Heissa Safari …

… der Amboseli NP war die erste Station in Afrika!

Große Flamingo-Kolonien muss man nicht sehen. Man riecht sie.
Und Du erkennst an den weißen Rändern der Seen, dass es hier oft viele Flamingos geben muss, die zwar alle besser auf einem Bein stehen können als wir Menschen, aber deren Exkremente oft zu einem Problem für den See werden können. Für die Menschennase ist das auf jeden Fall ein Problem.

Dem gegenüber steht aber die Eleganz, die Schönheit und die Grazie dieser Vögel und nichts ist schöner als das gemeinsame Auffliegen von Tausenden von Flamingos, wenn sie sich vor einem herannahenden Hubschrauber retten wollen. Die dabei entstehenden Geräusche und das weitläufige Bild, das sich ergibt, machen die Begegnung mit Flamingos zu einem ganz besonderen Erlebnis.



Der Ambroseli Nationalpark liegt ganz nah am Kilimanjaro, wenn man ihn vom Machamé-Gate aus besteigt. Es gibt wie im N’Gorongoro Nationalpark einen wunderschön runden Krater. Er ist nur viel kleiner im Ambroseli Nationalpark und die Kraterränder sind wesentlich niedriger. Die Tiere im Ambroseli Nationalpark findest Du allerdings eher im weitläufigen Land vor dem Krater. Es gibt relativ viele Tiere, die „big five“ allerdings gibt es nicht komplett.
So vermisst Du schmerzlich die furchterregenden Löwen, die jede Safari besonders spannend machen, obwohl sie bei weitem nicht die gefährlichsten Tiere Afrikas sind. Die Nashörner und die „Hippos“, die Flußpferde, sind da schon erheblich tödlicher für uns Menschen. Aber auch die haben wir im Ambroseli Nationalpark vermisst.

Also begnügte ich mich mit den Erinnerungen an die Safaris von 2005 im Tarangire Nationalpark und eben im weltberühmten N’Gorongoro Nationalpark, mit den Blicken auf die Büffel, die Warzenschweine („Pumbas“) und mit den vielen Blicken auf die eleganten Giraffen. Ich habe mir sagen lassen, dass die Safari so auch erheblich weniger gefährlich sei. Aussteigen aus dem Auto ist aber dennoch streng verboten, außer in einem Teil, wo wir einen schönen Spaziergang durch die Savanne machen konnten, natürlich begleitet von einem Soldaten in Uniform, bewaffnet.

Dort haben wir viel fotografiert, allen voran die drei hoch ambitionierten Landscape und Animals – Fotografen Radmila Kerl, Andreas Klotz und Michael Matschuck. Ich muss schon gestehen, dass ich mich anfangs ein wenig unwohl gefühlt hatte, weil meine fotografische Ausstattung um Klassen hinter denen der drei zurück blieb. Es war mir also mangels eines Teleobjektivs nicht möglich, detailliert nachzusehen, ob die Giraffen vor mir Paradontose haben oder welche Augenfarbe die hoch aufgeschossenen Ladies hatten, die mich so vertrauensselig ansahen.
Egal, wichtig war für mich, dass ich die riesigen Giraffen auf den kleinen Chip bannen konnte.





Was aber besonders lustig aussah, war, wenn zwei Fotografen gleichzeitig ihr Teleobjektiv in Richtung eines Objektes gerichtet hatten. Dieses Bild begleitete mich dann auch bis auf den Uhuru Peak und auch wieder den ganzen langen Weg hinunter bis zum Gate.
Dabei waren Radmila und Andreas eher fotografierfaul gewesen. Keiner der beiden kam auf mehr als 2.000 Aufnahmen!
Auf der Tour durch die Mondberge des Ruwenzori-Gebirges in Uganda und bei den Berggorillas hat es jeder der beiden noch auf weit über 5.000 Aufnahmen gebracht. Ich finde, da geht noch was beim nächsten Mal.

Ich bin es gewöhnt, im JPG-Format zu fotografieren. Das ist praktisch und hält die Datenmenge einigermaßen klein, obwohl ein hoch aufgelöstes JPG auch mal 6 MB groß sein kann. Die beiden aber fotografieren ausschließlich im RAW Format. Da hat eine einzige Datei eben mal 21 MB. Wenn ich daran denke, dass die CANON EOS D 30, die erste semiprofessionelle digitale Spiegelreflexkamera immerhin mit einer CF-Karte ausgeliefert wurde, die sagenhafte 16 MB groß war …
… da hätte nicht einmal eine einzige Aufnahme drauf gepasst!
Und so fotografieren die beiden mit Kameras, die zwei CF-Karten aufnehmen können – und jede der CF-Karten fasst unglaubliche 32 GB an Daten. „Mehr brauche ich an einem Tag nicht!“ sagte Andreas zu mir. Mir wurde schwindlig …


Zum Glück konnten wir, bewacht durch einen bewaffneten Soldaten, dann auch tatsächlich ein wenig wandern gehen. Ob das Gewehr des Soldaten, das technisch wohl dem Stand der Kolonialkriege entsprochen hat, uns im Falle eines Tierangriffs geschützt hätte, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass ich dort im Ambroseli Nationalpark etwas gefunden habe, das mich immer wieder fasziniert: ein Wasserfall!

Und immer, wenn ich in wenigstens erträglich warmen Gegenden einen Wasserfall sehe, dann überkommt mich so ein komisches Gefühl. Es ist ein Ziehen in der Nackenmuskulatur, ein Drang, mich zu entkleiden und mich unter diesen Wasserfall zu stellen.
Ob auf dem Rinjani in Indonesien, auf dem Auyan Tepui in Venezuela oder eben im Ambroseli Nationalpark hier in Tanzania – es gibt für mich nichts Schöneres als das harte Aufprallen von Wassermassen auf meinem Rücken und auf meinem Kopf.
Und immer denke ich dabei an die ungeheuere Kraft, mit der das Wasser herunter fällt und an die lange Zeit, die das Wasser braucht, um durch den Stein der Berge zu dringen, um dann am Ende nur eine Aufgabe zu haben: mich glücklich zu machen!

Es war ein richtig netter Tag im Ambroseli Nationalpark, nicht sensationell, aber unsere Gedanken waren sowieso längst schon beim Aufstieg auf den höchsten Berg Afrikas …

Andreas Klotz und sein Projekt mondberge.com

Ich kenne meinen Freund Andreas Klotz schon ziemlich lange. Aber ich werde nie ganz vergessen, wie ich ihn kennen gelernt hatte.
Es war ein privates Treffen von Läufern des TV Altendorf-Ersdorf, meines Lauftreffs, irgendwann Mitte 2004, jedenfalls noch lange vor meinem ersten Marathon. Ich war ganz frisch Mitglied des Lauftreffs und war von den beiden Läufern im Lauftreff, die schon einmal einen Marathon gelaufen waren, sehr beeindruckt und saugte jedes Wort der beiden tief in mich ein. Schließlich wollte ich ja auch mal ein Marathoni werden …

Andreas Klotz war einer der beiden. Und er war mehr. Er war auch Besteiger des Kilimanjaro, des Kilis, des Uhuru Peaks. Er trug an jenem Abend ein T-Shirt mit dem einschlägigen Kili-Motiv und er erzählte mir von der Besteigung und dem Weg durch die unterschiedlichen Klimazonen hindurch bis hoch ins ewige Eis. Die Klimazonen dort scheinen schichtartig angeordnet, scheinbar von jetzt auf gleich beginnt die nächste Klimazone. Er war davon sehr beeindruckt.
Und ich erinnerte mich an das, was Jahre zuvor mein Vater mir erzählt hat. Mein Vater ist bestimmt kein Vorzeigeexemplar, wenn es um Begeisterung für Dinge geht, die andere machen, aber eines Tages kam er von einem professionellen Dia-Abend zurück, den man heute wohl Multi-Media-Show nennen würde. Dort hat der Vortragende von seiner Kilimanjaro-Besteigung erzählt. Und mein Vater brannte …
Der Vortragende erzählte und mein Vater repetierte genau das Gleiche wie später Andreas Klotz, von den Klimazonen, von der Herausforderung und von dem unglaublichen Glück, das man empfindet, wenn man auf diesem Berg steht und im Morgengrauen auf die gut 4.000 Höhenmeter unter Dir liegende Hochebene schaut.

Das war der Abend, als ich Andreas Klotz kennen lernte. Und ich buchte meine Kilimanjaro-Reise noch in der darauf folgenden Woche. Ein paar Jahre später bin ich dann mit meiner Frau Gabi und ihm in Venezuela auf den Auyan Tepui, den wohl berühmtesten der vielen Tafelberge gestiegen, den Tafelberg, von dem aus der höchste Wasserfall der Welt, der ANGEL FALL, rund 1.000 Meter in freiem Fall herabstürzt. Andreas hatte damals über diese Reise ein Buch geschrieben, Gabi hat ein paar der Fotos dafür geliefert und ich war beeindruckt von der verlegerischen Leistung.

Der Auyan Tepui - eine abenteuerliche Trekking-Tour zu den Tafelbergen in Venezuela (bei Amazon als gebundene Ausgabe erhältlich, einfach auf das Foto klicken!)

Dieses Buch war aber nur die Übung für sein nächstes, weitaus größeres Projekt.
Direkt nach der Herausgabe dieses Buches begann er mit den Vorbereitungen zu einer Reise, die seinen wirklichen Zielen im Leben entspricht. So ist Andreas ein ambitionierter und wirklich guter Landschaftsfotograf und er liebt die Natur.

„Wenn wir in der Natur etwas bewahren können, dann retten wir auch ein Stück weit unsere eigene Welt!“ hat Andreas einmal zu mir gesagt. Und so widmete er sich einer aussterbenden Tierart, die uns Menschen genetisch so nahe steht wie keine andere, die Berggorillas des ugandischen Ruwenzori-Gebirges.

(klicken zum Vergrößern)

Die Berge des Ruwenzori-Gebirges werden auch die „Mondberge“ genannt. Noch streitet man sich, ob dort der Nil entspringt, sicher ist aber, dass wenigstens ein Teil des Nils dort seinen Ursprung hat. Und wen wundert das, gibt es doch dort mindestens unglaubliche 320 Regentage im Jahr, dort, in den höchsten Bergen Afrikas, vom Kilimanjaro abgesehen.

Genannt hat er dieses Projekt: MONDBERGE.COM, ein passender Name für ein derart ambitioniertes Projekt.

Die Leitideen waren dabei, Geld für die bedrohten Berggorillas zu sammeln. So gehen mindestens 10% der Projektumsätze und 100% der Spenden direkt und zweckgebunden an die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V.„.
Ein weiterer Aspekt war das Trekking auf die drei über 5.000 Meter hohen Berggipfel der Mondberge und der dritte Aspekt war, daraus eine Reise für ambitionierte Landschaftsfotografen zu machen, die danach ihre Bild- und Videoaufnahmen in einen gemeinsamen Pool stecken, aus dem dann ein Buch hervor gehen sollte, eine Multi-Media-Show und andere Dinge, die dem Zweck der Rettung der Berggorillas dienlich sind.

Das Buch ist schon lange erschienen und ich bin stolz, eines davon Mitte November zu meinem Geburtstag erhalten zu haben.

(klicken zum Vergrößern) Perle Afrikas - Impressionen aus Uganda

Klicke hier und Du findest das Buch im Shop von www.mondberge.com. Direkt nach der ISBN-Nummer gibt es einen Link, wo Du Dir das Buch online durchblättern kannst (JavaScript vorausgesetzt). Du siehst 212 aufregende Seiten voller Farbe, Abenteuer und Tiere in der natürlichen Umgebung. Ein Muss, finde ich!

Oder Du lädst Dir hier eine Leseprobe als PDF herunter:

hoch aufgelöst, ca. 21,5 MB
geringer aufgelöst, ca. 7,4 MB

Du kannst Dich übrigens stundenlang auf der ausführlichen und mit interessanten Informationen gespickten Webseite www.mondberge.com aufhalten und etwas über die Teilnehmer lesen, über die Sponsoren des Projekts, über den Central Circuit Trail durch das Ruwenzori-Gebirge, über die Berggorillas und über vieles mehr …
Es lohnt sich wirklich.

Genauso lohnt es sich, die professionelle Multi-Media-Show anzusehen. Bei der Premiere in Rheinbach Ende Januar 2010 war ich dabei, es war ein großartiges Erlebnis. Ich hätte mir am liebsten die Trekking-Schuhe geschnürt und wäre am liebsten gleich hingeflogen. Die nächste Multi-Media-Show wird am 20. April in der Bonner Beethovenhalle (Forum Süd) ab 19:00 Uhr gezeigt. Tickets für nur 14 EUR kannst Du hier buchen.

Das Projekt statete übrigens in dem Jahr (2009), das die UNO zum „Jahr des Gorillas“ ausgerufen hatte …