„Reise zu den Letzten ihrer Art“

Uwe Diekmann aus Köln-Rodenkirchen ist unser Steuerberater. Uwe Diekmann ist aber auch mein Freund. Und Uwe Diekmann und ich haben eine Verbindung, ein gemeinsames Hobby, gemeinsame Ideale.
Das Hobby von uns beiden ist Afrika, sind die Wüsten Afrikas, sind bizarre Landschaften, faszinierende Landschaften und spektakuläre Tieransammlungen freier und wild lebender Tiere. All das findest Du natürlich – in Afrika.


Uwe Diekmann als Experte für Steuertipps in einer Kolumne der BILD-Zeitung

Uwe Diekmann wird als Privatmann Ende diesen Jahres mit dem Jeep durch die Wüste Libyens fahren, oh ja, da wäre ich gerne dabei. Nicht unbedingt mit dem Jeep, lieber zu Fuß, wenn mir jemand Wasser und Unterkunft anbieten würde. Als Chef der Kölner Niederlassung und als Partner in der großen Steuerberatungsgruppe „GDS Gruppe“ aber versucht Uwe Diekmann, geschäftliche Aspekte mit denen seines Hobbys, unseres Hobbys, zu verbinden.

Regelmäßig lädt er daher einen ausgewählten Klienten- und Freundeskreis zu Vorträgen ein, die stets in der 7. Etage, in der obersten Etage des Kanzleigebäudes in Köln-Rodenkichen, stattfinden. Von dort aus hast Du einen herrlichen Blick auf die Stadt Köln und auf der dazugehörigen Dachterrasse direkt über diesen Räumlichkeiten, wo der Blick sogar noch ein wenig schöner ist wie vom Balkon eine Etage darunter, auf dieser Dachterrasse habe ich ihm zum ersten Mal in etwa den Verlauf des 171km langen KÖLNPFADS skizziert, eine Tage, bevor ich Mitte 2009 den KÖLNPFAD tatsächlich gelaufen bin.
Den Kreis am Horizont, den ich mit den Fingern damals gezogen habe, war schon riesengroß, aber auch beeindruckend.

Zu einem dieser Vorträge hat er einen Referenten eingeladen, der auch viel mit der Wüste zu tun hat, häufig und lange in Afrika war und für den wilde Tiere kein Schrecken, sondern eine Herausforderung sind. Wilde Tiere in der ganzen Welt sind seine Leidenschaft, im ewigen Eis genauso wie in der brütenden Hitze der Wüsten.
Der Referent war Förster in der Eifel, bis es ihn aus Deutschland heraus und ins ewige Eis hinein gezogen hat. Dort hat er seine ersten Meriten als Tier- und Landschaftsfilmer verdient und heute ist er ein gefragter Tierfilmer, dessen Reportagen häufig im ZDF und auch bei Arte zu sehen sind.
Ihn live erlebt zu haben, vor einer kleinen Gruppe von nicht einmal zwanzig geladenen Gästen, mit ihm über die Grenzen der Phantasie und die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit gesprochen zu haben, das war für mich ein wirklich dramatisches Erlebnis.

Andreas Kieling auf der Insel Rinca, einen Komodo-Waran filmend

Andreas Kieling (www.andreas-kieling.de) durchquerte Grönland zu Fuß, fuhr mit dem Mountainbike durch den Himalaya und er bereist seit mittlerweile 20 Jahren als vielfach preisgekrönter Dokumentarfilmer die ganze Welt.
Seine Filme werden weltweit über den „National Geographic Channel“ ausgestrahlt und uns Deutschen ist er unter anderem durch die ZDF-Serie „Terra X: Kieling – Expeditionen zu den Letzten ihrer Art“ bekannt.
Für den ARD Dreiteiler „Abenteuer Erde – Yukon River“ wurde er mit dem Panda Award, dem „Oscar des Tierfilms“, ausgezeichnet.

Andreas Kieling ist aber auch ein ausgesprochen sympathischer Typ, ein Erzähler, dem es wichtig ist, seine Zuhörer zu erreichen. Und das schafft er nicht nur mit seinen Worten, sondern vor allem auch mit seinen bewegten Bildern. Und von denen hatte er einige dabei und wir sahen eine Auswahl seiner Dokumentationen, angefangen von seinen Anfängen, in denen er noch still war vor der Kamera bis hin zu seinen heutigen Filmen, in denen er sich selbst häufig filmt und auch oft etwas in die Kamera spricht, um die jeweilige Szene zu beschreiben.

Durch Grönland, durch den Himalaya, zum Yukon River, alles Ziele, die uns Läufer ja auch besonders interessieren, mit dem Himalaya Marathon, dem Yukon Arctic Ultra und einigen Lauf-Veranstaltungen in Grönland gibt es ja viel Schönes für uns. Gerade wegen der kalten Gegenden zolle ich ihm höchsten Respekt, weil Hitze wohl leichter zu ertragen ist wie Kälte. Laufen will ich in Grönland und am kanadischen Yukon River aber trotzdem …

Mich friert schon beim Betrachten dieses Fotos ...

Erzählt hat Andreas Kieling auch davon, wie Tierfilme aus eigenen Sequenzen und zugekauften Sequenzen anderer Dokumentarfilmer zusammengestückelt werden. Er berichtete von einer regelrechten Börse für Tier- und Landschaftsfilm-Konserven und so wird der Druck, der auf den Abenteurern lastet, immer größer. Die Etats der Fernsehanstalten werden eher kleiner als größer und die Aufträge müssen heute in einer viel kürzeren Zeitspanne fertig sein wie früher.
In diesem Geschäft ist es also so wie überall anders auch: höher, schneller, weiter, billiger …

Einige Szenen, die er uns im Film vorgespielt oder in seinem Vortrag erzählt hat, findest Du auch in seinen Büchern, so auch die Filmsequenz, wo ein wütender Elefantenbulle auf Andreas Kieling zugerannt kam. Wir Zuschauer erschraken alle, aber Andreas Kieling blieb in dem Film einfach stehen und sah den Elefanten direkt an. Kurz vor ihm stoppten diese zwei Tonnen Fleisch, Knochen und Haut, um dann umzukehren und von dannen zu traben. „Das war nur ein Scheinangriff. Elefanten machen das meistens so,“ sagte Kieling. Es wäre ihm aber auch keine Möglichkeit mehr geblieben, bei einer Fehleinschätzung der Situation noch einen „Plan B“ umzusetzen.


Noch eine weitere Gemeinsamkeit verbindet mich mit Andreas Kieling. Wie mein Freund Andreas Klotz kümmert sich auch Andreas Kieling um die vom Aussterben bedrohten Berggorillas. Diese seltenen Tiere sind uns allen so ähnlich, dass die Faszination, sie ansehen, fotografieren und bewundern zu dürfen, mit Händen greifbar ist.
Andreas Klotz hilft ja hier mit seinem Projekt www.mondberge.com, ich habe in diesem Blog schon darüber berichtet, Andreas Kieling hilft durch das Verbreiten wunderschöner Filme und durch die direkte finanzielle Unterstützung von Berggorilla-Projekten. Wenn ich Mitte Oktober mit Andreas Klotz und weiteren fünf fotografisch angehauchten Freunden auf den Kilimanjaro laufe, dann werden wir die Berggorillas leider nicht sehen können, sie leben rund 800 Kilometer weiter nördlich im ugandischen Ruwenzori-Gebirge. Aber vielleicht gelingen uns ja sehenswerte Foto- und Videoaufnahmen der Tiere und Pflanzen am Kibo-Massiv.

So vertraut, so nah, so verwandt ... der Berggorilla Zentralafrikas

Eine Frage hat natürlich die Mehrzahl der Zuhörer interessiert, die Frage nach der Gefährlichkeit dieser Abenteuer. Gerade nach dem „Scheinangriff“ des Elefantenbullen schwebte diese Frage förmlich im Raum und insbesondere die Schlipsträger unter den Gästen waren entsprechend in Sorge, immerhin ist für viele der Weg in die Chefetagen der Großbanken das Gefährlichste, was sie in ihrem Leben tun.

Andreas Kieling beantwortete die Frage, indem er eine uralte und längst vernarbte Verletzung zeigte. Sie stammte vom bisher einzigen Unfall mit Tieren, den er je hatte. Ob er in der Wüste Afrikas oder im ewigen Eis Grönlands war, immer blieb er ohne nennenswerte Verletzungen, bis auf diese eine Wunde. Und die holte er sich – in der Eifel.
Ein wütender Keiler hatte sie ihm zugefügt und daran – und das ist kein Scherz – wäre er damals beinahe verblutet.

Mail-Splitter …

Mein Freund Wolfgang Bernath hat mir eine Mail geschickt über eine Läuferin, die den berühmten Himalaya-Marathon gelaufen ist. Ich finde den Bericht interessant und lehrreich, aber lies bitte selbst …

https://i1.wp.com/www.heidifoto.com/privat/himalaya.jpg

Westerwälderin nimmt am höchstgelegenen Marathon der Welt teil – Extremlauf im Himalaya als eigenes Geschenk zum 60. Geburtstag

Brigitta Biermanski aus Steimel (Kreis Neuwied) kann das Laufen nicht lassen. Mal sind es nur zehn Kilometer, mal legt sie pro Tag gleich zwei Marathonstrecken zurück. Beim Trans-Europa-Marathon zwischen Lissabon und Moskau im Jahr 2003 brachte sie 4600 Kilometer in nur 64 Tagen hinter sich. Pünktlich zu ihrem 60. Geburtstag in diesem Jahr machte sie sich ihr eigenes und ganz besonderes Geschenk: die Teilnahme am Mount-Everest-Marathon, nach Angaben der Veranstalter der höchstgelegene Lauf der Welt über die klassische Distanz von 42,195 Kilometern.

„Dieser Marathon war wirklich mit Extremen verbunden“, berichtet Biermanski. Man müsse es nur wollen, dann könne man es schaffen, war ihre Zielvorgabe. „Da spielt eine gesunde Psyche eine wichtige Rolle“, sagt sie selbstbewusst.

Nach der Landung im nepalesischen Lukla, mit 2840 Metern über dem Meeresspiegel einer der höchstgelegenen Flughäfen der Welt, sei die Stimmung der Teilnehmer zunächst noch gut gewesen, erzählt die Extremsportlerin. Doch kurze Zeit später hätten sich bei den ersten Mitläufern aufgrund der dünnen Luft bereits erste Übelkeitsgefühle eingestellt.

Es folgte ein 14-tägiger Trekking-Marsch vom Flughafen aus zum eigentlichen Startort des Marathons, dem Mount-Everest-Basiscamp in 5300 Meter Höhe. Mehr als 2500 Höhenmeter mussten dabei überwunden werden. Der Weg führte über Geröllstrecken und vereiste Pisten. So mussten unter anderem mehr als 18 Kettenbrücken überwunden werden, die über tiefe Schluchten führten. „Mir machte das nichts aus“, berichtet Biermanski. Sie sei absolut frei von Höhenangst. Auch sonst habe sie nicht mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt.

Bei einigen Teilnehmern war dies anders. Je höher die Gruppe kam, desto stärker wurden die Beschwerden. Nachts sanken die Temperaturen bis auf minus 20 Grad. Geschlafen wurde in Hütten oder Zelten. Eimer, die im Schnee eingelassen wurden, dienten als Toiletten.

„Einige klagten über Atemnot und Husten, andere bekamen aufgrund der Höhe Kopfschmerzen und Brechdurchfall“, erzählt Biermanski. Sie wisse nicht, ob dieser eine medizinische Ursache hatte oder ob es nicht ganz einfach „die Angst war, hier heil wieder runterzukommen“.

Von manch einem sei bereits zu diesem Zeitpunkt das Ziel, am eigentlichen Marathon teilzunehmen, aufgegeben und der Rückmarsch ins Tal angetreten worden, sagt Biermanski. Sie selbst sei noch topfit gewesen und habe es sich nicht nehmen lassen, am letzten Tag des Anmarsches den Gipfel des 5545 Meter hohen Kala Patthar zu besteigen. „Von hier aus gibt es einen einmaligen Blick auf das Mount-Everest-Massiv“, schwärmt sie.

Beim eigentlichen Marathon starteten dann noch 113 Läufer, von denen 86 schließlich das Ziel erreichten, darunter auch Biermanski. Mit einer Zeit von etwas mehr als zehn Stunden legte sie als beste Europäerin die extreme Marathonstrecke zurück. „Ich würde es jederzeit gerne wiedermachen“, blickt sie zurück.

Für das laufende Jahr hat sie sich vorgenommen, noch an dem einen oder anderen Marathon in Deutschland teilzunehmen. Aber ein solcher Straßenlauf sei ja ohnehin nur „larifari“, sagt die 60-Jährige.