Rauf geht’s auf den Kronplatz!

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Er hat schon fast Kult-Status. Wie der Marathon des Sables. Oder der New York Marathon. Und dass, obwohl er heuer erst im 8. Jahr ausgetragen wird.

2005, im ersten Jahr, war es vor allem die Idee, die ihn so anziehend wirken ließ. Quer über die Alpen ziehen – zu Fuß. Und das in erträglich bequemen Etappen. Nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz. Eine echte Herausforderung für die Läufer sollte es ja schon sein.

2008 war ich dann dabei. Im vierten Jahr wurde erstmals die Route gravierend geändert und zur Westroute eine Ostroute dazugefügt. Landschaftlich vielleicht etwas weniger spektakulär, dafür aber insgesamt deutlich länger. Diese neue Route war von Anfang an auch ein Erfolg und so wechselte man in den Jahren danach immer wieder hin und her.

2012 ist wieder die Ostroute dran. Wieder geht es vom bayerischen Ruhpolding bis nach Sexten in Südtirol. Wieder sind es acht Etappen, insgesamt überwinden 330 Teams (660 Läufer) 320 Kilometer in der Vertikaldistanz und dabei stemmen sie noch rund 15.000 positive Höhenmeter.

Du hast längst erraten, um welche Veranstaltung es sich dreht: um den TransAlpineRun, den Traum fast aller Läufer!
Wenn ich heute an den TransAlpineRun (TAR) denke, dann erwachen zugleich Freude und Traurigkeit.

Freude, weil es das bisher vielleicht größte Event war, an dem ich teilhaben durfte.
Ich habe da tolle Landschaften und Sehenswürdigkeiten entdeckt, die Krimmeler Wasserfälle zu Beispiel.
Ich habe einen Freund gewonnen, Heiko Bahnmüller, zu dem die Bindung seither nie aufgehört hat. Wir haben einige Läufe gemeinsam gemacht, lagen gemeinsam unter dem Berberzelt in der marokkanischen Wüste und waren auch jetzt wieder gemeinsam in Chamonix, er als Läufer beim UTMB und ich erstmals als begeisterter Zuseher und Kommentator.
Ich habe meine Jugend und Kindheit wiederentdeckt, spätestens auf der letzten Etappe, wenn es an den „Drei Zinnen“ vorbei Richtung Sexten geht. Eine der zweifellos schönsten Gegenden der Alpen. Und in dieser schönen Gegend sind 500 Läufer mittendrin.
Wie schön diese Gegend ist, siehst Du auch, wenn Du hier klickst (http://www.dolomiten.net/entdecken-geniessen/taeler-almen-berge/drei-zinnen.asp).

Ich weiß noch, wie ich als Kind oft dort mit meinen Eltern und meinen Geschwistern gewandert habe. Ich sehe noch heute den Hund meiner Eltern (wer meine Angst vor Hunden kennt, der weiß, es war nun wirklich nicht „mein Hund“), wie er über die Geröllfelder vor den „Drei Zinnen“ läuft und ich weiß noch, wie bezaubernd ich damals schon diese Gegend fand. Das war wirklich nicht selbstverständlich, immerhin sind wir meist gegen den erklärten Willen von uns Kindern auf Berge gelaufen, die so gleich und langweilig waren, dass man sie später auf den Fotos kaum mehr voneinander unterscheiden konnte.
Die „Drei Zinnen“ sind da in der Tat etwas ganz Spezielles, etwas mit einem Zauber, der einen nie mehr ganz loslässt.
Und Trauringkeit, weil ich auch 2012 schon wieder nicht dabei sein kann. Ursprünglich hatte ich ja geplant, mit Herbert Paulus über die Heckmair-Route von Oberstdorf nach Riva di Garda zu laufen, es waren die Begleitumstände, die der „Christliche Sportverein Stuttgart“ maßgeblich zu verantworten hatte, die meine Teilnahme an diesem Projekt dann leider unmöglich machten.
Und direkt nach dem Beschluss, mich aus diesem Projekt auszuklinken, kam die Einladung von THE NORTH FACE, den UTMB zu besuchen, deren Läufer, meinen TransAlpineRun – Partner von 2008, zu portraitieren und ein wenig über die Zeit zu erzählen.
Also kein TAR 2012?
Im wunderschönen Facebook-Land habe ich dann einmal geschrieben, dass ich ein Stoßgebet Richtung Himmel gesendet habe. „Wenn ich nur einen einzigen Tag da dabei sein dürfte,“ habe ich geschrieben, „das wäre schon das Größte für mich.“ Gerade dieses Jahr dabei sein, wo doch so viele Freunde, so viele aus der großen „Familie“, da laufen!

Und wie ist es oft im Leben?

Wer seinen Teller leer isst, wird mit schönem Wetter belohnt.
Wer das ganze Jahr artig war, dem bringt der Nikolaus etwas Weihnachtliches mit.
Und wer Stoßgebete Richtung Himmel schickt, der darf für einen Tag beim TAR 2012 mitlaufen.
Gerade war ein Presseticket frei geworden und die Möglichkeit, die Geschichten über den UTMB, der ja so verregnet und verschneit war, und über den TAR, der auch im Regen begann, sich aber wohl auf eine fantastisch schöne Woche freuen darf, miteinander zu verbinden hat wohl zu dieser Einladung geführt.
Ein Tag nur, immerhin.
Und meine Aufgabe wird es sein, dort kleine Geschichten und Geschichtchen über drei Läuferpaare zu erzählen. Diese Geschichten und Geschichtchen folgen dann alle am Ende dieser Woche und in der kommenden Woche. Und dabei wird es sich drehen um Julia und Jens Vieler vom „RACING TEAM RONJA„, um Michi Raab von X-BIONIC und seinen Teampartner vom „TEAM GRÜNWALD CONNECTION„, Bernhard Seidl und um ein drittes Team, das ich hier und heute noch nicht verraten will. Ein klein wenig Spannung soll ja doch noch übrig bleiben …

Vielleicht, so meine Lehre aus dem Leben, hätte ich für zwei Tage Stoßgebete schicken sollen. Aber das wäre dann vielleicht auch etwas zu viel des Glücks gewesen.
Und so werde ich am Donnerstag von Sand im Taufers nach St. Vigil, beide Orte im schönen Südtirol, laufen dürfen.

Zitat aus der offiziellen Beschreibung dieser Tagesetappe:
„Am folgenden Tag zieht sich die 38,5 Kilometer lange 6. Etappe mit brutalen 2.289 Höhenmetern bis zum Ziel in St. Vigil zunächst entlang des Osthanges des Tauferer Tals bis in das Stadtzentrum von Bruneck. Danach folgt der endlos scheinende Anstieg auf den Kronplatz, der erst im Gipfelbereich die Aussicht auf die Dolomiten im Süden freigibt.“

Wahnsinn, oder?
Also: Schuhe schnüren und rauf geht’s auf den Kronplatz!

Die TracKING App …

Erst Anfang Mai geboren ist die TracKING App von THE NORTH FACE schon ein Hit, nicht nur, weil man dort relativ leicht etwas gewinnen kann.
Vergleichen von Daten, Verknüpfen mit interessanten Details von Wikipedia und vieles mehr.

Nach dem Motto „Wer läuft, der fliegt …“ hat auch schon einer von unserer Familie etwas Großartiges gewonnen.

Wer und wo und was liest Du hier auf meiner Seite THE NORTH FACE UTMB.

The North Face UTMB 2012

Nach ein paar glücklichen Tagen im schönen Österreich kam ich nach Hause, sah auf meinen eMail Accout und staunte nicht schlecht.

Da war doch eine Mail von The North Face, immerhin Hauptsponsor des The North Face Ultra Trail du Mont Blanc 2012, in der ich gefragt wurde, ob ich ein wenig über die Vorbereitung ihres Läufers beim UTMB berichten wolle. Und ob ich dann während des UTMB weiter berichten wolle, direkt vor Ort.
Dabei sein in der Kulisse und das Event mal im Ganzen erleben. Grandios, wenn man schon nicht selbst mitlaufen kann. Hinter der Ziellinie stehen, um Fotos der Finisher zu machen, so wie damals Klaus Duwe die Fotos von mir gemacht hat. Menschen kennen lernen, die über unser Hobby berichten und Menschen kennen lernen, die sich für unser Hobby engagieren, die uns einkleiden, ernähren, die all ihr Wissen für uns verwenden, alles, damit wir solche Herausforderungen wie den UTMB meistern können.
Klar wollte ich das.

Aber nur unter bestimmten Bedingungen, selbstverständlich. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich keine Lobhudeleien mag, mich nicht kaufen lasse und nur etwas schreiben will, wenn es interessant für mich ist. Und hier war es für mich besonders interessant, zu erfahren, über wen ich da berichten sollte. Wen, fragte ich mich, soll ich da portraitieren? Mir fielen viele Namen ein, die „üblichen Verdächtigen“ waren darunter und auch ein paar Andere.
Keinesfalls wollte ich über jemanden berichten, der keiner „von uns“ ist.

Es sollte jemand sein, dachte ich mir, der wie wir ein Amateur ist. Professionals gibt es ja einige und viele Printmedien berichten mehr oder weniger gerne von ihnen. Ein Grund für mich, das nicht zu tun.
Es sollte idealerweise jemand sein, dachte ich mir, von dem ich schon vorher etwas weiß. Und wer mich kennt, der weiß auch, dass ich mir über viele Läufer, die mir über den Weg gelaufen sind, vieles merke, vor allem natürlich über die, die ich bei den ganz großen Events kennen lernen durfte.

Es brauchte drei Telefonate, bis wir zur Beantwortung dieser Frage kamen. Drei lange Telefonate an drei langen Tagen – und ich vermute, dass dann meine Fingernägel vor Spannung schon halb abgekaut waren.

In meinem Kopf rotierten immer die gleichen Fragen: Männlein oder Weiblein? Jung oder Alt? Aus meiner direkten Läuferfamilie oder eher nicht?

Und als hätte mich der Läufergott erhört, kam dann die Antwort, die mich dann sofort zur Zusage zu diesem Projekt bewegt hat: „Unser Läufer ist aus Jesenwang,“ sagte Nicole, meine Gesprächspartnerin. Aus Jesenwang? Ein Dörfchen mit nur wenigen Hundert Einwohnern, mutmaßlich nicht gespickt mit Ultraläufern. Das konnte dann also nur Heiko sein, Heiko Bahnmüller, mein Laufpartner vom TransAlpineRun 2008. Was für ein Zufal, was für eine Freudel!

„Kennst Du ihn?“ fragte Nicole überrascht und ich erzählte ihr kurz unsere gemeinsame Geschichte.

Ich habe Heiko durch das Veranstaltungsteam „Plan B“, durch Uta Albrecht, kennengelernt. Den TransAlpineRun zu laufen war damals, Anfang 2008, mein großer Traum gewesen. Einmal quer über die Alpen – zu Fuß, das ist etwas für die ganz Harten, dachte ich damals.
Aber der TAR ist nun mal ein Teamlauf und so ganz ohne Partner ist ein Team ziemlich klein, zu klein. Aus meinem kleinen Bekanntenkreis erhielt ich bestenfalls ein Schulterzucken auf die Frage, ob Interesse bestehen würde, diese 300 Kilometer mit mir im Team zu laufen. Mancher Zeigefinger fand sogar den Weg an die Schläfe des Gesprächspartners und die obligatorische Antwort war stets, dass man für solch gewaltige Entfernungen doch das Auto erfunden habe.

Uta gab mir dann drei eMail Adressen von potenziellen Laufpartnern und mit Zweien habe ich länger telefoniert. Der eine war der niederländische Importeur von Suunto Laufuhren. Ein wirklich netter Kerl. Und wer weiß, wie sehr ich Niederländer und ihren Humor schätze, der kann erahnen, dass er sofort in meiner engeren Wahl war. Am Ende habe ich mich dann aber doch gegen ihn entschieden, weil er mir einfach „zu gut“ erschien. Zu schnell, zu erfahren. Zudem hatte ich die Sorge, dass ihm die Platzierung des Teams auch für seine beruflichen Aspekte wichtiger war als mir.

Entschieden habe ich mich dann für Heiko. Zwar waren seine Marathonzeiten auch besser wie meine. Eine 3:11 stand da zu Buche (ich weiß, Heiko, dass mittlerweile aus Dir ein „unter drei Stunden – Läufer“ geworden ist). Außerdem war Heiko bis dahin niemals weiter als einen Marathon gelaufen und er hatte Sorge, bei längeren Etappen Probleme zu bekommen. Wenigstens ein kleiner Vorteil für mich.
Das dritte Argument für ihn war damals auch, dass er Pädagoge ist, ein unschätzbarer Vorteil, wenn es Dir mal schlecht geht. Und genau diese Eigenschaft habe ich immer an ihm geschätzt, vor allem am letzten Tag, als ich wegen muskulärer Probleme kaum mehr laufen, sondern nur noch tippeln konnte.

Nach etlichen Telefonaten trafen wir uns dann das erste Mal im „real life“ beim StrongManRun 2008 in Weeze. Er war mit seiner Bundeswehr-Sportgruppe dort und wir machten noch schnell mittels eines schnell aufgebauten Fotohintergrundes einige gemeinsame Fotos. Heiko hatte kurz zuvor ERIMA als unseren Sponsor gewinnen können und die Ware war Tags zuvor bei ihm in Jesenwang eingetroffen. „Team ERIMA Sportswear“ hießen wir also dann.

Nach dem TAR 2008 war der Marathon des Sables 2010 das nächste gemeinsame Highlight. Und nicht nur das. Wir lebten gemeinsam mit Achim Knacksterdt, Tilman Markert und Christian Bechtel eine Woche lang unter dem gleichen Berberzeltdach in der südmarokkanischen Wüste. Was war das schön damals!

Einen Tag nach dem Telefonat mit Nicole telefonierte ich mit Heiko und er erzählte mir, dass er sie gefragt hätte, ob ich mich dort bei der Agentur gemeldet hätte. „Nein,“ sagte sie, „das ist purer Zufall.“
Zufall ja, vielleicht auch Fügung, Schicksal? Auf jeden Fall ist es der Beginn von großartigen 10 Wochen, in denen ich regelmäßig über „Heikos Weg nach Chamonix“ berichten werde.
Veröffentlichen werde ich die Berichte dann aber nicht hier auf der allgemeinen Seite, sondern hier:
https://marathonundlaenger.wordpress.com/the-north-face-utmb/
Vielleicht gelingt es mir auch, die Beiträge hier und dort zu posten, aber das ist nicht versprochen.

Als versprochen aber gilt, dass Du Dir dort ein umfassendes Bild von Heiko und seinem Training für den The North Face UTMB 2012 machen kannst. Vergleiche die Erfahrungen vor dem Rennen und während des Rennens mit Deinen eigenen oder nimm die eine oder andere Information für Dich mit, falls Du diesen großen weißen Berg noch nicht umrundet haben solltest.
Für Deinen Start beim UTMB 2013. So viel Berg muss einfach sein, finde ich. Weil diesen Lauf zu finishen noch für jeden Läufer, den ich kenne, das Größte ist.

Bei dem UTMB 2013 werde ich dann auch wieder als Läufer dabei sein, einen sicheren Startplatz habe ich ja schon …