„Gülü seven dikenine katlanır.“

„Wer die Rose liebt, der erträgt auf ihren Dorn,“ heißt es ja landläufig.
Und Dornen gab es einige beim IZNIK ULTRA 140 am 21. April 2018. Erstaunlich aber war, dass ich mich an die Dornen überhaupt nicht erinnern konnte, obwohl ich diesen Lauf 2016 schon hinter mich bringen durfte.
Türkei
Selten erinnerte ich mich öfter an den Satz „Die Erinnerung ist gnädig, die Realität ist grausam.“ Oder anders formuliert: Hinter der Ziellinie beginnt die Verklärung.
Schönes bleibt in Erinnerung, weniger Schönes wird vom Mantel der Dankbarkeit und des Vergessens überdeckt.

Ich bin ein Sonnenscheinkind, ein Warmduscher, ein Schattenparker.
Bei mir muss, damit ein langer Lauf funktioniert, idealerweise alles stimmen. Die Realität muss deckungsgleich sein wie die Bilder, die ich mir vorab von einem Lauf in meinem Kopf schon gemacht habe, die Laufklamotten müssen optisch passen, nichts darf vergessen sein und auch das „Drumherum“ sollte so sein, wie ich es haben will, sonst wird es schwer für mich.

Bei meinem Trip nach Iznik zum IZNIK ULTRA 140 stimmte aber einiges nicht. Es begann damit, dass ich mich noch gut daran erinnern konnte, auf der Wiese neben der Start-/Zielzone zelten zu können, inmitten drei Dutzend anderer Camper. Direkt daneben war ein grün gestrichenes Badehaus mit Toiletten und einer Waschmöglichkeit, ausreichend für die kurze Zeit vor dem Lauf, jedoch nicht ausreichend für das Säubern des Körpers nach dem Lauf.
2016 hatte ich deshalb im Grand Nicea Hotel, korrekt Grand Hotel Belekoma 2, direkt an der Strandpromenade, angefragt und ich durfte damals eine der dortigen Duschen benutzen. Der Gast, der dieses schöne Zimmer gemietet hatte, hatte schon ausgecheckt, das Reinigungsteam aber war dort noch nicht fertig gewesen.

Ich packte also meinen (Hand)Koffer …
Ich packte ein:
Ein Zelt
Einen Schlafsack
Einen Innenschlafsack aus dünnem Seidengewebe
Meine Stöcke
Mein gesamtes Laufequipment.

Ich wusste, dass ich erst spät Abends in Iznik eintreffen würde, deshalb buchte ich noch ein Zimmer für die erste Nacht von Donnerstag auf Freitag in einer „Pansyion“ nahe dem See, dem Iznik Gölü. Das Zimmer war mit 22 EUR inklusive einem kleinen Frühstück recht günstig und ich dachte, dass ich vielleicht dort sogar noch zwei weitere Nächte bleiben könnte, falls das mit dem Campen nicht klappen sollte.

Und „wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“, heißt es in Urians Reise um die Welt von Matthias Claudius. Und ich reiste. Von Köln aus nach Istanbul zum Flughafen Sabiha Gökçen, dem Flughafen im asiatischen Teil dieser turbulenten Metropole. Von dort aus ging es weiter mit dem Bus nach Bursa und von Bursa mit dem Minibus nach Iznik. Längst war es dunkel geworden und wir fuhren eine Ewigkeit am Iznik Gölü entlang. Und all diese Strecke sollen wir Laufen und das auf beiden Seeseiten?

Der Iznik Gölü (Gölü = See) ist der fünftgrößte See der Türkei. In der Antike wurde er auch Askania-See (Askania Limne, latinisiert Ascania Lacus) genannt. Seinen gegenwärtigen Namen verdankt er der Stadt Iznik (ehemals Nikaia). Seine Fläche misst 298 km². Zum Vergleich: Der Bodensee misst mit Ober- und Untersee zusammen 536 km², der Genfer See misst 580 km².
Kein kleiner Tümpel also. Und weil ja nicht die Seepromenade entlang gelaufen wird, die es sowieso nicht gibt, zumindest nicht um den gesamten See herum, sondern weil über die umliegenden Höhen und Berge gelaufen wird, misst die komplette Runde um den See eben 138,6 km.

Ich bezog mein Zimmerchen, nicht ohne vorher zu fragen, ob man denn noch ein freies Zimmerchen für die nächsten beiden Nächte hätte, was aber nicht der Fall war. Ich schlief früh ein und wachte zeitig auf. Es war Zeit, sich schon für den Lauf am Abend anzuziehen, so spart man sich das Umziehen am Nachmittag.
Beim Anziehen bemerkte ich, dass ich die zu den Armlingen und dem Laufshirt passenden Spykers für die Waden zu Hause vergessen hatte, welche Katastrophe. Ich bin schon lange keinen langen Ultra mehr ohne Wadenkompression gelaufen. Ob das gut gehen kann?
Nach dem Frühstück wollte ich mein Zelt aufbauen gehen. Der Wetterbericht, den ich in Deutschland angesehen hatte, versprach absolut trockenes Wetter, 13 Grad am Tag und 5 Grad in der Nacht, ideal eigentlich für einen Lauf.
Die Wirklichkeit an jenem Freitag aber sah ganz anders aus. 10 Grad warm, Regen, Regen und … schrieb ich das schon? Regen!

So trottete ich mit meinem Handköfferchen erst zum See und dann nach links zum Start-/Zielgebiet. Alles war anders. Es war eine riesige „Construction area“, Bäume wurden gepflanzt, eine Luxuspromenade soll dort entstehen und ich fand nichts wieder, nicht das Start-/Zielgebiet, nicht das kleine grüne Toilettenhäuschen, das längst hätte da sein müssen. Irgendwann kamen mir Morgenläufer vorbei, die ich kurz anhielt und nachfragte. „Mitten in der Stadt ist der Start jetzt,“ also die rund drei Kilometer mit dem Köfferchen zurück rollen. Nun sah ich auch das kleine grüne Toilettenhäuschen, eingebaut in riesige Erdhaufen, mittendrin in der „Construction area“.
Das wird wohl nichts mit dem Zelten, dachte ich. Und ich hatte Recht.
Iznik
Ich fand das Start-/Zielgebiet, anschließend klapperte ich nach und nach die einzelnen Hotels ab. Absage folgte auf Absage – und ich frage auch in den übelsten Kaschemmen nach. Meine Laune sank wie das Quecksilber in einem Thermometer in der Kühltruhe und ich sagte mir, dass ich wieder nach Istanbul fahren würde, wenn ich nirgendwo mehr unterkommen würde.
Zuletzt fiel mir wieder das feine Grand Nicea Hotel ein. Fragen kostet nichts, die Chancen sind gering, immerhin sind solche exponierten Hotels ja meist die ersten, die voll sind, weil sie eben in allen Führern und auf allen Portalen präsent sind.

Zimmer? Ja, eines war noch da. Und Geld? 180 türkische Lira die Nacht, 360 Lira für die beiden Nächte, umgerechnet 72,64 EUR, als Sonderpreis für die beiden Nächte. „Deal!“ sagte ich und reichte dem Consierge die Hand, bezog mein Zimmer und verließ es gleich wieder, um meine Startnummer abzuholen.

„Deinen Pass bitte,“ hieß es da. „Äh, … im Hotel!?“ Und, ach ja, es gibt beim IZNIK ULTRA auch eine Materialkontrolle! Das hatte ich vollkommen vergessen. Ich hatte auch vergessen, in Deutschland zu schauen, ob und was gefordert war.
Also wieder ins Hotel, die Sachen gepackt und wieder zur Startnummernausgabe.
Sicherheitsweste? Igitt!
Handschuhe? Ej, wir sind in der Türkei, da ist es warm!
Trinkbecher? Ich habe doch meine Flaschen …
Aber die Türkei ist billig und so kaufte ich für insgesamt 40 Lira, also für gut 8 EUR, diese drei Sachen nach. Zumindest die Handschuhe sind dabei ein echtes Schnäppchen gewesen und Handschuhe sind wie heißes Wasser – kann man immer brauchen.

Ich versuchte dann, im Hotel zu ruhen und schlief tatsächlich den halben Nachmittag durch. Um 18.30 Uhr (17.30 Uhr deutsche Zeit) gab es das Briefing. Ich ging hin, um zu schauen, wer denn von meinen türkischen Bekannten da wäre. Das Briefing war in Türkisch, macht nichts, ich war ja auch neben einem südafrikanischen Päarchen der Einzige, der kein Türkisch spricht.
Die beiden bekamen danach noch ein Kurzbriefing in Englisch, kurz, weil sie ja auch mit 30 km nur die Kurzstrecke liefen, ich brauchte das nicht, kannte die Zeichen und den Weg ja noch aus dem Vorvorjahr.
Danach gab es Pasta mit Tomatensauce und Ayran, ganz simpel und unspektakulär aus einem riesigen Topf. Ich sah und sprach Ruby und ihren Mann. Die beiden kenne ich von fast allen meiner türkischen Läufe. Sie war Deutsche, ist dann nach Kanada umgesiedelt und hatte den deutschen gegen den kanadischen Pass getauscht. Später dann haben die beiden ihre Firma in Kanada verkauft, seither leben sie in der Türkei, genießen das Leben und Laufen, was da zu Laufen ist.
Noch ein paar Fotos mit einigen türkischen Freunden, ein paar Worte mit dem Chef der Veranstaltung, mit Caner Odabaşoğlu, gemeinsame Erinnerungen teilen (ich verteilte mit ihm an der Warteschlange für den UTMB 2016 Flyer für den IZNIK ULTRA 2017) und ab ins Hotel. Ruhe, Schlaf, Entspannung.

Das Quecksilber des Laune-Thermometers war ein wenig gestiegen, von Begeisterung oder Vorfreude allerdings konnte keine Rede sein. Der Regen hatte weitgehend aufgehört, aber alles war pitschenass, ich hatte viel mehr Bekannte erwartet, es sollte einfach nicht mein Tag, nicht mein Rennen sein.
Ich stellte den Wecker des Handys auf 23.25 Uhr und ich war mir nicht sicher, ob der Wecker nach der türkischen oder nach der deutschen Zeit wecken würde. Wäre es die deutsche Zeit gewesen, dann wären die Läufer längst weg gewesen und ich hätte einen Grund gehabt, nicht Laufen zu müssen. „Höhere Gewalt,“ Du verstehst?

Aber ich wollte Laufen, ich musste Laufen, schon wegen des „Doppelpacks“ TTdR (TorTOUR de Ruhr), 230 km von der Quelle der Ruhr bei Winterberg bis zur Mündung der Ruhr in den Rhein bei Duisburg Rheinorange an Pfingsten und des GUCR (Grand Union Canal Races), 245 km am Grand Union Canal von Birmingham nach London Little Venice eine Woche später.
Ich dachte, wenn ich erst den JUNUT 170 packe, eine Woche später den GR 221 auf Mallorca mit den Lauffreunden von Michi Raabs Laufcoaches.com in drei Etappen bewältige und dann eine Woche später eben jene 140 km des IZNIK ULTRA einigermaßen innerhalb des Zeitlimits hinbekomme, dann zwei Wochenenden pausiere, dann einen Marathon laufe, dann sollte ich für den „Doppelpack“ gerüstet sein.

21 Stunden und 4 Minuten brauchte ich 2016 für die Strecke. Das war heuer nicht wieder drin. Der Boden war matschig und rutschig wegen des andauernden Regens, ich bin schlapp und nach dem JUNUT und dem GR 221 noch nicht vollständig wiederhergestellt und vollkommen untermotiviert.
Zielschluss ist 1 Uhr am Sonntag, also 25 Stunden Zeit. Aber ich wollte schon unter 24 Stunden bleiben, mindestens. Lieber wäre es mir jedoch, vor 22 Uhr zu finishen, mal sehen, ob mir das gelingen kann, dachte ich.

Da weder Gott noch Allah, weder Brahma, Shiva, Vishnu oder Saraswati und schon gar nicht Siddharta Gautama (Buddha) einen Fall von „höherer Gewalt“ mit meinem Wecker produziert hatten, trabte ich rechtzeitig zur Startlinie, gab den DropBag ab und sah wieder Ruby und ihren Mann.
An ihr wollte ich dran bleiben, er lief dieses Mal gar nicht und war als Edel-Supporter eingeteilt. Es wurde heruntergezählt: „On, dokuz, sekiz, yedi, alti, beş, dört, üç, iki, bir … sifir!“ Und die Meute setzte sich in Bewegung, Ruby und ich sicherten das Feld nach hinten ab.

Und das Anfangstempo war ungeheuer schnell …

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Irgendwo in den Bergen …

3 1/2 Monate habe ich an dieser Stelle nichts mehr geschrieben. Umso unsicherer bin ich, ob heute der richtige Tag für den Wiedereinstieg ist.


Es ist aber in dieser Zeit nicht allzu viel passiert bei mir, zumindest nicht läuferisch. Einzig die 63km auf dem Kölner Grüngürtel, dem G1, war erwähnenswert. Weil wirklich alles gepasst hat.
Entstanden ist der Lauf aus einer „Schnapsidee“, in Vorbereitung auf den JUNUT und die TTdR noch einen langen und flachen Lauf in unser Programm einzubauen, ohne dafür allzu weit reisen zu müssen.
Und „25 Läufer*innen“ finden, die da dabei sind, das sollte doch nicht allzu schwer sein, dachten wir.
Und wir trafen einen Nerv der Läuferfamilie und aus einer Maximalteilnehmerzahl von 25 wurden bald 30, 50, 60 und am Ende sogar 100!

Da ich ja meine zarte Gesichtshaut während der gesamten Vorbereitung auf Gran Canaria dunkel einfärben durfte, blieb die meiste Arbeit an meinem Partner Thorsten hängen. Und er hat das großartig gemacht. Alles passte am Eventtag perfekt, auch das Wetter.
Reichlich Sonne, nicht allzu kühl, der 24. Februar, er war tatsächlich ein perfekter Wintertag, perfekt zum Laufen.
Auch die Finisher-Präsente waren etwas ganz Besonderes. Personalisierte Kacheln im Rahmen, persönlicher geht es kaum. Und die Reaktionen der Läufer*innen waren durchweg großartig, motivierend, inspirierend.
Auf jeden Fall freue ich mich da auf eine Wiederholung, aber dann werde ich einen größeren Teil der Arbeit auf meine schmalen Schultern legen.

Ansonsten habe ich mich relativ intensiv mit der Planung des Laufjahres 2018 beschäftigt. Da fielen Läufe raus, die ich gerne auf der Agenda gesehen hätte. Dazu gehört der „Hertog Limburgpad Ultra – Helipad 148km“ am 28. April, einem Datum, an dem ich wohl arbeiten muss.
Und auch das „DreamTeam“ mit Michi Raab und Christian Hofmann auf der Spitzhaustreppe in Radebeul wird es so nicht geben, weil Michi Raab sich eine Muskelfaser gerissen hat. Aber wir haben schon Ersatz gefunden, ich selbst muss mich nur noch geistig mit der neuen Situation anfreunden.
Auch das Elbrus Race, das ich 2017 schon verpasst habe, wird wahrscheinlich nicht auf meiner Laufagenda bleiben können, das kann ich heuer weder zeitlich noch finanziell stemmen, leider. Also hoffe ich in dieser Sache auf das Jahr 2019.
Und zuletzt musste ich auf mein Losglück verzichten und den möglichen Startplatz beim TOR („Tor des Géants„) im italienischen Aostatal sausen lassen. Dafür wurde ich auch gescholten, bis hin zum Vorwurf, gar nicht in der Lage zu sein, ein 200 Meilen Berglauf wie den TOR zu stemmen.
Die Wahrheit aber ist, dass ich nur dann leiden kann, wenn ich unbelastet laufen kann. Und das geht weder aktuell durch den Unfall meiner Gabi noch voraussichtlich Anfang September, wenn wir wieder mit Wochenendarbeiten zugestopft werden.
Und falls das nicht so sein sollte, dann fehlen halt die entsprechenden Einnahmen. Und das ist auch keine beruhigende Aussicht.

Ich habe aber in den letzten Wochen auch noch einige Bergläufe dazu genommen.
Es werden also auf jeden Fall ausreichend Höhenmeter sein, auf denen ich heuer schwitze.
Der JUNUT ist da noch mittelgebirgsflach, der GR-221 in mallorquinischen Tramuntanagebirge schon nicht mehr. Auch der GR-20 auf Korsika geht kaum als „topfeben“ durch. Und da ist auch noch der Mitic in Andorra mit seinen 9.700 HM, der Dolomiti Extreme mit seinen 7.150 HM und, ganz neu, auch noch der TDS von Courmayeur nach Chamonix, auch 7.600 HM stark.
Der TDS ist ein Bewerb der UTMB Berglaufbewerbe, mit 119 Kilometern eher „Mittelmaß“.
Dass ich dafür noch einen Rest-Startplätzchen bekommen habe, dafür danke ich herzlich. Und ich bin darüber sooooo glücklich …
Irgendwo in den Bergen, da sollte ich sein, da gehör‘ ich hin. Zwar finde ich nicht, dass der Satz „Flat is boring“ die einzige Wahrheit ist, dennoch gibt es für mich kaum etwas Schöneres, als abgekämpft irgendwann endlich oben auf dem Grat zu sein, auf dem Gipfel, auf dem Pass. Um von dort aus ins Tal runter schauen zu können. Und um zu wissen, dass es ab jetzt erst mal etwas einfacher wird und das geht dann solange, bis der nächste Berg kommt.
Und damit ich mir meiner Wahrheit sicher bin, muss ich immer wieder nach Hause, um das zu überprüfen, immer so lange, bis die Sehnsucht nach Bergen wieder so groß ist, dass es mich dort wieder hin zieht, rauf auf diese Grate, diese Gipfel, diese Pässe. Weil runter schauen so schön ist.
In den Bergen lernte ich die Natur lieben. In den Bergen lernte ich mich selbst kennen. Und in den Bergen lernte ich, zu fühlen und zu lieben. Und dieses Gefühl, diese Liebe, will ich nicht vermissen, zumindest nicht für eine längere Zeit.

Aber jetzt schaue ich erst mal auf die nächsten zwei Monate und auf elend lange und relativ flache Läufe. Dieser April und jener Mai werden zeigen, wo ich zurzeit rein läuferisch stehe.
Der JUNUT, den ich 2014 zuletzt ganz finishen konnte – auch schon wieder vier Jahre her – und bei dem im 2017 den „bequemen Ausstieg“ als Finisher 170 nach 170 km gewählt hatte, ist dabei die erste große Hürde.
Ohne ein Finish dort würde mein Selbstbewusstsein weiter erodieren. Das wären sehr schlechte Voraussetzungen für die beiden Hürden, die danach kommen, für die TorTOUR de Ruhr (TTdR), zuletzt gefinished 2010 und für das Grand Union Canal Race (GUCR), zuletzt gefinished 2014.
Die bergige Strecke des GR-221 auf Mallorca wird dabei zwischen dem JUNUT und der TTdR eine willkommene und die Muskeln entspannende Übung sein. Und da ich dort nur mit guten Lauffreunden unterwegs bin, wird dieser Weg auch meinen Geist entspannen.

Ab dem GR-221 auf Mallorca heißt es dann wieder:
Irgendwo in den Bergen, da sollte ich sein, da gehör‘ ich hin …

Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig …

Das Journalistenprogramm beim Ultra-Trail du Mont Blanc (UTMB) in Chamonix 2017.

Bedächtig wanderte ich mit einem Dutzend anderer akkreditierter Journalisten den Berg hinunter Richtung Kirche Notre Dame de la Gorge. Diese Kirche ist ein Ziel von Pilgern und sie verfügt über einen prunkvollen, im Barockstil gehaltenen Altar und über schöne Fresken aus der Renaissance.
Es ist ein besonders schönes Stück UTMB zwischen La Balme und jener Kirche, wir befinden uns immerhin auf den sichtbaren Spuren der Römer. Die Brücke, die wir überqueren, wurde noch von ihnen erbaut und viele der in den Weg eingelassenen Steine stammen aus römischer Hand.
Uns kommen unzählige Läufer*innen entgegen, die sich diese Passage hinauf quälen. Es ist die erweitere Spitze des elitären Läuferfeldes, die echten Eliteläufer hatten wir schon vor unserem Abendessen in einem Zelt vor der Hütte La Balme verpasst.
Vorausgegangen war ein Staufestival, das durch viel zu viele Autos, aber vor allem durch zwei Ampeln hervorgerufen wurde, die kurz hintereinander unerbittlich nur wenige Autos pro Grünphase durchließen, um den Verkehrsteilnehmern danach lange durch die Rotphase gewissermaßen den gestreckten Mittelfinger zu zeigen.
Danach durften wir nicht in die immer anlässlich des UTMB gesperrte Zufahrtsstraße zur Kirche Notre Dame de la Gorge einfahren, ein dort stationierter Polizist machte gewissenhaft seine Hausaufgaben und trotzte dem starken Regen und den noch stärkeren Beteuerungen, Beschwichtigungen und Beschimpfungen.
Wir wussten schon beim Loslaufen bei der Kirche, dass die D’Haenes, die Journets, die Thévenards, die Walmsleys, die Picas‘ und die Husers dieser Welt längst schon diesen Punkt passiert hatten.
Es regnete erbärmlich und so packten wir uns für den rund 30 Minuten langen Marsch zum Abendessen am Checkpoint La Balme warm ein, sehr warm, viel zu warm.
Eigentlich wissen wir ja alle, dass man beim losgehen oder loslaufen leicht frieren sollte, dennoch entschied ich mich für gleich vier Lagen am Oberkörper. Ich schimpfte schon sehr bald mit mir und öffnete, was zu öffnen war. Weiterlesen

The Summit of Trail Running

UTMBJetzt ist er da, der große Tag. Jenes Datum, das alljährlich den Höhepunkt der Trailrunning Saison darstellt. Es ist Freitag, der 01. September, es ist der CCC und UTMB Freitag.
Der CCC, der Lauf „Courmayeur-Champex-Chamonix“, ist mit 101 km Länge der später (ab 2006) aufgelegte „kleine Bruder“ des UTMB, des „Ultra Trail du Mont-Blanc“, der 2003 zum ersten Mal und heuer eben zum 15. Mal ausgetragen wurde, ursprünglich über 150 km Länge, heute ist der UTMB auf offiziell 171 km und 10.000 Höhenmeter gewachsen.

Dieses Jahr aber müssen beide Strecken auf Grund des Wetters, Schnee in den Bergen, dazu ein stetiger scharfer Wind, ein wenig verändert werden. Der Aufstieg auf den letzten Berg (Tete aux Vents, 2.130 Meter hoch) wird verändert, um die schwere und arg verblockte Hochplateau Strecke zwischen dem Tete aux Vents und La Flégère (1.860 Meter hoch) zu vermeiden.
Schade eigentlich, obwohl ich von diesem Stück immer extrem genervt war. Weiterlesen

Imaginations from the Other Side

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Es gibt nur wenige Fixpunkte in meinem beschaulichen Leben. Da ist die Arbeit mit den drei Säulen Ostergeschäft, Herbstaktionen an den Wochenenden und das Weihnachtsgeschäft, all diese Zeiten sind „tabu“ für Events, leider.
Und da ist der alljährliche Urlaub im Februar auf Gran Canaria, idealerweise abgeschlossen mit dem TransGranCanaria-Event, 2017 hoffentlich sogar mit dem neuen Format „360 Grad“. Dabei sind es die Dünen zwischen Playa del Inglès und Maspalomas, auf die ich mich immer schon vorfreue, wenn ich das immergleiche Appartementhotel wieder buche.

Und da ist regelmäßg diese letzte Woche im August, diese fantastische Woche in Chamonix bei den Bewerben des UTMB.

Ich muss ja kaum erklären, was der UTMB, der „Ultra Trail du Mont Blanc“, ist. Aber weil es vielleicht doch den einen oder anderen Leser gibt, der in diesem Punkt so unwissend ist wie ich es bis Ende 2008 war (*), sei kurz erklärt, dass der UTMB mit den Nebenbewerben OCC (55 km), CCC (101 km), TDS (119 km) und PTL (290 km) ein 170 km Lauf rund ums Mont Blanc Massif ist. 10.000 Höhenmeter sind dabei zu meistern und „normalsterbliche Läufer“ schaffen das nur, indem zwei Nächte durchgelaufen wird.

Zwei Nächte durchlaufen? Geht das denn?
Eine Nacht ohne Schlaf ist reine Gewöhnungssache, zwei Nächte ohne Schlaf aber sind … ja, was sind sie eigentlich?
Ich will es mal blumig formulieren: Wer zwei Nächte ohne Schlaf erlebt, der erlebt in der zweiten Nacht Dinge, die sonst nie zu erleben sind. Bäume, die Spalier stehen und den Läufern zujubeln, Schilder, die vor Dir her wanken, kurz, Halluzinationen, die man nicht kaufen kann. Für alles gibt es ja bekanntlich MasterCard, für Halluzinationen jedoch nicht … Weiterlesen

SIT – „Ich mag es, lange unterwegs zu sein.“

Eine starke Woche noch, genauer noch acht kurze Tage, dann heißt es mal wieder „Gruezi Schwiitz!“
Oder etwas moderner: „Davos calling … !“

Auf jeden Fall rufen 201.800 Meter Trail, 11.480 Höhenmeter uphill und 11.480 Höhenmeter downhill, eine wunderbare Landschaft in der Zentralschweiz durch die Bünder Bergwelt, es rufen 18 Verpflegungspunkte, zuzüglich dem Verpflegungs-. Start- und Zielpunkt in Davos,  und es rufen wunderschöne Peaks wie der Sertigpass, der Furcola, der Lunghinpass, dass Weisshorn und der Strelapass, um nur einige der zu belaufenden oder zu „speedhikenden“ Spitzen zu nennen.

162 männliche Starter finde ich auf der Startliste für den SIT 201, davon 26 Deutsche, aber den Namen nach kenne ich nur den Chef und Herausgeber des TRAIL-MAGAZINs, Denis Wischniewski.
17 weibliche Starter garnieren diese „Königsetappe“, davon 2 Deutsche, dem Namen nach kenne ich nur die Lady, die eigentlich schon alles gelaufen hat, was sich laufen lässt, Anke Drescher. Mit ihr habe ich damals beim TdG ein paar gemeinsame Kilometer absolviert.

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Auf den kürzeren Strecken sind es 63m und 17w Teilnehmer beim SIT 141, 131m und 20w Teilnehmer beim SIT 81, 125m und 28w Teilnehmer beim SIT 41 und die Strecke, nach der es sich kaum lohnt, das Laufshirt wieder zu waschen, der SIT 21, wird von 119m und 62w Teilnehmern besucht.
Zusammen sind das 734 LäuferInnen, immerhin. Und es werden auch nicht mehr mehr werden, da die Online-Registration geschlossen ist und Nachmeldungen nicht angemommen werden können.

Und für diese 734 LäuferInnen hat sich Tuffli Events schon jetzt sehr viel Mühe gegeben. So gibt es eine Swiss Irontrail Sonderbeilage, die Du Dir bei ISSUU.com ansehen kannst, vielleicht sogar ansehen solltest. Darin ist das moderne und ausgefeilte GPS-Tracker-System beschrieben (Seite 7), das uns aus Sicherheitsgründen mitgegeben wird und über das die Betreuer, die Freunde und auch Dritte nachvollziehen können, wo beispielsweise ich mal wieder Pause mache.
Einige Läuferinnen und Läufer kommen zu Wort, so auch Anke Drescher (Seite 9) und auf den Seiten 4 und folgende findest Du ausgewählte Streckenabschnitte, die uns Bergläufern gleichsam das „läuferische Wasser im Munde zusammenlaufen“ lassen, die uns eher langsamen Läufern aber auch klar machen, dass es schon einem Stück Grenzdebilität bedurfte, dass unsereins sich da eingeschrieben hat.

Mal ganz ehrlich: Manchmal frage ich mich auch, was mich antreibt und ob ich wirklich immer richtig beraten bin, stets die langen Strecken auszuwählen?
Anstatt hier sicher den T 81 zu finishen, drängt mich irgendwas in mir, den T 201 auszuwählen, nicht immer die richtige Entscheidung, befürchte ich. Aber was soll’s, wir leben nur ein Mal und wenn ich es nicht versuchen würde, dann könnte ich auch das „Gefühl vom Scheitern“ nicht erleiden.
Und wenn es denn dann gut ausgehen sollte, dann labe ich mich am süßen Gift des Erfolgs, zumindest auf meinem bescheidenen Niveau.

Oder anders gefragt: habe ich überhaupt ein Recht, an ein Finish beim PTL mit meinen beiden „Franken-Express“-KollegInnen Gabi Kenkenberg und Jörg Konfeld zu glauben, wenn ich dieses Ding hier nicht packe?

Auf jeden Fall zähle ich schon die Tage bis Davos, die Spannung und die Vorfreude steigt, gepaart jedoch mit einer gehörigen Portion Skepsis und Selbstzweifeln. Gelaufen bin ich nur wenig in den letzten Wochen, gewandert aber bin ich dafür sehr viel.
„Ich mag es, lange unterwegs zu sein,“ sagte Anke Drescher. Ich mag das auch, sehr sogar …DavosFür die 4 UTMB-Punkte laufe ich nicht in der schönen Schweiz, ich laufe, um mal wieder eine „Story to be told“ zu erleben, eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden.
Aber nach den kleinen und großen Pannen dieses Jahres und in Anbetracht dessen, was da an Problemchen dieses Jahr noch kommen kann … vielleicht würde ich genau diese 4 UTMB-Punkte irgendwann mal dringend brauchen.
Für die nächste Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden, dann aber in und um Chamonix …
2015

Family Affairs …

Was ist in den letzten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren nicht schon alles über die Brocken-Challenge geschrieben worden. Die Geschichte des Laufs ist interessant, aber auch bekannt und die Geschichte des Brocken mit der Walpurgisnacht, den Hexen und mit den Erzählungen von Heinrich Heine? Auch interessant, aber auch schon oft beschrieben, auch schon hier in diesem kleinen Blog.

Also schreibe ich darüber, was die Brocken-Challenge 2014 für mich war.
Die Brocken-Challenge war wie so oft ein großes Familientreffen, das wussten wir alle, nachdem wir einmal kurz auf die Starterliste geschaut haben. Und da gab es Namen nachzulesen, dass einem schwindelig wurde, so schön war das. So viele aus unserer kleinen Familie hatten Glück, ich jedenfalls habe nur sehr wenige Posts lesen müssen von Freunden, die bei der Lotterie leer ausgegangen waren.Bei Veranstaltungen wie der Brocken-Challenge, die natürlicherweise durch eine behördlicherseits definierte personelle Obergrenze limitiert sind und die dazu noch so etabliert, so schön und so sozial sind wie die Brocken-Challenge, müssen Startplätze nach dem Lotterieprinzip vergeben werden, leider.
Dabei war neben der reinen Lotterie auch das Beantworten der Frage, warum man glaubt, an dieser Brocken-Challenge teilnehmen zu müssen, von großer Wichtigkeit. Mir hat es auch Spaß gemacht, kurz aufzulisten, dass mir die veganen und die sozialen Aspekte des Events von besonderer Bedeutung sind. Und damit diese Antworten nicht einfach nur für den jeweiligen Tag bestehen, sondern damit deren „Halbwertszeit“ länger ist, sind ausgewählte Antworten sogar in die Form eines Büchleins gepresst worden. Wer also zu Ostern noch etwas Lustiges verschenken mag, der sollte sich über dieses Büchlein Gedanken machen.

Und die meisten der Starter siehst Du schon, wenn Du Deine Startunterlagen abholst. Oder später dann, beim gemeinsamen Abendessen. Stefan Beckmann war der Erste, den ich drücken und herzen durfte. Er „machte den Hasen“ für Michael Frenz, den ich aber erst hinter der Ziellinie sah. Jens Vieler war da zum Beispiel, den ich seit dem Mt. Everest Marathon nicht mehr gesehen hatte. Und auch Ricarda Bethke hatte ich seither nicht mehr gesehen. Ihr Mystery Trail Event konnte ich zum zweiten Mal hintereinander nicht besuchen, es ist halt die Hauptsaison in meinem Beruf, leider.
Ich war aber rundum glücklich, die beiden mal wieder zu sehen und ich habe wohl gegrinst wie ein Honigkuchenpferd, was Ricarda gleich dazu veranlasst hatte, zu sagen, dass ich „frisch verliebt“ und „glücklich“ aussehen würde.
Frisch verliebt?
Ich schluckte etwas und schüttelte spontan den Kopf. Dann aber dachte ich, dass das doch gar nicht so falsch sei.
Frisch verliebt – und das seit nunmehr fast 30 Jahren. Liebe ist halt doch etwas wie das Ultralaufen. Sie bedeutet ständige Arbeit, eifriges Training und gelegentlich auch mal den einen oder anderen Schmerz. Unter dem Strich aber ist sie grandios und jedes Stück Arbeit wert.JensVor der Halle traf ich Christoph Matterne, wie immer unverkennbar mit seinem Propeller wie Astrid Lindgren’s „Karlsson auf dem Dach“. Mit Christoph hatte ich schon ein paar Stunden zuvor per Facebook gechattet, weil ich, ungewöhnlich für mich, viel zu früh schon in Göttingen war. Ihn habe ich zuletzt bei der Brocken Challenge 2011 gesehen, aber es war so, als wäre die Zeit dazwischen still gestanden. Facebook ist doch ein unglaubliches Mittel, auch mit den Menschen verbunden zu bleiben, die man nicht oft sieht.
Bei diesem Chat empfahl er mir, doch erst einmal in die Göttinger Innenstadt zu fahren und alles ganz ruhig angehen zu lassen.
Was ich dann auch tat.Christoph2Foto: Frank Mölders – (https://plus.google.com/…)

Rolli, den Dealer von „Wat Läuft“, traf ich dann wieder in der Halle. Er sah wie immer großartig aus, bunt, auffällig, eben typisch Rolli. Er war gleich „mit Verstärkung“ angereist und insgesamt sechs LäuferInnen teilten sich die Anreise aus Wattenscheid. Mit Andreas Bulling habe ich seinen siebten Platz vom Vorjahr diskutiert und mit Günter Kromer habe ich intensiv über das World Wide Web geredet, über Blogs und über Web-Portale.RolliFoto: Frank Mölders – (https://plus.google.com/…)

Gabi Kenkenberg, die am darauf folgenden Tag einen neuen Streckenrekord für Frauen laufen sollte, hatte ich schon vom Göttinger Bahnhof abgeholt und wir haben natürlich vor allem den PTL besprochen. Und die wichtigsten Dinge im Leben, unsere Kinder. Die sind uns doch immer näher und präsenter als wir glauben.

Da war natürlich auch noch Martin Ottersbach, der mir seine Erlebnisse beim Spine Race geschildert hat. Er analysierte seine Fehler wie immer brilliant. Zu viel Gepäck hat er dabei gehabt und ihn behinderte diese und jene falsche Vorabeinschätzung.
Wir alle kennen das ja, Du stellst Dir einen Lauf, den Du nicht kennst, so oder so vor. Oft liege ich dann deutlich falsch. Und so hast Du die falsche Ausrüstung dabei, zu viel von dem und zu wenig von jenem.
Martin wird wiederkommen zum Spine Race. Und er wird diese Fehler nicht erneut machen.
Und dann wird er siegen gegen die unerbittliche Uhr, gegen die Cut-Off Zeiten, dann, vielleicht 2015.
Aber eine richtige Alpenwanderung werde ich mit ihm hoffentlich schon vorher mal machen. Da weiß er so viel mehr darüber als ich und gerne lerne ich hier dazu.MartinFoto: Karsten Hogh-Holub – (karsten@hogh-holub.de)

Florian Schöpf, der Importeur der wunderbaren INOV-8 Schuhe für Deutschland und Österreich, war auch da. Ich muss schon einräumen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass er mich noch kennt. Wir hatten vor einigen Jahren mal ein „Survival-Wochenende“ unter anderem mit Michael Neumann bei Münnerstadt verbracht. Er war schnell wieder da, der Spirit von damals, die Erinnerung an eine kalte Nacht unter einer in Bäume gespannten Plane. Welch ein Glück habe ich doch, so etwas mit ihm erlebt zu haben.FlorianFoto: Karsten Hogh-Holub – (karsten@hogh-holub.de)

Und da war auch noch der stets freundliche und lustige Klaus Dahlbeck. Seit ich ihn am Morgen des Nachtlaufs von Hagen nach Hattingen kennen gelernt habe, haben wir uns schon einige Male gesehen, zuletzt, wenn ich mich recht erinnere, beim UTMB und seinem Besuch im „Deutschen Haus“. Das Laufen verbindet doch sehr und er macht es ja allen Menschen leicht, mit ihm zu kommunizieren.BC9Foto: Frank Mölders – (https://plus.google.com/…)

Frank

Foto: Tobien-Images.de –     (www.tobien-images.de)

Frank Kleinsorg sah ich dann erst, als ich wieder zum Auto ging. Auch er, immerhin Halter des Streckenrekords bei den Herren, begrüßte mich mit einer Herzlichkeit, die mich begeistert hat. Beim anschließenden Lauf habe ich ihn, der ja durch seinen Unfall dieses Jahr nicht mitlaufen konnte, an etlichen Verpflegungsposten gesehen. Stets hat er ein, zwei warme Worte für mich gehabt und ich hatte den Eindruck, dass es in unserer Familie nicht unbedingt notwendig ist, durch gute Leistungen aufzufallen.
„Familie ist …“ sang ja Nena mal. Läuferfamilie ist … eben auch.

Tanja Niedick zu sehen, die bedauerlicherweise nicht mitlaufen konnte, die es sich aber nicht nehmen lassen wollte, als Supporterin am Rennen teilzunehmen, war auch ein Herzenswärmer. Wir haben uns ja erst vor einem knappen Jahr beim NordEifelUltra (NEU) kennen gelernt, beim Ebberg brutal hat sie mir läuferisch gezeigt, dass ich manchmal doch ein alter Mann bin, aber trotz der kurzen Zeit hat jede Begegnung etwas Besonderes, dank ihrer unglaublich positiven Ausstrahlung.

Hände schütteln und Menschen umarmen war also neben dem Abholen der Startnummer eine Hauptbeschäftigung in der Halle des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Göttingen.
Und sich zu freuen auch.

So viel Wärme und Geborgenheit kann einem eben nur die Familie geben …
Welt, lass‘ Dich umarmen, welch‘ ein Tag …

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Foto: Casimir Matterne

Über den Lauf selbst schreibe ich an dieser Stelle dann das nächste Mal …