Wenn Marathon einfach nicht reicht

Rhein-Burgen-Weg-Ultralauf über 108 Kilometer und 4.000 Höhenmeter

Was ist schon ein Marathon über 42,195 Kilometer gegen die Leistung, die 19 laufbegeisterte Extremsportler am vergangenen Wochenende auf dem Rhein-Burgen-Weg vollbracht haben? Insgesamt 108 Kilometer und 4.000 Höhenmeter galt es für die Ultraläufer um die beiden Initiatoren  Thomas Eller und Achim Knacksterdt zu bewältigen.

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„Ein bisschen verrückt sind wir schon“, lautet der Tenor der Gruppe. Verrückt aufs Laufen halt, und das über alle Grenzen hinaus. Beginnend in Koblenz um 13.40 Uhr am Samstag, schafften es die ersten der 18 Läufer bereits um 8.50 Uhr am Sonntag ins Ziel nach Bingen. Vier stiegen unterwegs aus.

Ausgerüstet mit GPS und Stirnlampen stellten sie sich der Herausforderung, den Rhein-Burgen-Weg auch nachts zu laufen. Begleitet vom Rhein, als schwarzes Band ständiger Begleiter, ging es über Stock uns Stein. Über breite Wege, schmale Pfade und alpine Trails. Der Lauf war psychisch wie physisch eine große Herausforderung.

Viele der Läufer haben schon an ähnlichen Events teilgenommen. Besonders stolz sind die Organisatoren über die Teilnahme von Michael Irrgang, einem der Top-Langstreckenläufer Deutschlands.

Erschöpft, aber glücklich erreichten die Ultraläufer das Ziel in Bingen. „Wir haben unsere Grenzen kennengelernt“, zog die Gruppe ihr Resümee, „wir hatten optimales Laufwetter, eine super Strecke, drei tolle Verpflegungspunkte und motivierte Läufer“ sagte Thomas Eller zum „Trainingslauf unter Freunden“.


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-Tipp: Es muss ja nicht gleich ein solcher Gewaltmarsch sein. Aber Wanderungen am Rhein stehen hoch im Kurs. Spezielle Angebote dazu gibt es hier.

active-Info:
Romantischer Rhein Tourismus, Loreley-Besucherzentrum, St. Goarshausen, Tel.: 06771/9593819, www.rheinburgenweg.com, www.romantischer-rhein.de.

Der RheinBurgenWeg-Lauf – ein Vorbericht

Es geschah beim „Kleinen KOBOLT“ und es muss so nach 20 Stunden auf dem Rheinsteig gewesen sein. Achim und ich liefen im kalten Dezember die Strecke des Rheinsteigs auf und ab von Koblenz Richtung Bonn. Die eisige und dunkle Nacht war schon vorbei, wir waren also wach und bei Sinnen, als Achim mir erzählte, dass es auf der anderen Seite des Rheins auch eine Laufstrecke gäbe, die weit weniger bekannt, aber fast noch schöner sei als die des Rheinsteigs.
Auf der anderen Seite des Rheins?

Ich dachte kurz nach und fühlte mich wie eine Kuh, die, sich an den Stacheldrahtzaun drückend, sicher ist, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns grüner, saftiger und besser sein muss. „Und welche Strecke ist das?“ fragte ich Achim. „Der RheinBurgenWeg,“ antwortete er.
Nie gehört, dachte ich. Aber ich war auch interessiert und so beschlossen wir während der nächsten Laufstunden, dort einmal einen gemeinsamen Lauf zu organisieren.


Ein kleiner Lauf sollte es werden, nur für Freunde und Bekannte. Aber eben für Freunde und Bekannte, die sich schon als Ultraläufer ausgezeichnet haben, erfahrene Läufer, die in der Lage sind, die ersten 108 Kilometer dieses über 200 Kilometer langen RheinBurgenWegs zu bewältigen. Gespickt mit unzähligen Anstiegen wie der Rheinsteig, aber auf deutlich schmaleren Pfaden ist das eine echte Herausforderung.

Wir wollten keinen Wettkampf organisieren, zum einen, weil die Verpflegungsstände sonst so schwer zu besetzen wären (die Spreizung zwischen dem führenden Läufer und den Läufern am Ende der Gruppe könnte beim Zieleinlauf durchaus 10 oder sogar 12 Stunden betragen) und zum anderen, weil wir gerne mit dem einen oder anderen über das reden wollen, was uns alle bewegt: eben über das Laufen.
Also musste es ein Gruppenlauf werden und das bedeutet, dass alle Teilnehmer genug Disziplin haben müssen, um zu akzeptieren, dass die Langsamsten der Gruppe das Tempo bestimmen werden. Im Zweifel werde ich das sein.

Ich war Feuer und Flamme für die Idee dieses Laufs und machte dann sofort das, was ich besonders gerne tue: ich registrierte das BLOG zum RheinBurgenWeg-Lauf und eröffnete eine Gruppe „RheinBurgenWeg“ auf Facebook, also dort, wo sichviele Läufer tummeln. Ich muss gestehen, ein ausgesprochener Facebook-Fan geworden zu sein. Keine andere Community im großen Netz fasziniert mich ähnlich wie Facebook und das, obwohl ich früher viel mehr in anderen Communities unterwegs war und Facebook bald zwei Jahre nur „nebenher“ besucht habe.
Beide Dinge hatten großen Erfolg. Über die neu errichtete Gruppe bei Facebook lud ich etliche hervorragende Läufer zu diesem Event ein und auch der Traffic auf dem BLOG wuchs ständig an und hat heute Zahlen erreicht, die ich nicht zu hoffen gewagt hätte. Es ist ja nur ein BLOG über ein einziges Thema, ein einziges Event. Danke an dieser Stelle allen, die sich dort mal umgesehen haben.


Ich muss gestehen, am Anfang ein wenig zu viel „geguttenbergt“ zu haben und so musste ich das Logo nach einem freundlichen Hinweis der “Romantischer Rhein Tourismus GmbH”, Loreley-Besucherzentrum, 56346 St. Goarshausen noch einmal ändern. Aber ich hatte in dieser Vermarktungsfirma für den RheinBurgenWeg einen Verbündeten gefunden und uns wurden wunderschöne Fotos der Strecke überlassen inklusive einer Aufnahme der Wegebeschilderung, die dann zum Logo für diesen Lauf wurde.
Ohne diese Hilfe wäre vieles schwerer geworden, denn wo im Himmel nimmst Du mitten im Winter schöne Fotos einer Laufstrecke her?
Wir wurden von der “Romantischer Rhein Tourismus GmbH” freundlich beraten und unterstützt.
Im Grunde wollen wir ja alle das Gleiche: raus in die Natur, schöne Strecken kennen lernen und schöne Strecken laufen.

Für die Details des Laufs war im Wesentlichen Achim zuständig. Er legte die Eckpunkte fest wie die Positionierung der drei Verpflegungsstellen, den Starttag und ähnliche Dinge und dann, als es immer konkreter wurde, sind wir gemeinsam an einem Samstag an die Strecke gefahren, um vor Ort nachzusehen, worauf zu achten ist.
Es war ein kleines Desaster an dem Tag, weil die B9 vollkommen überschwemmt war und wir deshalb immer riesige Umwege fahren mussten, um von Ort zu Ort zu kommen, aber beim Anblick der vielen Burgen wusste ich: dieser Lauf wird richtig schön, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt!

Achims Sorge war, dass wir viel zu viele Starter haben werden, meine Sorge ging in die ganz andere Richtung. Ich befürchtete, weitgehend alleine zu sein und bin heute rückblickend sehr dankbar, welch tolle Truppe wir für einen Gruppenlauf zusammen bekommen haben. Am Ende haben wir statt der geplanten 12 Mitläufer die Grenze auf 19 Mitläufer erhöht, insgesamt ist es aber noch eine Teilnehmerzahl, die überschaubar ist.

Achim war danach voll in seinem Element. Insgesamt fünf Mal machte er sich auf, eine der drei Teiletappen zu laufen. Drei Mal war er alleine unterwegs, ein Mal war er mit Tom Siener und ein Mal mit mir auf der Strecke, mit Tom Siener allerdings erheblich schneller und ambitionierter als mit mir.
Seine Berichte im BLOG haben mir zunehmend mehr Vorfreude auf dieses Event gemacht. Ich wurde mir aber auch klar, dass es bei weitem nicht so einfach sein würde, wie ich diese Strecke am Anfang eingeschätzt hätte.

Der nächste Punkt waren die drei Versorgungspunkte. Der dritte VP war schnell besetzt, die Mainzer „Bretzelwetzer“ Axel und Roman sowie Achims Frau Antje haben schnell ihre Unterstützung zugesagt. Meine Gabi, die eigentlich einen VP besetzen wollte, musste aber passen, weil ein wichtiger Geschäftstermin an diesem Wochenende angesetzt wurde. Eigentlich hätte ich da dabei sein sollen, aber sie macht das jetzt alleine und ich darf laufen gehen. Danke Gabi!

Der nächste VP, der eine Betreuung fand, war der VP1. Martina Irrgang hat sich mit dem Troisdorfer M.U.T. dieser Aufgabe angenommen, eigentlich, um dort mit uns und „ihrem“ Michael Irrgang gemeinsam etwas zu feiern. Leider wird Michael wohl entweder gar nicht mitlaufen können oder, so ist meine große Hoffnung, wenigstens vom Start eben bis zu diesem VP1 mitlaufen.

Tom Siener wiederum war es, der uns die Betreuung des VP2 vermittelt hat. Als Apotheker in Koblenz hat er einen Geschäftsfreund, der ihm den Kontakt zur Unternehmensleitung des Restaurants vom Schlosshotel der Burg Rheinfels vermittelt hat.
Und die dortige Belegschaft hat sich dann spontan bereit erklärt, die Betreuung des VP2 zu übernehmen. Mehr als Läufernahrung für Ultrasportler wollen wir ja nicht haben, Austern und Médoc-Rotwein wie beim Médoc-Marathon dürften es ja wahrlich nicht sein, immerhin werde wir dort erst die Hälfte der Strecke hinter uns haben.

Wir haben dann noch den Transport der Drop-Bags nach Bingen für diejenigen Läufer organisiert, die erst in Koblenz zu uns stoßen werden, Achim hat noch ein paar Informationsmails verschickt und jetzt bleibt uns nur noch, auf gutes Wetter zu hoffen.

Gutes Wetter? Wetter.de sagt dazu: es wird schön und einigermaßen trocken, nachts aber eher kalt.

Mo

07.03

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09.03

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10.03

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11.03

Sa

12.03

Temp. (°C)  -2° 12° -6° 12° 12° 12° 13°

Alles neu macht der Januar …

Dieses kleine BLOG hat rechtzeitig zum neuen Jahr die erste Veränderung des Jahres erhalten:

die Blogroll …

Bis gestern hieß das Widget noch „Lauflinks“, jetzt, mit dem neuen Namen „Blogroll“ sind aus den Textlinks Bilderchen geworden, die Dich per Web-Link auf die 10 ausgewählten Laufseiten führen.

Dabei sind zwei neue Links dazu gekommen:

Der erste der neuen Links führt, wie sollte es anders sein, auf Achim’s und meinen „Rheinburgenweg-Lauf“. Noch immer freuen wir uns über jeden, der Anfang März hier mitlaufen möchte.
Dabei gibt es hier auch eine Neuerung: wir haben eine kleine Kategorie „Walker“ eingeführt, eine kleine Gruppe Walker wird ebenfalls diese Strecke bewältigen und unsere „After-Finish-Party“ ergänzen.

Der zweite der neuen Links führt zu „Soulrunner 62“, zu Guido Huwiler nach Aarau im Aargau in der schönen Schweiz. Ich habe Guido beim 24-h Lauf in Brugg/CH zum ersten Mal „live“ getroffen und ein paar nette Sätze mit ihm gewechselt.
Guido ist Architekt und das und sein Wohnsitz erinnert mich immer an Max Frisch. Besonders beeindruckt mich bei ihm die Tiefe seiner Gedanken. Diese offenbaren sich nicht zuletzt in seiner Eigenbeschreibung:

„Mein Raum unendlich hell und weit, manchmal klein und dunkel, Emotionen wild und archaisch manchmal grob und unnahbar, manchmal verletzbar und zart. Der Versuch das auszudrücken was mich täglich bewegt, mir beim Laufen begegnet, aufstellt oder betrübt. Teilen wie meine Welt sich mir offenbart.“

Ich würde mich freuen, wenn Du die Links besuchen würdest …