mir stets die Erwartung, die ich an mich selbst habe.
In Bad Berleburg war es nicht anders. Aus 20 Runden wurden am Ende 10 Runden plus einer Talk-Runde mit Bernd Nuss als Abschluss. Aber es ist schon erstaunlich zu bemerken, wie Du Dich sukzessive, Stück für Stück, zurücknimmst.
Wenn Du also kein herausforderndes Ziel hast, dann kannst Du den Weg nicht finden und irrst irgendwo im Niemandsland herum.

Ich lief in Bad Berleburg einige Runden mit dem DUV-Mitglied Norbert Ebbert und mit Steffen Kohler, länger und zügiger, als mir eigentlich lieb war, weil die Rennaufteilung dadurch gelitten hat. Andererseits dachte ich mir, dass ich sowieso nicht vor hatte, allzu lange zu laufen, dann musst Du nicht so pedantisch auf Deine Geschwindigkeit am Anfang achten.
Gerade am Anfang, in den ersten drei Stunden eines langen Laufs, „nordest“ Du Dich ja auf die Tagesgeschwindigkeit ein.
Jeder Läufer kennt das, glaube ich. Du startest langsam bei einem Marathon und willst irgendwann schneller werden, aber es gelingt Dir kaum. Oder Du startest zu schnell und willst dann das Tempo reduzieren, aber auch das gelingt Dir nicht. Du fällst immer wieder in den Trott, in dem Du begonnen hast.

Vielleicht war das damals der Schlüssel zu meinen 177,520 Kilometern bei der DLV-Challenge in Delmenhorst 2009. Wir liefen auf einer 1 Kilometer langen einigermaßen flachen Strecke und ich entschied mich, mit meiner Freundin Sabine Strotkamp zu laufen. Wir wollten eine 7er Zeit laufen und wurden jedes Mal geschimpft, wenn wir am Trainerzelt vorbei liefen: „Ihr seid zu schnell!“
Und wir waren es. Wir hatten eine Runde unter 6:50 Minuten absolviert. Und ich weiß noch genau, wie ich nach zwei Stunden, als wir mittlerweile zweieinhalb Runden hinter dem Vorletzten platziert waren, zu Sabine sagte, dass ich nicht vor hätte, hier Letzter zu werden.
Und Sabine antwortete trocken mit einer Frage: „Wie weit willst Du laufen?“

Ich antwortete ihr, dass die Männer der Altersklasse M40 und M45 nur gewertet werden, wenn sie mindestens 150 Kilometer laufen. 150 Kilometer! Das war damals die mit Abstand weiteste nonstop-Strecke, die ich gelaufen war. Und Sabine sah mich mitleidig an und antwortete: „Für 150 Kilometer sind wir zu schnell!“

Und es stimmt. Mit einer 7er Zeit kommst Du auf gut 200 Kilometer, genau auf 205,7 Kilometer – ein phantastischer Wert für Hobbyläufer, wie wir es alle sind. Ich weiß noch, wie beeindruckt ich war und glücklich war, mich von da an ihrem „Diktat“ unterwerfen zu dürfen. Ich hielt es damals bis km 104 an ihrer Seite aus, dann musste ich etwas langsamer machen. Sabine aber spulte Runde um Runde ab, immer in der gleichen Geschwindigkeit. Und sie endete wie ein Uhrwerk bei 200 Kilometern und 400 Metern.

„12 Stunden zügig laufen ist einfach,“ sagte sie immer zu mir. „Aber dann kommen weitere 12 Stunden!“ Und wenn Du da dann nicht mehr laufen kannst, sondern Dich von Kilometermarkierung zu Kilometermarkierung schleppst, dann verlierst Du viel mehr als Du in den ersten Stunden gewinnen konntest.
Ich habe mich für Anfang Juni 2011 wieder für Delmenhorst angemeldet, für den Burginsellauf, da es die DLV-Challenge nicht mehr gibt. Die Strecke wird etwas länger sein, eine Meile lang statt nur einen Kilometer lang, aber sie bleibt flach und das Wetter bleibt einigermaßen warm. Dazu kommt, dass eine ganze Facebook-, Blogger- und Twitterer-Gemeinde dort am Start sein wird – das wird vielleicht sogar der Saisonhöhepunkt 2011 – zumindest, was den Spaßfaktor betrifft.

Und die Betreuung, die ich dort genießen kann, wird erheblich besser sein als in Bad Berleburg, weil meine Gabi ihr Zelt permanent direkt neben der Strecke aufbauen kann und die technische Ausstattung beim Lauf wird so sein, dass Du Deine Rundenzeiten schnell, einfach und gut vergleichen kannst. Damit Du nicht zu schnell läufst und damit Du sofort merkst, wenn Deine Rundenzeiten schlechter werden.

Und die Versorgung wird wieder den Standard vom letzten Jahr haben, mit frischem warmen Milchreis und allem, was sich ein vegetarisch gefärbtes Läuferherz erträumt. In Bad Berleburg war eine leichte Eisschicht auf dem Trinkwasser im Becher. Ich bin sicher, das mir das noch deutlicher in Erinnerung geblieben wäre, wenn ich tatsächlich die Nacht durchgelaufen wäre.
Dennoch dachte ich in Bad Berleburg immer auch an den 6-h Lauf in Troisdorf. Die MUTler haben ja auch mit kalten Temperaturen zu kämpfen, aber sie wärmen den Läufern liebevoll nicht nur das Wasser an, sogar die Cola wird in warmem Wasser temperiert. Das ist so angenehm, wenn Du trinkst und Du musst Dich um nichts kümmern, musst nicht das Wasser mit warmem Tee aufheizen und Dir Gedanken machen, die Dich vom Laufen abhalten.

Die Strecke in Bad Berleburg war ebenfalls eher unterdurchschnittlich. Vor allem die lange Gerade an der Bundesstraße verlangt Dir mental alles ab. Es riecht unangenehm dort, wahrscheinlich, weil sich die Gerüche der Autos und LKWs dort stauen. Im Vorjahr muss es ebenso gewesen sein, sagte Norbert. Das ist schade, aber da die Nase bekanntlich ja ein phasisch-tonisches Organ ist, gewöhnt sie sich an alles und Du merkst selbst in einem Ziegenstall den Geruch nach einer Weile nicht mehr. Ein Glück für viele Menschen in den Schlafzimmern dieser Welt!


Was ich bewundert habe in Bad Berleburg war, dass drei Straßen- und Parkplatzeinmündungen, die überquert werden mussten, permanent mit Helfern besichert waren. Es war ja bitterkalt und so hatten die Helfer wahrscheinlich einen wesentlich schwierigeren Job als die Läufer. Und da es keine elektronische Erfassung der Rundenzeiten gab, musste ein Helfer 24 Stunden lang Läufer für Läufer Runde für Runde einzeln abhaken.
Es war wohl eine kluge Entscheidung des Organisationsteams, dort auch eine Klingel hinzustellen, damit die Läufer den Helfer bei Bedarf wecken konnten. Tauschen mit ihm hätte ich aber nicht wollen, vor allem nicht in der Nacht.

Nach etwa drei Stunden entschied ich mich, nur einen Marathon zu laufen und eben die Runde noch zu Ende, also nach 10 Runden Schluss zu machen. Ich wollte mir noch auf dem Weg nach Hause die Fußball-Bundesliga im Radio anhören, am Abend für die Familie da sein und ausgeruht bleiben, um am nächsten Vormittag noch ein gutes Tennis spielen zu können.

Eigentlich kann ich ja kein Tennis spielen, „Aufschlag“ ist ein Fremdwort für mich, aber ich schaffe es zum Glück leidlich, meine spielerischen Schwächen durch Laufbereitschaft und Kondition auszugleichen. Wenn ich aber nicht laufen kann, dann wird es sehr leicht, gegen mich im Tennis zu gewinnen.

Ich hatte gerade meine Startnummer abgegeben und war auf den ersten Metern zur Sporthalle, als Bernd Nuss mich sah und sagte, dass er gerne noch mit mir gesprochen hätte. Bernd Nuss, der „Erfinder“ und Organisator des 24-h Seilersee-Laufs in Iserlohn, erfolgreicher Unternehmer und unermüdlicher Ultraläufer, will mit mir reden?
Ich trabte also mit ihm wieder zurück zum Start/Ziel Zelt, ließ mir meine eben erst abgegebene Startnummer wieder aushändigen und lief noch eine interessante Runde noch mit Bernd.
Es war die schönste Runde von allen, entspannend für die Muskeln, belebend für den Geist und motivierend für die Seele.

Bernd fragte mich, ob ich ihn beim 24-h Lauf am Seilersee im April unterstützen könne. Es wäre mir eine große Ehre, Bernd! Aber noch habe ich nicht die Rückflugdaten von unserer Hochzeitsreise, also weiß ich nicht, ob ich im Lande sein werde. Sobald aber klar ist, dass die Terminierung passt, freue ich mich, lieber Bernd, Dir assistieren zu dürfen.

„Du gehst auf eine Hochzeitsreise?“ fragst Du Dich vielleicht. „Bist Du nicht schon lange verheiratet?“ Aber klar doch. Und dennoch geht es Anfang April nach Tansania auf die Hochzeitsreise.

Aber das ist ein anderes Thema …

Ein stinklangweiliges Wochenende …

Achim, mein Swiss Jura und MdS – Begleiter, hat mir ja in seinem Kommentar angekündigt, dass dieses Wochenende „stinklangweilig“ würde und er hat mich zum Laufen nach Mainz eingeladen. „Stinklangweilig“, weil ich mich entschlossen habe, dieses Jahr mal nicht am Supermarathon des Rennsteigs teilzunehmen. Aber führt das schon zu einem „stinklangweiligen Wochenende“?

Weil ich eine Abendeinladung zu einer türkischen Verlobung in unserer Gemeinde hatte und diese Einladung immerhin von einem sehr guten türkischen Freund ausgesprochen wurde, dessen jüngste Tochter sich verloben wollte, war dieses Event für mich gesetzt, der Samstag Abend war also verplant.
Damit erledigte sich auch die Überlegung, ein paar Stunden in Steenbergen/NL mitzulaufen. Dort startete der 24-Stunden-Lauf um 15 Uhr und ich hätte mindestens fünf oder sechs Stunden laufen müssen, um wenigstens ein paar Kilometer in die Beine zu bekommen. Das wäre also nicht möglich gewesen.

Aber das war nicht schlimm, denn so hatte ich die Gelegenheit, Samstag Vormittag im Büro noch einiges aufzuarbeiten. Und als mich am Freitag Nachmittag die Laufgruppe aus der Grafschaft gefragt hatte, ob ich am Samstag Nachmittag in Hönningen einen 10er laufen würde („Rund um die Teufelsley“), weil dieser Lauf Teil des Ahrtal-Cups sei und man personell etwas knapp sei, da erklärte ich in bewährter Manier, dass so ein kurzer Lauf überhaupt nichts für mich ist. Zu kurz, zu schnell, zu anstrengend.
Also war ich konsequent und lehnte mit einem klaren „Vielleicht!“ den Antrag ab.


Am Samstag Morgen kam die nächste SMS. „Wieder ist einer abgesprungen. Wir brauchen Dich,“ stand da. Aber es hatte sich ja nichts geändert, noch immer ist mir ein 10er zu kurz, zu schnell und zu anstrengend. Und man muss konsequent sein und klare Kante zeigen. Also lehnte ich auch diesen Wunsch mit einem klaren „OK, ich bin dabei!“ ab.
Warum kann ich einfach nicht „NEIN“ sagen?

Also hatte ich nach der Büroarbeit und vor der türkischen Verlobung eine harte Aufgabe. Und im Ahrtal gibt es Berge, also ging es erst fünf Kilometer bergauf und ich brauchte immerhin 26:20 Minuten für diese ersten fünf Kilometer. Danach führte der Weg einigermaßen steil nach unten. Am Ende erreichte ich eine Zeit von 48:20 Minuten, für die zweite Hälfte habe ich also nur 22:00 Minuten gebraucht. Ich war’s zufrieden und die Teampartner auch. Die hatten gar nicht erwartet, dass der Ultra-Marathoni TOM auch kurze Strecken einigermaßen gut abwickeln kann.


Dann ging es schnell nach Hause, damit ich frisch und geschniegelt bei Canan’s Verlobung auflaufen konnte. Schon vorher hat Gabi von Canan und Ali, Ihren Verlobten, die Studio-Aufnahmen geschossen und wir haben drei Aufnahmen ausgewählt und diese als Thermo-Sublimentationsprint vorneweg ausgedruckt, jeweils in ein Rähmchen gepackt, um ein Symbol für unser Verlobungsgeschenk zu haben. Im Laufe der nächsten Woche bekommen die beiden ihre Aufnahmen bearbeitet, gefiltert und vergrößert über unseren Mega-Laserbelichter auf Portrait-Fotopapier ausbelichtet.

(Klicken zum Vergrößern!)

Es war eine kleine Veranstaltung. Nur zwei professionelle Kamera-Teams, die alles filmten und stets war eine der beiden Kameras live über eine Beamer auf der Riesenleinwand zu sehen, damit all diejenigen, die nicht sehen konnten, was gerade rund um das Verlobungpaar geschieht, über die Leinwand Teil haben konnten. Ein Musiker, der sang und eine spezielle Gitarre spielte, eine Gitarre, deren Hals geknickt war. Und dieser Musiker sang auch live und führte durch den Abend. Und da war noch ein Orgelspieler, der für die Tanzrhythmen sorgte. Es war wohl wirklich eine kleine Veranstaltung. Nur etwas zwischen 2oo und 250 Gäste, die trotz der Kälte des Abends den „Kaisersaal“ in unserer Gemeinde mit ihrem Tanz erwärmten.
Und es wurde viel getanzt, in Gruppen, einzeln. Ein Mal zeigten junge Männer ihre besten Tanzeinlagen solo vor dem Verlobungspaar. In kurzen Sequenzen tanzte erst der eine Mann, dann ließ er sich ablösen. Eine Augenweide, dieser Tanzteil, der mir wieder einmal bewusst gemacht hat, dass das Tanzen weiß Gott nicht meine Stärke ist. Und daher lasse ich es stets bleiben.

Türkische Hochzeiten und Verlobungen sind nicht ohne Grund beliebt und teuer. 20.000 EUR und mehr lässt es sich der Kindvater kosten, dieses Event auszurichten. Der Brautvater ruft – und alle kommen. Da waren Autokennzeichen aus Hamburg genauso vertreten wie aus dem Süddeutschen. Ich glaube nicht, dass wir, wenn wir alle Cousinen und Cousins zusammenzählen würden, alle Tanten und Onkel, auf fast 250 Verwandte kommen würden. Türkische Familien sind eben anders. Deutsche auch.
Mein Freund Ömer, der Vater der Braut, war den ganzen Abend angespannt am Regie führen. Aber er war auch stolz. „Wir geben dieses Geld gerne für unsere Töchter aus,“ sagte er zu mir und es ist eben Sache der Familie des Mädchens, für diese Kosten aufzukommen. Und es war ja nur eine kleine Veranstaltung, normalerweise kommen bei solchen Festen 500 Gäste, unvorstellbar!

Der Ablauf des Abends war einstudiert, wahrscheinlich läuft jede Verlobung nach den gleichen Riten ab. Wann der Brautvater mit der Braut tanzt war zeitlich genauso festgelegt wie die Reihenfolge, in der die Braut die Geschenke überreicht bekam. Natürlich waren wir zu früh dran damit, als wir unser Geschenk schon zur Begrüßung übergaben. Erst später, gegen 22 Uhr, wurde die Geschenkübergabe zelebriert. Ich konnte weder alles sehen noch alles verstehen. So viel aber habe ich realisiert: Da wurden die Ringe auf einem großen Satinkissen in den Veranstaltungsraum gebracht, zusammengebunden mit einem roten Band. Dann wurden vom ältesten Verwandten der Seite der Braut ein paar kurze Sätze gesagt, ein paar Geldscheine wurden mit Stecknadeln auf das Satinkissen gepinnt und der älteste Verwandte schnitt dann das rote Band auseinander, damit die Ringe übergeben werden konnten.
Erst steckte Ali Canan den Ring über den Finger, dann revanchierte sich Canan bei ihm. Es war ergreifend. Um das Brautpaar herum waren die Damen, eine hübscher zurecht gemacht wie die andere, in Festkleidung, die Herren waren meist im besten Anzug gekleidet.
Allein die türkischen Friseure, die sich um die Haare der Gäste gekümmert haben, müssen gestern reich geworden sein, genauso wie die Visagistinnen und die Nagelstudio-Betreiber. Aber es hat sich gelohnt. Canans Schwester Esra sah so gut aus, man hätte sie sofort in ein Model-Magazin aufnehmen können, ihre Cousine Mehtap zeigte eine Frisur, die sie so hübsch machte, wie ich sie noch nie gesehen hatte.
Dann wurden Braut und Bräutigam von der engsten Familie beschenkt. Canan wurde Schmuck umgehängt, der sie noch einmal schöner machte, Ali bekam eine teure Uhr ums Handgelenk geschoben und schon kamen die nächsten Verwandten. Ein Geldkouvert, oft garniert mit kleinen Goldtalern an einem roten Band, wurde von jedem Gast auf das Satinkissen gelegt, danach wurden erst die Braut und dann der Bräutigam beglückwünscht, gedrückt und geküsst. Alle standen brav Schlange, bis sie an die Reihe kamen.

Und dann, nach dem letzten Verwandten in der Schlange, wurde die Hochzeitstorte in den Festsaal getragen. Ich glaube, in meinem Leben schon viel gesehen zu haben, diese Torte aber übertraf alles, was ich kannte.


In amerikanischen Filmen ist die Hochzeitstorte manchmal drei- oder vierstöckig, aber sie ist immer relativ klein. Diese Torte war zwar nur einstöckig, aber sie hatte eine Herzform, war aus 50 Kilogramm Backwerk hergestellt und hatte die Ausmaße 80×120 cm! „Die muss so groß sein, bei so viele Gästen,“ sagte Ömer.
Die Oberseite der Torte war mit Erdbeeren bedeckt, rund um die Torte lief ein Band aus Marzipan, das wiederum mit Teigherzen garniert war und auf den Erdbeeren saßen zwei Zucker-Täubchen in ihrem Nest und eine Widmung für das Brautpaar war aus Zucker auf der Torte zu sehen.
Angeschnitten wurde die Torte vom Brautpaar und der Mutter des Bräutigams, ganz viele Hände, die sich um das große Messer falteten, mit dem diese Torte ihrer Bestimmung, die Gäste zu füllen, übergeben werden sollte.
Zuerst gab es ein großes Stück für das Brautpaar. Er fütterte sie, sie fütterte ihn, dann gab es die Stücke für die engste Familie und anschließend wurde die riesige Torte in einen Nebenraum gebracht, um sie ordentlich zerlegen zu können. Nun wurden aus dem Nebenraum die einzelnen Teller mit dem Hochzeitskuchen gebracht, bis jeder sein „Stück vom Himmel“ hatte.
Es war spät, als ich in mein Bettchen kam, später als geplant, denn am Sonntag um 7.45 Uhr sollte ich schon am Tennisheim sein, die „Medenspiele“ begannen.


Schon im Vorjahr hatte ich den Tennisfreunden erklärt, dass ich 2010 für die Medensaison nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Laufen und Tennis lässt sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und das Laufen ist mir viel, viel wichtiger als das Tennis spielen, vor allem dieses Jahr mit den vielen Highlights. Nicht auszudenken, wie ich mich fühlen würde, wenn ich mir vor der TorTOUR de Ruhr oder dem PTL verletzen würde!
Meinen Muskelfaserriss letztes Jahr hatte ich mir – natürlich – bei einem Medenspiel geholt, als ich, noch weniger warm als engagiert, für ein Volley ans Netz gestürmt bin. Auch zwei Jahre davor habe ich mein Tennis-Engagement mit einem Muskelfaserriss bezahlt. Also keine Medenspiele in 2010.
Was aber machst Du, wenn Dein Team zu wenige Spieler hat?

Und diesen Sonntag hatten wir definitiv zu wenige. Sechs Spieler müssen es mindestens sein für die sechs Einzel und die drei Doppel, zwölf könnten theoretisch zum Zug kommen, wenn Du manche Spieler nur Einzel und die anderen nur Doppel spielen lässt. Die Jungs hatten nur drei Spieler, mit mir waren es dann vier.
Einerseits muss man konsequent sein und klare Kante zeigen, aber nach ein paar Mails verwandelte sich mein klares „Vielleicht“ in ein „OK, ich bin dabei!“
Damit war die Hoffnung, wenigstens am Sonntag früh noch ein paar Stunden in Steenbergen mitlaufen zu können, auch dahin. Um 9 Uhr begann der 6-Stunden-Lauf, ich hätte mich wohl zum 24-Stunden-Lauf angemeldet, wäre früh aufgestanden und dann vielleicht von 6 Uhr bis Mittag gelaufen. Alles blanke Theorie, pure Spekulation.
Ich musste Tennis spielen.

Im letzten Jahr habe ich nur zwei Einzel-Spiele und drei Doppel gewinnen können, das Auftaktspiel gegen vollkommen überforderte Gegner, das wir als Team mit 21:0 knapp für uns entscheiden konnten. Ein Einzel zählt zwei Punkte, ein Doppel bringt drei Punkte, zusammen also 21. Schon eine Woche nach diesem Desaster zog die gegnerische Mannschaft ihre Meldung für die Medensaison zurück und zur Belohnung wurden uns die Spiele und der Sieg aberkannt, damit die anderen Mannschaften in der Liga, die nicht das Glück hatten, gegen dieses überforderte Team spielen zu dürfen, keinen Nachteil uns gegenüber hatten.
Und ich gewann ein zweites Einzel-Spiel mitten in der Saison, die anderen Spiele gingen alle verloren. Meist verhalte ich mich wie ein Roockie beim Marathon. Ich beginne gut, aber im weiteren Spielverlauf verliere ich zunehmend Boden. Das liegt wohl daran, dass ich eigentlich gar kein Tennis spielen kann.
Ich spiele nicht lehrbuchmäßig, stets mit viel Schnitt und das macht es dem Gegner schwer, sich auf meine Bälle einzustellen. Aber der Anfangsvorteil schwindet, wenn man während des Spiels lernt, sich auf diese Eigenarten einzustellen. Ein erfahrener Tennis-Hase probiert so lange aus, bis ich mit meinem bescheidenen Repertoire an tennistechnischen Möglichkeiten am Ende bin. Und weil mir der liebe Gott noch immer keinen Aufschlag geschenkt hat, muss ich meine Punkte vorwiegend mit den Breaks erspielen. Gegen Spieler, die über einen starken Aufschlag verfügen, habe ich so kaum eine Chance.

Am Sonntag waren wir also zu viert. Zwei Einzel und ein Doppel waren also schon verloren, bevor der erste Ball über das Netz flog. Leider darf man nicht zwei Einzel spielen oder in zwei Doppeln eingesetzt werden, aber es genügt, drei Einzel und zwei Doppel oder vier Einzel und ein Doppel zu gewinnen. Eine kleine Chance hatten wir also, zumindest theoretisch.
Aber wir waren uns von Anfang an durchaus bewusst, dass wir nach Thür fahren würden, um uns „verkloppen“ zu lassen, dass wir als Gastgeschenk brav die Punkte da lassen würden und dass wir froh sein würden, wenn dieser Spieltag vorbei ist. Nicht anzutreten aber kostet eine Geldstrafe für den Verein, also lieber den Kopf hinhalten und die Watschen kassieren, dachten wir. Und kann ja nichts passieren. Da wir in der untersten Liga spielen, können wir nicht einmal absteigen. Also auf nach Thür.

Das Experiment Thür ist schnell beschrieben. Nachdem wir schon die beiden ersten Einzel verloren haben, war die Minimalchance dahin, das Spiel insgesamt verloren und der Kampf um die „goldene Ananas“ begann. Mein Einzel ging dann ebenfalls verloren, obwohl ich den ersten Satz deutlich und klar mit 6:2 gewinnen konnte. Aber dann ließ mein Druck nach und ich gab mein Aufschlagspiel im zweiten Satz mit 3:2 führend ab. Davon erholte ich mich nicht mehr.
Im dritten Satz lag ich dann bei eigenem Aufschlag mit 4:5 hinten, als ich es nicht schaffte, dieses Aufschlagspiel durchzubringen.

Im Doppel hatten Erwin und ich von Anfang an keine Chance. Dass wir nur mit 2:6 und 3:6 verloren, gereicht uns beiden schon zur Ehre. Wir haben enorm gekämpft wie Löwen, für unsere Verhältnisse aggressiv gespielt und teilweise spektakuläre Punkte gemacht. Und es war eng, sehr eng, viel enger, als es das Ergebnis zeigt. Aber die „big points“ waren uns nicht vergönnt. Egal, immerhin hat unser Team einen Sieg im Einzel, einen Sieg im Doppel und meinen ersten Satz eingefahren. Wenigsten kein 0:21!

Es war fast 17  Uhr, als wir nach dem gemeinsamen Essen mit den Tennisspielern aus Thür wieder zu Hause waren. Am Morgen hatte ich noch kurz überlegt, ob ich von Thür aus nach Hause laufen sollte und so habe ich vorsorglich meine Laufklamotten auch eingepackt. Aber nach dem Tennis hatte ich dann doch keine Lust, noch vier oder fünf Stunden lang laufen zu gehen, vor allem, weil ich den genauen Weg nach Bad Neuenahr nicht kannte. Die Autobahn, dachte ich, wird wohl nicht der richtige Weg sein und wenn Du den Weg nicht kennst, dann können 45 Kilometer mit dem Auto auch schnell mal 60 Kilometer und mehr werden, wenn Du „Pi mal Daumen“ nur in die grobe Richtung läufst.


Alles in allem war es also ein „stinklangweiliges Wochenende“.
Und wenn alle Wochenenden so „stinklangweilig“ sind, dann ist das für mich mehr als ausreichend.

Bleibt nur die Frage: gibt es etwas weniger anstrengendes als „stinklangweilig“?