Misty Lake statt iTheme 2

ScreenShotKennst Du diesen, meinen Vorsatz für 2014:
„Einige Sachen sollen sich im neuen Jahr ändern!“
Oft gehört, aber nicht immer folgen dann auch Taten daraus.

Auch ich habe mir vorgenommen, in 2014 einige Sachen zu ändern, klar, im „sich-etwas-vornehmen“ sind wir ja alle ganz routiniert. Aber was soll ich denn ändern?

Da war doch der alte Mann, der noch auf dem Totenbett vom Katholizismus zn den Protestanten konvertiert ist. Der altvertraute katholische Pfarrer war entsetzt und fragte nach, warum er das denn getan hätte, noch dazu so kurz vor dem wahrscheinlichen Tod. Und die Antwort war einfach und verblüffend: „Es ist doch besser, es stirbt einer von denen, statt einer von uns!“

Gut, sollte ich also das Rauchen wieder anfangen, damit ich es mir zum Vorsatz nehmen könnte, eben das wieder aufzugeben?
Oder sollte ich doch wieder Alkohol trinken, nur, um das wieder einschränken zu können. „Ab heute keinen Alkohol mehr“ ist ja doch etwas hart, ein einfaches „ab heute will ich weniger Alkohol trinken“ reicht doch auch aus, oder?
Immerhin kann ja keiner kontrollieren, was „weniger“ ist. Weniger trinken, weniger rauchen, gesünder essen, alles ist halt relativ. Und in der eigenen Gegenüberstellung mit dem Vorjahr ist für Andere nun wirklich nicht greifbar.
Was also auch immer da passiert, Du stehst vor Dir selbst und den Deinen immer einigermaßen gut da.

Dieses kleine Blog betreibe ich ja nun seit 2009, seit kurz nach meinem ersten 24h-Lauf in Delmenhorst und kurz vor der ersten UTMB-Teilnahme. Es gab seither ein klitzekleines optisches Relaunch, das aber war so klitzeklein, dass es eigentlich gar nicht aufgefallen ist. Mir zumindest nicht.
Und deshalb soll die erste Änderung des Jahres 2014 sein, diesem kleinen Blog ein neues Mäntelchen anzuziehen.
Ich habe dieses Mäntelchen, liebevoll „Misty Lake“ genannt, in der mittlerweile richtig großen Theme-Gallerie von WordPress gefunden. Es löst das „iTheme 2“ ab, das meine Beiträge bisher gewärmt und ummantelt hat.

Es ist bei neuen Mänteln ja oft so, dass die hier oder da am Anfang noch etwas enger oder etwas schlapprig sitzen. Hier ist das natürlich genauso. Und weil ich ja alles selber mache wird das vielleicht auch noch ein paar Tage lang so sein, aber ich passe an, wo es geht und wo ich es finde.
Manche Bilderchen müssen kleiner gemacht werden, andere sollten noch wachsen und manche müssen sogar komplett neu gestylt werden. Und vor allem bei den alten Beiträgen werde ich nicht umhin kommen, festzustellen, dass die halt nicht alle optisch optimiert werden können, wenn der zeitliche Einsatz dafür im Rahmen bleiben soll.
Egal, es sollte ja im Leben sowieso mehr um Inhalte gehen als um Formen.

So soll „Misty Lake“ mich und Dich zumindest durch das Jahr 2014 begleiten. Wenn Du willst, dann schreibe mir doch, wie Du diesen „nebligen See“ findest, was Dir daran gut gefällt und was Dich eher stört: thomas.eller@marathonundlaenger.de.
Ansonsten wünsche ich Dir und mir ein wenig Freude mit neuen Farben und einer leicht geänderten Anordnung. Und ich verbinde für mich mit dem Wechseln des Mantels noch die Hoffnung, dass es auch zusätzliche Optionen gibt, durch die sich ungeahnte neue Möglichkeiten auftun.

„Einige Sachen sollen sich im neuen Jahr ändern!“
Dieses Blog beginnt jetzt damit, genau jetzt …

Aus der Rhein-Zeitung von heute …

Grafschafter Ultraläufer Eller rennt 400 Kilometer die Themse entlang

Grafschaft – Was Thomas Eller an den meisten Wochenenden des Jahres so treibt, können Normalsterbliche kaum nachvollziehen. Selbst passionierte Hobbyläufer schütteln nur den Kopf.

Extremläufer Thomas Eller (Vettelhoven) hat kürzlich den längsten Lauf seines Lebens absolviert: 95 Stunden hat er für die 400 Kilometer des englischen „Ultralaufs Thames Ring 250“ gebraucht.

Es ist dann auch eine völlige Untertreibung, wenn man den Ultraläufer aus Grafschaft-Vettelhoven als „positiv verrückt“ bezeichnet. „Besessen“ würde es eher treffen, ja, vielleicht sogar „durchgeknallt“. Der Erzählton, in dem Eller locker, unaufgeregt und wie selbstverständlich von seinen Trips zu Himalaya, Mont Blanc und Sahara erzählt, verschärft diesen ersten Eindruck.

Die jüngste Aktion des 51-Jährigen: Knapp 95 Stunden war er Anfang Juli in England unterwegs, um 400 Kilometer an der Themse entlang zu laufen. Der „Thames Ring 250“ ist der längste Ultralauf in Europa; auch wenn es nächstes Jahr einen 800-Kilometer-Lauf durch Norwegen und das ewige Eis geben soll.

Selbst für Eller, den in Sachen Laufen auf dieser Welt nicht mehr viel schrecken kann, war England eine extreme Erfahrung, die er grade so geschafft hat. Vor zwei Jahren hatte er nach 120 Kilometern aufgeben müssen. Dabei ist es weniger das Zeitlimit von 100 Stunden, das den diesmal 34 Startern im Nacken saß und dem nur vierzehnTeilnehmer entgingen. Es sind landschaftliche Ödnis und Monotonie, die Auge und Gehirn des Läufers quälen.
Denn: Der Thames-Ring-Lauf streift weder Englands malerische Grafschaften und Cottages. Er führt selten durch verträumte kleine Orte. Nein, dieser Ultralauf frustriert die Starter mit fast jedem der 400 Kilometer.

Die Hälfte der Zeit geht es stupide entlang des Kanals, meist über einen Trampelpfad, vorbei an (und manchmal auch durch) Büsche, Brennnesseln und Hecken. Ab und an lockert ein Hausboot die Szenerie ein klein wenig auf – eine wahre Wohltat für die Seele. Kaum verwunderlich, dass sich diese Plackerei fast nur Engländer antun: Unter den 34 Startern waren nur sechs Ausländer.

Einer davon war Eller, und der hatte sich diesmal ein wenig stärker unter Druck gesetzt: Mit der Aktion „Füße tragen Leben“ wollte er den Bunten Kreis Bonn-Ahr-Rhein-Sieg (Hilfe für schwerstkranke Kinder und Familien) unterstützen: Bekannte, Freunde, Fremde, Firmen konnten einen oder mehrere der 400 Kilometer für einen Spendenbetrag „kaufen“. So kamen insgesamt 1700 Euro zusammen.

Im Nachhinein sagt Eller: „Aufgeben konnte ich schlecht. Die Spendenaktion hat mich stark motiviert. Außerdem wollte ich hier auch mal ins Ziel kommen.“ 2011 war Eller mit dieser „stupiden Lauferei“ nicht klar gekommen. Zudem war er das Rennen, in dem es für die Läufer trotz der Ultradistanz um mehr als nur das Ankommen geht, viel zu schnell angegangen.

Diesmal aber hat er es nach 94 Stunden und 44 Minuten ins Ziel geschafft. Acht Kilogramm leichter als am Start. Trotz der zehn Liter Wasser, die er bei solch einem Ereignis täglich trinken muss. Was das Essen angeht, legt Eller bei seinen Ultraläufen kulinarisch niedrige Maßstäbe an – da geht’s vor allem um Kohlenhydrate: Dabei sind die Klassiker Reis und Nudeln mit Soja- oder Tomatensoße, die einschlägig bekannten Energieriegel. In England haben sie an den Verpflegungsstationen Gummibärchen angeboten, Schokolade, saure Gurken. Eller hat gerne zugegriffen: „Bei diesen Belastungen kann man ja gar nicht so viel Energie zu sich nehmen, wie man verbrennt.“

Geruht und geschlafen hat er während der vier Tage zwar auch. Aber die Dosis lag doch deutlich unter den landläufig empfohlenen acht Stunden. Die erste Nacht ist Eller komplett durch gelaufen. In der zweiten Nacht hatte er das gleiche vor, ist im Zelt am zweiten Checkpoint aber eingeschlafen; drei Stunden später war er wieder unterwegs.

Das gleiche Spiel in der dritten und vierten Nacht. Eller: „30 Minuten Schlaf pro Nacht reichen während eines solchen Rennens aus.“ Einige seiner Läuferkollegen bevorzugten es gar, drei Nächte lang gar nicht zu schlafen.

Dass man die 400 Kilometer an der Themse trotz flacher Laufstrecke nicht einfach so wegsteckt, merkte Eller noch zwei Wochen nach dem Zieleinlauf: Beim 1. Eiger Ultra Trail (101 Kilometer) musste er aufgeben. Und so konzentriert er sich jetzt voll auf die zweite Teilnahme am Ultra-Trail du Mont Blanc Ende August.

Von Chamonix aus geht es hier 166 Kilometer (9600 Höhenmeter) rund um das Mont-Blanc-Massiv. Dort braucht es schon mal einen Hubschrauber, der Verpflegung zu besonders exponierten Raststellen bringt. Bis der höchste Berg Europas ruft, will Eller noch hier und da einen Marathon laufen. Aber nach diesen 42,195 Kilometer geht das Vergnügen für Ultraläufer ja bekanntlich erst richtig los.

Von unserem Redakteur Jan Lindner

Der direkte Link zum Artikel in der Rhein-Zeitung:
http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/bad-neuenahr_artikel,-Grafschafter-Ultralaeufer-Eller-rennt-400-Kilometer-die-Themse-entlang-_arid,1018043.html

Mein U (ltra) T (rip zum) M (ont) B (lanc)

Sie ist nun also auch schon wieder einige Tage vorbei, die Pressereise zum „weißen Berg“, dem Mont Blanc.
Heiko Bahnmüller ist, wie rund 2.285 andere Läufer auch, glücklich und gesund im Ziel angekommen, die ersehnte Finisher-Weste wurde mittlerweile schon gewaschen. 15 und eine halbe Stunde hat er gebraucht und einen hervorragenden 270. Platz gemacht, weit besser, als das zu erwarten war.
Wir in der großen Läuferfamilie beginnen schon, unsere Aufmerksamkeit auf andere Events zu richten.
Ganz aktuell findet da ja etwas statt, dass gar nicht so weit von Chamonix entfernt ist, aber ein paar Blicke zurück auf dieses legendäre Event müssen schon noch sein …
Auch ich habe vieles von Chamonix mitgebracht. Materielle Dinge einerseits, ein paar federweiche Laufschuhe von THE NORTH FACE zum Beispiel, aber das meiste, was ich mitgebracht habe, ist immateriell, sind Eindrücke und Gedanken, sind Gefühle und Einsichten und diese werden mich wohl noch lange bewegen.

Wenn man so eine Pressereise macht, dann erlebt man ein Event auch so, wie es wirklich ist, „backstage“ gewissermaßen. Und da erscheint einem alles erheblich komplizierter zu sein, erheblich aufwändiger zu sein und auch erheblich kritischer, als man es als Läufer, als Teilnehmer auf der anderen Seite, erlebt hat und erleben will.
Die Show, die uns Läufern da Jahr für Jahr geboten wird, hat dabei oft nur wenig mit dem zu tun, was da wirklich passiert.

Es ist irgendwie wie in einem guten Western. Wir schauen auf den Saloon in der heißen und sandigen Kleinstadt im amerikanischen Mittelwesten und freuen uns über dieses Bild. Aber hinter der Fassade stehen viele eifrige Menschen, die die wackligen Wände gerade zu halten versuchen, die die Schwingtüren in den Saloon ölen und wieder instand setzen, die die Pferdeäpfel von der Straße entfernen, die unsere Gäule verursacht haben, und die dafür Sorge tragen, dass stets genug Whisky am Tresen zu ordern ist und auch, dass im Saloon alles akribisch verfolgt und aufgezeichnet wird, ständig und detailliert.

Solange das Wetter dabei sonnig ist, ist das alles relativ einfach. Aber wenn der Sturm einsetzt und an den Fassadenteilen wackelt, wenn die Nachschubversorgung wegen unpassierbarer Straßen nicht mehr funktioniert, dann wird es richtig harte Arbeit für die Veranstalter dieser Show. Und weil „Billy the Kid“ latent oft damit gedroht hat, seinen Advokaten vorbei zu schicken, wenn die Show nicht so läuft wie er sich das vorstellt, müssen die Veranstalter auch in juristischer Hinsicht viel Vorsicht und Voraussicht walten lassen.
Das gewaltige ORGA-Team des THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC um Catherine Poletti herum hat schon einen aufreibenden und nervenzerfetzenden Job bei diesem Event und nur selten lief dieses Event nach Plan.
Die sich rapide verschlechternden Wettervorhersagen waren schuld, dass ständig am Plan gefeilt werden musste, dass Planänderungen beschlossen werden mussten und dass dann diese Änderungen auch erhebliche Anstrengungen für den Rest des Teams bedeutet haben.
Allein die Verkürzung der Laufstrecke und die Entscheidung, den Lauf nicht über die hohen Pässe zu führen, war eine Entscheidung von allergrößter Tragweite, denn was hilft Dir ein Plan beispielsweise für die Verpflegungspunkte, wenn die Laufstrecke nun ganz woanders ist?
Dass der Aufbau des Verpflegungspunktes umdirigiert werden muss, die Anlieferung der Getränke geändert werden muss und die Menschen woanders eingesetzt werden müssen ist das Eine. Das Andere aber ist, dass auch die Strecke neu geflaggt werden muss – und das in kürzester Zeit.
Ich für meinen Teil kam oft aus dem Staunen nicht heraus, wie professionell all das gemanagt wurde. Und die anderen Medienvertreter, mit denen ich unterwegs sein durfte, waren ähnlicher Ansicht.

Am Freitag früh nach dem Start des CCC hörten wir die ersten Gerüchte, dass der UTMB verkürzt würde. „Auf 100 Kilometer!“ meinten manche. „Nein, auf 100 Meilen,“ wussten andere. Erst am frühen Vormittag waren die neuen Eckdaten und die neue Laufstrecke klar und für alle einsehbar. 103,4 Kilometer und 6.600 Höhenmeter war die offizielle Mitteilung. Und ab der mussten dann die Arbeitsteams auch im langen Tal von Chamonix ihre Arbeiten aufnehmen.

Durch die Verschiebung wurde es auch nichts mit unserer geplanten Hüttennächtigung oberhalb der Laufstrecke. Geplant war, dort nach einer 90-minütigen Bergwanderung an der „Maison Vielle Hut“ am Col Checrouit gegen 1:30 Uhr in der Nacht zum Samstag anzukommen, ein paar Stunden zu schlafen und um 5 Uhr ein „Breakfast at Sunrise“ einzunehmen.
Aber was sollten wir da, wo eben keine Läufer sind? Also wurde das Programm mit der „heißen Nadel“ umgestrickt und wir begleiteten die erstplatzierten Läufer mit dem Bus von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle bis hin zum Zieleinlauf.
Ich wiederum habe mich mit einigen anderen Medienvertretern um 1 Uhr ausgeklinkt, bin nach Chamonix zurück gefahren, habe dort ein wenig geschlafen, um dann ab 8.30 Uhr an der Ziellinie auf Heiko Bahnmüller zu warten.
Ein paar Fotos von ihm hätte ich dann doch gerne gehabt.
Aber das hat sich dann als relativ schwierig herausgestellt, weil wir uns zu sehr auf die letzte SMS seiner Ankunft verlassen hatten. Heiko war schon drin, als uns diese SMS sagte, dass wir uns nun jubel- und fotografierfertig machen sollten.
Überhaupt ist so eine Pressereise tatsächlich richtig harte Arbeit. Am Anfang dachte ich, einen Wochenend-Kurzurlaub verleben zu dürfen, aber Pressekonferenz folgt Pressekonferenz, Einladung folgt Meeting, kurzum: Deine Agenda ist vollgestopft mit „must have“ Terminen und ein wenig Zeit für Dich gibt es nur zufällig und auch nur sehr wenig. Macht aber nichts, denn zum Sudoku lösen und zum Fingernagel schneiden sind wir ja nicht nach Chamonix gekommen.

Alle relevanten Gemeinden haben sich vorgestellt und haben uns auf USB-Sticks hübsche Sommer- und auch begeisternde Winterfotos geliefert. Chamonix, Champex und auch Courmayeur haben sich mächtig Mühe gegeben, uns zu zeigen, dass der Mont Blanc nicht nur für Läufer, sondern auch für Wanderer, für Bergsteiger und für Wintersportler ein Traumziel sein kann.

Die Gruppe von Medienvertretern, mit denen ich unterwegs war, bestand im Wesentlichen aus einer großen Schar durchweg netter und hübscher Ladies, die bei THE NORTH FACE oder deren Agentur arbeiten, aus einem interessanten niederländischen Journalisten des „Dagblatt“, aus einer taffen belgischen Bloggerin, die selbst Marathons läuft, keine Selbstverständlichkeit bei Medienvertretern, aus einem schwedischen, einem dänischen und einem französischen Blogger, aus einer kleinen Schar vorwiegend spanischsprachiger Zeitungen und nicht zuletzt aus dem Team Thomas Bohne, der selbst sehr erfolgreich den UTMB 2012 gefinished hat und Judy Ng, die vom deutschen TRAIL MAGAZIN kamen.
Zwei herrlich unkomplizierte Menschen, die kennen zu lernen eine echte Bereicherung war.

Judy wiederum nutzte die lange Laufnacht, um mit dem eigenen Wagen all die Stellen anzufahren, die ihr die Chance auf Fotos von Thomas geboten haben. Der Bus der Medienvertreter war dann schon immer wieder weg. Und ich konnte mich ihr nicht anschließen, weil Heiko immer eine Stunde hinter Thomas lief.
Bei Nacht und bei dunklen Regenwolken wäre die fotografische Ausbeute bei mir sowieso nur gering gewesen.
Catherine Poletti hat als Chefin des ORGA-Teams auch viele Läufer persönlich im Ziel begrüßt und nichts war ihr dabei anzumerken von der sicherlich sehr kurzen Nacht, die sie hinter sich hatte. Sie war stets freundlich zu allen, auch in den schwierigsten Situationen, sie war geduldig und verbreitete stets eine gute Stimmung bei uns. Alles hat nach Plan geklappt, keine größeren Probleme sind bekannt geworden.

Und ganz zu Schluss der Reise, am Sonntag, war dann auch wieder die Sonne da – perfektes Laufwetter für die letzten Ankömmlinge des PTL. Dieser Lauf hat wenigstens unverändert stattfinden können. Die UTMB Finisher waren zu dieser Zeit oft schon zu Hause oder noch in ihren warmen Hotelbetten.
Wir aber wurden vom „Moutain Pickup Service“ abgeholt und zum Flughafen gebracht – perfekt organisiert wie das ganze Wochenende auch.

2013 werde ich dann wieder die Seiten wechseln und mir die Show von vorne ansehen. Dann wird es mir egal sein, welche Mühen die Organisatoren zu bewältigen haben. Ich will dann wieder die perfekte Show erleben und keinen Gedanken an die Probleme verschwenden, die auf der anderen Seite entstehen könnten.

Aber 2013 wird das Wetter beim UTMB auch sicher wieder perfekt sein, so wie damals, 2009.

Der Sportlehrer

Einen langen Lauf in den Bergen machen kann so schön sein. Du nimmst zwei, drei Tage Urlaub vorher, fährst frühzeitig zur Akklimatisation in die Höhen der Alpen, Du studierst den Lauf so intensiv, dass Du die Lage jedes Verpflegungspunktes im Schlaf aufsagen kannst, genau weißt, wo und wie lange die einzelnen Anstiege sind und auf welche Cut-Off Zeiten Du zu achten hast.
Du lädst Dir den GPX-Track für Deinen Garmin herunter, druckst Karten aus, laminierst sie, druckst die Höhenprofile aus, um alle wichtigen Informationen trotzdem noch einmal am Körper zu haben, wenn es dann wirklich los geht.
Und dann isst Du am Vorabend ordentlich, schläfst ausgiebig und bist bestens präpariert, wenn dann endlich der Startschuss fällt.

Es geht aber auch anders ...

Das habe ich nun bei meinen beiden letzten Läufen bewiesen. Beim Ticino-Trail beschloss ich am Freitag vor dem Start, dass ich es doch irgendwie in die schöne Schweiz schaffen könnte. Wichtig war nur, dass ich um 6.30 Uhr am Start sein musste, um mich noch schnell nachmelden zu können. Einzig meinem Lauffreund Achim Knacksterdt erzählte ich von meinem Spontan-Plan und hielt ihn per SMS auf dem Laufenden.
Mein Plan war, spätabends in Airolo zu sein, mir noch schnell ein Hotelzimmer zu nehmen und dann in der Frühe zu packen, nachzumelden und zu frühstücken. Kein schlechter Plan, fand ich.
Aber jeder Plan ist eben nur Theorie und so schreibt das Leben oft Geschichten, die Du eigentlich gar nicht erzählen willst.

Ich wählte einen DACIA Logan vom Hof als Transportmittel. Zugegeben, ein Abblendlicht war schon ein paar Wochen defekt, das wusste ich, ansonsten war aber alles in Ordnung damit. Die Klimaanlage funktioniert, das Auto fährt sparsam auf LPG und Musik ist auch drin. Alles im Plan also.
Ich war ungefähr 100 Kilometer vor dem Gotthard-Tunnel, als es dunkel zu werden begann. Und auch dunkel blieb. Ich brauchte zwar eine kleine Weile, um zu merken, dass nun auch das zweite Abblendlicht ausgefallen war, aber je dunkler es wurde, desto mehr wurde mir klar, dass ich so unmöglich noch bis Airolo fahren kann. Etwa 40 Kilometer vor dem Gotthard-Tunnel fand ich dann ein Hotel, das noch ein Zimmerchen für mich frei hatte und wo auch die Küche noch offen hatte.
Der Beilagensalat, für den man eine Lupe brauchte und die Nudeln mit Gemüse, die zwar nicht auf der Karte standen, die man mir aber anbot, waren lecker, allerdings auch sehr, sehr teuer. Ich glaube nicht, dass ich in meinem Leben schon jemals ein so teures vegetarisches Gericht bekommen habe. Und definitiv auch kein so mengenmäßig kleines …
Aber es musste ja sein, dass ich dort blieb und so kann ich nicht sagen, welch üppiges Frühstücksbuffet mir dort entgangen ist, als ich um 5.30 Uhr, als es endlich so hell wurde, dass ich ohne allzu große Angst weiterfahren konnte, Richtung Gotthard-Tunnel aufbrach.
Nur 40 Kilometerchen bis dorthin, noch vor 6 Uhr dort – und dennoch gab es schon eine Blockabfertigung. Und die Zeit lief herunter, erbarmungslos. Und ich wurde nervöser und nervöser, hektischer und hektischer …

Ich simste Achim, dass ich wohl nur den Semi Trail machen kann. Kaum geschlafen, noch nicht vorbereitet, wahrscheinlich zu spät ankommend …
Aber dann ging es doch irgendwann durch den Tunnel und ich war dann gegen 6.45 Uhr am Ziel. Achim wartete schon auf mich und ich erzählte ihm erst einmal meine blöde Licht-Geschichte. Ich schrieb mich schnell ein und war dankbar, dass ich das trotz meiner Verspätung noch tun durfte. Und dann bin ich in den Frühstücksraum des Hotels gegangen, in dem die meisten unserer Familienmitglieder logierten.
Thomas Ehmke, Niels Grimpe-Luhmann, Didi Beiderbeck und viele mehr, um nur einige zu nennen. Dort bekam ich dann wenigstens etwas für den Magen, zwei Croissants und ein wenig Pfefferminztee.
Dann sah ich mir noch den Start des langen Trails an, begann, meine Sachen zu packen und begab mich in Ruhe zur Busstation, die uns zum Start des Semi Trails brachte. Beim langen Trail hätte ich sicher nicht starten können, so zeitlich eng wie alles war.

Im Ziel des Semi Trail Ticino.

Oder am vergangenen Wochenende. Da hatte ich vor, am Samstag mit dem Zug nach Lindau zu fahren, dort in einem nahegelegenen Dörfchen ein Auto zu übernehmen, nach Sonthofen zu fahren, um dann am Sonntag am Allgäu Panorama Ultra teilzunehmen. Birger Jüchter war da und dabei zu sein, wie seine „Birgit“ eine kleine Schwester bekam, das hätte schon etwas gehabt.
Aber da war doch noch der Mountain Man am Samstag. A bisserl höher, a bisserl schöner. Und dort lief Norman Bücher. Das wäre doch auch etwas, dachte ich und als ich die Chance hatte, schon am Freitagmittag mit einer Mitfahrgelegenheit (www.mitfahrgelegenheit.de) nach Ulm zu fahren, dort einen Zug nach Lindau zu nehmen, dann ein Taxi nach Hergensweiler, dort etwas Carboloading zu machen, um dann in die Schweiz zu düsen, immer Richtung Luzern bis nach Engelberg, da ergriff ich die Chance und wählte diese Variante.
Eine kurze Mail an den Veranstalter, der zurück schrieb, dass ich mich Samstag in der Frühe um 5 Uhr in der Talstation in Engelberg noch nachmelden dürfte, immerhin.

Mit Tankstopps, Verfahrern bei Luzern und sonstigen Hindernissen kam ich dann um 1.30 Uhr in Engelberg an. Zu spät für ein Hotel, also nur ein Nickerchen im Auto. Den Wecker hatte ich dann auf 4.45 Uhr gestellt, um mich dann umzuziehen und um dann pünktlich bei der Einschreibung zu sein. Diese Hektik, dieser ständige Zeitdruck und der Umstand, so wohl nicht meine innere Mitte gefunden zu haben, vielleicht waren es diese Punkte, die zu meinem Sturz kurz hinter der 20K Markierung führten.
Die rechte Seite aufgerissen, das ging ja noch. Aber ich hatte mir die Rippen so stark geprellt, dass ich nicht mehr tief atmen konnte. Und es wurde nicht mehr besser. Ich probierte es noch zwei Verpflegungspunkte lang, dann gab ich auf und stieg aus. Schade, ich wäre schon gerne auch ein „Mountain Man“ geworden …

Vielleicht würdest Du mir raten, etwas zu entspannen, um gut vorbereitet in die Events zu gehen? Ich würde Dir zustimmen, sicherlich. Aber wer mich näher kennt, der weiß, dass hektische Betriebsamkeit zu mir gehört wie die Schmeißfliege zur Kuh. Leider, daran darf ich noch arbeiten und wachsen …

Aber bei manchen Geschichten ist eben der Anfang der schönste Teil. So auch am vergangenen Wochenende. Ich suchte ja nach einer Mitfahrgelegenheit nach Ulm und fand etliche Angebote, von denen drei Stück zeitlich einigermaßen in meinen Plan passten. Die beiden ersten wären mir am Liebsten gewesen, weil sie schon am frühen Freitag morgen in Köln bzw. Erftstadt losgefahren wären. Aber der Eine meldete sich nicht, der Andere sagte mir ab.
Blieb also noch der Dritte. Abfart in Kerpen gegen 13.00 Uhr, spät, aber eben nicht zu spät, um noch nach Trübsee zu gelangen.
Daniel F. war schon am Telefon freundlich, herrlich unkompliziert und unser Deal war schnell besiegelt. Zwei weitere Mitfahrer nach Pforzheim und Stuttgart hatten wir auch noch an Bord.

Das Schönste dabei war: Daniel und die Mitfahrerin waren beides Läufer. Keine Ultras, aber immerhin. Etwas, was verbindet. Also redeten wir vom Kölner Women’s Run , ich zeigte die schönen rosa Fotos von Betti Mecking aus dem wunderbaren Facebook-Land und wir quatschten von anderen schönen Dingen bis hin zum Halbmarathon. Daniel hat sich den Halbmarathon in München für 2012 zum Ziel gesetzt.
Und ich erzählte auch ein wenig von den etwas längeren Läufen.

Daniel arbeitet bei der Bundeswehr und bildet dort Rekruten aus, auch in sportlicher Hinsicht. Und er hat selbst einen Coach, der die Rekruten-Ausbilder ausbildet und auf dem Stand der Wissenschaft hält. Und von diesem Coach erzählte er mir. Weil der auch läuft. Und auch die schmutzigen, langen und schmerzhaften Dinger wagt.
„Das muss auch ein interessanter Typ sein,“ dachte ich. Er hatte den Rekruten-Ausbildern erzählt und Fotos gezeigt vom TransAlpineRun, vom Marathon des Sables, er erzählte von Qualifikationspunkten und vielem mehr. Alles hat Daniel nicht richtig auf die Reihe bekommen, aber mir war schon klar, welches der Teamlauf war, wofür man die Qualifikationspunkte braucht und welcher Wüstenlauf das nur sein konnte.

Ich suche ja immer nach Gemeinsamkeiten bei den Menschen um mich herum. Und da bietet es sich doch an, auch zu erwähnen, dass man selbst einen Lauffreund hat, der sogar der Teampartner beim TransAlpineRun war, der zwar kein Soldat, aber eben Zivilangestellter bei der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck ist. Und während ich das erzählte, schlug Daniels Herz höer und er sagte mir, dass der, genau der, sein Coach sei. Der, von dessen Läufen er die letzte Viertelstunde erzählt hatte.
Heiko Bahnmüller, „der Sportlehrer“.
Ich war sprachlos.

Wie klein ist denn diese Welt?

Und dann erzählte ich ihm von Heiko, von unseren gemeinsamen Läufen, vom TAR, dem MdS und auch davon, dass ich ihn Ende August zu seiner größten Herausforderung begleiten darf, wenn es für ihn zum ersten UTMB geht.

Ob die abschreckenden Fotos von Füßen beim MdS meine waren oder die von Dr. Tilmann Markert weiß ich nicht, ich weiß nur, dass das eine Geschichte war, die wirklich nur das Leben schreiben kann. Ich fühlte Dankbarkeit und ein Glücksgefühl, das mich jetzt die Tage abzählen lässt, bis ich mich in den Flieger nach München / Genf setzen darf.

THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC, ich darf Dich zwar nicht laufen, aber ich freue mich auf Dich, wie verrückt … !

Die TracKING App …

Erst Anfang Mai geboren ist die TracKING App von THE NORTH FACE schon ein Hit, nicht nur, weil man dort relativ leicht etwas gewinnen kann.
Vergleichen von Daten, Verknüpfen mit interessanten Details von Wikipedia und vieles mehr.

Nach dem Motto „Wer läuft, der fliegt …“ hat auch schon einer von unserer Familie etwas Großartiges gewonnen.

Wer und wo und was liest Du hier auf meiner Seite THE NORTH FACE UTMB.