Helden für ein ganzes Leben …

Am Sonntag ist es wieder soweit:
der TOUGH GUY startet in England, in der Nähe von Wolverhampton!

Es ist zwar nicht das „härteste Rennen der Welt“, aber ein ganz besonderes Ding ist das schon. Immerhin treffen sich mehr als 5.000 Läufer aus der ganzen Welt, um wenigstens 110 Pfund Startgeld loszuwerden – und auch ein wenig mehr, wenn Du ganz vorne starten willst. Und wenn es Dir auf die Zeit ankommt, dann bist Du gut beraten, diese 75 Pfund Zuschlag zu bezahlen, denn es gibt nur eine Brutto-Zeit und die beginnt zu laufen, wenn die erste Startgruppe den Berg herunterrennt und so durch die Kanonenschläge hastet.

(klicken zum Vergrößern) - viele Fotos sind hier vom SMR, aber Bild 2 & 3, Bild 5 & 6 sowie Bild 11 & 12 (Feuer, Matsch, Balancieren) sind vom TG

Ich erinnere mich noch gut an meine Teilnahme in letzten Jahr, an die Kälte, an das Eiswasser, an den Schnee und an das unkontrollierte Zittern am Ende des Laufs – schade, dass ich 2010 nicht wieder dabei sein kann!
Ich allerdings war 2009 nicht bereit, jene 75 Pfund an Zusatzkosten zu berappen, um in einer vorderen Gruppe starten zu können, aber dennoch konnte ich am Ende ein respektables Ergebnis vorweisen. Von ganz, ganz hinten gestartet kam ich immerhin noch ins vordere Drittel.
Aber wer interessiert sich hier wirklich für die Zeit, die Du brauchst? Ist es nicht viel schöner, dieses Event ausgiebig zu genießen?

Jeder Sprung ins eiskalte Wasser, jeder Tauchgang unter den Holzbalken durch, jeder gefühlte Hammerschlag, der auf Deinen Kopf trifft, wenn Du in das braune und eiskalte Wasser eintauchst, alles ist eine klare Botschaft für Dich. Und die Botschaft heißt: „DANKE, lieber Gott, dass ich hier dabei sein darf! DANKE, dass ich leben darf!“
Die ersten Kilometer sind ja noch verhältnismäßig einfach, es sind die „Country Miles“, aber auch da gibt es schon schwierige Hindernisse, Stromschläge und zwei Dinge, die ich wohl nie vergessen werde:

„Slalom“, hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Anstieg auf einen Hügel, der nicht allzu hoch, dafür aber verdammt steil ist. Und kaum bist Du oben machst Du auch sofort eine 180 Grad-Wende und läufst parallel den Hügel wieder runter. Und Du machst eine 180 Grad-Wende und rennst wieder hoch … und wieder runter … und wieder hoch … und wieder runter … insgesamt 10 Mal geht es den Hügel hinauf und spätestens nach fünf Runden trennen sich die Läufer, denen es noch einigermaßen gut geht, von den Kraftsportlern, die jetzt von Wadenkrämpfen geschüttelt werden.

der Kanal, ein Wassergraben, der Dich bis zur Hüfte in schmutzig-kaltes Wasser bringt. Ein tiefer Sprung ins kalte Nass, zwei Meter durchwaten und eine schlammige und sehr hohe Kante wieder rauf. Dabei rutscht Du bestimmt ein paar Mal ab und somit wieder ins Nasse zurück und schließlich freust Dich, wenn sich jemand erbarmt und Dir aus dem Wasser hilft. Aber kaum hast Du diese Prozedur hinter Dich gebracht machst Du eine 180 Grad-Wende und … ach den Rest kennst Du ja schon vom Slalom. Aber es sind nicht 10, sondern 20 solcher Bahnen zu machen und die nassen Zehen frieren, Du zitterst am ganzen Körper und hoffst, dass Du danach wieder etwas Tempo aufnehmen kannst, um nicht mehr zu frieren.

Schade aber ist es um diejenigen, die keine Kraft mehr für einen Spurt haben, denn die frieren weiter. Wenn Du hier Deine Körpertemperatur nicht mehr hoch bekommst, dann brauchst Du die schwierigen Passagen erst gar nicht mehr angehen.

Die schwierigen Passagen heißen „The Killing Fields“ und nicht nur dort wirst Du stets gewarnt und erinnert, dass Du ja ein „Death Warrant“ unterschrieben hast, die Bestätigung, dass Du selbst verrückt genug warst, diese Herausforderung aus eigenem Antrieb zu bewältigen und dass Deine Angehörigen keinerlei Regress-Ansprüche gegenüber dem Veranstalter erheben werden, wenn Du dabei sterben solltest.
Sterben tut natürlich niemand dort, aber für eine eklige Hypothermie (Unterkühlung) und für Erschöpfungszustände aller Art ist dieser Lauf schon geeignet. Man kann es auch so formulieren: die Krankenhäuser der Umgegend bekommen durch dieses Event recht viel Arbeit.


Was dann auf den „The Killing Fields“ auf die Läufer zukommt?

Einiges, vor allem viel kaltes Wasser, immer und immer wieder. Vergleicht man den TG mit dem StrongManRun (SMR), dann merkst Du, dass viele Elemente des TG beim SMR Einzug gefunden haben, aber eben in einer abgemilderten Form und vor allem nicht so penetrant permanent. Ein Mal ins kalte Wasser beim SMR pro Runde, ein steiler Hügel, ein Hindernis dieser Art, aber eben nicht zehn, nicht zwanzig Mal das gleiche. Und endet das Wasser beim SMR beim Schwimmen, dann bist Du beim TG mindestens fünf Mal komplett unter Wasser, ob beim oben schon erwähnten Tauchen unter den Holzbalken und der Holzbrücke durch oder beim Sprung ins kalte Elend von dem drei, vier Meter hohen Balken.
Jump – hinein ins Vergnügen! Und tauchen und schwimmen und frierend schnattern!

Aber Du bekommst einen Anflug von homoerotischen Liebesgefühlen gegenüber den Tauchern, die mit Argus-Augen darüber wachen, dass keinem wirklich etwas Schlimmes geschieht. Die Taucher im Wasser sehen Dich an, fragen Dich etwas und nehmen Dich aus dem Rennen, wenn sie den Eindruck haben, dass Du nicht mehr Herr Deiner Sinne bist. Hypothermie kann ganz schön gefährlich sein, Du selbst bekommst das dabei noch nicht einmal mit, nur die Menschen um Dich herum denken über Deinen Geisteszustand nach …

Der Geisteszustand der Läufer muss sowieso nahe der Unzurechnungsfähigkeit sein, denn diese Strapazen nimmt der gewöhnliche Läufer auf sich, nur um in den „The Killing Fields“ Held für ein ganzes Leben zu werden. Und so bekommt auch der Sieger dieses Laufs regelmäßig nicht mehr als Ruhm und Ehre. Und einen Kakao, von dem Du die Hälfte, unkontrolliert zitternd, verschüttest.
Bekleckert mit Ruhm und Ehre, im Gefühl, Held für ein ganzes Leben zu sein, saß ich am Ende im Auto und beobachtete den fallenden Schnee und die Unglücklichen, die oft erst zwei, drei Stunden nach mir im Ziel ankamen. Und je langsamer Du läufst, desto mehr frierst Du.

Held für ein ganzes Leben sein ist wirklich nicht einfach!

BraveheartBattle 2010 – ich freue mich darauf!

18 Kilometer durch Matsch und Schlamm - aber mit den besten Freunden!

Der 13. März 2010 wird für die Tapfersten der Tapferen ein ganz besonderer Tag sein. Ein Tag, an dem die ToughGuys und die StrongMen zu Bravehearts werden können!

Es ist der Samstag knapp drei Wochen, bevor es Richtung Marokko zum MdS (Marathon des Sables) gehen wird, der Samstag, der kein normaler Samstag sein wird. Wieder werde ich viele Freunde treffen, Mädels und Jungs, die sich beim UTMB bewährt haben, die nonstop 166 Kilometer um den MontBlanc gelaufen sind und dabei 9.400 positive Höhenmeter bezwungen haben.
Mädels und Jungs, die eisenhart scheinen und das bei unzähligen Marathons und Ultra-Marathons bewiesen haben – und doch werden wir alle zittern!

Zittern, ob wir auch dieser Prüfung gewachsen sein werden: dem Braveheart Battle 2010!

Das Battlefield: 18 Kilometer sind zu absolvieren und unzählige Hindernisse und Barrikaden sind zu überwinden. Dreck wird gefressen werden, wie die Säue werden wir uns im Schlamm suhlen und durch kaltes und trübes Wasser waten. Wir werden über Hindernisse klettern, den einen oder anderen Hieb abbekommen und ohne Blessuren wird der Tag nicht zu Ende gehen – aber wir werden Spaß haben!

Hindernisse mit so wohlklingenden und romantischen Namen wie Loch Ness, Brave Wall, Creep Trench, Step Peel, Hell Pipes, Sludge Zone, Hoop Tomb, Soapy Rope, Hamburger Hill, Water Zone, Iron Curtain, Riverdance, Woodpecker oder Straw Hump versprechen all das Schöne, das Weicheier hassen: Kälte, Pein und Krämpfe!

Szene aus dem ToughGuy in England - so schön soll es auch beim BraveheartBattle werden!

Der Höllenparcours wird zumindest mich an die psychischen und physichen Grenzen bringen – das hoffe ich zumindest.
Mein Maßstab für die Qualität dieses Events wird zweifelsohne der ToughGuy im englischen Wolverhampton sein, die Erinnerung an zwei Dosen Melkfett im Gesicht und auf dem Körper, an das häufige Tauchen in Wasser am Gefrierpunkt und an das unkontrollierte Zittern im Ziel bei diesem Event sind bei mir ja noch allgegenwärtig. Von dem heißen Kakao, den es im Ziel gab, habe ich zumindest die Hälfte bei diesen Zitterattacken verschüttet!

Der Veranstalter des BraveheartBattle, das PAS-Team, hat sich einiges ausgedacht und hat uns Schweiß, Schmerzen und Spaß garantiert! Wenn Du also mit Grace, Bernie, Kurt und mit mir leiden willst, dann sei dabei!

All das werden wir unter den Augen von Thomas D, dem „real Braveheart“ tun, angefeuert von Musik und einem hoffentlich großen und begeistertem Publikum. Und stattfinden wird dieser Lauf in der schönen fränkischen Stadt Münnerstadt. Als gebürtiger Franke habe ich zwar nicht erwartet, diese Region bald wegen so einer schweißtreibenden Sauerei zu besuchen, aber ich freue mich, dass ich nun das Frankenland gedanklich nicht nur mit Lebkuchen, diverse Biersorten und Nürnberger Rostbratwürste verbinden kann, sondern dass dieses nordbayrische Gebiet auch für die angenehmen Seiten des Lebens steht, für Blut, Schweiß und Erde. Und natürlich auch für die Medal of Honor, die das bestätigen wird, dass ich dieses Battelfield am 13. März als Braveheart verlassen haben werde.

Wetten wir, dass ich das schaffe?

Edit: ich habe am 27. Januar einen Artikel über die „Mutter des BraveheartBattle“, über den „ToughGuy“ geschrieben. Interessiert? Dann klicke hier …

Edit 2: ich habe am 13. Februar 2010 einen ergänzenden Artikel über das „BraveheartBattle“ geschrieben. Du willst ihn lesen? Dann klicke hier …

Edit 2: ich habe am 10. März 2010 ein letztes Update über das „BraveheartBattle“ geschrieben. Etwas zum lachen oder zumindest zum lächeln! Klicke hier …

Meine Reise zum Mittelpunkt der Erde …

Dort, wo ein kilometerlanges unterirdischens Straßenlabyrinth tief unten im Berg eingerichtet ist, dort, wo es 700 bis 900 Meter unter der Erde heiß, staubig, salzig und extrem trocken ist, dort, wo über viele Jahre Kalisalze (Streusalze) abgebaut wurden, dort ist Sondershausen.

Dort in Sondershausen findest Du das „Erlebnisbergwerk Glückauf“, ein ehemaliges Gewinnungsbergwerk, das durch seinen über einhundert Jahre andauernden Abbau ein enorm ausgedehntes untertägiges Grubenfeld (NW-SE ca. 20 km, NE-SW ca. 5,5 km) besitzt. Vergleichbar ist das untertägige Streckennetz in seiner Größe mit dem Straßennetz einer mittleren Großstadt wie die nahe gelegene Stadt Erfurt, Halle oder die hessische Metropole Kassel.

Aber Du kannst in Sondershausen mehr machen als nur eine wirklich interessante Grubenfahrt oder riesige Stollen besichtigen. So kannst Du beispielsweise dort auch heiraten. Trauungen im Festsaal sind nicht nur möglich, sie bieten auch den immensen Vorteil, dass danach es in der Ehe eigentlich nur noch bergauf gehen kann. Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum Hochzeiten auf dem Mt. Everest eher selten stattfinden.

Oder Du buchst eine geologische Führung, bei der Du erfährst, dass, so sagt es die Webseite, „die Kalilagerstätte, die hier im Südharz innerhalb der Staßfurt-Folge im Flöz Staßfurt abgebaut wurde, durch eine hell- bis dunkelrote Farbe gekennzeichnet ist. So können die Besucher recht deutlich erkennen, wann der Wechsel von den Hauptstrecken im Steinsalz in ein ehemaliges Abbaurevier im Kalisalz erfolgt. Kalisalze die im Bergwerk abgebaut wurden, sind anhydritisches Hartsalz und Carnallitit.
Über den Salzhorizonten lagern im Bergwerk mächtige Gesteinsschichten aus Grauem Salzton und unterem Buntsandstein, die auch das Bergwerk vor Wasserzuflüssen schützen. Die weiter südlich gelegenen Grubenbaue sind z.T. auch noch mit dem dort über Tage anzutreffenden Muschelkalk überdeckt. Den Buntsandstein trifft man regional auf dem Höhenzug Windleite, den Muschelkalk auf dem Höhenzug Hainleite wieder. Die Anhydrithorizonte stehen, bedingt durch die Heraushebung des im Norden gelegenen Harzes im Tertiär, am Südharzrand teilweise an der Tagesoberfläche und werden an einigen Standorten auch industriell abgebaut (Niedersachswerfen).“
Weiterhin angeboten werden auch Fahrradtouren für Amateure, Fahrradrennen, eine Salzrutsche, eine Kleinbahnstrecke unter Tage oder auch eine Kahnstrecke auf dem Laugensee.

Last, but not least, werden dort auch Laufveranstaltungen angeboten, die bekannteste davon ist der „Unter-Tage-Marathon“. Die nackten Zahlen haben mich schon 2008 fasziniert: 4 Runden à 10,5 Kilometer mit jeweils 300 (+) Höhenmetern, nur 460 zugelassene Läufer (gesamt für Halbmarathon und Marathon), Temperaturen von 25 bis 30 Grad, je nach der Tiefe der Laufstrecke,Laufen mit einem Schutzhelm, üblicherweise mit einem Fahrradhelm und das ganze in extrem trockener und staubiger Luft. Echte Hardcore-Bedingungen also, die diesen Lauf in die Liste der „Crazy Runs“ gebracht haben.

2008 habe ich diesen Lauf das erste Mal gewagt und das war so schön, dass ich diesen Marathon unbedingt 2009 wiederholen wollte. Schon das Einfahren in das Bergwerk mittels zwei- oder dreistöckiger Fahrkörbe ist ein echtes Erlebnis. Wo hast Du denn schon mal die Möglichkeit, einen Aufzug zu wählen, der Dich 700 Meter tief bringt?
Übernachtet habe ich wie im Vorjahr in der Jugendherberge Juventas in Sondershausen, ich bekam das gleiche Zimmer unter dem Dach mit eigenem Bad und kleinem TV-Gerät. Sauber und relativ frisch renoviert und mit 26 EUR plus 5 EUR für das Frühstück auch ein echtes „Schnäppchen“. Leider konnte ich am Freitag erst nach dem Bürotag und nach zwei Stunden Tennis kurz nach 19.00 Uhr losfahren und ich war sehr froh, gegen 23.00 Uhr in Sondershausen gewesen zu sein. Es blieb keine Zeit, um noch etwas zu essen oder zur Ruhe zu kommen, sofortige Bettruhe war angesagt, obwohl ich gerne bei der im Erdgeschoss laufenden Jugendparty mal reingeschnuppert hätte.

Um 5.30 Uhr war dann am Samstag Morgen die Nacht zu Ende. Die üblichen Vorbereitungen wie immer vor einem langen Lauf und gleich bemerkte ich zwei Dinge. So hatte ich meinen Fahrradhelm zu Hause vergessen und musste dann mit einem gelben Hartschalen-Helm der Betreibergesellschaft laufen, nicht wirklich perfekt, aber „unique“. Und ich bemerkte beim morgentlichen Zehennägel schneiden, dass ich mein rechter großer Zehennagel verabschieden wird. Um ihm zu stabilisieren habe ich vorläufig ein großes Compeed-Blasenpflaster um den „dicken Onkel“ geklebt, damit der Nagel nicht während des Laufs unkontrolliert „bye bye“ sagt.
Das Frühstück war ok und ich traf einen Bekannten, den Mega-Ultraläufer Klaus Neumann, der allein in 2009 100 Ultras (!) gelaufen hat, 72 Stück davon beim „Trans European Footrace“ von Bari / Italien bis zum Nordkap, eine sensationelle Leistung! Ferner unterhielt ich mich mit einem Läufer, der neben dem StrongManRun auch den ToughGuy in England 2009 gemacht hat. Endlich mal jemand, mit dem ich mich darüber unterhalten konnte.
Dann fuhr ich zum Bergwerk, um die Startunterlagen zu holen und fuhr mit dem ersten Aufzug um 7.30 Uhr ein. In den gut zwei Stunden, die noch Zeit waren bis zum Start, traf ich unten meine Lauffreunde Lars Schläger (TransAlpineRun 2008, Treppenmarathon 2009, UTMB 2009) und Martin Raulff (24-h DLV Challenge 2009, UTMB 2009, KiLL50 2009), der von seinem Vater begleitet wurde. Später verriet dieser mir, dass er die Stimmung und das Event großartig fand und auch mächtig stolz ist auf seinen Sohn. Darf er auch, finde ich.

Lars Schläger und ich ... gemeinsam einfach unwiderstehlich!

Für mich war es der erste Lauf nach dem Geraderücken des Beckens und nach den beiden ersten Physiotherapie-Stunden und ich hatte schon mächtig Angst vor dem Punkt „Kilometer 18“. In Hachenburg, beim „schrägen O. Weg“ und beim Halbmarathon in Bonn war das immer der Punkt, an dem die Schmerzen in der linken Po-Backe begonnen haben, aber es war ein kleines Wunder: nichts schmerzte, nur die Beine taten weh, bestimmt auch deshalb, weil mein Trainingspensum in den letzten Wochen dramatisch heruntergefahren wurde.
Hurra, ich kann wieder schmerzfrei laufen … ! Eine großartige Erkenntnis, hatte ich schon Zweifel, dass dies jemals wieder klappen könnte.

Die Runden 1 und 2 lief ich jeweils mit einer Zeit von 1 Stunde und 8 Minuten eine vernünftige Zeit, aber in der dritten Runde war meine Motivation einfach weg. In der zweiten Runde habe ich sogar einige Male darüber nachgedacht, das „süße Gift“ des vorzeitigen Ausstiegs nach dem Halbmarathon anzunehmen, aber ich habe ja schon beim KiLL50 verkürzt und ich war mir sicher, dass ich mich als Verlierer fühlen würde, wenn ich diesen Marathon nicht zu Ende laufen würde.
Diese dritte Runde war grottenschlecht und blieb mit 1 Stunde und 17 Minuten um Welten hinter den beiden ersten Runden zurück. Die vierte und letzte Runde lief aber wieder besser. Zwar brannten die Oberschenkel, einige Muskeln in den Beinen begannen immer wieder zu krampfen, sodass ich stets unterhalb der Krampfschwelle laufen musste, aber ich schaffte immerhin eine Zeit von 1 Stunde und 13 Minuten. Damit blieb ich mit insgesamt 4:46:31 Stunden nur rund drei Minuten hinter dem Ergebnis des Vorjahres, ich war recht zufrieden.

Als „Generalprobe“ für den am kommenden Samstag stattfindenden „Eisweinlauf“ war Sondershausen perfekt. Ein Hochzeitspaar, das sich getraut hat, war aber nicht auszumachen.

Adopt A StrongMan B.L.O.G.G.E.R

2008 habe ich zum ersten Mal beim StrongManRun teilgenommen.

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Ich bin von ganz hinten gestartet, weil ich mit meinem Freund Detlev und meiner Frau Gabi den Startschuss erleben wollte. Keine zwanzig Minuten nach dem Start wusste ich, dass es ein Fehler war.
Kein Fehler aber war, dort dabei zu sein, der StrongManRun (SMR) 2008 war einfach super und ich beschloss, in 2009 erneut zu starten.

Im Herbst 2008 wurde ich dann von Fisherman`s Friend eingeladen, ein paar Beiträge zu schreiben, anfangs für den SMR Blog und später dann für die SMR News. Gerne habe ich das gemacht und von meiner „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, dem „Unter-Tage-Marathon“ in Sondershausen und ein paar anderen Wettkämpfen berichtet.

Am 32. Januar 2009 kam dann mein Start beim „ToughGuy“ im verschneiten England, ein sensationelles Erlebnis und der ultimative Test für den SMR 2009.

2009 habe ich zum zweiten Mal beim StrongManRun teilgenommen.

Startnummer StrongManRun

Dort wollte ich dann gleich ganz vorne starten, aber dafür war ich zu spät am Start. Obwohl wir in einem Hotel in Goch gewohnt hatten und wirklich nur wenige Kilometer Anreise hatten, sorgte der Stau vor Weeze dafür, dass meine Chance, im vorderen Starterfeld zu stehen, zunichte war. Also startete ich irgendwo von der Mitte aus und wiederum 20 Minuten nach dem Start wusste ich, dass auch das ein Fehler war. Aber der SMR 2009 war großartig, viel besser als im Vorjahr. Neue Hindernisse, tieferes Wasser und höhere Anforderungen an die Kondition machten Laune.

Und heute hat Fishererman`s Friend gemeint, dass sie meinen Blog auch verwenden würden, welch eine Ehre! Ich fühle mich adoptiert, ganz nach dem Motto:

Adopt A StrongMan B.L.O.G.G.E.R

Adopt

Heute wurde ich zum dritten Mal adoptiert: erst von meiner Mutter, dann von meinem Vater - und jetzt von Fisherman's Friend

Also werde ich ein drittes Mal beweisen, dass ich bereit bin für den stärksten Lauf der Welt! Und dieser dritte Start wird ein ganz besonderer sein: am Sonntag zuvor werde ich erst vom Wüstenlauf „Marathon des Sables“ zurück sein und am Samstag schon werde ich die Erfahrung von 240 Kilometern durch die südmarokkanische Wüste nutzen, um den StrongManRun 2010 zu bewältigen.

So gilt es mal wieder: sind sie zu stark bist Du zu schwach!