Wouldn’t it be nice …

Ein „Modern Marathoner“ hat so allerlei elektronische Helferlein bei sich.ModernMarathoner
Da ist natürlich die Laufuhr, ohne die ja gar nichts geht. Da ist das GPS Gerät, da ist der MP3 Player. Da ist der Notfall-Akku, um die Helferlein auch unterwegs zu laden. Da ist die Stirnlampe und da ist die Fotokamera, die GoPro oder eine andere Actionkamera, alles, um wirklich gut über die Strecke zu kommen.

Wäre es nicht schön, wenn man dann wenigstens auf ein Teil verzichten könnte? Auf den MP3 Player beispielsweise?

TomTom hat es jetzt versucht und zeigt in Berlin auf der IFA eine Laufuhr, die immerhin 3GB Musik im Gepäck haben kann.
Schön anzusehen sind die TomTom Uhren sowieso, ob die kleinen Nachteile, die ich damals gefunden habe (kein Höhenmesser, zu geringe Akkulaufzeit, wenn GPS eingeschaltet ist – zumindest für uns Ultraläufer) noch immer bestehen?
Ich sollte es testen, vielleicht sogar schon in der Türkei auf dem „Lycian Way“?
Dort sind die Einzeletappen, die zu laufen sind, wegen meines „downgrading“ auf den eher als Laufurlaub konzipierten 6G Bewerb (6 Tage Laufen mit Distanzen um die 20 Kilometer) nicht allzu lang, das könnte passen …TomTom Runner2_Weiß-ScubaBlau_schmales Armband_rechts_MusikTomTom Runner2_ScubaBlau-rot_breites Armband_rechts_Musik

Aus der Pressemitteilung:
TOMTOM
erweitert seine GPS Sportuhren Serie durch einen integrierten Musik-Player und 24/7 Aktivitäts-Tracker

Berlin/IFA, 3. September 2015
TOMTOM stellt heute die neue TomTom Runner 2 GPS Uhr mit integriertem Musik-Player vor und macht es so noch einfacher, das Beste aus einem Lauf herauszuholen. Ab jetzt müssen sich Läufer während ihres Trainings nicht länger ein Telefon um den Arm schnallen oder sich Sorgen über Kabel machen, die ihnen in die Quere kommen könnten. Die TOMTOM Runner 2 vereint die Anzeige der wichtigsten Trainingsdaten sowie die Lieblingsmusik zum Sport in einem einzigen, einfach zu bedienenden Gerät.

Die TOMTOM Runner 2 besitzt einen 3GB Speicher für mehr als 500 Songs, sodass Nutzer ab jetzt ihr Smartphone zuhause lassen können. Die GPS Uhr streamt Musik direkt an eine Vielzahl von Bluetooth Kopfhörern und wird mit vorinstallierten Running Trax ausgeliefert, einem maßgeschneiderten 30-Minuten Mix voller motivierender, energiegeladener Gute-Laune-Dance-Hymnen von einigen der besten DJs der Welt, kuratiert von  Ministry of Sound. Eigene Playlisten können ebenfalls einfach auf die TOMTOM Runner 2 geladen werden.

Die TomTom Runner 2 hat einen integrierten Herzfrequenzmesser, um den Puls genau messen zu können. So wird der nervige Brustgurt überflüssig und unterstützt Läufer beim Herzfrequenztraining. Das sehr genaue GPS-Tracking der Runner 2 ermöglicht außerdem die Dauer, Entfernung, Geschwindigkeit und das Tempo in Echtzeit anzuzeigen.
Schritte, aktive Minuten, Distanz, verbrannte Kalorien und Schlafdauer können mit der Aktivitäts-Tracker-Funktion der TomTom Runner 2 rund um die Uhr gemessen werden. Nutzer können sich Tages- und Wochenziele stecken und ihre Fortschritte auf der Sportuhr oder in der MySports App einsehen.
Nutzer können ihre Daten über die MySports App hochladen und drahtlos auf mehreren Plattformen einsehen, einschließlich TomTom MySports, RunKeeper, Nike + und zahlreicher weiterer Plattformen.

Folgende Modelle der TomTom Runner 2 GPS Uhren Serie sind erhältlich:
TomTom Runner 2 GPS Uhr
TomTom Runner 2 Cardio GPS Uhr
TomTom Runner 2 Music GPS Uhr
TomTom Runner 2 Cardio + Music GPS Uhr
TomTom Runner 2 Music GPS Uhr + Bluetooth-Kopfhörer
TomTom Runner 2 Cardio + Music GPS Fitness Uhr + Bluetooth-Kopfhörer

Ausgewählte Funktionen der TomTom Runner 2 GPS Uhren im Überblick:
– Automatisches Schlaf-Tracking
– Multi-Sport-Modus: Laufen, Laufband, Radfahren (Indoor oder Outdoor), Schwimmen, Fitnessstudio und Freestyle, Skifahren, Spinning
– Herzfrequenztrainingszonen
– GPS-Tracking
– Smartphone-Benachrichtigungen
– Perfekt sitzende und anpassbare Armbänder
– Vorinstallierte Musik
– Akustische Rückmeldung zur aktuellen Trainingsleistung
– Kabelloser Datenaustausch
– Wasserdicht bis zu 40 m/5ATM
– Indoor-Trainingsmodus
– Rennen-Modus
– Intervall-Training
– Kontinuierliche Messung der Herzfrequenz

Ein wenig kürzer auf dem Hermannsweg …

In Rheine starten und dann über Hörstel-Bevergen, einem wirklich zauberhaften Dorf, das schon mal „Bundesdorf“ der Ausschreibung „Unser Dorf soll schöner werden“ wurde, weiter durch die Fachwerkstatt Tecklenburg mit ihrem faszinierenden Stadtzentrum, dann nach Bad Iburg, nach Borgholzhausen und Bielefeld laufen. So war der Plan und so wurde es gemacht.
Für die Realisierung des weiteren Plans, dann über Oerlinghausen und Lage bis nach Horn-Bad Meinberg zu laufen, fehlte mir aber das notwendige Zeitfenster und die entsprechende Motivation.Hermannsweg Aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass ich Andreas Haverkamp wenigstens auf einer Strecke begleiten durfte, die bei einem Anbieter von Wanderveranstaltungen immerhin 6 Tage beansprucht. Wir hatten das in rund 22 Stunden ablaufen können.
Für den Rest der Strecke, also von Bielefeld bis nach Horn-Bad Meinberg, veranschlagen die Oberwanderer dann weitere zwei Tage. Es geht also auch gemütlich zu auf diesem Wanderweg. Gemütlich, aber auch teuer.
So nimmt dieser Veranstalter mindestens 529 EUR und wenn man nur zu zweit reist und in Doppelzimmern schläft, dann sind es immerhin 617 EUR für diese 8 Tage – pro Person, versteht sich. Es rechnet sich also, Läufer zu sein.

Überhaupt war alles ein wenig kürzer auf diesem Lauf „Hermannsweg komplett nonstop“. Es begann mit der TomTom Laufuhr. Ich hatte ja geschrieben, dass ich die TomTom dort zum ersten Mal auf einer längeren Strecke ausprobieren will. Dank des Hinweises von Laufhannes habe ich schon vorher in der Uhr nachgesehen, wie es sich denn mit so etwas Nützlichem wie einer Höhenmetermessung verhält. Er hatte da nichts gefunden, ich leider auch nicht. Für die Berge, dachte ich dann, ist diese Uhr dann wohl eher „suboptimal“.

Aber sie hat einen enormen Vorteil. Sie zwingt Dich, zügig zu laufen. Den City-Marathon solltest Du nicht allzu lasch angehen und manche von uns in der lieben großen Ultraläufer-Familie würden auch noch die 50K von Rodgau damit bewältigen können, aber auch die müssten dann schon ein wenig Druck auf das Tempo machen.
Ich hatte die TomTom Uhr vor dem Start voll geladen und ich wusste, dass sie ohne GPS und nur mit der Nutzung als Handgelenksuhr durchaus mehr als eine Woche lang funktioniert. Wenn sie aber das tut, wofür sie erschaffen wurde, dann verlässt sie Dich schon nach gut 4 1/2 Stunden. Ich muss gestehen, dass ich ein wenig enttäuscht war.
Gleichzeitig aber war ich aber auch froh, weil ich nach der Frage von Laufhannes doch etwas skeptisch wurde und deshalb sicherheitshalber doch meine Garmin 310 XT an den anderen Arm geschnallt hatte. Die hält knapp 20 Stunden lang und das ließe sich noch etwas ausdehnen, wenn ich ein paar Erinnerungsfunktionen ausschalten würde.
Das ist auch nicht allzu viel, aber für einen City-Marathon reicht es allemal.

Wenn ich mir vorstelle, wie das war, als ich mit dem Laufen angefangen habe! Die erste Laufuhr war eine einfache Polar-Uhr. Die konnte kaum mehr als den Puls und die Geschwindigkeit messen, kostete aber 129 EUR. Eine unvorstellbar hohe Summe für etwas Plastik, dachte ich damals. Erst danach lernte ich mühsam, wie teuer Laufuhren sein können und wie viele davon ich in den wenigen Laufjahren noch kaufen würde.
Diese Anfängeruhr fristet seit Jahren ihr Dasein am Handgelenk meiner Mutter, die damit ihr „Nordic Walking“ Programm absolviert. Gute Lösung.
Dann kam die Polar 610 mit Fliehkraftmessung. Ein wirklich edles Teil, das mein Sohn seit etwa sechs Jahren verwendet. Diese Uhr war wirklich schon richtig gut, alleine der Makel mit der nicht so genauen Fliehkraftmessung ärgerte mich oft.
Und dann, als ich meinem Sohn etwas Gutes tun wollte – und mir auch – holte ich mir die Garmin 305 mit GPS, sehr exakt und so wunderschön. Mit ihr wurde mein Tempo bei den Mehrstundenläufen ruhiger und konstanter, die Ergebnisse wurden besser. Ihr erster Makel war die Akku-Laufzeit, obwohl ich die beiden Läufe in Biel damit noch problemlos bewältigen konnte. 10 – 12 Stunden hält der Akku, hieß es damals. Und ich dachte:
Wer braucht schon mehr als das?
Insgesamt hatte ich drei dieser Garmin 305 Uhren und keine funktioniert mehr, die Feuchtigkeit hat alle dahingerafft, das war ihr zweiter Makel.

Und dann, wenn Du merkst, dass 12 Stunden noch eher als Kurzstrecke durchgehen, wenn die Laufzeiten länger werden, dann suchst Du weiter. Die Garmin 310 XT zum Beispiel. 18 – 22 Stunden, offiziell, immerhin. Und das kombiniert mit einem aufladbaren Akku bedeutet, dass ich sogar die etwas längere Strecke des Thames Ring Race komplett mit der Garmin abbilden konnte, immerhin 94 Stunden und 44 Minuten lang. Auch hier habe ich mittlerweile meine zweite Uhr davon und auch hier hat die Feuchtigkeit des Himalaya der ersten Uhr den Todesstoß versetzt. Triathlon damit? Ja! Aber Regen? Wohl eher nicht.
Und die TomTom Uhr? Sie ist etwas ganz Besonderes. Sie ist schön am Handgelenk anzusehen, zweifellos. Und sie ist gemacht für die Millionen von Läufern, die zwei Mal die Woche 30 bis 60 Minuten lang ihre Hausstrecke abtraben, um dann einmal, vielleicht zwei Mal im Jahr sich an einen Marathon zu wagen, immer mit Blick auf die ominöse 4-Stunden-Marke. Für die ist das wirklich eine nette Alternative, für uns „harte Mädels“ und „harte Jungs“ ist die TomTom aber sicher nicht mehr als ein netter Anblick.
Die rund 1.500 Kilometer des „Millenium Quest“ Wettbewerbs jedenfalls würden sich mit dieser Uhr auch in der Kombination mit etlichen Notfall-Akkus wohl nicht abbilden lassen.
Fazit: Tom wird wohl in der Zukunft wieder ohne TomTom auskommen müssen.

Rheine

Aber ich wollte ja vom Hermannsweg erzählen und bin etwas abgeschweift.  Also den Faden wieder aufnehmen …
Andreas Haverkamp hat sich im Vorjahr schon daran versucht, gemeinsam unter anderem mit Sascha Horn. Der hat die gesamte Strecke gepackt, für Andreas aber blieb eine offene Wunde und der „Hermannsweg komplett nonstop“ als nonstop Lauf ein Ziel, die Motivation schlechthin. Ich bin froh, dass er das nun hinter sich hat. Für mich aber war dieser Weg nicht mehr als ein weiterer deutscher Fernwanderweg, ganz nett, vor allem die Städtchen, die man durchläuft, aber eben kein großes Ziel.

Nach dem Einstieg in die Strecke über die Straße „Hermannsweg“ in Rheine ging es noch im Dunklen flach voran. Wir hatten geplant, um 6 Uhr zu starten, ich hatte auf 5 Uhr gehofft, aber auch einen vorgezogenen Start um 22 Uhr am Vortag vorgeschlagen, aber es war dann 7.20 Uhr, bis wir wirklich auf der Strecke waren.
Und gleich verliefen wir uns einige Male.
Es dauerte einige Stunden, bis wir in einen vernünftigen Laufrhythmus kamen, aber dann klappte auch das Wege finden recht gut. Aber ich ärgerte mich doch die ganze Zeit über mich selbst, weil ich mich entschieden hatte, den Garmin Oregon mit dem Track des Hermannsweges zu Hause zu lassen, ein törichter Fehler, wie wir mindestens an zwei Stellen am Abend feststellen mussten. Wozu habe ich denn so ein tolles Teil, wenn ich es dann doch nicht bei mir trage?
Die ersten Kilometer sind ja im Wesentlichen flach, wenig aufregend und unspektakulär. Es ging über Feldwege, teilweise auch über nennenswerte, aber eher unschöne Straßenpassagen, oft jedoch über wunderschöne Waldwege, die angesichts des hervorragenden Wetters und des verfärbten Herbstlaubs, das sich schon heftige Gefechte mit der Gravitation lieferte, eine ganz neue Dimension des Laufens zeigten.

Wir versorgten uns im Wesentlichen über Verpflegungspunkte, die Andreas im Vorfeld angelegt hatte. Getränke und etwas Nahrung, die immer in schwarzen Müllbeuteln neben der Strecke deponiert waren, selbstverständlich alles vegan und gesund. Aber dennoch fehlte mir da etwas.
Schon in Tecklenburg hätte ich gerne eine Bar besucht, in Bad Iburg dann kam ich aber nicht an einem EDEKA-Laden vorbei.  Ich musste etwas eiskalte Cola haben, eine große Dose Energy-Drink, ein paar Cashew-Nüsse und ein Mandelhörnchen. So viel Sünde darf einfach sein, finde ich.
Und dann saßen wir auf dem Parkplatz in der Sonne, genossen diese kleinen Sünden und ich erinnerte mich an den Lauf im Herbst 2009 mit Susanne Alexi und dem Ultrayogi Jörg Schranz auf dem „schrägen O.“ rund um Oberhausen und dabei an die Pausen vor den Einkaufsgeschäften, wo wir uns auch etwas kauften und das im Sonnenschein tranken und aßen. Wie schön ist so ein Trainingslauf, wenn es nicht ausschließlich um Zeiten und Tempo geht, wenn man solche Situationen nutzen kann und einfach das Leben genießt!
In solchen Momenten schicke ich gerne ein Stoßgebet nach oben und bedanke mich dafür, ein Läufer zu sein, ein Läufer über längere Distanzen, bei denen genug Zeit bleibt für solche Erfrischungen.

Der Hermannsweg ist meistens ein Kammweg über die Höhen des Teutoburger Waldes. Du siehst also rechts und links ins Tal hinab. Die Höhen sind nicht allzu hoch, aber in der Summe des Weges kommen dann doch fast 4.000 positive Höhenmeter zusammen. Die Ausschilderung war wahrscheinlich mal fantastisch, als Hermann der Cherusker dort gelaufen ist. Im Laufe der folgenden 2.000 Jahre aber ist die eine oder andere Markierung aber abgefallen. Anders formuliert: selten habe ich mich so oft verlaufen wie auf dem Hermannsweg. Das hat schon unsere Mütchen gekühlt und hat mir immer wieder mein Hauptproblem des Laufs in Erinnerung gebracht.

Mein Hauptproblem während des gesamten Laufs aber war die etwas kürzer bemessene Zeit, die mir zur Verfügung stand. Ich musste am Samstag spätestens um 6 Uhr in der Grafschaft wieder losfahren, um dann noch vor 9 Uhr, vor der Ladenöffnung des Würzburger Neubert-Möbelhauses, im Laden zu sein. Wenn wir also am Freitag zu lange brauchen würden, dann hätte ich kaum mehr Möglichkeiten, ordentlich zu schlafen. Die Fahrt von Horn-Bad Meinberg nach Bielefeld, dann müsste ich noch drei Stunden nach Hause fahren, schlafen, duschen, all das schien mir nach zwei nächtlichen Verlaufern, die uns jeweils mindestens eine Stunde gekostet hatten, schwer machbar zu sein. Der verspätete Start und die vielen zeitraubenden Verlaufer verschärften dann noch mein Problem.
Aus diesem Grund stoppte ich die Begleitung von Andreas in Bielefeld auf der Habichtshöhe, ich duschte, aß und schlief dann bei ihm in der Wohnung, um ihn anschließend im Ziel abzuholen und nach Bielefeld zurück zu bringen. Es war eine gute Entscheidung, eine gute Lösung für uns beide.
Andreas konnte sein großes Ziel, das ihn ein Jahr lang beschäftigt hatte, erreichen, ich kam zu einem langen Lauf durch die Nacht, ohne meine Arbeit zu gefährden, alles war perfekt.Bismarckhöhe

Dass ich in Bielefeld noch einige Zeit mit Andreas Freundin Cordula über Ehe und Familie, über Verwandtschaft und Ernährung und über Gott und die Welt reden konnte, rundete den Freitag sogar noch ab. Ich hatte während des Laufs mit Andreas über die gleichen Themen geredet, aber oft andere Antworten erhalten. Vielleicht konnte ich hier und da meinen Anteil dazu beitragen, dass sich in der Zukunft manche dieser Antworten gleichen werden?

Es bleibt die Frage, ob ich das Ganze noch einmal wiederholen würde. Ich glaube nicht, dass ich diesen Weg erneut angehen würde, aber mit Andreas Haverkamp würde ich so einen ausgedehnten Trainingslauf sicher erneut wagen, dann aber vielleicht über den Westfalenweg?

TomTom und Tom

Eine „eierlegende Wollmilchsau“ ist es natürlich nicht, das TomTom Lauführchen, aber sollte das einen Vegetarier stören? Eier? Milch, Dairy Products? Schweinefleisch? Muss ich alles nicht haben. Ich will es in der Ernährung eher so, wie es die Amerikaner für ihr ganzes Leben empfehlen:
„K I S S“ – „Keep it simple, stupid“.

Ich war erstaunt, als mir angedient wurde, die brandneue TomTom Laufuhr zu testen. Zwar war und bin ich nicht der Erste, der das tut, aber eine solche Uhr selbst einem solchen Test unterziehen zu dürfen hat mich doch sehr gefreut. Und sie kam dann auch per Post, gleich am nächsten oder am übernächsten Tag.

20130919_134701_resizedSchon beim Auspacken dachte ich, dass die Uhr anders ist. Feiner, schöner, farbenfroher, variabler, Und sie ist auch leichter.
Eigentlich ist sie ideal auch als ganz normale Uhr zu tragen, dachte ich. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich seit mindestens einem Vierteljahrhundert – ja, ich bin schon so alt – keine normale Uhr mehr trage. Ich schaue lieber auf mein Mobiltelefon, wenn ich die Uhrzeit wissen will. Und die, wie ich finde, oft peinliche Protzerei, die sich oft mit dem Uhrenkauf und Uhrenbesitz verbindet, brauche ich auch nicht, will ich auch nicht.

Mir ist es stets ein Rätsel geblieben, wie jemand 20.000 EUR für ein mörderschweres und abgrundhässliches Zuhälterteil von Rolex ausgeben kann. Und selbst die feinen, edlen Nobeluhren. wie die berühmte Wendeuhr „Reverso“ von Jaeger-LeCoultre beispielsweise, erwecken in mir nicht einmal ein Zucken.
Nein, sage ich, Uhren, Rennautos, Zigarren und all diesen Kram überlasse ich den echten Männern unter uns.

Aber die TomTom Laufuhr ist da anders. Vielleicht ist es schon der Name, der mich fasziniert, vielleicht ist es auch einfach das moderne und geradlinige Design, das anspricht, aber diese Uhr habe ich seither nicht wieder ausgezogen. Nicht beim Laufen, nicht im privaten Leben, nicht auf der Arbeit und auch nicht in der Nacht beim Schlafen.

20130919_134739_resizedDie TomTom Laufuhr ist ja eigentlich gar keine Laufuhr. Sie ist eine Multifunktionsuhr, ideal auch zum Radfahren geeignet. Wenn ich mir da ansehe, wie kompliziert das Anschnallen der Uhr bei Garmin und Co. funktioniert und wie logisch und einfach es bei diesem Modell ist! Der Grund liegt im Wesentlichen daran, dass man sich erst einmal des eigentlichen Armbandes entledigt. Das ist nämlich immer das, was stört. Und man ersetzt es durch ein leider weit weniger schönes Gummiteil, das aber sehr funktional ist.
Das Schwimmen mit der Uhr werde ich aber erst in den nächsten Tagen und Wochen testen können, das aber wird nachgeholt. Und da freue ich mich darauf.

Ich habe seither zwar jeden meiner wenigen Läufe mit der Uhr bestritten, aber in meinem Regenerationsmonat September war ich ja eher körperschonend unterwegs. Ich werde die TomTom Uhr aber beim langen Lauf über den Hermannsweg dabei haben. Da werden sich auch Sachen zeigen wie Speicherkapazität und auch die Akkuleistung.
Aufgefallen ist mir bisher, dass die Bedienung anders ist wie man das von anderen Uhren kennt. Ich finde sogar, dass sie nicht wirklich intuitiv ist. Aber dennoch habe ich das Ding dann schon am ersten Abend nach Erhalt beim Trainingsläufchen mit dem TV Altendorf-Ersdorf dabei gehabt. Und es wurde gleich bestaunt.

Mein erster Eindruck nach kurzer Zeit ist, dass ich den einen angezeigten Wert, den ich sehe, sehr gut finde. Das Umschalten auf die anderen Werte allerdings finde ich kompliziert. Wie das gehen soll, ohne langsam zu werden, wenn der Läufer am Limit läuft und die Atemfrequenz hoch, die Intelligenz aber situationsbedingt niedrig ist?
Aber so sind sie halt, die alten Männer. Neue Techniken lernen die eben nur noch sehr schwer.
Und man muss eben auch einräumen, dass beides eben nicht geht: eine schlanke Uhr mit nicht überdimensioniertem Display und alle wichtigen Daten im „first view“ Bereich.
Bei meiner Garmin Forerunner 310 habe ich stets vier Werte im Blick, meist die gleichen, manchmal aber stelle ich die Darstellung um.
Vor allem die Information, in welcher Höhe über dem Meeresspiegel ich gerade bin, brauche ich beim üblichen Trainingslauf nicht, aber die Laufzeit, die Laufgeschwindigkeit, die kumulierte Laufgeschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke sind mir schon einigermaßen wichtig. Aber in den Bergen muss dann meist die Laufgeschwindigkeit eine Etage tiefer in den „second view“ Bereich rutschen, weil mir da das Wissen um die Höhe schon wichtig ist, damit ich mir die wenigen Kräfte noch so einteilen kann, dass ich es noch bis zum nächsten Gipfel schaffe.
All das fällt bei der TomTom Multifunktionsuhr aber schwer, dafür aber ist sie optisch ansehnlich und sie macht auch mit einem Sportsakko eine gute Figur.

Keine „eierlegende Wollmilchsau“ ist sie also. Aber das wäre ja auch ein wenig zu viel verlangt.

Von jetzt an werde ich sie fünf Wochen lang intensiver testen als bislang, die Laufumfänge werden sich ja nun auch wieder steigern. Und dann berichte ich erneut.
Egal aber, wie dieser Test ausgehen wird, eines bedauere ich schon jetzt.
Tom muss die TomTom wieder abgeben. Am 18. November, an Tom’s Geburtstag.

Ab dann wird Tom wieder ohne TomTom unterwegs sein müssen …TomTom Runner_grau_Herzfreuqenzmonitor