In Kalterherberg wurde es mir warm ums Herz …

Monschau1„Eigentlich hätte Jürgen Sinthofen diesen Bericht schreiben müssen“ schrieb ich im Vorjahr in meinem Bericht über den Monschau-Marathon („New York, Monschau, Tokyo„). Jürgen ist ein „Sammler“ von Hauptstadt-Marathons auf dieser Welt. Und weil Monschau ja die heimliche Hauptstadt der Eifel ist, dachte ich, dass das ein Lauf für ihn sein müsse.

2015 war es dann so weit. Jürgen trat die weite Fahrt nach Konzen bei Monschau an, um diese 42,2 Kilometer unter die Füße zu nehmen.
Heraus kam ein netter und detailreicher Bericht, den zu lesen ich Dir gerne ans Herz lege.
Nur wiederholen will ich nicht, was da schon geschrieben steht.

Muss ich ja auch nicht. Der Monschau-Marathon hatte für mich heuer sowieso eine ganz andere, eine eigene, eine fast heilige Bedeutung.
Nachdem es mir in der Türkei nicht vergönnt war, meinen 200. „Marathon und länger“ (MuL) zu laufen, mir der Mauerweglauf in Berlin zeitlich zu weit weg war und weil ich mich auch richtig frisch und fit fühlte und das gerne überprüfen wollte, dachte ich: „Monschau – this is the place!“
Welcher Lauf wäre denn besser für solch eine „200“ besser geeignet?Monschau2Monschau-Marathon, das ist Heimat.
Nur rund 80 Kilometerchen von meinem Wohnort in der Grafschaft entfernt ist es einer der ganz besonders nahe gelegenen Marathons. Und Monschau und das Umland sind sehr ähnlich wie Ahrweiler und sein Umland. Ein Blick und Du scheinst alles und alle dort zu kennen.

Monschau-Marathon, das sind Freunde.
Obwohl ich dort erst zum zweiten Mal gelaufen bin, kenne ich viele der handelnden Personen. Ich kenne die Stellen, an denen die VPs stehen, ich kenne viele Menschen, die an den HotSpots die Strecke säumen, um uns zuzujubeln und viele der Helferinnen und Helfer, die Dir Wasser, Iso, Tee, Cola, den berühmten Löffel Honig, Riegel, Bananen, Orangen reichen oder eben Schwämme, die Du zur Abkühlung gerne nimmst.

Monschau-Marathon, das ist Familie.
Allein aus meinem, aus Deinem, aus unserem engsten läuferischen Umfeld, standen so viele Namen lieber und liebster LäuferInnen aus der Familie auf der Startliste, dass das Lesen derselben allein schon ein Genuss war. Meine Lauftruppe des TV Altendorf-Ersdorf war mit einer Zweierstaffel vertreten, „statt Köln“ (Margit und Andreas) und beim Marathon lief Frank, mit dem ich die erste Hälfte der Strecke genießen durfte.
Joe Kelbel war auf der Ultrastrecke, ebenso Christian Pflügler, Holger Boller, Thomas Hildebrand-Effelberg, Helmut Hardy, Hans Würl und Lars Schläger, um nur einige der drei Handvoll enger Freunde zu nennen. Betty Mecking, Nile Niederreuther und Jörg Segger als KÖLNPFAD-Läufer waren ebenfalls auf der Ultrastrecke unterwegs.

Und von den 433 Finishern des Marathon will ich erst gar keine Namen heraus picken, es sind einfach zu viele.
Einen aber, der für mich mindestens auch „Familie“ ist und den ich viel zu selten sehe, will ich aber doch erwähnen:
R(ud)olf Mahlburg gab sich die Ehre, als Walker nur, da er zurzeit besser Trecker fährt als läuft, wie er selbst sagt. Meine Ultralauf-„Karriere“ ist eng mit seinem Namen und seinen Veranstaltungen von Laufendhelfen.de verbunden. Mindestens ein gutes Dutzend meiner 200 MuL habe ich bei ihm und mit ihm hinter mich gebracht.Monschau3Und weil es ja dieses Jubiläum war hatte ich tatsächlich gar keine Ziele. Ob ich wieder die 4:18:30 Stunden aus dem Vorjahr erreichen würde, ob es 4:30:00 Stunden oder auch 5:00:00 Stunden würden, es war mir vollkommen egal. Ich war entspannt und glücklich. Für die meisten, die ich überholen durfte, zumeist Ultras, hatte ich die Zeit, ein paar Worte mit ihnen zu wechseln, ein Drücker hier, ein Küsschen da, ein paar Worte über dies und das und ein paar Hundert Meter mit R(ud)olf – es war herrlich, wunderbar.
So entspannt war ich noch nie, so ziellos, so wenig ergebnisorientiert, war ich noch nie.

Nach der halben Strecke ließ ich Frank stehen, um die zweite Hälfte etwas schneller zu laufen. 2:11:00 Stunden für die erste Hälfte war ja angesichts der Steigungen gar nicht so schlecht, aber da ging noch was, dachte ich. Und eine durchschnittliche Pace von 6:20 Minuten pro Kilometer ist ja auch nicht zu verachten. Zu schnell für Berlin ist sie auf jeden Fall.
Aber wenn man es dann mal lauen lässt, dann sinkt die kumulierte Zeit kontinuierlich und irgendwann war sie dann unter 6:10 Minuten pro Kilometer.
Das war dann in Kalterherberg, am höchsten Punkt der Strecke, dort, wo so viele Menschen unserem bunten Treiben beiwohnten.
Das war der Moment, in den ich beschloss, nun doch auf Zeit zu laufen.
Eine „unter 6“ musste her bei meinem 200. MuL, so der Vorsatz. Und die Menschen an der Strecke klatschten, dass mir warm ums Herz wurde.
Ganz besonders feuerte mich immer wieder eine Lady an, der mein KÖLNPFAD Shirt so gut gefiel. Ich bin zwar sicher, dass sie nicht wirklich wusste, was der KÖLNPFAD ist und wie lange man dafür laufen muss, aber sie las nur „KÖLLE“ und rief jedes Mal „Kölle Alaaf!“ und reckte einen Daumen nach oben.

Das mit der weiteren Beschleunigung funktionierte gut, trotz einiger Steigungen, die mich immer wieder zurück warfen, ich lief auf der Ebene nun meist eine Pace von 5:20 Minuten pro Kilometer, runter bis zu einer kumulierten Zeit von 5:58 Minuten pro Kilometer, mit der ich dann ins Ziel einlief. Nach 4 Stunden, 12 Minuten und 5 Sekunden.

Es flossen keine Tränen bei mir, aber ich war weiterhin entspannt und ich genoss den Moment und die schöne Zeit danach.
Ich traf noch Holger, Lars, Jürgen, Thomas und auch noch Andere, es gab ein Drücker hier, eine Gratulation da.
Was es aber nicht gab, war eine Rose.
Die gab es nämlich nur für die Damen, nicht für die, die ihren 200. MuL gefinished haben.

Und wenn ich nach 2016 schaue und alles einigermaßen nach Plan läuft, dann werde ich dort in Konzen bei Monschau am 14. August 2016 meinen vielleicht 222. MuL finishen.
Denn Monschau-Marathon, das ist Kult.

Advertisements

Laufen in Lappland

DSC_3936

(Klicken zum Vergrößern …)

Lappland ist der Landesteil von Skandinavien, der nördlich des Polarkreises liegt, dachte ich immer. Lappland ist das Land der Rentiere, dachte ich und da gibt es auch die Lemminge, den Vielfraß und die Elche.
Und nicht zuletzt ist Lappland sehr dünn besiedelt, extrem dünn besiedelt sogar.
Dachte ich. Bis gestern.
Gestern war ich also in Lappland laufen.
„Laufen in Lappland“, so sagte Daniel Heideck vor der Veranstaltung.

Aber dieses Lappland liegt nun mal doch weniger weit nördlich wie gedacht, eher auf den Eifelhöhen eine Biel-Lauflänge von meinem Heim entfernr.
Und statt Rentieren sah ich ungeheuer viele Renntiere, die wie Lemminge hintereinander her liefen. Ich war einer dieser Lemminge. Und ich war es gerne.
DSC_3922Aber dünn besiedelt ist diese Gegend auf den Eifelhöhen auch, wenngleich nicht ganz so dünn wie das Lappland im Norden Europas, wo ja nur rund 2 Einwohner auf jeden Quadratkilometer kargen Landes kommen.
Lappland in der Eifel ist also das Lauf- und Lebensgebiet von Holger Lapp, „Asics Frontrunner“ und Held von „Trailrunning Eifel“ und dem Blog www.trampelpfadlauf.de.
Ach so, Daniel, dachte ich und verstand, warum Lappland so weit nach Süden verschoben scheint.
Und weil Holger Lapp und die Seinen im Gebiet rund um Monschau jeden Stein auf den Trails beim Vornamen kennen, weil sie dort zuhause sind, wo die Strecke des Monschau-Marathons zu finden ist und weil Holger Lapp und die Seinen gleichsam schnell und eifeltrailerfahren sind, waren sie alle schneller als ich, Daniel Heideck inklusive.

Aber das war ja klar. Ich wollte ja gemütlich ein paar finale Kilometer vor dem SwissIronTrail in die Beine bekommen und das gelang mir auch einigermaßen, zumindest bis zum Halbmarathon-Punkt. 2:16 Stunden für die erste Hälfte des „MM“, des Monschau Marathons, fast exakt 6:30 Minuten für jeden der durchaus anspruchsvollen Kilometer runter und meist rauf auf die Hügel der Eifel.
DSC_3946Aber dann war es das mit der Gemütlichkeit, mit der Kontrolle und ich wurde schneller. Erst nur, weil ich dachte, dass zwei Mal 2:16 Minuten doof sind und ich gerne unter der Marke von 4:30 Stunden für den Marathon bliebe. Also musste die zweite Hälfte schneller sein als die erste.
Dann aber auch, weil ich sehen wollte, ob ich überhaupt noch laufen kann nach dem vielen Speedhiken in England, Andorra und in Kirgistan.
DSC_3921Und wenn Du, wie ich am Sonntag, weit hinten startest, dann wird so ein Marathon besonders interessant. Du hast ständig neue Läuferkollegen! Das ist wirklich richtig interessant.
Bei manchen Läufen hast Du vom Start bis zum Ziel die gleichen Leute um Dich herum. Das ist das Zeichen, dass Du Dich im Pulk richtig eingeordnet hast. Die Schnellen sind vorne und entfernen sich immer mehr von Dir und die Langsamen sind hinten und auch die entfernen sich immer mehr von Dir, wenngleich das in die andere Richtung geschieht.
Den ganz eifrigen Läufern, denen, die sich mutig und frech vorne bei den Cracks einordnen, geht es dabei oft so, dass sie ständig nach hinten durchgereicht werden. Auch die laufen immer mit neuen Kollegen um sie herum.
Und ich startete nun wirklich weit hinten und arbeitete mich sukzessive nach vorne. Und der Umstand, ständig auf neue Läufer aufzulaufen, motivierte mich derart, dass ich in der zweiten Hälfte des Rennens keinesfalls wieder eben gewonnene Plätze verlieren wollte.
DSC_3958Dazu kam, dass Du auch regulär die Vielzahl der Walker, die schon bis zu zwei Stunden vor den Marathonis gestartet waren, überholst. Und Du überholst auch noch einen Gutteil der Ultra-Marathonis, die mit einem Vorsprung von 1:55 Stunden zuerst die 14 Kilometer-Schleife liefen, um dann auf die Marathonstrecke einzubiegen. Die meisten Ultras hatten dann noch rund 15 Minuten Vorsprung auf die Marathonläufer. Und die waren dann irgendwann auch weg.

Und so kam ich dazu, regelmäßig zu grüßen, zu drücken und zu herzen. Ob es der typische Laufstil eines Bernd Rohrmanns war oder die schöne bunte Welt eine Bettina Mecking, es war einfach schön, auf diesem wunderschönen Lauf sich nicht alleine zu fühlen.
Schon vor dem Start waren da einige, die ich schon lange nicht mehr auf den Laufstrecken dieser Welt gesehen hatte. Willi Mütze mit seinen niederländischen Freunden, Helmut Hardy und andere Aachener Läufer.
Und ich traf auch mal wieder Daniel Heideck, mit dem ich gerade in diesem Jahr recht viel Gemeinsames hatte und ich traf eben auch Holger Lapp und seine Freunde.
DSC_3951Die Strecke des Monschau-Marathons ist schnell beschrieben. Da gibt es die historische Altstadt von Monschau, die ist so schön, so romantisch, die müsste unbedingt erfunden werden, wenn es sie noch nicht gäbe. Und durch diese schöne Stadt geht der Weg durch, vorbei an der historischen Senfmühle (Senf aus Monschau ist so berühmt wie die Stadt Monschau) und an anderen historischen und liebevoll restaurierten Gebäuden.

Der Rest der Strecke ist die Landschaft der Eifel pur. Hügel rauf, Hügel runter, grüne Landschaft, so weit das Auge blickt. Nichts für Bestzeitenjäger, aber auch kein Hardcore-Lauf und meine 4 Stunden und 18 Minuten für den Marathon erzählen genau davon. In der flachen City wären es vielleicht 3 Stunden 45 Minuten gewesen, in den Bergen hätte ich wohl eine deutliche Weile mehr gebraucht.
DSC_3928Eines aber fällt jedem auf, wenn man in Monschau läuft. Es ist ein Lauf von Leuten, die das Laufen lieben, von Leuten, die die Läufer lieben.
Und diese Liebe geht bis ins Detail.
Der Monschau-Marathon findet mitten im deutschen Sommer statt. Und oft ist es dort heiß, manchmal brüllend heiß. Und deshalb gibt es alle 3,5 Kilometer zumindest etwas zu trinken, meist sogar noch etwas zwischen die Zähne. Es ist leicht, von diesem Marathon schwerer nach Hause zu kommen wie man vor dem Marathon war, weil es eben so viele Verpflegungspunkte gibt, an denen man die verbrauchten Kalorien mehr als vielfach wieder ausgleichen kann. Lappland – Vielfraß, da war doch was …
DSC_3945
Und dennoch gab es neben den guten Leckereien auch zwei Sachen, die mich wirklich beeindruckt haben. Ich lamentiere ja gerne darüber, dass es selten Salz und noch seltener Salztabletten gibt. Selbst bei harten Ultraläufen vermisse ich dieses Wundermittel häufig und deshalb habe ich meine Tablettchen eigentlich immer dabei.
In Monschau wäre das nicht notwendig gewesen, endlich ein Lauf, bei dem man an diese wichtige Kleinigkeit gedacht hat.
DSC_3959Und ganz am Ende, am letzten Verpflegungspunkt, rund 3,5 Kilometer vor dem Ende, da reicht Dir dann jemand einen kleinen Plastiklöffel, an dem ein Batzen Honig hängt. Als „natural shot“ für die letzten Meter.
Klar, das ist nichts für Veganer, aber Agavendicksaft wäre hier einfach zu flüssig. Ich jedenfalls fand diese Idee klasse und wünschte mir, auch andere Läufe würden diese Liebe zu den Läufern zeigen.
Und dann, vielleicht zwanzig Minuten später, bist Du dann drin. Am Ende geht es immer mal wieder rauf und Dich trägt noch immer der Gedanke an den Honig-Shot über die Strecke. Es gibt ein paar warme Worte des Moderators, der seine Sache sehr gut gemacht hat, sehr schnell Deinen Namen und Deine Daten präsent hat, auch wenn Du, wie ich, die Startnummer so unglücklich hängen hast, dass der „Vorgucker“, der dem Moderator schon vorab die Nummern der einlaufenden Helden mitteilt, diese nicht lesen kann.
DSC_3929Wenn Du dann schnell noch versuchst, diese Nummer nach vorne zu drehen und der Moderator tatsächlich nur wenig Zeit hat, auf der Teilnehmerliste nach Dir zu suchen, selbst dann findet er Dich, Dein Name hallt über die überfüllte Partymeile im Ziel, Deine Freunde hören, dass auch Du auf dieser Strecke unterwegs warst und dann wirst Du Dutzendfach angesprochen und immer wieder mit der gleichen Frage konfrontiert, der Frage, die mir auch schon die lieben und fleißigen Ultraläufer auf der Strecke gestellt haben:

„Hey Tom, was machst Du denn auf der Kurzstrecke?“

Aber Kurzstrecke laufen in der Eifel, in Land Holger Lapps, auf anspruchsvollen, aber nicht übermäßig fordernden Trails, in so viel Natur, wie es sich manche Städter gar nicht vorstellen können, das reicht dann auch, finde ich.
Nur ganz vielleicht werde ich beim nächsten Besuch dort doch auch mal den Ultra probieren, das aber nur, weil sie alle so nett sind, dort oben im Norden, im Lappland der EifelDSC_3927
Den entsprechenden Bericht auf www.laufspass.com gibt es hier …

Die NEU-linge von morgen …

Immer etwas Neues ausprobieren, immer etwas Neues laufen, was liegt da näher, als einmal diesen Lauf zu machen, den NEU.

Ich muss dazu sagen, dass ich den NEU schon im alten Jahr laufen wollte, aber das hat dann terminlich nicht gepasst.
Und auf meiner Suche nach einem Event am Wochenende habe ich gesehen, dass es leider nur sehr wenige offizielle Möglichkeiten gibt, zu laufen.
Der Honigkuchen-Marathon in Kevelaer? Zwar interessant und kultig, aber nichts für mich, für den muss man sich Monate im Voraus anmelden!
Der Indoor-Marathon in Aarhus in Dänemark? Auch interessant, aber Indoor laufe ich schon am 23. Januar in Senftenberg und Aarhus ist auch einfach zu weit für einen Wochenendlauf.
Oder doch nach Coburg zum Coburger Wintermarathon? Auch weit, finde ich, obwohl meine Schwester fast nebenan wohnt.

Also der NEU, der von Stefan Vilvo organisierte Nord Eifel Ultra, wie er sich ausgeschrieben nennt.
Start ist in Düren, also gewissermaßen vor der Haustüre, es ist ein kleiner Privatlauf, kein richtig organisierter Wettkampf, so etwas wie unser Rheinburgenweg-Lauf im März. Und diese Läufe liebe ich, sie sind so persönlich und man hat keinen Wettkampfdruck. Zeit, miteinander zu reden und sich für andere Läufe zu verabreden.

Aber mit wem redet man 56,3 Kilometer lang, wenn man niemanden kennt?
Also lohnt ein kurzer Blick auf die Liste der NEU-linge von morgen und da fällt auf, dass ich vielleicht doch die eine oder andere Läuferin, den einen oder anderen Läufer, schon irgendwo einmal gesehen habe.

Und das sind die NEUlinge:
Florian Bechtel
Harald Gatzen
Alexander Henz [4]
Jörg Benz
Peter Virnich
Jochen Kruse
Heiko Harks
Dieter Ehrenberger
Jürgen Büchel [2]
Henk Geilen [3]
Bernd Gawrisch
Ina Heins
Tobias Lagemann [2]
Susanne Alexi [2]
Helmut Hardy [4]
Jörg Segger [2]
Stefan Vilvo [5]
Thomas Eller

Betreuung:
Peter Decker [5]
Konrad Vilvo [5]

Ich sehe schon, das kann nicht langweilig werden, da wird viel geredet.

(Klicken zum Vergrößern!)

Also starten wir morgen früh um 9.00 Uhr gemeinsam in Düren auf dem Annakirmesplatz, um eine 56,3 Kilometer lange gemeinsame Laufrunde durch die Nordeifel zu drehen.
Vielleicht kommen ja noch ein paar Läufer dazu, vielleicht sogar auch Du?

Die Runde wird gemütlich und locker laufen, angesichts meines aktuellen Trainingszustands ist für mich auch nicht mehr drin, das passt also ideal. Aber ich hoffe, dass ich danach gerüstet bin für den 50 Kilometer Hallen-Ultramarathon in der alten von der DDR-Romantik geprägten Turnhalle in Senftenberg, ein Ultralauf, der ganz besonders fordernd sein soll, weil die Bänder und Sehnen durch den Belag des Laufkurses enorm belastet werden. Zudem musst Du, weil die Kurven angeschrägt sind, spätestens nach der Hälfte beim Überholen und Überrunden der langsameren Teilnehmer, die wegen der Fliehkraft immer innen laufen, stets einen Bogen „nach oben“ machen, um voran zu kommen.
Aber das ist eine Geschichte für die übernächste Woche.

Heute freue ich mich erst einmal auf Jörg Segger, den ich schon Monate lang nicht mehr gesehen habe. Er organisiert mit Heinrich Dahmen gemeinsam zum dritten Mal den Erft-Spendenlauf. Der NEU ist also eine guten Gelegenheit, darüber zu reden.
Ich freue mich auf Florian Bechtel, meinen „Fast-Laufpartner“ des PTL 2010. Nur die damalige schwierige familiäre Situation hat diesen Ursprungsplan scheitern lassen. Ihm bin ich wohl auch ewig dankbar, er hat buchstäblich „meinen Arsch gerettet“.
Bei der TorTOUR de Ruhr hatte ich mir in der Poritze „einen Wolf gelaufen“ und er rettete mich mich unglaublich heilsamen und wirkungsvollen medizinischen Klebebändern, die er auf die wunden Stellen klebte.

Ich freue mich auf Helmut Hardy, der für den September etwas Großes angekündigt hat und einen wirklich beeindruckenden Jahresbericht über sein Jahr 2010 geschrieben hat. Live gesehen habe ich ihn zuletzt in Troisdorf beim dortigen 6-Stunden Lauf. Er organisiert immer den wunderschönen Eifelsteig-Etappenlauf, ein Lauf, der landschaftlich so schön ist, dass man erlebt haben muss!
Und ich freue mich auf natürlich auf Susanne Alexi mit ihrem unverwechselbaren Hüpfschritt, ihrer stets guten Laune, die bei allen langen Läufen dabei ist. Nach dem „schrägen O.“, der TorTOUR de Ruhr ist sie mir spätestens durch die gemeinsamen Tage im „Petzimobil“ beim Lauf über den Elberadweg von Dresden nach Hamburg ans Herz gewachsen.
Auch wenn damals nicht alles „rund gelaufen“ ist war das insgesamt eine total tolle Tour und ich beneide Torsten Riemer und Michael Eßer schon jetzt, mit Hauke König ab dem 17. Januar einmal Schleswig-Holstein zu umlaufen, natürlich begleitet vom „Petzimobil“.

Natürlich freue ich mich auch auf Henk Geilen, Jochen Kruse, Jörg Benz und die anderen. Über die und deren Laufgeschichte schreibe ich aber ein anderes Mal …

Oh, Ihr NEU-linge, ich freue mich!

Davos – da wo’s teuer ist!

Unsere Reise nach Davos begann am vergangenen Freitag kurz nach 11 Uhr und obwohl die Straßen weitgehend frei waren, dauerte die Reise lange.
Richtig problematisch war der Abschnitt zwischen Ulm und der österreichischen Grenze. So einen dicken Stau hätte ich nicht gebraucht.
Und er hat uns die Ankunft vor 19 Uhr gekostet. Hätten wir diese 19 Uhr – Grenze einhalten können, dann hätte ich meine Startunterlagen noch am Freitag abholen können, so musste ich das auf den Samstag verlegen. Um 21 Uhr waren wir dann endlich wirklich in Davos eingetroffen.

Am Freitag sahen wir in Davos jedoch ausschließlich Regen, Regen und nochmal Regen. Der Regen war so stark, dass wir am Abend nicht mehr in ein Restaurant in der City fahren wollten, so blieben wir im Turmhotel Victoria, um dort eine Kleinigkeit zu essen. Eine Kleinigkeit?
In dem Restaurant gab es eigentlich nur eine Auswahl von Speisen vom „heißen Stein“ und eine große Auswahl an Fondues. Alles war üppig und überstieg in der Menge und in den Preisen deutlich unsere Vorstellungen.
Zum Glück bekamen wir dann noch etwas aus der Bistrokarte, aber die Preise waren immer noch höher als eine richtige Abendmahlzeit in den meisten normalen Restaurants.
Aber es ging schnell und war auch geschmacklich sehr ordentlich.
Angesichts des auf 5.30 Uhr gestellten Weckers wollten wir sowieso nicht lange weg bleiben, insofern hat das schon gepasst.

SwissAlpineMarathon

SwissAlpineMarathon

Am nächsten Morgen war der Regen nur noch sehr dünn und die Hoffnung groß, dass es doch noch ein großartiger Tag werden könnte. Und schon kurz vor dem Start scheinte sogar die Sonne vom ansonsten stark bewölkten Himmel. Bis zum Start hatte ich noch meine Arm- und Beinlinge an, die Beinlinge entfernte ich aber noch während der letzten Sekunden vor dem Start.
Ansonsten war ich stolz, zum ersten Mal das schöne Shirt des „SwissJuraMarathon“ zu tragen. Das war eine gute Entscheidung, weil ich noch einige Freunde treffen sollte, mit denen ich erst vor wenigen Wochen gemeinsam gelaufen bin.

Ich finde es schon recht erstaunlich: im Vorfeld wusste ich von einigen, die in Davos starten wollten, gesehen habe ich aber keinen einzigen davon. Aber unverhofft kommt oft, sagt man und als ich mich zum Start aufstellen wollte, traf ich zwei „SwissJuraMarathon“ – Finisher, die mich gleich überschwänglich begrüßten. Aber die beiden sollten nicht die letzten „SwissJuraMarathon“ – Lauffreunde sein, die ich sehen würde.

Schon nach zwei Kilometern lief ich auf Helmut Hardy auf, den Veranstalter des Eifelsteig-Etappenlaufs. Er und ich wurden dann wenige Kilometer später von seiner Frau und deren bester Freundin bejubelt. Welch eine Überraschung, mit ihm hätte ich am wenigsten gerechnet, weil Helmut bisher noch nie in Davos am Start war. Insgesamt liefen wir einige Kilometer gemeinsam, Kilometer, die mir sehr viel Freude machten.
Helmuts Ziel für diesen Lauftag war eine Zeit von etwa 10 Stunden und die Verwirklichung der Strategie, bis km 61 kontrolliert zu laufen und es danach die letzten 17 Kilometer bergab „laufen lassen“ zu können. Helmut hat mit der Zeit von 09:47:10 Stunden gefinished, perfekt!
Als ich Helmut gegenüber die Überlegung geäußert habe, dass ich mal wieder auf den C42 abkürze, hat er intensiv versucht, mich zum Laufen mit ihm zu bewegen. Bestimmt wäre das sehr lustig geworden.

Als nächsten traf ich meinen Dauerläufer Hans-Peter Gieraths aus Bad Neuenahr – Heimersheim, den einzigen Ultraläufer im Ahrtal, der ähnlich viel läuft wie ich. Mit „HP“ war ich 2008 beim „GONDO EVENT“ und dort habe ich einen echten Freund gefunden. Wir tauschen unsere Start und Ziele regelmäßig aus, aber von seinem Start in Davos wusste ich nichts.
Richtig gefreut habe ich mich aber, als Hans-Peter mir sagte, dass wir uns vielleicht sogar am 15. August beim „KÖLNPFAD“ sehen. 171 gemeinsame Kilometer? Das wäre doch was, oder?
Und dass Hans-Peter mit 09:36:41 Stunden eine richtig gute Zeit laufen würde, war mir von Anfang an klar. Gerade am Berg hat er mir viel voraus. Beim „GONDO EVENT“ hat er mir jeden Tag eine Stunde abgenommen und auch beim „Bödefelder Hollenlauf“ dieses Jahr konnte ich ihm nicht folgen.

Während ich also mit den beiden lief, liefen wir auf einen Läufer auf, der mir von hinten sehr bekannt vorkam. „Ist das nicht der Jack?“ fragte ich mich und ich überholte ihn, um ihn von vorne zu sehen. Er war es. Jack B. Liver ist nicht nur einer der Mitglieder in unserer UTMB-Gruppe im „Wer-kennt-wen (WKW)“, mit denen ich mich gelegentlich über die Trainingsläufe unterhalte. Jack war auch Supporter von Katja Blättler aus Littau, die ebenfalls eine „SwissJuraMarathon“ – Finisherin ist.
Beim SJM dachte ich noch, dass Jack durchaus auch selbst hätte mitlaufen können und sich nicht nur auf die Rolle des Supporters seiner Freundin hätte einrichten müssen.
Aber als ich dann wieder zurück war, las ich eine schöne Geschichte von Jack, wo er von seinem 250-Meilen-Lauf (Thames Ring Race 250 M) durch England geschrieben hat.
Jack endete seinen Laufbericht mit den schönen Worten: „… jetzt muss ich schließen und mich auf machen nach Genf. Meine Freundin Katja startet da morgen beim SwissJuraMarathon.“ Ist das nicht süß?
Mit Jack lief ich auch noch ein paar Kilometer und wir sprachen über die vielen schönen Läufe dieser Welt und ich freue mich, wenn ich Jack beim UTMB wieder sehen darf. Jack, Du bist ein ganz Großer!

Jack sagte, dass Katja auch dabei wäre und wir beschleunigten ein wenig, um sie einzuholen. Sie trug auch das Trikot des SwissJuraMarathon und sie erzählte, dass das Knie schon noch weh tut vom SJM. Aber sie lief. Und sie lief gut. Mit 10:46:00 Stunden war sie bald eine Stunde schneller als ihr Freund Jack. Na wenn das keine Leistung ist, Katja!

Ich habe dann die Läufer erst einmal hinter mir gelassen, aber ich bin dann nach 31 Kilometern in Filisur auf den C42 abgebogen. Ich war nicht kaputt und auch der Regen, der uns immer wieder ärgerte, war zu dieser Zeit vorbei gewesen. Ganz im Gegenteil: es wurde sogar noch richtig warm. Aber ich traute meiner Gesundheit noch nicht vollständig und mir gingen die Gedanken durch den Kopf, dass ich mit meiner Familie noch weiterfahren wollte Richtung Kroatien. Der Urlaub rief …
Außerdem war die Übernachtung in Davos doppelt so teuer wie geplant, weil ich von Zimmerpreisen, das Hotel aber von Preisen pro Person ausgegangen bin. Da war er wieder, der Amerikaner in mir. Also keine zweite Nacht in Davos, da wo’s so teuer ist …

Als ich bei der Abzweigung zum C42 meine Frau Gabi anrief, um ihr zu sagen, dass sie mich, wie sie es wollte, im Ziel des C42 abholen kann, war ich schon ein wenig stolz auf mich. Stolz, weil ich es geschafft habe, meine eigenen Ziele und die der Familie vernünftig zu mischen.
Und mit der Zielzeit von 04:11:10 Stunden blieb ich noch über 45 Minuten unterhalb meiner Vorjahreszeit. Aber richtig gilt das ja nicht, immerhin war ich damals noch krank. Dennoch finde ich diese Zeit akzeptabel. Meine Platzierungen waren 86. Platz von allen und Platz 25 der Altersklasse, immerhin.

Wir fuhren noch bis nach Südtirol und wir schliefen bei Bozen. Noch wenige Stunden Fahrt blieben für den Folgetag, um endlich im Urlaub zu sein.