A Chacun son Everest !

„A Chacun son Everest !“
„Jedem seinen Everest !“ Das ist das inspirierende Motto der sozialen Organisation „A Chacun son Everest !“, die krebskranken Kindern und krebskranken Frauen beistehen, helfen und Orientierung geben will.
Aus dem Text auf der Webseite der Organisation:

„Nach der Krankheit… ein Ort zum Leben!
Der Verein „A Chacun son Everest !“ begleitet Kinder mit Krebs oder Leukämie und Frauen bei der Remission von Brustkrebs, um Ihnen zu helfen, mit der heiklen Phase der Zeit nach dem Krebs (postkrebs) umzugehen, damit Vertrauen, Lebensfreude und wieder neue Impulse des Lebens gewonnen werden.“

Es war der Sonntagmorgen des UTMB in Chamonix. Ich saß mit Sarah Schreiber in einem Café an der Fußgängerzone und wir warteten auf die Finisher des UTMB, vor allem natürlich auf Tobi Schreiber, der aber erst gegen Mittag kommen sollte. Weiterlesen

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UTMB – mehr als nur ein Lauf

Der UTMB, ausgeschrieben Ultra Trail du Mont Blanc, Webseite: www.utmbmontblanc.com, nennt sich selbst „Weltgipfel des Trailrunning“. Es ist DER Traillauf schlechthin, Maßstab für alle anderen entsprechenden Großereignisse, Vordenker neuer Ideen und für die rund 10.000 Teilnehmer, die für die Bewerbe des UTMB in einem komplizierten Mix aus Qualifikationen und einer Lotterie ausgewählt werden, das spektakuläre Jahreshighlight.
Dort zwischen Chamonix, Courmayeur, Champex-Lac, Trient und Bourg St. Maurice werden Läuferträume wahr und Läufer*innen zu Held*innen. Weiterlesen

Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig …

Das Journalistenprogramm beim Ultra-Trail du Mont Blanc (UTMB) in Chamonix 2017.

Bedächtig wanderte ich mit einem Dutzend anderer akkreditierter Journalisten den Berg hinunter Richtung Kirche Notre Dame de la Gorge. Diese Kirche ist ein Ziel von Pilgern und sie verfügt über einen prunkvollen, im Barockstil gehaltenen Altar und über schöne Fresken aus der Renaissance.
Es ist ein besonders schönes Stück UTMB zwischen La Balme und jener Kirche, wir befinden uns immerhin auf den sichtbaren Spuren der Römer. Die Brücke, die wir überqueren, wurde noch von ihnen erbaut und viele der in den Weg eingelassenen Steine stammen aus römischer Hand.
Uns kommen unzählige Läufer*innen entgegen, die sich diese Passage hinauf quälen. Es ist die erweitere Spitze des elitären Läuferfeldes, die echten Eliteläufer hatten wir schon vor unserem Abendessen in einem Zelt vor der Hütte La Balme verpasst.
Vorausgegangen war ein Staufestival, das durch viel zu viele Autos, aber vor allem durch zwei Ampeln hervorgerufen wurde, die kurz hintereinander unerbittlich nur wenige Autos pro Grünphase durchließen, um den Verkehrsteilnehmern danach lange durch die Rotphase gewissermaßen den gestreckten Mittelfinger zu zeigen.
Danach durften wir nicht in die immer anlässlich des UTMB gesperrte Zufahrtsstraße zur Kirche Notre Dame de la Gorge einfahren, ein dort stationierter Polizist machte gewissenhaft seine Hausaufgaben und trotzte dem starken Regen und den noch stärkeren Beteuerungen, Beschwichtigungen und Beschimpfungen.
Wir wussten schon beim Loslaufen bei der Kirche, dass die D’Haenes, die Journets, die Thévenards, die Walmsleys, die Picas‘ und die Husers dieser Welt längst schon diesen Punkt passiert hatten.
Es regnete erbärmlich und so packten wir uns für den rund 30 Minuten langen Marsch zum Abendessen am Checkpoint La Balme warm ein, sehr warm, viel zu warm.
Eigentlich wissen wir ja alle, dass man beim losgehen oder loslaufen leicht frieren sollte, dennoch entschied ich mich für gleich vier Lagen am Oberkörper. Ich schimpfte schon sehr bald mit mir und öffnete, was zu öffnen war. Weiterlesen

The Summit of Trail Running

UTMBJetzt ist er da, der große Tag. Jenes Datum, das alljährlich den Höhepunkt der Trailrunning Saison darstellt. Es ist Freitag, der 01. September, es ist der CCC und UTMB Freitag.
Der CCC, der Lauf „Courmayeur-Champex-Chamonix“, ist mit 101 km Länge der später (ab 2006) aufgelegte „kleine Bruder“ des UTMB, des „Ultra Trail du Mont-Blanc“, der 2003 zum ersten Mal und heuer eben zum 15. Mal ausgetragen wurde, ursprünglich über 150 km Länge, heute ist der UTMB auf offiziell 171 km und 10.000 Höhenmeter gewachsen.

Dieses Jahr aber müssen beide Strecken auf Grund des Wetters, Schnee in den Bergen, dazu ein stetiger scharfer Wind, ein wenig verändert werden. Der Aufstieg auf den letzten Berg (Tete aux Vents, 2.130 Meter hoch) wird verändert, um die schwere und arg verblockte Hochplateau Strecke zwischen dem Tete aux Vents und La Flégère (1.860 Meter hoch) zu vermeiden.
Schade eigentlich, obwohl ich von diesem Stück immer extrem genervt war. Weiterlesen

Imaginations from the Other Side

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Es gibt nur wenige Fixpunkte in meinem beschaulichen Leben. Da ist die Arbeit mit den drei Säulen Ostergeschäft, Herbstaktionen an den Wochenenden und das Weihnachtsgeschäft, all diese Zeiten sind „tabu“ für Events, leider.
Und da ist der alljährliche Urlaub im Februar auf Gran Canaria, idealerweise abgeschlossen mit dem TransGranCanaria-Event, 2017 hoffentlich sogar mit dem neuen Format „360 Grad“. Dabei sind es die Dünen zwischen Playa del Inglès und Maspalomas, auf die ich mich immer schon vorfreue, wenn ich das immergleiche Appartementhotel wieder buche.

Und da ist regelmäßg diese letzte Woche im August, diese fantastische Woche in Chamonix bei den Bewerben des UTMB.

Ich muss ja kaum erklären, was der UTMB, der „Ultra Trail du Mont Blanc“, ist. Aber weil es vielleicht doch den einen oder anderen Leser gibt, der in diesem Punkt so unwissend ist wie ich es bis Ende 2008 war (*), sei kurz erklärt, dass der UTMB mit den Nebenbewerben OCC (55 km), CCC (101 km), TDS (119 km) und PTL (290 km) ein 170 km Lauf rund ums Mont Blanc Massif ist. 10.000 Höhenmeter sind dabei zu meistern und „normalsterbliche Läufer“ schaffen das nur, indem zwei Nächte durchgelaufen wird.

Zwei Nächte durchlaufen? Geht das denn?
Eine Nacht ohne Schlaf ist reine Gewöhnungssache, zwei Nächte ohne Schlaf aber sind … ja, was sind sie eigentlich?
Ich will es mal blumig formulieren: Wer zwei Nächte ohne Schlaf erlebt, der erlebt in der zweiten Nacht Dinge, die sonst nie zu erleben sind. Bäume, die Spalier stehen und den Läufern zujubeln, Schilder, die vor Dir her wanken, kurz, Halluzinationen, die man nicht kaufen kann. Für alles gibt es ja bekanntlich MasterCard, für Halluzinationen jedoch nicht … Weiterlesen

Dream a Little Dream with Me …

Dream a Little Dream of Me …

Ob es das Original von Doris Day ist, oder die Version von Robbie Williams mit Lily Allen oder Emma Bunton, ob sich Michael Bublé an diesen Zeilen versucht hat, Ella Fitzgerald, Louis Armstrong oder die Mamas & Papas, oder ob Du mit mir die wunderschöne Version von The Beautiful South aus dem großartigen Film „French Kiss“ favorisierst, die Version, die es auch in einer französischen Variante gibt: es ist ein wunderschöner Song, der die Zeit überdauert hat und ständig wach und präsent ist.
Geschrieben wurde der Song übrigens von Gus Kahn, Wilbur Schwandt und Fabian Andre und er erinnert uns ständig daran, dass wir alle einen kleinen Traum haben, unseren kleinen Traum.
DreamUnd dieser kleine Traum kann materiell sein. Da träumt der Eine von dem Großauftrag, der sein Unternehmen retten kann.
Dieser kleine Traum kann und darf gerne auch immateriell sein. Mancher träumt davon, einmal im Ferrari auf der Nordschleife des Nürburgrings zu fahren oder davon, einen Zwei-Zentner-Fisch aus einem Baggerloch zu ziehen.
Dieser kleine Traum kann flach sein und der Träumende sieht sich mit einer neuen persönlichen Bestzeit bei einem Marathon auf ebenstem Geläuf über die Ziellinie fliegen, dieser kleine Traum kann aber auch schroff und bergig sein.
Und das ist mein kleiner Traum und ich vermute, das ist auch Deiner. Und den würde ich gerne an dieser Stelle hier in den nächsten Monaten mit Dir teilen.

Mein kleiner Traum 2014 ist der kleine Spaziergang des Léon und ich lade Dich ein, diesen kleinen Traum mit mir mitzuträumen.
Weil ich darin schon ein wenig erfahren bin.
Zwei Mal habe ich schon diesen Traum angeträumt, aber zwei Mal bin ich dann leider wach geworden und konnte den Rest des Traums nicht zu Ende träumen. Dabei ist bemerkenswert, dass dieser kleine Traum immer länger wird, von 230 Kilometern und 21.000 Höhenmetern über 280 Kilometer und 24.000 Höhenmeter auf jetzt 306 Kilometer und 28.000 Höhenmeter.
Wenn beim Hochsprung die Latte höher gelegt wird, obwohl Du die alte Höhe noch gerissen hast, dann ist der Hochspringer sauer. Wir Läufer aber träumen einfach etwas mutiger.MB

Der Traum fängt immer gleich an:
Stelle Dir vor, Du bist in Chamonix, in einem der ganz besonders interessanten Berg-Städtchen dieser kleinen Welt. Rechts oben schaut eine Gletscherzunge zu Dir herunter und wohin Du schaust geht es nur steil und weit bergauf. Du stehst auf einem zentralen Platz mitten in der City, vor Dir hängt etwas weiter oben eine bunte Banderole, die Deinen Lauf ankündigt.
Mit Dir stehen 300 weitere Läufer herum, alle ähnlich ausgestattet, mit Rucksäcken, Kopflampen und Stöcken bewaffnet. Und alle sind ganz merkwürdig ruhig und konzentriert, gleichzeitig aber auch sehr aufgeregt. Und dann beginnt die laute Musik, der Countdown auf Null wird runtergezählt und dann setzen sich diese 300 Menschen in Bewegung.
Beim UTMB geht es nach rechts, beim PTL, dem kleinen Spaziergang des Léon, geht es nach links, aber der Weg ist gesäumt von Hunderten, von Tausenden von Menschen, die jubeln und Daumen drücken, die Tröten klingen lassen und die Dir und Deinen Mitstreitern „bonne chance“ wünschen. Nach vielleicht Hundert Metern oder etwas mehr macht dann die Straße einen scharfen Knick nach links und Du läufst an den gleichen jubelnden Menschen wieder vorbei, die in der Zwischenzeit ihre Position einige Höhenmeter nach oben verlegt haben.
Kinder recken ihre kleinen Hände raus und freuen sich, wenn Du die abklatschst. Es ist lärmig und laut und Du siehst nicht allzu viel, weil die Augen feucht sind von den Tränen, die Du wegen dieses begeisternden Anfangs vergossen hast. Aber Du bist glücklich wie selten im Leben und Du bist stolz, diesen Anfang eines schönen Traums mit diesen Menschen um Dich herum träumen zu dürfen.

Diese Menschen um Dich herum tragen häufig Ehrfurcht einflößende Namen, manche aber sind auch eher Rookies, ambitionierte Amateurläufer wie ich, aber alle wissen, dass sich die nächsten Tage und Nächte nur noch in den Bergen rund um das „Dach Europas“ abspielen werden. Sie alle wissen, dass sich die Temperaturen, die es beim Start gab, in diesen nächsten Tagen und Nächten noch deutlich nach unten oder oben verändern können, verändern werden.
Wenn es nass war, wird es trocken werden und vielleicht auch wieder nass. Und was trocken begann endet häufig im Regen. Oder im Schnee. Und Du gehst, während Du an den grölenden Zuschauern vorbei läufst, im Kopf zum Hundertundelften Mal durch, ob Du alles dabei hast, ob Du alle Eventualitäten bedacht hast und ob Dein Konzept, dass Du in warmer Stube bei heißem Tee, trockenem Wetter und vollkommen ausgeschlafen geschrieben hast, funktionieren kann.
Du schüttelst Dutzende von Händen, die der kleinen und großen Zuschauer, die etlicher Mitstarter und auch die für Dich und Deinen Traum wichtigsten Hände, die in den nächsten 141 Stunden über darüber mitentscheiden, ob ich 2014 diesen Traum endlich bis zum Ende träumen darf, die Hände Deines oder Deiner Teamkollegen.

Jeder Traum ist nur so gut wie der Mensch, der ihn träumt. Und bei Teamläufen kann ein Traum nur so gut sein wie die zwei oder drei Menschen, die ihn zusammen träumen. Wie eine Kette, bei der das schwächste Glied die Stärke des Ganzen definiert, so ist das auch bei diesem kleinen Spaziergang, weit um den weißen Berg herum. Und wie es im Song „Dream a Little Dream of Me“ heißt, so startet auch der erste Abend und die erste Nacht bei diesem außergewöhnlichen Lauf:
„Sterne scheinen hell über dir, Nachtbrisen scheinen <Ich liebe dich> zu flüstern“ und „Vögel singen im Platanebaum,“ während Du mit dem Tross der anderen Läufer langsam, aber stetig Deinen Weg durch das Dunkel nimmst. In den ersten 24 Stunden bleiben alle Läufer fast noch zusammen und in der Nacht siehst Du vor Dir ein langes Band kleiner Leuchten die Wege hinauf auf die Pässe und Gipfel und hinter Dir, wenn Du Dich umdrehst, siehst Du auch ein langes Band ebensolcher Leuchten von denjenigen, die diese Herausforderung etwas langsamer angehen als Du.
Es ist ein so eindrückliches Bild, das Dich niemals mehr verlassen wird.

Dieser Traum, ob Du ihn zu Ende träumen darfst oder nicht, wird Nacht für Nacht immer wieder kommen, später dann, zu Hause. Und das geht dann wohl so lange, bis Du diesen Traum wirklich mal bis ganz ans Ende träumen darfst, bis zu dem Punkt, an dem Du, übermüdet, mit Schmerzen am ganzen Körper, humpelnd die Straßen von Chamonix entlang gehst, vielleicht ein paar Laufschritte versuchend und wo Du dann gar nicht die Beachtung der Zuschauer erhältst, die dieser Leistung angemessen wäre. Aber Du machst Dir nichts daraus und siehst auf die Finisher des CCC, des TDS oder des UTMB, nimmst wahr, wie in diesem Jahr die Westen aussehen, die Du dann gleich in Empfang nehmen darfst, wenn Du dann endlich die Ziellinie überquerst.
Und wenn Du die dann überquert haben wirst, dann gibt es auch kein Halten mehr und Du wirst einen ganzen Fluß weinen, minutenlang – und das wird so gut tun.

Dann werden 306 Kilometer abgelaufen sein, unzählige Leitern und Kletterpassagen werden bewältigt sein, 28.000 Höhenmeter wirst Du auf- und auch wieder abgestiegen sein, Du wirst durch 6 Nächte gelaufen sein, wovon Du in zwei Nächten wohl nicht geschlafen haben wirst und in den anderen vier Nächten hast Du mit Schlaf gegeizt und Du willst dann, wenn Du die Weste hast, nur noch eines: ins Bett. Schlafen, ausschlafen bis zum nächsten Morgen.
Du wirst dann pralle Sonne, aber auch eisigen Schnee erlebt haben, prasselnden Regen, dicken Nebel und wohl auch strammen Wind. Du wirst viel zu wenig gegessen haben, weil Du gar nicht so viel essen kannst, wie Du bräuchtest, aber Du hattest wahrscheinlich die schönste Zeit in Deinem Leben. Und Du hast einen oder zwei Freunde neben Dir, mit denen Du eine Erinnerung teilen kannst, wie es nur wenigen Menschen auf dieser Welt vergönnt ist, eine Erinnerung, die Du auch noch Deinen Enkeln erzählen kannst.
Vielleicht kannst Du dann nicht mehr laufen, aber Deine Enkel werden wissen, dass Du mal einer von denen warst, die solche Läufe gemacht haben.

Noch wissen Jörg Kornfeld und ich nicht, wer uns als Teampartner begleiten wird. Eine kleine Vorliebe aber haben wir schon. Noch sind es 231 lange Tage bis zum Start des PTL in Chamonix, lange genug, um mich wieder in Form zu bringen, wieder ein paar Kilos zu verlieren, wieder ein paar Längen- und Höhenkilometer zu absolvieren, um mich vorzubereiten auf diesen kleinen Traum.

Und dann, nach dem 31. August, hoffe ich, dass dieser Traum auch die Zeit überdauern wird und ständig wach und präsent bleibt, dass ich in jeder Nacht wieder Teile dieses Traums neu erleben darf, dieses Traums, in dem die Sterne hell über dir scheinen, in dem Nachtbrisen <Ich liebe dich> zu flüstern scheinen und in dem Vögel im Platanebaum singen.
Und dieser Traum wird wispern: „Halt mich fest und sag mir, Du vermisst mich,“ während ich allein bin und traurig, wie man sein kann, weil der echte, der reale Traum dann eben vorbei ist.

Das wird dann gehen, bis erneut die Einschreibungen für den UTMB, den PTL oder den TdG möglich sind und Du erneut von Deinem kleinen Traum träumen darfst …
„Sweet dreams“ wünsche ich Dir!

Danke für dieses Jahr 2013


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Mein Laufjahr 2013 war ähnlich wie der „Zug des Lebens“ in diesem YouTube-Video.

Ich saß in meinem Abteil und nahm wie jeder andere seinen Weg nimmt, meinen Weg. Dieser führte mich über das India Ultra Race in den indischen Kerala-Bergen, besucht vorwiegend von neuen französischen, belgischen und singapurianischen Freunden, unter anderem nach Andorra, ins österreichische Pitztal, zum schweizer Eiger und zu Günter Kromer ins schöne Baden.
Vor dem TransGranCanaria durfte ich drei Wochen lang auf dieser imposanten Insel Urlaub machen, dann ging mit Frank Nicklisch an und um den Müritz-See, es gab Nachtläufe in der Eifel, auf der berühmten Treppe in Radebeul, bei Gerhard Börner’s JUNUT und auch einige lange Nächte in England beim Thames Ring Race, dem bisher zeitlich und entfernungsmäßig längsten Lauf meines kleinen Sportler-Lebens.
In Nepal rückte ich menschlich eng mit Henk Sipers zusammen und in Chamonix lernte ich viele Bewohner des Deutschen Hauses entweder besser und näher oder sogar ganz neu kennen. Der Lauf war dabei für mich ein genauso freudig prägendes Erlebnis wie das Erleben dieser wunderbaren Menschen. Noch heute trage ich das rot-weiße UTMB-Bendelchen um mein Handgelenk, um mich ständig an diese vielleicht schönste Woche des Jahres 2013 zu erinnern.

Manch einer von Euch ist in diesem Jahr in mein Abteil eingestiegen, einige haben es aber auch verlassen. Manche haben nur kurz herein geschaut, manche sind gerne darin sitzen geblieben. Jeder, wie er es mag. Gerne hätte ich mein Abteil weiter aufgemacht für den Einen oder Anderen und auch manche hätte ich gerne daran gehindert, mein Abteil zu verlassen, aber im Leben müssen wir alle den Weg gehen, der uns vorbestimmt ist, der für uns gut ist und der uns weiter bringt.

Manch einen habe ich in meinem Abteil ungerecht behandelt, nicht ausreichend gewürdigt oder sogar seine Erwartungen nicht erfüllen können oder wollen. Ich bin jedoch dankbar, dass es einige von Euch gab, die eingetreten sind und noch immer in meinem Abteil verweilen und die mit ihrer Aufmerksamkeit und Freundlichkeit dieses Abteil wärmen und die damit dafür sorgen, dass ich hoffe, dass es für diese Fahrt niemals ein Ziel, ein Ende geben möge.

Neben den Erfolgen und Glücksgefühlen in diesem Jahr gab es natürlich auch die kleinen und großen Enttäuschungen. Jin Cao und Niels Grimpe-Luhmann haben eine davon aus der Nähe erlebt. Der Darmvirus (Giardia-Lamblia-Infektion), den ich mir aus Nepal mitgebracht habe, hat mir in Andorra und in der Schweiz den Lauf verleidet und mich zum Abbruch gezwungen, im Pitztal habe ich mich deswegen gleich entschlossen, „nur“ den kleineren Lauf zu wagen.

Jetzt schaue ich gespannt aus dem Abteilfenster, strecke meinen Kopf in die Kühle des Fahrtwinds und schaue gespannt und mit Freude nach vorne. Und ich sehe da zuerst den kleinen privaten KoBoLT, den ich mit Andreas Haverkamp gemeinsam rein privat ablaufen werde. Vom 11. Januar auf den 12. Januar sehe ich uns auf dem Rheinsteig zwischen Koblenz und Bonn, die gute Tradition fortsetzend, die wir auf Gran Canaria begonnen und mit dem kompletten Hermannsweg fortgesetzt haben.
Schon kurz danach sehe ich mich unter anderem mit Joe Voglsam um den Neusiedler See laufen, 120 hoffentlich schneereiche Kilometer meist auf österreichischen, teils aber auch auf ungarischem Staatsgebiet. Es wird eine hervorragende Möglichkeit sein, mich bei Joe für die Unterstützung und bei fitRabbit für die zusätzliche Power zu bedanken, die mich schon ein Jahr lang anschiebt und motiviert.

Ein wenig weiter vorne sehe ich dann den hohen und wahrscheinlich tief verschneiten Brocken, auf dem nicht nur die Hexen Walpurgisnacht feiern, sondern wir auch mit einer ganzen Heerschaar an hervorragenden Läufern ein gemeinsames Gipfelfest feiern werden, alles zum Wohl derer, die weniger Glück im Leben haben wie wir.
Und um diesem Gedanken der Nächstenhilfe gerecht zu werden, sehe ich mich im Juli, weit hinter den Läufen auf Gran Canaria, auf dem Hermanns- und dem RheinBurgenWeg, auf dem ich auch 2014 wieder den Einen oder Anderen von Euch begrüßen darf, im Altmühltal und an der Ruhr, hinter dem Trail Yonne im schönen Burgund und dem GUCR im sommerlichen England, eine große Runde um Köln und Koblenz laufen, um erneut Gelder zu sammeln für den Bonner Bunten Kreis, dessen Grenzen sich im neuen Jahr im Norden bis nach Köln und im Süden eben bis nach Koblenz ausdehnen werden. Jeder Euro, der dabei erlaufen werden wird, wird dann vor allem Frühchen und ihren Familien helfen, mit ihrem Schicksal besser umgehen zu können und ein glückliches und normales Leben leben zu können.

Und direkt danach sehe ich schon die hohen Berge Andorras, die Alpen zwischen Sölden und Meran und ganz weit hinten am Horizont sehe ich durch den Dampf der Lokomotive in der Ferne den majestätischen Mont Blanc. In 2014 will ich mir endlich die Finisher-Weste des PTL abholen und das gemeinsam mit Jörg Kornfeld und einer dritten Frau oder einem dritten Mann, die oder der aber bisher noch nicht gefunden sind. Aber es ist hier so romantisch wie bei einer Verlobung: versprochen sind wir schon!

Und auch in 2014 werden wahrscheinlich einige neue Freunde in mein Abteil einsteigen und auch dann werden einige wieder gehen.
Ich aber hoffe, dass Du, der Du Dich im Moment in meinem Abteil befindest, noch ein langes Weilchen bleibst und mich mit Deinen Hinweisen, Deiner Kritik und Deiner Aufmerksamkeit unterstützt.

Ich sage Dir DANKE FÜR DIESES JAHR 2013 und ich wünsche Dir und mir eine GUTE REISE … !