Das Finish

In der Gesellschaft des „Wüstenläufers“ Jens Vieler und der unglaublichen Ricarda Bethke über Trails rennen, das hat schon was.
Du schaust auf dem Weg zur Schynige Platte runter auf grün leuchtende Seen, die Städte liegen tief unter Dir und Du kommst in Deinen Flow.
Und Du beginnst zu träumen.

Hatte ich zu dieser Zeit längst schon innerlich beschlossen, statt den 101 K „nur“ rund 60 K zu laufen, also bei der DropBag Station in Burglauenen statt nach rechts oben waagrecht nach links weiter zu laufen?
Ich weiß es nicht, die Gedanken wechselten hin und her.
Ich war ja so glücklich, dass meine Rückenprobleme vollkommen weg waren, dass ich rennen konnte und zudem so gut und zügig unterwegs war.
Nichts riskieren, dem Rücken nicht zu viel zumuten, dachte ich, es kommen ja noch …
Außerdem lockte mein schickes Hotelbettchen und die Aussicht, dann ausgeschlafen die Heimfahrt antreten zu können.

Andererseits ist ein „Finish 2. Klasse“ immer doof, ein Makel, der uns Läufer oft daran erinnert, dass wir bei weitem nicht so stark sind, wie wir es uns gerne einbilden. Weiterlesen

Eiger Ultra Trail E 101 – der Start


Es ist 2.00 Uhr, mitten in der Nacht. Der Wecker steht auf 3.15 Uhr – eigentlich. Aber an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Ich bin positiv nervös. Und ich bin überrascht und erfreut, ich befummele meinen Rücken, drehe mich und richte mich auf – nichts tut mehr weh.

Seit Tagen von Rückenschmerzen buchstäblich geknickt hatte ich meinen Start beim E 101 des Eiger Ultra Trails (EUT) schon abgeschrieben und mich auf ein Alternativprogramm eingestellt.
Aber Wärmepflaster, die Zauberarme eines Lauffreundes und die Zauberfinger des Masseurs auf der Läufer-Expo, alles am Freitag, dem Tag vor dem Start, kombiniert mit 3x 2 Tabletten Muskelrelaxans zum Lösen der Muskelverspannung im Rücken, die die Ursache für die Rückenschmerzen war, all das hatte geholfen.
Punktgenau war ich wieder soweit hergestellt, dass ich das Abenteuer Eiger Ultra Trail angehen konnte. Weiterlesen