MyMAI …

MyMAI

Er hätte so schön werden können, der Mai, MyMAI. Geplant mit einem „Doppelpack“ aus der TorTOUR de Ruhr (TTdR) und dem Grand Union Canal Race (GUCR), aber wenn die Planung am warmen Schreibtisch zu Hause gemacht wird, dann besteht immer die Gefahr, dass da etwas dazwischen kommt, was sich „Realität“ nennt …

Und so stehen am Ende von MyMAI nur drei Läufe in meinem Lauf-Lebenslauf:
U 254 – Rengsdorfer Westerwaldlauf, 50 km, 10. Mai, 6:19:30
U 255 – 44 km Veedels Verzäll dreij, Köln, 13. Mai, GL
U 256 – TorTOUR de Ruhr 230,  Winterberg-Duisburg, 19./20. Mai, 34:21:00
Wie gut hätten sich da noch die 145 Meilen des GUCR gemacht?

Aber es war wohl das Wetter, das mir einen Strich durch mein ehrgeiziges Ziel gemacht hat und ein wenig auch die kurze Abfolge der ultralangen Kanten.

Beim „Westerwaldlauf“ um Rengsdorf herum war Badetag. Es schüttete, wir froren und wir zitterten. Und ich war am Ende der 50 Kilometer auch ziemlich fertig. Dennoch war es ein kleines Highlight, mit dem Erfinder der „Clean your trail“ Aktion, Sascha Rupp, und mit Christoph Mintgen gelaufen zu sein.

Einen Samstag später kümmerte ich mich um den Versorgungpunkt beim „25km Kölnpfadwandern im 4/4 Takt“, kein Wandern für mich, auch kein Laufen – und das alles bei bestem Frühsommerwetter.
Und dann, einen einzigen Tag später, als ich mit der großen Familie der KÖLNPFAD UltraläuferInnen beim „Veedels Verzäll dreij“ unterwegs war, war es wieder nass. Von oben, von unten, von der Seite. Und solch ein Wetter trübt natürlich auch immer ein wenig die Stimmung, bei allen. Und jeder ist, pitschnass bis auf die Haut, dann froh, in sein Auto zu kommen, um nach Hause fahren zu können.
Neben den Mitte 20 LäuferInnen, die mich da auf dem „Veedels Verzäll dreij“ begleitet haben, verdiente sich Patric Wurmbach Bestnoten, weil er im Regen unter einer Bushaltestelle die Stellung hielt und den Verpflegungspunkt auch für die Langsameren unter uns offen hielt.
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Und dann kam die TorTOUR.
Selten fühlte ich mich besser vorbereitet, mein Laufpensum der letzten Monate war ordentlich und ich hatte endlich mal keine Schmerzen mehr. Nicht an den Füßen, vor allem nicht an den Zehen, nicht in den Knien und auch nicht in den Waden.
Das muss an der Kombination der neuen HOKA-Schuhe gelegen haben, die ich, weil HOKA „meine“ Schuhgröße US 13,5 nicht mehr liefert, in US 14 geholt hatte.
Zudem hatte ich die Einlagen in die Schuhe eingebracht, ein Unterfangen, dass mich bei der Schuhgröße US 13 oder US 13,5 immer in Not bei den Zehen brachte.
Durch die Einlagen wird der Fußraum verkleinert, der gesamte Fuß angehoben und damit verkleinert sich auch der Spielraum der Zehen.
Mit den neuen, noch etwas größeren, Schuhen und den Einlagen scheine ich eine gute Lösung gefunden zu haben.

Meine Gabi war meine Supporterin und wir nächtigten in einem Ortsteil von Winterberg. Nach dem großen „Hallo“ und „Juhu“, nach unendlich vielen gedrückten Leibern und nach so viel Wiedersehensfreude ob der vielen bekannten Gesichter bei diesem wohl einmalig familiären Lauf, nach dem Briefing im neuen TTdR-Shirt, langärmlig und im Sublimationsdruck hergestellt und somit mit besten Voraussetzungen, in die Gruppe meiner Lieblingsshirts aufzusteigen, und nach einer kleinen Wartezeit ging es dann endlich los.

TTdR – ein Schauspiel in fünf Akten für mich.
2010 konnte ich das Ding finishen. Dabei war das mein erster wirklich langer Lauf, nonstop war ich zuvor nur ein Mal über 100 Kilometer gekrochen, das war bei der nur ein einziges Mal durchgeführten DLV-Challenge in Delmenhorst, 177,4 km in 24 Stunden, immerhin. Und dann gleich 230 K!
Aber ich erreichte die Stele in Duisburg erst in der Nacht und ich hatte, ehrlich gestanden, gar nicht bemerkt, dass da überhaupt eine Stele stand.
Aber schon am Tag danach, als ich die Fotos der anderen Finisher sah, war ich gierig darauf, auch mein ein Foto im Hellen an der Stele machen zu können.
2012 startete ich und scheiterte an meiner Übermotivation. Ich wollte zu viel und ich gab zu wenig. Und so ging ich nach 100 Kilometern aus dem Rennen.
2014 war ich angemeldet und heiß auf den Lauf. Heiß war aber auch das Wetter damals, extrem heiß sogar. Aber ich war sowieso nicht in Winterberg, sondern in Italien, weil ich einer Einladung des Chefs des Stöcke-Produzenten FIZAN zu einem Symposion über perfekte Laufstöcke folgte. Und am Tag danach, am zweiten TorTOUR-Tag also, liefen Michi Raab und ich auf einem alten Schmugglertrail in Italien eine Kurzstrecke von knapp 40 Kilometern und ich war danach vollkommen fertig.
2016 sollte es dann eigentlich endlich soweit sein: Die geniale Gürtelschnalle, die es ja 2010 noch nicht gab, wartete auf mich in Duisburg. Gabi, meine Supporterin, musste am Samstag noch arbeiten, also lief ich mit Christoph Mintgen, bis er nicht mehr konnte oder wollte und dann noch ein Stück weiter.
Als Gabi dann in der Nähe war und mich fragte, wo ich denn sei, da „tervauschte“ ich zwei der Ruhrseen und lotste sie prompt zu einem falschen Ziel. Von dort aus musste sie dann mich erst mal richtig finden, ich wartete im VP, die Zeit lief und der Cut-Off kam immer näher. Aber dann, kurz vor vier Uhr am Sonntagmorgen, startete ich, fast zeitgleich wie die 100 km „Bambini-Läufer“, die mich dann auch gleich einholten. Und ich war sooooo müde. Ich wankte und lief gerade in einen Gartenzaun hinein, als die beiden Letzten der 100 km Starter gerade bei mir waren. Es war die Familie Hanner, die mir dann zwei RedBull Dosen eintrichterten. Danach ging es aber kaum besser, die lange Pause im VP war einfach kontraproduktiv gewesen.
Als dann Frank Nicklisch auf mich auflief und mich immer wieder führte, weil ich immer wieder wegnickte, da war es um mich geschehen. Er wollte sich ein wenig in seinem Auto, dass dann zufällig am Weg stand, ausruhen und so verschliefen wir beide das Rennen. Als wir wieder aufwachten war uns beiden klar, dass es schon so spät war, dass ein Weiterlaufen nicht mehr sinnvoll gewesen wäre.
Die Gürtelschnalle musste also weiterhin in Duisburg auf mich warten.
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Ich war schnell unterwegs dieses Jahr, etwas schneller als sonst. Und ich hatte meiner Gabi gesagt, dass sie ruhig wieder ins Hotelbettchen steigen könne, die ersten 50 km bräuchte ich keinen Support. Dachte ich, das war aber weit gefehlt.
Gefehlt, weil ich zwei entscheidende Fehler noch im Hotel machte. So vergaß ich, das Melkfett bzw. den Hirschtalg zwischen die Beine zu schmieren und ich klebte meine Brustwarzen „blind“ ab. Und so verrutschte ich mit dem Pflaster links und dieses Pflaster thronte dann somit direkt neben der Brustwarze.

Aus der Verlegenheit der beginnenden Schmerzen im Schritt half mir mein KÖLNPFAD-Partner Thorsten Klenke und das Pflaster ersetzte ich dann, als Gabi dann irgendwann in den Support eingriff. Da war die Stelle aber schon blutig gewesen.

Das Wetter war fantastisch am Samstag, nicht zu heiß, kaum direkte Sonnneeinstrahlung und ich fand relativ schnell in Georg Hilden einen Laufpartner, mit dem ich sehr lange zusammen blieb und mit dem ich die Nacht verbrachte.
Gemeinsame Nächte unter Männern sind immer etwas sehr Verbindendes, etwas, das bleibt. Finde ich zumindest.
Wir trennten uns immer nur, wenn unsere Supporter getrennt voneinander parkten, damit wir nicht zwei Mal warten mussten. Nach dem Support aber fanden wir uns schnell wieder und kämpften wieder gemeinsam.
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Ganz besonders schön war, dass wir ganz kurz vor 16 Uhr am Startpunkt der 100 Meilen – LäuferInnen ankamen, die in einer Horde zusammenstanden und auf den Startschuss warteten. Ich gönnte mir den Abstecher nach rechts in die Menge der Wartenden, drückte und herzte viele, gerade die KÖLNPFAD UltraläuferInnen hatten es mir besonders angetan, dann gingen wir erst mal ein paar Meter zurück zum Verpflegungspunkt, um uns mit einem Nudelgericht zu stärken.

Kohlenhydrate, Salz, Flüssigkeit … das Regenerieren und Auftanken des Körpers kann so einfach sein!

Die Nacht war kalt und feucht. Die Ruhrauen zeigten kühlen Tau, wir froren und ich ärgerte mich, keine Handschuhe mitgenommen zu haben. Aber da meine Gedanke in solchen Situationen langsam sind und die Nacht kurz war, erledigte sich das Frieren schon mit den ersten Sonnenstrahlen.
Und von da an begann die Hitze. Keine Wolke am Himmel, viel direkte Sonneneinstrahlung und die Gewissheit, von jetzt ab gar nicht mehr so viel trinken zu können, wie der Körper es eigentlich verlangt hätte.

Und so wurden wir langsamer und langsamer und mein Wille, mich zu quälen, sank stündlich weiter. Längst war klar, dass wir im Hellen ankommen würden und während Georg noch das Ziel formulierte, eine „35“ vorne haben zu wollen, war mir alles egal und so trennten sich unsere Wege einen Halbmarathon vor dem Zielschluss und so lief er rund 23 Minuten vor mir ins Ziel ein, natürlich mit seiner „35“ vorne.

Ich aber verzweifelte an den letzten Kilometern, bei denen Du denkst, ganz bestimmt ganz gleich da zu sein, ganz gleich die orangene Stele zu sehen und ganz gleich erlöst zu sein von den Schmerzen in den Oberschenkeln und dem Ziehen im ganzen Körper.
Aber wenn die ersten 224 Kilometer noch einigermaßen kurz waren, die letzten 6 Kilometer zogen sich und mein Verstand drohte zu streiken.

Ich weiß nicht, wie ich diese letzten 6 Kilometer hinter mich gebracht habe, es war alles langsam. Ich hatte aber auch keine Lust mehr, ich wollte da dann nur noch drin sein. Für einen Schlussspurt fehlte mir die Kraft und die Einstellung.
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Aber dann war sie da, die Stele. Noch ganz weit hinten, aber so viele Menschen wünschten Glück, staunten über die Zahl 230 auf meiner Startnummer und schon deshalb ging es irgendwie weiter.
Aber dann an der Stele entlud sich die Anspannung mal wieder in sanftem Geheul. Wenig Wasser war noch im Körper verblieben, es reichte aber noch für viele Tränen.
Die Gürtelschnalle musste 2018 also nicht weiter auf mich warten, ich behüte und verehre sie jetzt in meinem Büro.

Meine Füße allerdings waren nach der Hitze und den vielen Kilometern elefantenmäßig aufgequollen und ich konnte vier Tage lang nicht richtig gehen.

Und dieser vierte Tag, der Donnerstag, war dann auch der Tag, an dem ich entschied, zwar nach England zu fliegen, aber am GUCR nicht teilzunehmen. Gabis und meine Flüge waren bezahlt, die Hotels weitgehend auch, wir gönnten uns etwas Liebe und etwas London, schrecklichen Dauerregen in Birmingham und wohlig warme Sonne in der englischen Hauptstadt.
Hätte ich die Entscheidung einen Tag später treffen müssen oder können, dann wäre ich wohl mit meinen Laufsachen nach England geflogen. Wer weiß, wofür die Pause gut war. Schlecht allerdings war sie für meinen Lauf-Lebenslauf. Und für meine Psyche.
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Dass Katrin Grieger als erst zweite Deutsche die Frauenwertung des GUCR gewinnen konnte, war jedoch mehr als ein Trost für mich und die gemeinsame Zeit mit Matthias, Katrin, Gabi und mir versöhnte mich mit der Traurigkeit, die uns Ultraläufer immer überkommt, wenn wir bei einem Laufevent vor Ort sind, aber dort nicht mitlaufen können oder dürfen.

MyMAI … kein perfekter Monat also, aber vielleicht ein guter Wegweiser für den Juni?
Zwei Marathons stehen da auf der Laufagenda und der DOLOMITI EXTREME mit 103 km und 7.150 HM.
Die 185 km auf dem GR-20 auf Korsika aber habe ich heute von meiner Agenda genommen, mir fehlt halt leider die Zeit für eine ganze Woche Laufspass, leider.
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Irgendwo in den Bergen …

3 1/2 Monate habe ich an dieser Stelle nichts mehr geschrieben. Umso unsicherer bin ich, ob heute der richtige Tag für den Wiedereinstieg ist.


Es ist aber in dieser Zeit nicht allzu viel passiert bei mir, zumindest nicht läuferisch. Einzig die 63km auf dem Kölner Grüngürtel, dem G1, war erwähnenswert. Weil wirklich alles gepasst hat.
Entstanden ist der Lauf aus einer „Schnapsidee“, in Vorbereitung auf den JUNUT und die TTdR noch einen langen und flachen Lauf in unser Programm einzubauen, ohne dafür allzu weit reisen zu müssen.
Und „25 Läufer*innen“ finden, die da dabei sind, das sollte doch nicht allzu schwer sein, dachten wir.
Und wir trafen einen Nerv der Läuferfamilie und aus einer Maximalteilnehmerzahl von 25 wurden bald 30, 50, 60 und am Ende sogar 100!

Da ich ja meine zarte Gesichtshaut während der gesamten Vorbereitung auf Gran Canaria dunkel einfärben durfte, blieb die meiste Arbeit an meinem Partner Thorsten hängen. Und er hat das großartig gemacht. Alles passte am Eventtag perfekt, auch das Wetter.
Reichlich Sonne, nicht allzu kühl, der 24. Februar, er war tatsächlich ein perfekter Wintertag, perfekt zum Laufen.
Auch die Finisher-Präsente waren etwas ganz Besonderes. Personalisierte Kacheln im Rahmen, persönlicher geht es kaum. Und die Reaktionen der Läufer*innen waren durchweg großartig, motivierend, inspirierend.
Auf jeden Fall freue ich mich da auf eine Wiederholung, aber dann werde ich einen größeren Teil der Arbeit auf meine schmalen Schultern legen.

Ansonsten habe ich mich relativ intensiv mit der Planung des Laufjahres 2018 beschäftigt. Da fielen Läufe raus, die ich gerne auf der Agenda gesehen hätte. Dazu gehört der „Hertog Limburgpad Ultra – Helipad 148km“ am 28. April, einem Datum, an dem ich wohl arbeiten muss.
Und auch das „DreamTeam“ mit Michi Raab und Christian Hofmann auf der Spitzhaustreppe in Radebeul wird es so nicht geben, weil Michi Raab sich eine Muskelfaser gerissen hat. Aber wir haben schon Ersatz gefunden, ich selbst muss mich nur noch geistig mit der neuen Situation anfreunden.
Auch das Elbrus Race, das ich 2017 schon verpasst habe, wird wahrscheinlich nicht auf meiner Laufagenda bleiben können, das kann ich heuer weder zeitlich noch finanziell stemmen, leider. Also hoffe ich in dieser Sache auf das Jahr 2019.
Und zuletzt musste ich auf mein Losglück verzichten und den möglichen Startplatz beim TOR („Tor des Géants„) im italienischen Aostatal sausen lassen. Dafür wurde ich auch gescholten, bis hin zum Vorwurf, gar nicht in der Lage zu sein, ein 200 Meilen Berglauf wie den TOR zu stemmen.
Die Wahrheit aber ist, dass ich nur dann leiden kann, wenn ich unbelastet laufen kann. Und das geht weder aktuell durch den Unfall meiner Gabi noch voraussichtlich Anfang September, wenn wir wieder mit Wochenendarbeiten zugestopft werden.
Und falls das nicht so sein sollte, dann fehlen halt die entsprechenden Einnahmen. Und das ist auch keine beruhigende Aussicht.

Ich habe aber in den letzten Wochen auch noch einige Bergläufe dazu genommen.
Es werden also auf jeden Fall ausreichend Höhenmeter sein, auf denen ich heuer schwitze.
Der JUNUT ist da noch mittelgebirgsflach, der GR-221 in mallorquinischen Tramuntanagebirge schon nicht mehr. Auch der GR-20 auf Korsika geht kaum als „topfeben“ durch. Und da ist auch noch der Mitic in Andorra mit seinen 9.700 HM, der Dolomiti Extreme mit seinen 7.150 HM und, ganz neu, auch noch der TDS von Courmayeur nach Chamonix, auch 7.600 HM stark.
Der TDS ist ein Bewerb der UTMB Berglaufbewerbe, mit 119 Kilometern eher „Mittelmaß“.
Dass ich dafür noch einen Rest-Startplätzchen bekommen habe, dafür danke ich herzlich. Und ich bin darüber sooooo glücklich …
Irgendwo in den Bergen, da sollte ich sein, da gehör‘ ich hin. Zwar finde ich nicht, dass der Satz „Flat is boring“ die einzige Wahrheit ist, dennoch gibt es für mich kaum etwas Schöneres, als abgekämpft irgendwann endlich oben auf dem Grat zu sein, auf dem Gipfel, auf dem Pass. Um von dort aus ins Tal runter schauen zu können. Und um zu wissen, dass es ab jetzt erst mal etwas einfacher wird und das geht dann solange, bis der nächste Berg kommt.
Und damit ich mir meiner Wahrheit sicher bin, muss ich immer wieder nach Hause, um das zu überprüfen, immer so lange, bis die Sehnsucht nach Bergen wieder so groß ist, dass es mich dort wieder hin zieht, rauf auf diese Grate, diese Gipfel, diese Pässe. Weil runter schauen so schön ist.
In den Bergen lernte ich die Natur lieben. In den Bergen lernte ich mich selbst kennen. Und in den Bergen lernte ich, zu fühlen und zu lieben. Und dieses Gefühl, diese Liebe, will ich nicht vermissen, zumindest nicht für eine längere Zeit.

Aber jetzt schaue ich erst mal auf die nächsten zwei Monate und auf elend lange und relativ flache Läufe. Dieser April und jener Mai werden zeigen, wo ich zurzeit rein läuferisch stehe.
Der JUNUT, den ich 2014 zuletzt ganz finishen konnte – auch schon wieder vier Jahre her – und bei dem im 2017 den „bequemen Ausstieg“ als Finisher 170 nach 170 km gewählt hatte, ist dabei die erste große Hürde.
Ohne ein Finish dort würde mein Selbstbewusstsein weiter erodieren. Das wären sehr schlechte Voraussetzungen für die beiden Hürden, die danach kommen, für die TorTOUR de Ruhr (TTdR), zuletzt gefinished 2010 und für das Grand Union Canal Race (GUCR), zuletzt gefinished 2014.
Die bergige Strecke des GR-221 auf Mallorca wird dabei zwischen dem JUNUT und der TTdR eine willkommene und die Muskeln entspannende Übung sein. Und da ich dort nur mit guten Lauffreunden unterwegs bin, wird dieser Weg auch meinen Geist entspannen.

Ab dem GR-221 auf Mallorca heißt es dann wieder:
Irgendwo in den Bergen, da sollte ich sein, da gehör‘ ich hin …