Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen …

… Du weißt nie genau, was Du bekommst, heißt es ja.

Aber es geht auch anders, nämlich dann, wenn Du Dich beispielsweise für die Pralinen „Rocher“ entscheidest. Da ist dann jede Praline gleich. Gleich gut und gleich lecker …
Und so wie im Leben, so wie bei der Pralinenpackung ist es auch bei den Läufen, Du weißt auch da oft nicht genau, was Du bekommst.

Und dennoch gibt es auch bei den Läufen solch eine „Rocher“ Praline. Und diese Praline heißt Eisweinlauf. 65 Kilometer mit rund 1.800 Höhenmeter vom Bahnhof in Offenburg auf den erleuchteten Weihnachtsmarkt in der Baden-Badener Innenstadt, als Gruppenlauf durchgeführt, mit viel Zeit für alle möglichen Gespräche und das mit Anfangs 100 und zum Ende hin 200 Mitläufern.

R(ud)olf Mahlburg, der Chef des Events

Dabei ist die beste Werbung für diesen Lauf, dass ich seit 2006, mit einer einzigen Ausnahme im Jahr 2011, wo ich unbedingt an der letzten Austragung der berühmten „Georgsmarienhütter Null“ teilnehmen musste, wollte, jedes Jahr aufs Neue dem Ruf von Brigitte und R(ud)olf Mahlburg folge, folgen muss. Es war heuer also das achte Mal, dass ich diese schöne Strecke über die Höhen des Schwarzwaldes gelaufen bin. Kein anderer Lauf hat mich öfters als vier Mal gesehen … Weiterlesen

32 x SM

 … oder warum ich so gerne nach Schmiedefeld laufe

„32x SM“ stand auf einem Schild, das sich ein älterer Läufer vor mir auf den Rücken geheftet hat. 32x SM? Was macht denn der Herr an einsamen Samstagabenden denn so?

Dieses SM aber steht nicht, wir Läufer wissen das alle, für ungewöhnliche Partnerspiele, die in Leder und Nieten gepackt, oft gespielt werden, sondern es steht für einen ausgeprägten Hang zu Unkonventionellem, für einen oft schmerzhaften Hang zum Ultralaufen, für den „Supermarathon“ auf dem Rennsteig von Eisenach nach Schmiedefeld.
Und wo kann man das seit nunmehr 40 Jahren lustvoller tun als auf der ultimativen Kultveranstaltung in Thüringen, dem Rennsteiglauf?

Bevor ich aber vom Rennsteiglauf erzähle, muss ich erst eine Geschichte erzählen, die etwas älter ist:
Verena G. ist die Sandkastenfreundin meiner Gabi. Sie hat auch zwei mittlerweile fast erwachsene Kinder, wohnt noch immer am Niederrhein und ist seit vielen Jahren mit ihrem Rainer verheiratet.
Und mit Rainer verbinden mich zwei Dinge.

Zum Ersten ist da die gemeinsame, leidenschaftliche Ablehnung des Fußballtrainers Dietmar Schacht. Für mich war Schacht der Grund, meine Arbeit als Vereinsvorstand beim bundesligaerfahrenen Frauenfußballvereins SC07 Bad Neuenahr aufzugeben. Im offenen Kampf „Mann gegen Mann“ habe ich mir so viele Stichverletzungen eingefangen, bis der Verein sich zwischen den Rivalen entscheiden musste. Ich wagte damals den Machtkampf und verlor. Haushoch.
Aber das gab mir dafür viel mehr Zeit zum Laufen.

Für Rainer war Schacht der Grund, mit den aktiven Fußball aufzuhören. Schachts bewundernswert unnachahmliche Art, Zwietracht zu säen führte innerhalb nur eines Jahres als Trainer in Moers zur Selbstauflösung von Rainer’s damaligem Fußballverein.
Andererseits, wenn ich es recht bedenke, dann könnte „Didi“ Schacht in Tullius Destructivus aus dem Asterix-Heft „Streit um Asterix“ seinen Meister finden. Er schafft es sogar noch besser, Menschen gegeneinander aufzubringen, aber im Gegensatz zu Schacht ist Destructivus Fiktion. Rainer und ich jedenfalls waren viel zu harmoniebedürftig, um gegen solche Menschen bestehen zu können.
Schade ist nur, dass Rainer und ich erst über das gemeinsame Erleben redeten, als die entsprechende Lebensphase für beide schon vorbei war.

Zum Anderen verbindet uns das Laufen. Aber auch darüber haben wir bei den seltenen Grillabenden in Moers leider nicht geredet. Ich für meinen Teil war ja damals auch noch ein Laufanfänger, Rainer aber war schon damals Laufleiter bei der sympathischen Laufgruppe „Die Stolperer“ aus Moers.

Beide Verbindungen zueinander kamen dann 2007 zusammen, als ich nach 8:31:30 Stunden meinen ersten Rennsteiglauf beendet hatte und im Ziel überraschend Rainer und seine Verena traf.
Ohne die beiden hätten meine Gabi und ich vielleicht nie erfahren, dass es im Ziel von Schmiedefeld jährlich eine kultige Party gibt, bei der schnell auf den Bänken getanzt wird. Wir mussten damals also unsere Planung ändern und seither freuen wir uns alljährlich erneut auf den Rennsteig und auf die Party im Zelt. Mehr noch als für mich gilt das für Gabi.
Suche mal auf YouTube nach „Party“ und „Schmiedefeld“ und Du weißt, was ich meine.

Dass diese Veranstaltung traditionell mit dem „Rennsteiglied“ beginnt, ist klar. Spätestens aber wenn die Band am Abend mit ihrem Programm anfängt, stehen die Zeltgäste auf den Tischen, es wird geschunkelt, getanzt und mitgesungen. Oft wird aber auch nur noch mitgelallt.
Viele der Zeltgäste sind keine Läufer. Begleiter eben oder Thüringer, die die Gunst der Stunde nutzen, an einem der für Schmiedefeld herausragenden Tag das eigene Jammertal zu verlassen und so richtig abzufeiern.
„Wie weit bist Du denn gerannt?“ lallte mich ein enorm angetrunkener junger Mann gegen 23 Uhr von der Seite an, um anschließend seine Bewunderung ob der kaum menschenmöglich erscheinenden 72,7K in mehreren Schlucken Bier zu ertränken.

Saufen, rauchen und feiern sind aber nicht die Dinge, die ich am Rennsteiglauf liebe. Es ist eher die Versorgung und da vor allem der legendäre Haferschleim, natürlich – oder mit Heidelbeer-Geschmack. Andere bekommen glasige Auge beim Gedanken an die Ebertswiese, ziemlich exakt in der Mitte der Gesamtstrecke gelegen, weil die Thüringer Bratwürste dort ein echtes Alleinstellungsmerkmal darstellen.
Wenn dort gegrillte oder gebratene vegetarische Tofu-Würstchen angeboten würden, dann würde ich mich da wohl auch anstellen.

Der Rennsteig ist für mich aber auch der fantastische Blick schon nach wenigen Kilometern auf die über Eisenach thronende Wartburg, der stramme Anstieg auf den Inselsberg und unzählige großartige Aussichten über die Täler und Städte Thüringens.

Das allerwichtigste aber sind die vielen anderen Läufer. Du kommst vor dem Start kaum aus dem Hände schütteln und dem Freunde begrüßen heraus. Allein der vielfach definierte Treffpunkt „kurz vor 6 Uhr am Brunnen“ sorgt dafür, dass Du keine Chance hast, um den Brunnen herum zu gehen, um all die vielen Gesichter zu scannen, so voll ist es da.
Meistens warte ich dann mit Rolf Mahlburg’sLaufend helfen“ Truppe auf den Startschuss, auch dieses Jahr. Also triffst Du viele von denen, die Du auch „kurz vor 6 Uhr am Brunnen“ zu treffen gehofft hast, dann noch auf der Laufstrecke. Das klappt recht gut, weil ich meist weit hinten und stets verhalten in die Läufe starte.
Dieses Jahr waren das beispielsweise Karin Walder aus der schönen Schweiz, Steffen Kohler, dersich spontan entschlossen hat, Didi Beiderbeck zu führen, nachdem Didis Guide nicht beim Start erschienen ist, Günter Bruhn, Gerhard Börner, Thorsten Stelter und dem Suhler Mirco Leffler, mit dem ich ganz am Ende ein paar Kilometerchen gelaufen bin.

Gestartet aber bin ich mit Michi Raab von X-BIONIC, auch aus der schönen Schweiz und seinem Münchner Sandkastenfreund, dem Sport-Allrounder Bernhard Seidl. Ein Golf Handicap von 8 in seiner besten Zeit spricht da Bände.
Michi hatte sein X-BIONIC Shirt und Hose in weiß gewählt, ich war wie fast immer in dezentem Schwarz gekleidet. War es nicht Henry Ford, der sagte: „Egal welche Farbe – Hauptsache schwarz“?
Bis zur Hälfte konnte und wollte ich mit Michi und Bernhard mithalten. Danach ließ ich mich etwas zurück fallen, um am Ende knapp 9 Minuten nach Michi zu finishen. Die beiden schafften also das Finish unter 8 Stunden, ich brauchte 7 1/2 Minuten länger. Aber eine Zeit von 7 Stunden und 67 Minuten ist auch nicht so schlecht, für mich immerhin mein bisher zweitbestes Ergebnis.

Im Ziel erwartete mich wie fast jedes Mal meine Gabi. Sie ist mal wieder den Halbmarathon gelaufen, hatte schon geduscht und ihr zauberhaftes Lächeln aufgesetzt. Und ich traf auch Verena’s Rainer dort. Er ist allerdings dieses Jahr den normalen Marathon gelaufen. Die Sonne schien warm vom Himmel, alle bekamen eine Medaille umgehängt, alle waren glücklich, alles passte also für die Party im Zelt von Schmiedefeld am Abend.

Und so wird es auch 2012 auf YouTube wieder Filmchen zu sehen geben. Ich werde mal danach suchen und „Party“, „Schmiedefeld“ und „2012“ eingeben …
Und 2013 geschieht das alles dann zum 41. Mal und zum 6. Mal für mich …

Laufend helfen …

a

Für alle, die Ende Juni und Anfang Juli läuferisch noch nichts vorhaben und die gleichzeitig etwas Gutes tun wollen, empfehle ich zwei Läufe, die ich fest in meiner Planung eingebaut habe.
Da ist zum Einen der 24 Stunden Lauf in Forbach (den PDF-Flyer dazu gibt es hier) vom 30. Juni auf den 01. Juli, ein Lauf, bei dem ich allerdings nicht vorhabe, gewaltige Strecken zu laufen, sondern nur dabei zu sein und die Atmosphäre dort zu genießen.
Dabei hast Du dort die Möglichkeit, als Einzelstarter zu laufen oder als 10-Mann oder 10-Frau Staffel gemeinsamen Spaß zu haben.
Nicht die Erzielung von Höchstleistungen ist dabei das Ziel der Veranstaltung, sondern es stehen das gemeinsame Erleben und das Bewusstsein für die gute Sache im Vordergrund.

Und da ist zum Anderen der Lauf von Renchen-Ulm nach Rheinau-Linx (den PDF-Flyer dazu gibt es hier) am 7. Juli, eine Großveranstaltung, die auf einer schönen Strecke die Chance kombiniert, zu Laufen, Menschen kennen zu lernen und behinderten Kindern zu helfen.
Dieser Lauf ist eine Initiative von WeberHaus und der Familienbrauerei Bauhöfer mit laufendhelfen.de e.V. und die niedrige Teilnahmegebühr von 15 EUR wird ohne Abzug komplett zur Unterstützung der drei Sozialpartner des Freundschaftslaufes verwendet (Aktion Benni & Co. e.V., Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Freiburg und Lebenshilfe der Region Baden-Baden/Bühl/Achern e.V.). Und so ganz nebenbei gibt es neben einem Shirt noch eine Laufmütze, warme Duschen und einfach ein gutes Gefühl für alle Läufer.

Veranstaltet werden beide Läufe wie auch etliche andere von Brigitte und R(ud)olf Mahlburg und ihrer Spendensammel-Organisation www.laufen-helfen.de, die seit Jahren viele meist Gruppenläufe organisieren, immer mit dem Ziel, uns Läufer zu verbinden und meist der Aktion Benni & Co., die sich um kranke Kinder mit Duchenne Muskeldystrophie kümmert, zu helfen.

Sehen wir uns dort vielleicht?

Wie schreibt Rolf Mahlburg so schön:

„Viele kleine Leute,
die viele kleine Schritte tun,
können die Welt verändern.“

(Chinesisches Sprichwort)

Österreich, Deutschland, Schweiz und Frankreich …

… oder was für ein cooles Wochenende!

Meine Planung für das vergangene Wochenende begann mit einem Business-Termin nahe dem Zürichsee am Freitag um 14 Uhr. Ursprünglich hatte ich diese Zeit so spät angesetzt, damit ich am Freitagvormittag dorthin anreisen kann. Aber es kam anders.
Zuerst hatten wir da am Donnerstag vor diesem Freitagstermin in der Firma ein Problem mit einem Verkaufstag in Schalchen / Österreich, kurz hinter der Grenze bei Passau. Und weil ich ja sowieso viel Auto zu fahren hatte, habe ich mich bereit erklärt, diesen Termin zu übernehmen.
Das wiederum bedeutete eine Abfahrt schon gegen Mittwochnachmittag.

Dann postete Sigi Bullig, dass die Zeitschrift „Vegetarisch fit“ einen Vegetarier für ein Interview in dem vegetarischen Nürnberger Restaurant „Chesmu“ suchen würde. Zielzeit in Nürnberg war 16 Uhr. Das wollte ich gerne machen, da ich auf dem Weg Richtung Passau sowieso an Nürnberg vorbei fahren würde. Die relativ frühe Zeit bedingte dann ein noch früheres Abfahren. Aber was tut man nicht alles, um ein paar Fragen beantworten zu dürfen …

Dann dachte ich, dass es sinnvoll wäre, nach dem Freitagstermin noch eine Laufveranstaltung zu suchen. Ich hatte vor, am Freitagabend zu meinen Eltern, die bei Offenburg wohnen, zu fahren und ich erinnerte mich, dass Gerhard Börner für den Sonntag auf seiner Laufagenda den „Trail du Petit Ballon“ stehen hatte. Prima, dachte ich und mailte nach Rouffach, dass ich gerne dabei wäre.

Ein ganzer Tag bei meinen Eltern also, dachte ich, aber nur so lange, bis Guido Huwiler mich für den Samstagvormittag zu einem privaten Läufchen auf seine Juraberge eingeladen hatte. Na ja, immerhin noch ein Abend bei meinen Eltern – was will man mehr?

Und dann postete „Trailschnittchen“ Julia Böttger, dass sie am Donnerstagabend zu einem Nightrun einladen würde. Da wollte ich auch noch dabei sein, also verschob Julia die Startzeit von 19 Uhr auf 19.30 Uhr, damit ich mitlaufen konnte, eine Terminverschiebung, extra für mich. Danke Julia!

Birger Jüchter wiederum postete über Facebook, dass er auch beim „Trail du Petit Ballon“ eingeschrieben sei und weil ich seit September 2011 noch seine Läuferfigur vom „Allgäu Panorama Ultra“ bei uns stehen hatte, die er damals nicht mitnehmen konnte, weil er Hauke König und Susanne Alexi auf der privaten TransGermanyTour auf dem Fahrrad begleiten wollte, dachte ich, dass mich diese Figur im Auto begleiten möge.

Birgit, so nannten wir die Figur in den letzten Monaten liebevoll, wollte erst gar nicht weg von zu Hause. Aber dann hat sie sich doch gefreut, ihren neuen Besitzer kennen zu lernen und so ging es erst einmal nach Nürnberg, um dort mit Alexander Otto über meine Motive, mich vegetarisch zu ernähren, zu reden. Dass es während des Redens auch noch etwas zu essen gab, nämlich super leckeres „Züricher Geschnetzeltes“, sei nur am Rande erwähnt.

Aber Vorsicht: nicht alles, was nach Fleisch aussieht, stammt auch aus der industriellen Massentierproduktion. Tofu heißt das Zauberwort, damit lässt sich Fleisch problemlos ersetzen. Das hilft all denjenigen, die zumindest die Optik traditioneller fleischlastiger Küche haben wollen.
Es war ein phantastischer und inspirierender Nachmittag voller inhaltlicher Tiefe, weil Alexander Otto sehr viel zu dem Gespräch beizutragen hatte. Später dann, auf Facebook, entdeckte ich, dass er in vielen Aspekten ähnlich denkt wie ich.
Nur Birgit musste im Auto bleiben und sie langweilte sich, weil ich den Termin nahezu zeitlich endlos gestreckt hatte.
Aber dann ging es weiter an die deutsch-österreichische Grenze in mein Hotel.

Vegetarisches Restaurant C H E S M U, Nürnberg

Nach dem Frühstück kam der Arbeitstag in einem lokalen Spielemarkt und gleich ging es los Richtung Bad Feilnbach, zu Julia und ihrer Truppe. Schon vorher hatte ich ergoogelt, dass ich 1 Stunde und 34 Minuten für die Strecke benötigen würde und meine Hoffnung, diesen Wert unterbieten zu können, zerplatzte wie eine Seifenblase.
Tempolimits, Stau und genau die Autofahrer, die immer nur dann vor einem auf der Überholspur sind, wenn man es eilig hat, bewirkten zusammen, dass es 1 Stunde und 47 Minuten wurden. Und alle warteten auf mich, war das wieder peinlich.

Ich werde immer ganz hektisch und nervös in solchen Situationen, der Lauf aus dem Tal von Bad Feilnbach bis hinauf zum Gipfelkreuz mit einer bemerkenswerten Aussicht und zurück über eine wunderschöne lang gezogene Laufstrecke, die das Zeug hatte, meine Lieblingsstrecke werden zu können, falls ich dort leben würde, entschädigte aber für die Unruhe und die kleine Lauftruppe sah auch meine Verspätung gelassen.
Weil ich aber so hektisch war nach der Ankunft hatte ich ganz vergessen, die Batterien in meiner Stirnlampe zu wechseln. Schon auf GranCanaria waren die Batterien eher schwach. Licht wird in der Regel nicht überbewertet und es wäre sicherlich schön gewesen, die Wurzeln und die Schnee- und Eispassagen, über die wir vor allem bergab liefen, sehen und beurteilen zu können, aber ich kam dennoch runter, auch mit Hilfe von Julias Kopflicht.

In der Nacht im Bad Feilnbacher Hotel durfte Birgit dann mit aufs Zimmer, als dekoratives Element gewissermaßen und am Freitag ging es dann nach einem bescheidenen Frühstückchen über München und Kempten in die Schweiz. Ich hatte recht viel Zeit und so beschloss ich, mir noch die Firmenzentrale von X-BIONIC anzusehen, die im schönen Wollerau am Zürichsee liegt. Von dort aus hast Du einen grandiosen Blick auf richtig hohe und schneebedeckte Berge, ein Traum, dort zu leben und zu arbeiten.
Ich würde es wohl auch so machen we Niels Grimpe-Luhmann, der „Swiss Jura Angel 1“, und jeden Tag nach der Arbeit noch eine Bergstrecke belaufen. Ein Jammer, dass die Berge der Eifel nicht ganz so imposant sind …

Noch immer hatte ich etwas freie Zeit und wollte nach dem Termin um 14 Uhr, wegen dem ich diese lange Reise eigentlich überhaupt gemacht hatte, einen Freund in Pfäffikon besuchen. Dank Navigation war der Ort schnell gefunden. Ein wenig abseits, weg vom Zürichsee, aber immerhin. Nur die Eichenstraße, die ich suchte, gab es nicht.
Es gab aber einen Ort gleichen Namens nur vielleicht 50 Kilometer entfernt, direkt am Zürichsee und der direkte Nachbarort von Wollerau, wo ich am Vormittag noch bei X-BIONIC war. Und 50 Kilometer am Freitagnachmittag am Zürichsee können weit sein. Die Straßen waren voll und das Blumen pflücken während der Fahrt wäre problemlos möglich gewesen.
Als ich dann dort in der Eichenstraße ankam war es schon so spät. dass ich diesen Besuch auf einen anderen Monat irgendwann in der nahen Zukuft verschoben habe und ich fuhr weiter nach Aarau, um mit Rita und Guido Huwiler zu Abend zu essen, eine Flasche edlen chilenischen Cabernet Sauvignon zu schlürfen und über das zu reden, über das sich Läufer am liebsten unterhalten: über die Laufstrecken dieser Welt, über die anderen Läufer und über das wilde Facebook-Land, das uns die Gruppenbildung so sehr erleichtert hat.

Am frühen Samstag genossen Guido und ich das wunderschöne Frühlingswetter, liefen rund 32 Kilometerchen über die Höhen und die Grate der schweizer Juraberge, brachten rund 1.430 Höhenmeter in die Beine, redeten viel und hatten richtig viel Spaß.
Wir haben einige Gipfel und Gipfelchen mitgenommen, eine Ruine besichtigt, ein Gipfelkreuz bewundert, ein paar Mal tief in die Täler geblickt, wir sind an einem Naturfreundehaus vorbei gelaufen, haben etliche Sendemasten bewundert und wir waren vor allem eines: sehr, sehr langsam und sehr, sehr entspannt.
Und dennoch haben die Muskeln im Oberschenkel gezogen und ich befürchtete, im Elsaß nur traben zu können.
Rita kochte noch einmal Reis, mit wilden Reis gemischt und machte dazu eine leckere Gemüsebeilage aus frischem Gemüse. Es war so lecker, dass auch eifrige Fleischesser wohl das Fleisch in der Mahlzeit nicht vermisst hätten.

Dann fuhr ich über Basel und Deutschland nach Rouffach, um dort die Startunterlagen abzuholen und von dort gleich weiter Richtung Offenburg zu meinen Eltern. Dort aber war niemand da. Eltern, so dachte ich immer, sind die Menschen, die immer zu Hause sind, wenn man dort übernachten will. Da braucht man auch nicht vorher anzurufen, da war ich mir bis dahin vollkommen sicher.
Ich suchte mir das wohl schlechteste Restaurant in Gengenbach aus und danach war wenigstens die Mieterin meiner Eltern im Haus, sodass ich wenigstens einen Schlafplatz für die Nacht hatte.
Unter dem Strich aber hätte ich mir die rund 100 Kilometer lange Fahrt von Rouffach nach Offenburg und wieder zurück sparen können, wenn ich gleich im Elsaß genächtigt hätte. Und all das, weil meine Eltern ausgerechnet an diesem Wochenende mit der Regel brechen wollten, immer da zu sein, wenn man eine Übernachtung braucht.

Am Sonntag fuhren Birgit und ich dann wieder nach Rouffach. Birgit war schon ganz aufgeregt und rostete noch ein wenig stärker, weil sie endlich ihren neuen Besitzer sehen wollte. Sie bekam ihn aber nicht zu sehen.

Drei Menschen wollte ich dort am Start unbedingt treffen: Gerald Blumrich aus Kempten, mit dem ich via Facebook Chat sogar noch die Startnummern ausgetauscht hatte, Mario Schönherr, den Oranisator des Wörthersee Trails, der auch im April auf Mallorca ein interessantes Laufseminar gibt und eben Birger Jüchter, um ihm seine Birgit übergeben zu können. Es war aber so voll im Startgebiet, dass ich keinen der drei, die ich zu sehen wünschte, entdecken konnte.

Regelrecht gestolpert aber bin ich über eine Vielzahl lieber Bekannter, einer großen Truppe von Rolf und Brigitte Mahlburgs „laufend-helfen.de“, die beiden Autoren von netten Laufberichten, Günter Kromer (laufspass.com) und Bernie Manhard (M4U), ich sah Gerhard Börner, wir unterhielten uns über seinen JUNUT, seinen Jurasteig nonstop, wo ich schon jetzt beim Gedanken daran eine Gänsehaut bekomme und ich lief mit Achim Knacksterdt und wir hatten ausgiebig Zeit, noch einmal die Organisation des RheinBurgenWeg-Laufs zu diskutieren.
Iris Eschelbach sah ich bereits vor dem Start, Nicola Wahl überholten Achim und ich erst ziemlich am Schluss. Niels Grimpe-Luhmann war in netter weiblicher Begleitung und wenn ich hier jemanden vergessen haben sollte, dann mag man mir das verzeihen.
Dass Raimund Slabon und Eule Frings auch vor Ort waren habe ich erst auf den Ergebnislisten bemerkt, schade eigentlich.

Der „Trail du Petit Ballon“ ist ein wirklich netter, gut organisierter Lauf. Zwar verstecken sich 2.100 Höhenmeter auf den rund 47 Laufkilometern, aber die Strecke ist fast durchweg gut laufbar, rauf und runter, kein Vergleich mit den technisch schwierigen Graten der Juraberge, die ich tags zuvor mit Guido gelaufen bin.
Das Startgeld war für die Leistung des Orga-Teams fast beschämend niedrig (25 EUR für Vorangemeldete, 30 EUR für die Spätberufenen wie mich). Dafür gab es eine Packung grüne Nudeln und einen Cremant Sekt in der Starter-Tüte und noch eine Quechua Vliesweste für die Finisher, überall Streckenposten, die auf Dich aufgepasst haben, eine vorbildliche Versorgung, was die Auswahl der angebotenen Essen und Getränke angeht und auch, was die Häufigkeit der Versorgungspunkte angeht.
Ich selbst habe mein mitgeführtes Wasser erst ganz kurz vor dem Ziel geleert, aber auch das nur, um das Wasser nicht noch weiter tragen zu müssen.

Insofern habe ich mit dem kumulierten Schnitt von fast exakt 7:00 Minuten pro Kilometer eine für mich sehr gute Zeit herausgeholt und mein 291. Platz (42. der Altersklasse) spiegelt das auch wider. Dass Birger zurzeit so fantastische Zeiten läuft und Raimund sowieso in einer anderen Liga läuft, dass ich 12 Kilometer vor dem Ziel Achim bitten musste, alleine weiter zu laufen, um selbst einen Gang runter schalten zu können, all das war mir von Anfang an klar.
Aber wirklich interessant für mich war, dass das Muskelziehen vom Vortag schon nach wenigen Kilometern weg war, wieder ein Indiz dafür, dass Du viel mehr, viel länger und viel öfter laufen kannst als man das landläufig denkt.

Auch im Ziel habe ich Birger nicht gesehen und so musste Birgit doch wieder mit mir nach Hause fahren. Jetzt steht sie auf meinem Schreibtisch im Büro und träumt von der „verbotenen Stadt“ Düsseldorf. Denn sie war schon ein wenig traurig, wieder zu mir nach Hause zu müssen, aber sie war recht tapfer, als ich ihr sagte, dass Birger schon in 14 Tagen beim RheinBurgenWeg-Lauf teilnehmen wird. Dann werde ich sie endlich ihrem neuen Besitzer übergeben können.

Birger und Birgit werden dann ganz bestimmt eine sehr gute Liaison für die Zukunft eingehen.

Der „Kleine KOBOLT“ – ganz groß!

Wenn man einen Lauf wie den „Kleinen KOBOLT“ mit dem Abstand von einigen Tagen ansieht, dann wird der „Kleine KOBOLT“ tatsächlich fast klein. Wenn man mit diesem Abstand auf so einen Lauf zurück blickt, dann denkt man leicht, dass er eigentlich gar nicht so schwer war.
Jetzt, wo die Wunden an den Fersen verheilt sind, die Muskeln sich wieder gut anfühlen und ich auch im Magen wieder das Gefühl einer leichten Übersättigung habe, kommt mir der „Kleine KOBOLT“ wie ein netter, kleiner Freund daher …


Allerdings weiß ich auch noch gut, welch gehörigen Respekt ich vor diesem Lauf hatte. Schon die nackten Zahlen sprechen für sich:
140,5 Kilometer lang – mein bislang fünftlängster Lauf überhaupt …
4.446 Höhenmeter – nur der „PTL“, der „UTMB“, der „Trail Verbier St. Bernard“ und der „Canyon du Verdon“ hatten bisher mehr Höhenmeter …
3 UTMB Punkte – so viel wie eine Woche „TransAlpineRun“, so viel wie eine Woche „Marathon des Sables“ …

(Klicken zum Vergrößern!)

„Wenn die Jungs und Mädels in Chamonix sich also nicht irren, dann wird der „Kleine KOBOLT“ doch ein ganz großer Lauf für mich,“ dachte ich und ich erinnerte mich daran, dass ich zwei Drittel der Strecke schon gelaufen war. Ganz gemütlich bei meist bestem Wetter in der Woche vor Ostern als Gruppenlauf mit Rolf Mahlburg beim „Rheinsteig Erlebnislauf“.
Rolf startet immer in Bonn und geht etappenweise den Rheinsteig entlang bis nach Wiesbaden. Die ersten drei Tagesetappen dabei sind die Strecke des „Kleinen KOBOLT“. Die ersten beiden Tagesetappen bin ich schon mit Rolf Mahlburg gelaufen.
Und ich erinnerte mich gut daran, dass ich früher schon nach einer einzigen dieser Tagesetappen am Folgetag kaum mehr laufen konnte. Nach dem Ende der ersten Etappe damals in Unkel ging es am nächsten Tag weiter über der Erpeler Ley Richtung Koblenz und so war die Erpeler Ley weit, weit weg von Bonn, dachte ich damals.
Beim „Kleinen KOBOLT“ allerdings sagte ich mir, dass wir fast am Ziel wären, wenn Achim und ich erst einmal die Erpeler Ley erreicht haben würden.

Ach, Achim, mein Laufpartner beim „Kleinen KOBOLT“ … es war so schön, endlich mal wieder einen ganzen Lauf mit ihm, neben ihm zu bestreiten, auch wenn 28 Stunden lang quatschen dann auch nicht möglich war. Am Ende gab es Phasen, wo wir stumm hintereinander hergelaufen waren, teilweise stumm aus Erschöpfung, teilweise auch aus Frust, weil wir uns mal wieder verlaufen hatten.

Sich zu verlaufen ist vielleicht eines der entscheidenden Punkte bei diesem Lauf. Jeder hatte es am Ende hinter sich, Achim und ich genossen die Extra-Runden ausgiebig. Gleich nach zwei der üppig bestückten Verpflegungspunkten drehten wir eine lange Schleife, die uns wieder zum Verpflegungspunkt zurück brachte. Am Ende waren statt der 140,5 Kilometer immerhin 153,5 Kilometer auf der GARMIN Uhr. Sich zu verlaufen haben Achim und ich also zur Stilform erhoben.

Neben den beiden Schleifen nach den Verpflegungspunkten 2 und 3 war auch die Gegend um das hübsche Ausflugslokal „Milchhäuschen“ ein ideales Gelände, um dieser Stilform zu frönen und wir taten es hier gleich mehrmals.
Ich liebe das „Milchhäuschen“ und hatte Achim schon kilometerweit vor diesem Restaurant von seiner Schönheit erzählt, die Gegend um das „Milchhäuschen“ herum liebe ich jedoch jetzt nicht mehr so sehr …

Ein Lauf wie der „Kleine KOBOLT“ ist also schon auf Grund der nackten Zahlen und der teilweise suboptimalen Beschilderung ein hartes Ding, am ersten Dezember-Wochenende kamen dann noch die Wetterbedingungen hinzu. Zwar war es beileibe nicht so kalt wie in den Nächten zuvor, es hat auch erst ganz am Ende geschneit, dennoch war es während der ganzen Zeit kalt und feucht, der Boden war von zusammengetretenen Schnee bedeckt und damit sehr, sehr glatt. Zum Glück hatte ich meine Alpin Sticks dabei, sie verhinderten einigem Male einen Sturz, vor allem deshalb, weil ich schuhtechnisch nicht optimal ausgestattet war.


Auf der Rückfahrt nach dem Ziel nickte ich ein Mal kurz ein. Gabi fuhr und das monotone Fahrgeräusch läd Läufer, die eben mal eine Nacht durchgelaufen sind, geradezu zum Einschlafen ein. Und ich träumte von einem Polizisten mit stark bayrischem Akzent, der mich anhielt, auf die neue Winterreifenpflicht hinwies und mein Profil sehen wollte.
Also hielt ich meine Schuhsohlen nach oben und der Polizist bemerkte natürlich sofort, dass der Schuh ein Sommermodell war, zudem war das Sohlen-Profil an vielen Stellen komplett abgelaufen.
Ich liebe diese Nike Laufschuhe, obwohl sie an zwei Stellen schon zerschlissen und definitiv viel mehr als die empfohlenen 1.000 Kilometer gelaufen haben, was die Dämpfungseigenschaften einschränkt. Für den „Kleinen KOBOLT“ aber war diese Schuhwahl nicht akzeptabel.
Und der Polizist schimpfte über das Profil und bestrafte mich mit zehn Liegestützen und einer 5-km-Strafrunde.
Ich war schon vollkommen fertig und flehte ihn an: „Tun Sie das nicht, bitte. Tun Sie das nicht, bitte, bitte, ich habe schon über 13 Strafkilometer hinter mir …“
Aber der Polizist wollte nicht auf mich hören, also wurde ich wütend und dann schrie ich ihn an: „TUN SIE DAS NICHT!“ Dann wachte ich wieder auf, wir waren zu Hause.

Aber so labil, wie ich im Traum bei dem Polizisten war, so war ich auch auf den letzten acht Kilometern vor dem Ziel. Irgendwann zwischen dem letzten Verpflegungspunkt und dem Ziel wollte mein Geist nicht mehr und alles tat weh.
Ich hatte mir im Schritt einen „Wolf“ gelaufen und hatte die beiden Hosen, die ich übereinander trug, schon so weit nach unten gezogen, dass die obere Hälfte meines Hinterns nur durch die Laufjacke bedeckt wurde, ich hatte eine dicke Blase hinten an der linken Ferse, eine kleine Blase unter dem rechten Fuß und mein linkes Knie machte sich ganz leicht schmerzend bemerkbar. Ich wollte nur noch im Ziel sein, endlich am Ziel sein …

Wenn Du so lange mit dem gleichen Partner läufst, dann gibt es Momente, in denen Du den Partner ziehen und motivieren musst und es gibt Momente, in denen Du Zuspruch brauchst und Unterstützung. Am Ende habe ich nur noch von Achims Kraft gelebt, er hat mich gezogen und meine Laune einigermaßen hoch gehalten, aber ich habe den Bonnern, die wir nach dem Weg zum Ziel gefragt hatten, wohl ein jämmerliches Bild geboten. Aber irgendwann dann waren wir tatsächlich im Ziel, irgendwann und mit 27:54 Stunden doch noch wenigstens unter der 28 Stunden Marke.

Unsere Hochrechnungen sahen uns schon mal mit 25:30 Stunden im Ziel, mal aber auch erst nach dem Cut-Off von 29:00 Stunden. Ganz schlimm war es ein paar Kilometer vor dem letzten Verpflegungspunkt. Nach dem vielen Verlaufen wussten wir, dass wir viel Zeit, Kraft und Motivation verloren hatten und wir begannen, neu zu rechnen.
Die Strecke nach dem VP, die Strecke von Bad Honnef bis zu diesem VP und die Strecke bis nach Bad Honnef … und in diesem Moment kam eine Spitzkehre mit einer Wegbeschilderung nach Bad Honnef, auf der stand: BAD HONNEF 11,5 km.

Wir hatten keine Chance mehr, vor dem Cut-Off anzukommen, dachten wir. Achim wurde aus Trotz und Ärger schneller, ich wurde aus den gleichen Gründen langsamer. Achim wurde richtig ärgerlich, ich verzweifelte und wanderte ins „innere Jammertal“.
Es folgte eine merkwürdige Viertelstunde, in der wir liefen und schwiegen, träumten und dachten, bis wir von einem dicken Stein erlöst wurden, auf dem stand: BAD HONNEF 1,5 km.

Alles war wieder gut für Achim, für mich aber noch nicht. Nach einem Kilometer kam ein Abzweigschild nach Bad Honnef Innenstadt, das ich aber übersehen habe und wir liefen und liefen und kamen scheinbar einfach nicht nach Bad Honnef. Ich stellte mir vor, dass auf dem Stein 7,5 km gestanden haben musste und ärgerte mich. Erst als Achim von der Abzweigung erzählte, die ich übersehen hatte, ging es mir wieder besser.

Knapp 28 Stunden lang stramm bergauf oder vorsichtig bergab, weil es so glatt war, ständig mit dem gleichen Laufpartner zusammen, den Du schon so lange kennst, immer unleidlich vor den Verpflegungspunkten, aber motiviert und vorne weg danach, da denkst Du oft an Deinen Laufpartner und daran, woher Du ihn kennst.

Achim kenne ich schon viele Jahre. Wir hatten uns auf dem Eisweinlauf vor einigen Jahren kennen gelernt und kamen damals über das Thema Fußball ins Gespräch. Achim ist in erster Linie ein Fan von Mainz 05, damals noch von „Kloppo“ trainiert. In zweiter Linie ist er ein Fan von Eintracht Frankfurt, schön, dass während des „Kleinen KOBOLT“ gerade diese beiden Vereine gegeneinander gespielt hatten. Achim hatte sich mit einem mobilen Radio und Ohrclips bewaffnet, um noch das Siegtor der Frankfurter mitzubekommen, bevor der Akku seinen Geist aufgegeben hatte.

Danach haben Achim und ich uns bei ein paar kleineren Läufen gesehen. Ich erinnere mich an den 50K Ultra in Rodgau, aber da sahen wir uns nur kurz nach dem Zieleinlauf auf dem Weg zum Auto. Achim hatte damals eine 4:35 Stunden gelaufen, ich hatte 4:45 Stunden gebraucht. Achim ist meist etwas schneller als ich, nur beim K-UT konnte ich ihn kurz vor dem Ziel noch einholen.

Das erste lange Ding, das wir dann zusammen gemacht hatten, waren die 350 Kilometer des Swiss Jura Marathon von Genf nach Basel. Antje, seine Frau, war als Helferin mit im Orga-Team, Achim und ich liefen. Achim lief wie immer ein wenig schneller als ich, zur Strafe durfte er in den Turnhallen immer schon unsere Schlafecke einrichten.
Nur an einem Tag war ich schneller als er, am 5. Tag, dem Donnerstag, einen Tag nach Achims Sturz und einen Tag bevor meine Muskelverhärtung begann.
Achim war also gestürzt beim SJM und er ging dann nach dem Lauf zum Doc, um die Rippen untersuchen zu lassen.
Eine angebrochene Rippe hatte er, wenn ich mich richtig entsinne, und der Doc fragte ihn etwas vorwurfsvoll, warum er denn nicht gleich nach dem Unfall zu ihm gekommen wäre.
„Weil ich noch 200 Kilometer laufen musste,“ war Achims Antwort. Der Doc war schockiert, ich war amüsiert. So eine Antwort kann nur von einem „Ultra“ kommen, oder?

Mit Yogi Schranz und Susanne Alexi sind Achim und ich dann das „Schräge O.“ gelaufen, mit meinem Laufpartner vom TransAlpineRun 2008, mit Heiko Bahnmüller, sind Achim und ich dann gemeinsam in der Wüste gewesen. Beim „Marathon des Sables“ war die Ankunftsreihenfolge in unserem Zelt auch jeden Tag gleich. Zuerst kam Heiko eingelaufen, dann folgte Achim, dann erreichte ich das Ziel, danach Tilmann, dann Christian. Jeden Tag gleich.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl haben aber vor allem diese beiden Etappenläufe enorm gestärkt, über all das dachte ich also nach beim „Kleinen KOBOLT“.

24 Läufer waren für die langen 140,5 Kilometer angemeldet, nur 17 davon traten an. Einer, mein Freund JoSi, Joachim Siller, scheiterte an der Zugverbindung, die im Schnee stecken blieb, einer, der großartige Jens Vieler, musste wegen einer Erkältung passen, wieder andere kamen aus anderen Gründen nicht und nur 10 ser 17 Starter kamen tatsächlich am Ziel an.
Und wenn Achim und ich uns gemeinsam den 8. Platz teilen und wir uns somit ganz weit hinten auf der Ergebnisliste wiederfinden, dann tut mir das gar nicht weh. Wir sind durchgekommen, haben gefinished, durch den Schnee, durch die Kälte, durch die Nacht …

Wir hatten trotz der Verlaufer offensichtlich mehr Glück als die, die auf der Strecke aufgeben mussten. Und wir hatten das Glück, diesen Lauf erleben zu dürfen, der von den drei Jungs aus dem „Chamonix-Appartement“ in kürzester Zeit ins Leben gerufen wurde.
Michael Eßer, der mitgelaufen war und 10. wurde, Stefan Scherzer, der den „Kleinen KOBOLT light“ lief und dort den zweiten Platz errang und Andreas Spieckermann, der Race Director, der in einer unglaublichen Ruhe die vielen Helfer dirigierte, motivierte und lenkte, haben hier einen kleinen Traum realisiert, auf den sie stolz sein können.

Ein richtig harter Winterlauf, der Dir alles abverlangt, gleichzeitig aber liebevoll organisiert ist und landschaftliche Highlights bietet, wie Du sie nur selten siehst. Wenn dieser Lauf im nächsten Jahr neu aufgelegt wird, dann solltest Du dabei sein und auch den Blick auf die in der Nacht hell erleuchteten Burgen werfen, stets abwechselnd das Rheintal und die Höhen der rechtsrheinischen Berge kennen lernen.
Du solltest die kalte und lange Winternacht erleben und genießen. Die kurze, warme Nacht von Biel ist zauberhaft, das Gegenstück, eine Nacht, die schon früh beginnt und nicht enden will, die kalt ist und lang, ist auch ein echtes Erlebnis.
Wir gehen in die Wüsten, in die Alpen und in die Dünen, um wegzukommen vom üblichen Trott eines Straßenmarathons – hier beim „Kleinen KOBOLT“ hast Du die Herausforderungen gebündelt und direkt vor der Haustüre.

Schade nur, dass der Rheinsteig auf der „schäl Sick“ liegt, aber daran können Michael, Stefan und Andreas ja noch arbeiten …

Die „Maladie“, die „französische Krankheit“ …

Ich habe mit vielen Menschen geredet in den letzten Tagen. Mit Läufern, mit Kanufahrern, mit Campern , mit Abenteurern und mit Naturfreunden. Und alle hatten sie die gleichen Symptome einer einzigartig ansteckenden Krankheit.
Immer begann es mit glasigen Augen, mit ein paar Tränen in den Augenwinkeln und die Symptome setzten sich fort. Ein verklärter Blick an Dir vorbei irgendwohin ins Nirvana der verblassten Erinnerungen, Schluckbeschwerden und zum Schluss, in der finalen Phase, griff sentimentale Melancholie auf die Angesteckten über.
Ganz klar, dachte ich immer: Vorsicht, Seuche! Halte Dich nicht zu lange hier auf, wer weiß, ob das auch bei Dir ansteckend wirkt!

Schon lange kennt man die „französische Krankheit“, die „gewisse Maladie“. Früher galt sie als unheilbar, aber als nicht lebensbedrohlich. Die österreichische Kaiserin Elisabeth tourte, nachdem ihr Mann sie mit der Krankheit angesteckt hatte, rastlos und unaufhaltsam durch Europa. So zumindest erzählt es das Musical „Elisabeth“.
Das gleiche gilt auch heute noch für die Läufer, Kanufahrer, Camper, Abenteurer und Naturfreunde, mit denen ich in den letzten Tagen geredet habe.

Mein Freund Hans-Peter Gieraths ist ein Beispiel dafür. Er hat sich im letzten Sommer angesteckt und so zieht es ihn auch in diesem Sommer wieder dorthin, wo die Ansteckung begonnen hat: nach Südfrankreich. Und vermutlich wird es ihn sein ganzes Leben lang jetzt jeden Sommer dorthin, in die Berge von Nizza, führen.

Die ansteckende Seuche, die Dich immer wieder dazu treibt, zum Ort der Ansteckung zurück zu kehren, ist der Canyon du Verdon, der zweitgrößte Canyon der Welt.
Jeder, der schon mal da war, reagiert wie schon oben beschrieben.
Die Camper und Wanderer erzählen von den lilafarbigen und duftenden Lavendelfeldern oben über der Schlucht, die Kanuten schwärmen von der Schönheit der Schlucht und von den wilden Wassern, die Dich irgendwann, nach dem „POINT OF NO RETURN“, immer weiter mitreißen, bis Du den langen Einschnitt in die Hochebene glücklich und geschafft hinter Dich gebracht hast.
Naturfreunde erzählen von der Schönheit der Vegetation und der edlen Schroffheit der Felsen, während sie das Zittern bekommen, das jeden befällt, wenn er in so schönen Erinnerungen schwelgt. Und die Abenteurer schwärmen von extremen Dingen, die in so einer schönen Landschaft ganz besonders reizvoll sind.
Ob Du Bungee in diese Schlucht springst, dort einfach nur zeltest, wanderst oder ob Du als Läufer den 102 Kilometer langen und 6.200 Höhenmeter starken Trail des Canyon du Verdon wagst, jeder wurde angesteckt und träumt dann nur noch wehmütig von der Schönheit dieses Fleckchens Erde.
Ich befürchte, am Wochenende werde ich mich auch anstecken.

Schon als ich 2009 beim Hollenlauf Hans-Peter Gierath’s Freund Rolf Wäsche vom Lauftreff SV Westum kennen lernte, war ich fasziniert von dem, was ich von ihm hörte. Rolf erzählte mir, dass er den Hollenlauf nur ganz langsam angeht, weil er sich eigentlich auf einen „ganz verrückten Lauf“ freut, eben den Trail durch den Canyon du Verdon. Besonders fasziniert war er von der Aussicht, so viele Höhenmeter auf dieser eher kurzen Strecke bewältigen zu können, von der Hitze in der Tiefe des Canyons und von dem unschlagbaren Laufangebot der Franzosen.
Später dann, als ich den Bericht der beiden Läufer auf der Internet-Seite des SV Westum gelesen habe, wusste ich: da musst Du hin, das ich Dein Lauf!

Und später dann, Anfang 2010, als sich HaPe’s Krankheit dahingehend bemerkbar machte, dass er den dringenden Wunsch, wieder an die Stelle der Ansteckung zurückzukehren, geäußert hat, da war mir klar, dass ich ihn bei dieser Reise begleiten werde. Seither träume ich und fiebre ich ein wenig in Richtung dieser Schlucht.


Nur irgendwann in der marokkanischen Wüste habe ich für ein paar Stunden Sorgenfalten auf mein alterndes Gesicht bekommen. Das war, als ich hörte, dass der dreimalige MdS-Finisher und zweimalige Deutschlandlauf (DL) Finisher, mein Freund Rolf Mahlburg, vor Jahren, noch vor seinen großen Laufhighlights, sich in den Canyon wagen wollte. Damals war dieser Lauf noch eine 3-Tages-Veranstaltung, die von der Läuferlegende Anke Molkenthin in Deutschland protegiert wurde, wie der Marathon des Sables auch.
Rolf sprach damals Anke an und wollte diesen Lauf buchen, aber Anke schüttelte den Kopf und riet ihm: „Rolf, mach doch erst mal etwas Leichteres, mach erst mal den Marathon des Sables!“

Ich glaube, es war der Tag beim MdS, als es mir so unendlich schlecht ging, als ich diese Geschichte gehört habe. Der Marathon des Sables etwas Leichtes gegenüber dem Trail durch den Canyon du Verdon?
Ich war froh, dass ich in diesem Moment, an diesem Tag und in dieser Situation meine Anmeldung zum Trail im Canyon nicht stornieren konnte. Aber ich gehe daher bewusst und vorsichtig in dieses Abenteuer. Rolf Wäsche vom Lauftreff SV Westum hat dort in Südfrankreich sein läuferisches Waterloo erlebt. Der erfahrene Ultraläufer (AK M65) hatte bis dahin noch nie einen Lauf abgebrochen, im Canyon du Verdon jedoch fand er seinen Meister. Finde auch ich meinen Meister auf diesen 102 Kilometern?

„Ist der Lauf nicht Dein Freund, so ist er Dein Lehrer,“ sagt man. Ob der Canyon mein Freund sein wird oder eben mein Lehrer, das weiß ich noch nicht. Aber ich weiß, dass ich viele Fotos machen werde und ich will jede einzelne der maximal 35 Stunden in der Gluthitze des Canyons genießen.
Ich möchte, dass dieser Trail mein Freund wird und dass ich dann auch an der „französischen Krankheit“, der „gewissen Maladie“, der „Seuche“ leide – und das, so lange ich lebe!

Dezember: gleich ein doppeltes Familientreffen in Offenburg!

Gengenbach im Kinzigtal ist ein wunderschönes kleines Städtchen im Badischen. Gengenbach ist nicht deshalb schön, weil Wolfgang Schäuble dort wohnt und auch nicht, weil dort alljährlich ein ganz besonders großer Adventskalender zu bewundern ist, bis vergangenes Jahr gemacht mit Bildern des weltbekannten Künstlers Tomi Ungerer und ab 2009 bis 2011 gestaltet durch den Künstler  Jan Peter Tripp, der den Adventskalender mit bekannten und beliebten Motiven seines Vaters dekoriert, sondern, weil meine Eltern auch dort wohnen.

Der Gengenbacher Adventskalender - immer einen Besuch wert!

Der Adventskalender ist aber wirklich eine Reise wert und wenn Du den Künstler Jan Peter Tripp nicht kennst, dann kennst Du zumindest seinen Vater, Franz Josef Tripp.
Franz Josef Tripp
hat die Bücher von Michael Ende und Otfried Preußler illustriert und das gibt es Charactere, mit denen wir alle aufgewachsen sind:

Jim Knopf
Lukas, der Lokomotivführer
Räuber Hotzenplotz

Das kleine Gespenst

In den Jahren zuvor wurde der Gengenbacher Adventskalender schon von Künstlern wie Otmar Alt, Quint Buchholz, Marc Chagall und Tomi Ungerer gestaltet, ich finde, das ist eine erstaunliche Serie prominenter Künstler, die diesen Adventskalender immer wieder zum Ziel vieler Reisenden machen. Schau selbst mal hin, wenn Du in der Gegend bist!

Also, meine Eltern wohnen dort und weil Gengenbach eher weit ist, bin ich nicht allzu oft im schönen Baden. Aber wenn, dann bin ich auch stets aufs Neue begeistert – und das nicht nur wegen der schönen Laufstrecken dort! Und wenn ich also Mitte Dezember wieder dort sein werde, dann gibt es ein kleines Familientreffen.

Aber dieses Familientreffen wird noch übertroffen von einem Familientreffen der besonderen Güte, einem Familientreffen der Läufer!
Gerne bin ich ja dem Ruf meines lieben Freundes und Lauf-Organisators R(ud)olf Mahlburg gefolgt und laufe zum insgesamt 4. Mal den „Eisweinlauf“ von Offenburg nach Baden-Baden. Ich mache das stets gerne, teilweise aus Dankbarkeit gegenüber Brigitte und Rolf Mahlburg, aber auch, weil ich dort Jahr für Jahr immer wieder neue und interessante Menschen kennenlernen durfte. Und mit manchen davon habe ich dann auch andere große Läufe bestritten und mit einem dieser Läufer werde ich nächstes Jahr in der marokkanischen Wüste starten.

Der „Eisweinlauf“ ist ein Gruppenlauf und so hast Du ausgiebig Zeit, die meisten Läufer dort kennen zu lernen. Und heute habe ich mal auf die Teilnehmerliste gesehen und ich konnte mir ein paar Tränen der Freude nicht verkneifen.
Die Liste ist voll mit Lauffreunden der ganz besonderen Art, Menschen, die mir mehr bedeuten und die gerade in den letzten 1 1/2 Jahren für mich besonders wichtig waren.
Da sind zum Beispiel die „Geschwister Fürcherlich“, Steffi Effelberg und Andrea Falkus, vielleicht die liebsten und interessantesten Schwestern unter den Ultraläufern. Ich habe beide schon Anfang 2008 kennen gelernt und bin in Biel und anderen Orten Ultras mit ihnen gelaufen, aber richtig toll wurde es, als wir zusammen den TransAlpineRun 2008 bestritten haben. Lange Läufe ohne die beiden sind langweilige Läufe!
Und da ist auch mein badischer Freund Peter Wiedemann, den ich meistens bei den badischen Gruppenläufen treffe, der aber unbestritten ein ganz Großer bei den Ultraläufern ist. Er startet für die LG DUV, also der Gruppierung, für die ich bald auch starten will, wenn da nicht auch noch die Entscheidung für die DUV zu treffen wäre – und mit der tue ich mich sehr schwer. Peters Laufliste der Ultramarathons beim DUV ist riesig. Ich bewundere und beneide ihn.
Ich freue mich auch auf Heidi Stöhr aus Freiburg, auch mit ihr habe ich neben dem GONDO EVENT 2008 einige Gruppenläufe gemeinsam bestritten. Ich mag ihre Fröhlichkeit und bewundere, wie sie nach einem glatten Knochenbruch (war es der Wadenknochen?) mit Stahlschrauben im Bein den GONDO EVENT 2008 geschafft hat. Eine unglaubliche Willensleistung. Dieses Jahr war sie beim TransAlpine Run 2009, ein Lauf, den ich nur aus der Ferne beobachten konnte.

Die Liste wäre nicht komplett, wenn ich nicht noch zwei LäuferInnen erwähnen würde, die mich dieses Jahr besonders bewegt haben. Heinrich Dahmen ist einer davon. Der Mitorganisator des Erft Spendenlaufs und seit jeher ein eifriger Spendensammler zu Gunsten kranker Kinder hat mir die Idee vermittelt, bei dem „Sächsischen Mt. Everest Treppenmarathon“ dabei zu sein. Heinrich ist 2008 kontrolliert nach 50 Runden dort ausgestiegen, 2009 aber hat er mit großen körperlichen Problemen zu kämpfen gehabt und hat mühevoll 51 Runden bewältigt. Dafür hat er die volle Zeit gebraucht, ich wünsche ihm, dass es beim nächsten Versuch dann auch wirklich klappt. Heinrich ist als Kerpener fast ein „Nachbar“, so viele Ultraläufer gibt es ja nicht in der Kölner Bucht und er ist immer da, wenn man ihn braucht.
Die andere ist Wilma Vissers. Ich habe schon einmal einen Blogbeitrag über sie geschrieben: „Wilma, der Liebling aller Läufer und Betreuer…“ Wir sind zusammen die 7 Tage und die 350 Kilometer des SwissJuraMarathon (SJM) von Genf nach Basel gelaufen und die in der deutschsprachigen Schweiz lebende Holländerin (oder heißt das „Niederländerin“?) hat uns allen so viel gute Laune gemacht, dass ich es kaum abwarten kann, bis wir uns wieder sehen.

Alles in allem wird das Wochenende um den 12. Dezember herum ein tolles Wochenende. Die Eltern besuchen, einen wunderschönen langen Lauf machen, Freunde treffen und das beim letzten langen Lauf des Jahres – so darf ein tolles Laufjahr 2009 für mich zu Ende gehen.

Schon jetzt sehe ich uns wieder im Dunklen in Baden-Baden, durch den Wald kommend, die Straße bergab laufen. Vor uns im Tal leuchtet die Innenstadt und der hell erleuchtete riesige Weihnachtsmarkt. Wir laufen dort immer an der Seite ein, der Weg ist für uns abgesperrt und wir laufen auf eine Bühne zu, wo wir vom Bürgermeister empfangen werden. Traditionell gibt es da einen Spenden-Scheck von Brigitte und R(ud)olf Mahlburg für die „Aktion Benny & Co.“, für an der Duchenne-Krankheit leidende Kinder. Für uns Läufer gibt es immer einen Weckmann und Glühwein.
Um den abgesperrten Teil herum stehen erwartungsvoll einige Dutzend Menschen und der Bürgermeister begrüßt uns immer warmherzig und weist darauf hin, dass diese Gruppe von Offenburg aus nach Baden-Baden gelaufen ist. Für die meisten Zuschauer eine ungeheuere und kaum vorstellbare Distanz: 65 Kilometer, 1.800 Höhenmeter! Der Applaus der Zuschauer wärmt dann genauso wie der Glühwein.

Später dann, in Bühl, wo die meisten Läufer auch die Nacht davor und die Nacht danach verbringen, trennen sich dann die Wege der Läufer wieder und ich werde mit ein paar Tränen in den Augen wieder nach Gengenbach zu meinen Eltern fahren, auch, um in der Gengenbacher Altstadt den Adventskalender zu bewundern und dort noch mit meiner Familie und meinen Eltern ein Restaurant zu besuchen.

So schön kann die Adventszeit sein!