UTMB 2012 – Blogging for TNF

UTMB 2012 – Mein U (ltra) T (rip zum) M (ont) B (lanc) – die Pressereise von The North Face

Sie ist nun also auch schon wieder einige Tage vorbei, die Pressereise zum “weißen Berg”, dem Mont Blanc.
Heiko Bahnmüller ist, wie rund 2.285 andere Läufer auch, glücklich und gesund im Ziel angekommen, die ersehnte Finisher-Weste wurde mittlerweile schon gewaschen. 15 und eine halbe Stunde hat er gebraucht und einen hervorragenden 270. Platz gemacht, weit besser, als das zu erwarten war.
Wir in der großen Läuferfamilie beginnen schon, unsere Aufmerksamkeit auf andere Events zu richten.
Ganz aktuell findet da ja etwas statt, dass gar nicht so weit von Chamonix entfernt ist, aber ein paar Blicke zurück auf dieses legendäre Event müssen schon noch sein …
Auch ich habe vieles von Chamonix mitgebracht. Materielle Dinge einerseits, ein paar federweiche Laufschuhe von THE NORTH FACE zum Beispiel, aber das meiste, was ich mitgebracht habe, ist immateriell, sind Eindrücke und Gedanken, sind Gefühle und Einsichten und diese werden mich wohl noch lange bewegen.

Wenn man so eine Pressereise macht, dann erlebt man ein Event auch so, wie es wirklich ist, “backstage” gewissermaßen. Und da erscheint einem alles erheblich komplizierter zu sein, erheblich aufwändiger zu sein und auch erheblich kritischer, als man es als Läufer, als Teilnehmer auf der anderen Seite, erlebt hat und erleben will.
Die Show, die uns Läufern da Jahr für Jahr geboten wird, hat dabei oft nur wenig mit dem zu tun, was da wirklich passiert.

Es ist irgendwie wie in einem guten Western. Wir schauen auf den Saloon in der heißen und sandigen Kleinstadt im amerikanischen Mittelwesten und freuen uns über dieses Bild. Aber hinter der Fassade stehen viele eifrige Menschen, die die wackligen Wände gerade zu halten versuchen, die die Schwingtüren in den Saloon ölen und wieder instand setzen, die die Pferdeäpfel von der Straße entfernen, die unsere Gäule verursacht haben, und die dafür Sorge tragen, dass stets genug Whisky am Tresen zu ordern ist und auch, dass im Saloon alles akribisch verfolgt und aufgezeichnet wird, ständig und detailliert.

Solange das Wetter dabei sonnig ist, ist das alles relativ einfach. Aber wenn der Sturm einsetzt und an den Fassadenteilen wackelt, wenn die Nachschubversorgung wegen unpassierbarer Straßen nicht mehr funktioniert, dann wird es richtig harte Arbeit für die Veranstalter dieser Show. Und weil “Billy the Kid” latent oft damit gedroht hat, seinen Advokaten vorbei zu schicken, wenn die Show nicht so läuft wie er sich das vorstellt, müssen die Veranstalter auch in juristischer Hinsicht viel Vorsicht und Voraussicht walten lassen.
Das gewaltige ORGA-Team des THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC um Catherine Poletti herum hat schon einen aufreibenden und nervenzerfetzenden Job bei diesem Event und nur selten lief dieses Event nach Plan.
Die sich rapide verschlechternden Wettervorhersagen waren schuld, dass ständig am Plan gefeilt werden musste, dass Planänderungen beschlossen werden mussten und dass dann diese Änderungen auch erhebliche Anstrengungen für den Rest des Teams bedeutet haben.
Allein die Verkürzung der Laufstrecke und die Entscheidung, den Lauf nicht über die hohen Pässe zu führen, war eine Entscheidung von allergrößter Tragweite, denn was hilft Dir ein Plan beispielsweise für die Verpflegungspunkte, wenn die Laufstrecke nun ganz woanders ist?
Dass der Aufbau des Verpflegungspunktes umdirigiert werden muss, die Anlieferung der Getränke geändert werden muss und die Menschen woanders eingesetzt werden müssen ist das Eine. Das Andere aber ist, dass auch die Strecke neu geflaggt werden muss – und das in kürzester Zeit.
Ich für meinen Teil kam oft aus dem Staunen nicht heraus, wie professionell all das gemanagt wurde. Und die anderen Medienvertreter, mit denen ich unterwegs sein durfte, waren ähnlicher Ansicht.

Am Freitag früh nach dem Start des CCC hörten wir die ersten Gerüchte, dass der UTMB verkürzt würde. “Auf 100 Kilometer!” meinten manche. “Nein, auf 100 Meilen,” wussten andere. Erst am frühen Vormittag waren die neuen Eckdaten und die neue Laufstrecke klar und für alle einsehbar. 103,4 Kilometer und 6.600 Höhenmeter war die offizielle Mitteilung. Und ab der mussten dann die Arbeitsteams auch im langen Tal von Chamonix ihre Arbeiten aufnehmen.

Durch die Verschiebung wurde es auch nichts mit unserer geplanten Hüttennächtigung oberhalb der Laufstrecke. Geplant war, dort nach einer 90-minütigen Bergwanderung an der “Maison Vielle Hut” am Col Checrouit gegen 1:30 Uhr in der Nacht zum Samstag anzukommen, ein paar Stunden zu schlafen und um 5 Uhr ein “Breakfast at Sunrise” einzunehmen.
Aber was sollten wir da, wo eben keine Läufer sind? Also wurde das Programm mit der “heißen Nadel” umgestrickt und wir begleiteten die erstplatzierten Läufer mit dem Bus von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle bis hin zum Zieleinlauf.
Ich wiederum habe mich mit einigen anderen Medienvertretern um 1 Uhr ausgeklinkt, bin nach Chamonix zurück gefahren, habe dort ein wenig geschlafen, um dann ab 8.30 Uhr an der Ziellinie auf Heiko Bahnmüller zu warten.
Ein paar Fotos von ihm hätte ich dann doch gerne gehabt.
Aber das hat sich dann als relativ schwierig herausgestellt, weil wir uns zu sehr auf die letzte SMS seiner Ankunft verlassen hatten. Heiko war schon drin, als uns diese SMS sagte, dass wir uns nun jubel- und fotografierfertig machen sollten.
Überhaupt ist so eine Pressereise tatsächlich richtig harte Arbeit. Am Anfang dachte ich, einen Wochenend-Kurzurlaub verleben zu dürfen, aber Pressekonferenz folgt Pressekonferenz, Einladung folgt Meeting, kurzum: Deine Agenda ist vollgestopft mit “must have” Terminen und ein wenig Zeit für Dich gibt es nur zufällig und auch nur sehr wenig. Macht aber nichts, denn zum Sudoku lösen und zum Fingernagel schneiden sind wir ja nicht nach Chamonix gekommen.

Alle relevanten Gemeinden haben sich vorgestellt und haben uns auf USB-Sticks hübsche Sommer- und auch begeisternde Winterfotos geliefert. Chamonix, Champex und auch Courmayeur haben sich mächtig Mühe gegeben, uns zu zeigen, dass der Mont Blanc nicht nur für Läufer, sondern auch für Wanderer, für Bergsteiger und für Wintersportler ein Traumziel sein kann.

Die Gruppe von Medienvertretern, mit denen ich unterwegs war, bestand im Wesentlichen aus einer großen Schar durchweg netter und hübscher Ladies, die bei THE NORTH FACE oder deren Agentur arbeiten, aus einem interessanten niederländischen Journalisten des “Dagblatt”, aus einer taffen belgischen Bloggerin, die selbst Marathons läuft, keine Selbstverständlichkeit bei Medienvertretern, aus einem schwedischen, einem dänischen und einem französischen Blogger, aus einer kleinen Schar vorwiegend spanischsprachiger Zeitungen und nicht zuletzt aus dem Team Thomas Bohne, der selbst sehr erfolgreich den UTMB 2012 gefinished hat und Judy Ng, die vom deutschen TRAIL MAGAZIN kamen.
Zwei herrlich unkomplizierte Menschen, die kennen zu lernen eine echte Bereicherung war.

Judy wiederum nutzte die lange Laufnacht, um mit dem eigenen Wagen all die Stellen anzufahren, die ihr die Chance auf Fotos von Thomas geboten haben. Der Bus der Medienvertreter war dann schon immer wieder weg. Und ich konnte mich ihr nicht anschließen, weil Heiko immer eine Stunde hinter Thomas lief.
Bei Nacht und bei dunklen Regenwolken wäre die fotografische Ausbeute bei mir sowieso nur gering gewesen.
Catherine Poletti hat als Chefin des ORGA-Teams auch viele Läufer persönlich im Ziel begrüßt und nichts war ihr dabei anzumerken von der sicherlich sehr kurzen Nacht, die sie hinter sich hatte. Sie war stets freundlich zu allen, auch in den schwierigsten Situationen, sie war geduldig und verbreitete stets eine gute Stimmung bei uns. Alles hat nach Plan geklappt, keine größeren Probleme sind bekannt geworden.

Und ganz zu Schluss der Reise, am Sonntag, war dann auch wieder die Sonne da – perfektes Laufwetter für die letzten Ankömmlinge des PTL. Dieser Lauf hat wenigstens unverändert stattfinden können. Die UTMB Finisher waren zu dieser Zeit oft schon zu Hause oder noch in ihren warmen Hotelbetten.
Wir aber wurden vom “Moutain Pickup Service” abgeholt und zum Flughafen gebracht – perfekt organisiert wie das ganze Wochenende auch.

2013 werde ich dann wieder die Seiten wechseln und mir die Show von vorne ansehen. Dann wird es mir egal sein, welche Mühen die Organisatoren zu bewältigen haben. Ich will dann wieder die perfekte Show erleben und keinen Gedanken an die Probleme verschwenden, die auf der anderen Seite entstehen könnten.

Aber 2013 wird das Wetter beim UTMB auch sicher wieder perfekt sein, so wie damals, 2009.


Adam und Eva beim UTMB

“Du hast jetzt drei UTMB Punkte, jetzt musst Du auch zum UTMB!”
So oder ähnlich stellte Bernie Conradt meine Weichen für den UTMB 2009, nachdem ich den TransAlpineRun 2008 gefinished hatte.
UTMB? Was ist denn das für ein Lauf?

Und ich lernte schnell. Die atemberaubende Länge, die damals noch unglaubliche Summe der Höhenmeter – und das für mich? Ich hatte damals gerade zwei Mal die 100 Kilometer in Biel hinter mich gebracht, aber der UTMB schien da schon eine andere Hausnummer.
Ich lernte auch, dass der UTMB der Berglauf schlechthin ist, unübertroffen, exorbitant und wunderschön. Und der Lauf, der die Spreu vom Weizen der Läufer trennt.

Er, Bernie, hatte diesen Lauf 2008 nach gut 100 Kilometerchen abgebrochen. Er, der besser und schneller ist als ich. Er, der den “Sächsischen Mt. Everest Treppenmarathon” bewältigt hat (seinen Bericht findest Du hier). UTMB, das geht nicht. Nicht für mich, dachte ich.

Als letztes lernte ich, dass es den UTMB schon seit Anbeginn aller Zeiten gibt. Nur zu Zeiten von Adam und Eva waren die Teilnehmerzahlen eben noch etwas kleiner.

Aber 2012 findet der THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC (erst) zum 10. Mal statt. Und unter diesem Aspekt sieht die Bilanz durchaus durchwachsen aus.
Ein Rennabbruch nach 32 Kilometern vor zwei Jahren, schlechtes Wetter und Streckenänderung im Vorjahr, eine Verkürzung am 88 Kilometern vor einigen Jahren und auch dieses Jahr nue eine Miniaturausgabe dieses Laufs.
Keine gute Quote, oder?

Was ist denn der optimale Termin für so einen Lauf? Dieses Jahr fielen schon viele lange Bergläufe dem Wetter zum Opfer, gibt es also ein optimales Datum?
Zu früh im Jahr gibt es vor allem auf den Nordhängen noch viel zu viele Schneefelder und Schneereste. Der Juli ist wettertechnisch immer unbeständig und im frühen August kollidiert der Lauf mit ausgebuchten Hotels in Chamonix und in der gesamten Region.
Und selbst dann wäre ständig gutes Wetter auch nicht garantiert.

Der Lauf findet halt nicht im Paradies statt und Adam und Eva dürften am UTMB sowieso nicht teilnehmen.
Die Liste der Pflichtausrüstung umfasst halt mehr als nur ein Feigenblatt …


Sag ganz leise Servus …


Heute sind wir zum Start des CCC gefahren und ich war wild entschlossen, dort viel Spaß zu haben. Aber über den Start des CCC in Courmayeur zu schreiben, geht nicht, ohne auch den TdG zu erwähnen.
11 Kilometer lang ist der Tunnel durch den Mont Blanc, 11 Kilometer, deren Langweiligkeit die Eindrücke, die danach kamen, noch verstärkten. Als uns dann nach 10 immer gleichen Kilometern der Berg wieder ausgespuckt hat, war sofort alles wieder präsent.

Wir waren in Italien, wir waren im Aostatal. Die Berge standen wuchtig und majestätisch rechts und links und die Stadt Courmayeur liegt darin an einer besonders engen Stelle.
Ein wenig rechts den Berg hoch liegt das “Refugio Monte Bianco“, wo Eric Tuerlings, Uwe Herrmann, Thomas Ehmke und ich einige Nächte verbrachten.
Ich sah uns vier dort wieder die schmale alte Straße hinauf fahren und die Stockbetten, in denen wir, Uwe über Thomas und ich über Eric, schliefen tauchten in meinen Erinnerungen auf.

Und ich erinnerte mich an die Flüsse von Tränen, die bei mir geflossen sind, weil ich dort für den TdG nicht genug war.
Auf dem Weg zum Start des CCC passierten wir Kreuzungen, die mir bekannt waren. An der einen sind wir immer zum Supermarkt eingebogen, an der anderen sind wir immer rechts abgebogen. Wir passierten die Restaurants, in denen wir vor dem damaligem Event Pizza oder Nudeln, in einem Fall sogar beides hintereinander, aßen. Carboloading vom Feinsten.
Toll war das und Eric, Uwe und Thomas werden bei mir ein Leben lang mit diesem Event positiv verbunden bleiben. Wenn nur das Ende nicht so dramatisch gewesen wäre, das Ende, das noch immer an meinem Selbstbewusstsein nagt.
So eine Aufgabe tut doch mehr weh, als man denkt.
Der Start des CCC war nicht weit vom Start des TdG entfernt. Er war an der Straßenkurve direkt vor der Fußgängerzone, wo 2011 noch das THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC Banner hing, das wir euphorisch vor dem TdG fotografierten.
Noch waren 90 Minuten abzuwarten, aber der Platz füllte sich ständig. Auffällig war, dass es wenig Deutsche waren, die dort starteten und die wenigen, die ich entdecken konnte, kannte ich nicht.
Erst als der ewig lächelnde Joe Kelbel kam, erinnerte ich mich wieder daran, dass das ja eigentlich eine Familienveranstaltung war.
Wir drückten uns und redeten über gemeinsame Freunde und über das jeweilige Laufprogramm der nächsten 12 Monate. Joe wird noch ein paar Sätze über den CCC auf Klaus Duwe‘s Marathon4you.de verlieren. Ganz sicher steht Joe dabei für einen witzigen und eindrucksvollen Bericht, auf den ich mich jetzt schon freue.

Ansonsten war es ein verregneter Vormittag und den Läufern wurde in drei Sprachen eingeschärft, auf den Gipfeln nicht stehen zu bleiben. Es ist eben viel zu kalt dafür. Zum Glück gibt es bei dieser Wetterlage sowieso nicht viel zu sehen, andernfalls hätte dieser Wunsch der Organisatoren manchem Läufer sehr weh getan. Wie oft steht man schon als „Flachland-Indianer“ auf einem Pass oder einem Berg und kann voller Stolz weit und tief blicken?

Und dann ging es endlich los. Noch nie habe ich so einen Start von vorne gesehen. Irgendwie war ich sonst immer dabei im Läuferkreis – oder eben ganz weg. Ein wirklich imposantes Erlebnis. In drei Wellen , immer im 10-Minuten Rhythmus gestartet, waren die vielen an mir vorbei gezogen.
Und mir blieb nur der Gedanke an diesen Satz: „Sag ganz leise Servus!“

Joe und all ihr anderen. Bleibt gesund und achtet auf jeden Schritt.
Wir brauchen Euch noch!


Der Countdown läuft …

Am Donnerstag beginnt am Flughafen Köln-Bonn um 9:25 Uhr mit dem Flug nach Genf über München mein kleines “Abenteuer UTMB”. Obwohl ich nicht laufe – und das ist angesichts meiner aktuellen Schwäche auch gut so –  bin ich ähnlich euphorisch wie damals, 2009, als ich dort als Läufer dabei sein durfte.

Es war wie im Märchen damals. Meine Gabi, die mich bei diesem Experiment begleitete, und ich fuhren mit dem Auto nach Chamonix. Bis dahin war ich noch nie in dieser bezaubernden Gegend gewesen und ich hätte es mir auch nicht träumen lassen, wie oft ich dieses schöne Stückchen Erde als Läufer in den nächsten Monaten und Jahren besuchen würde.
In Chamonix trafen wir uns mit fast 20 Freundinnen und Freunden, die alle einen der dort angebotenen Läufe absolvieren wollten, allen voran der Organisator des Treffens, Bernie Conradt, und auch Norman Bücher, den ich dort zum ersten Mal live erleben konnte.
Aber die anderen 18 Menschen waren nicht minder interessant und ich weiß noch ganz genau, wie wir uns bei Pizza und Salat gegenseitig Mut gemacht hatten. Die wenigsten von uns hatten eine erfolgreiche UTMB Erfahrung zu dieser Zeit.

Fotograf: Alessandro Belluscio

Wenn Du dann durch das Städtchen Chamonix gehst, teilweise, um die Startunterlagen abzuholen, um Freunde zu treffen oder einfach, um die schönen Fassaden der alten Häuser dieses kleinen Nobel-Ortes zu bewundern, dann geht es gar nicht anders, als dass Du dort Menschen triffst, von denen Du gar nicht gewusst hast, dass sie auch Teil der großen Läuferschar des THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC sind.
Da rief es von Lars Schläger und Hans Würl aus einem Restaurant heraus, beides Läufer, mit denen ich vorher, während und nach diesem Lauf Hunderte von Kilometern gemeinsam abgespult habe, Martin Raulff lief mir über den Weg, mein KiLL50 und TTdR230 Begleiter, die “Geschwister Fürchterlich”, Steffi und Andrea, das hübscheste Geschwisterpaar im Ultralaufbereich, das ich kenne, winkten und viele, viele Andere taten das auch.
Und später dann, kurz vor dem Start, wenn man sich sammelt und es richtig voll wird im Startgebiet, da trifft man wieder Menschen, die einem ans Herz gewachsen sind, man unterhält sich, man drückt und herzt sich gegenseitig und man zählt innerlich die Minuten ab, die noch bleiben, bis es endlich los geht. Und wie es dann los geht …
Ich startete recht weit hinten und wunderte mich über den Stau am Anfang. Aber ich war nicht ungeduldig, sondern ich genoss es, langsam zu starten und gemächlich an den vielen Zuschauern vorbei zu gehen, die einzig zu dem Zweck da standen, uns alle, die 2.300 Starter des UTMB, zu bejubeln, uns Glück und Erfolg zu wünschen, unsere Hände zu schütteln oder wenigstens abzuklatschen.

166 Kilometer, … 9.600 Höhenmeter … das sind so beeindruckende Zahlen, wie Du sie selten als “Laufmenü” serviert bekommst. Da kommt einfach keine andere Veranstaltung mehr mit, da dabei sein ist Adrenalin pur, es ist tiefe Liebe und ein Glücksgefühl, das sich erst übertreffen lässt, wenn Du vom letzten Berg herunter kommst und die scheinbar endlosen letzten Kilometer durch Chamonix Richtung Ziel machst.
Du kennst Chamonix ja schon, Du weißt, dass es nicht mehr allzu weit ist, nicht mehr allzu weit sein kann, aber Du bist müde und kaputt, alles tut Dir weh und Du würdest am liebsten endlich drin sein. Aber Meter um Meter mehren sich die Zuschauer, die Dich mit Jubel und Begeisterung ins Ziel treiben.
Es ist die vielleicht gigantischte Einlaufshow, die Du je in Deinem Läuferleben erleben darfst und Du fühlst, dass Du heute fliegen könntest.
Und dann ist es da, das Ziel, endlich.

Fotografin: Chiara Dendena

Für mich waren es damals 41:53:22 Stunden, bis ich den großartigen Klaus Duwe mit einer fetten Kamera bewaffnet im Ziel stehen sah. Dort, wo 2012 wohl auch ich stehen darf. Und ich verspreche Dir: wenn ich dort stehen darf und Du es rechtzeitig ins Ziel schaffst, dann werde ich ähnlich fantastische Fotos von Dir im Ziel machen wie es Klaus von mir gemacht hatte.
Wie ein Fußballer, der seinen Torjubel im Voraus plant, hatte ich mit mir ausgemacht, dass ich mich im Ziel auf den Boden fallen lasse, um, auf dem Rücken und dem Rucksack liegend, den strahlenden Himmel von Chamonix zu bewundern.
Ruckzuck hingen ein Dutzend Kameras über mir und manche machten sich Sorgen ob meines vermuteten Schwächeanfalls. Erst zwei geballte Fäuste und ein laut ausgerufenes “Yes. Danke!” erlösten Einige der Besorgten.

Es ist dieser kurze Moment, der Dir allein gehört.
Für den läufst Du, für den quälst Du Dich.
Und den will ich von Dir festhalten.
Für die Ewigkeit.
Für Dich.

Foto: Klaus Duwe, http://www.marathon4you.de


Die große Welt der kleinen Läufer …

Der kleine Kilian ist einer der Favoriten bei diesem UTMB, wahrscheinlich zumindest. Und die kleine Julia ist die Favoritin bei den Mädchen. So richtig sicher ist sich da aber niemand und entschieden ist auch dieser Lauf erst am Ende, nach dem Zielstrich.
Chamonix ist halt ein Ziel für viele. Und Wettbewerbe gibt es dort zuhauf.

Neben dem UTMB gibt es da den TDS, ganz neu auch den PTL und auch noch den CCC. Den gibt es sogar gleich zwei Mal. Micro und Mini …

Wenn also der kleine Gerhard bei diesem neu geschaffenen PTL antritt, René aber “nur” den CCC läuft, wenn es statt eines Finisher-T-Shirts ein leckeres Eis für jeden Teilnehmer gibt, wenn die Gesichter der Teilnehmer vor Begeisterung glühen und alle Teilnehmer es “den Großen” zeigen wollen, wenn man für den UTMB keine Qualifikationspunkte braucht und es auch keine Zeitnahme gibt, dann kann dieser UTMB nicht der UTMB sein, den die meisten von uns kennen.

Am Donnerstag, den 30. August 2012 finden in Chamonix der Mini-UTMB, der Mini-CCC, der Micro-CCC, der Mini-TDS und eben der Mini-PTL statt und die Kinder der Läufer, die einen Tag später in deren großes Laufabenteuer einsteigen, können ihren Eltern beim Kinderlauf schon mal zeigen, wie es aussehen kann, auf der Ziellinie die Arme hoch zu reißen und dem unbekannten Läufer neben einem glücklich in die Arme zu fallen.

Immerhin 800 kleine Läuferinnen und Läufer werden erwartet, manche werden sogar händchenhaltend mit Mama oder Papa an “ihrem” Lauf teilnehmen. Der Spaß soll eben im Vordergrund stehen und die 400 Meter des Micro-CCC für 3 bis 5-jährige bzw. die immerhin 3.000 Meter des Mini-PTL für 12 bis 13-jährige müssen ja auch erst einmal bewältigt werden.
Nicht bestätigt ist dabei, dass es für die Kleinen auch so eine tolle UTMB-Weste gibt, sicher aber ist, dass alle Kinder, die an einem dieser Läufe teilnehmen, den Laufsport im olympischen Sinn annehmen. Dabei sein ist ebenen alles!

Eine englischsprachige Version des PDF-Flyers “Ultra-Trail *Minis*” kannst Du Dir hier herunterladen.

Anfang September wird dann auch die Frage beantwortet sein, ob neben dem kleinen Gerhard, der sicherlich seinen Mini-PTL schaffen wird, auch der große Gerhard als Finisher seinen PTL abschließen konnte. Falls ja, dann gilt ja für beide, dass einzig das Ankommen innerhalb der vorgegebenen Zeit zählt, eine Rangliste gibt es nicht.

Muss es ja auch nicht geben, teilnehmen und finishen ist ja schon Herausforderung genug.


Der Sportlehrer

Einen langen Lauf in den Bergen machen kann so schön sein. Du nimmst zwei, drei Tage Urlaub vorher, fährst frühzeitig zur Akklimatisation in die Höhen der Alpen, Du studierst den Lauf so intensiv, dass Du die Lage jedes Verpflegungspunktes im Schlaf aufsagen kannst, genau weißt, wo und wie lange die einzelnen Anstiege sind und auf welche Cut-Off Zeiten Du zu achten hast.
Du lädst Dir den GPX-Track für Deinen Garmin herunter, druckst Karten aus, laminierst sie, druckst die Höhenprofile aus, um alle wichtigen Informationen trotzdem noch einmal am Körper zu haben, wenn es dann wirklich los geht.
Und dann isst Du am Vorabend ordentlich, schläfst ausgiebig und bist bestens präpariert, wenn dann endlich der Startschuss fällt.

Es geht aber auch anders ...

Das habe ich nun bei meinen beiden letzten Läufen bewiesen. Beim Ticino-Trail beschloss ich am Freitag vor dem Start, dass ich es doch irgendwie in die schöne Schweiz schaffen könnte. Wichtig war nur, dass ich um 6.30 Uhr am Start sein musste, um mich noch schnell nachmelden zu können. Einzig meinem Lauffreund Achim Knacksterdt erzählte ich von meinem Spontan-Plan und hielt ihn per SMS auf dem Laufenden.
Mein Plan war, spätabends in Airolo zu sein, mir noch schnell ein Hotelzimmer zu nehmen und dann in der Frühe zu packen, nachzumelden und zu frühstücken. Kein schlechter Plan, fand ich.
Aber jeder Plan ist eben nur Theorie und so schreibt das Leben oft Geschichten, die Du eigentlich gar nicht erzählen willst.

Ich wählte einen DACIA Logan vom Hof als Transportmittel. Zugegeben, ein Abblendlicht war schon ein paar Wochen defekt, das wusste ich, ansonsten war aber alles in Ordnung damit. Die Klimaanlage funktioniert, das Auto fährt sparsam auf LPG und Musik ist auch drin. Alles im Plan also.
Ich war ungefähr 100 Kilometer vor dem Gotthard-Tunnel, als es dunkel zu werden begann. Und auch dunkel blieb. Ich brauchte zwar eine kleine Weile, um zu merken, dass nun auch das zweite Abblendlicht ausgefallen war, aber je dunkler es wurde, desto mehr wurde mir klar, dass ich so unmöglich noch bis Airolo fahren kann. Etwa 40 Kilometer vor dem Gotthard-Tunnel fand ich dann ein Hotel, das noch ein Zimmerchen für mich frei hatte und wo auch die Küche noch offen hatte.
Der Beilagensalat, für den man eine Lupe brauchte und die Nudeln mit Gemüse, die zwar nicht auf der Karte standen, die man mir aber anbot, waren lecker, allerdings auch sehr, sehr teuer. Ich glaube nicht, dass ich in meinem Leben schon jemals ein so teures vegetarisches Gericht bekommen habe. Und definitiv auch kein so mengenmäßig kleines …
Aber es musste ja sein, dass ich dort blieb und so kann ich nicht sagen, welch üppiges Frühstücksbuffet mir dort entgangen ist, als ich um 5.30 Uhr, als es endlich so hell wurde, dass ich ohne allzu große Angst weiterfahren konnte, Richtung Gotthard-Tunnel aufbrach.
Nur 40 Kilometerchen bis dorthin, noch vor 6 Uhr dort – und dennoch gab es schon eine Blockabfertigung. Und die Zeit lief herunter, erbarmungslos. Und ich wurde nervöser und nervöser, hektischer und hektischer …

Ich simste Achim, dass ich wohl nur den Semi Trail machen kann. Kaum geschlafen, noch nicht vorbereitet, wahrscheinlich zu spät ankommend …
Aber dann ging es doch irgendwann durch den Tunnel und ich war dann gegen 6.45 Uhr am Ziel. Achim wartete schon auf mich und ich erzählte ihm erst einmal meine blöde Licht-Geschichte. Ich schrieb mich schnell ein und war dankbar, dass ich das trotz meiner Verspätung noch tun durfte. Und dann bin ich in den Frühstücksraum des Hotels gegangen, in dem die meisten unserer Familienmitglieder logierten.
Thomas Ehmke, Niels Grimpe-Luhmann, Didi Beiderbeck und viele mehr, um nur einige zu nennen. Dort bekam ich dann wenigstens etwas für den Magen, zwei Croissants und ein wenig Pfefferminztee.
Dann sah ich mir noch den Start des langen Trails an, begann, meine Sachen zu packen und begab mich in Ruhe zur Busstation, die uns zum Start des Semi Trails brachte. Beim langen Trail hätte ich sicher nicht starten können, so zeitlich eng wie alles war.

Oder am vergangenen Wochenende. Da hatte ich vor, am Samstag mit dem Zug nach Lindau zu fahren, dort in einem nahegelegenen Dörfchen ein Auto zu übernehmen, nach Sonthofen zu fahren, um dann am Sonntag am Allgäu Panorama Ultra teilzunehmen. Birger Jüchter war da und dabei zu sein, wie seine “Birgit” eine kleine Schwester bekam, das hätte schon etwas gehabt.
Aber da war doch noch der Mountain Man am Samstag. A bisserl höher, a bisserl schöner. Und dort lief Norman Bücher. Das wäre doch auch etwas, dachte ich und als ich die Chance hatte, schon am Freitagmittag mit einer Mitfahrgelegenheit (www.mitfahrgelegenheit.de) nach Ulm zu fahren, dort einen Zug nach Lindau zu nehmen, dann ein Taxi nach Hergensweiler, dort etwas Carboloading zu machen, um dann in die Schweiz zu düsen, immer Richtung Luzern bis nach Engelberg, da ergriff ich die Chance und wählte diese Variante.
Eine kurze Mail an den Veranstalter, der zurück schrieb, dass ich mich Samstag in der Frühe um 5 Uhr in der Talstation in Engelberg noch nachmelden dürfte, immerhin.

Mit Tankstopps, Verfahrern bei Luzern und sonstigen Hindernissen kam ich dann um 1.30 Uhr in Engelberg an. Zu spät für ein Hotel, also nur ein Nickerchen im Auto. Den Wecker hatte ich dann auf 4.45 Uhr gestellt, um mich dann umzuziehen und um dann pünktlich bei der Einschreibung zu sein. Diese Hektik, dieser ständige Zeitdruck und der Umstand, so wohl nicht meine innere Mitte gefunden zu haben, vielleicht waren es diese Punkte, die zu meinem Sturz kurz hinter der 20K Markierung führten.
Die rechte Seite aufgerissen, das ging ja noch. Aber ich hatte mir die Rippen so stark geprellt, dass ich nicht mehr tief atmen konnte. Und es wurde nicht mehr besser. Ich probierte es noch zwei Verpflegungspunkte lang, dann gab ich auf und stieg aus. Schade, ich wäre schon gerne auch ein “Mountain Man” geworden …

Vielleicht würdest Du mir raten, etwas zu entspannen, um gut vorbereitet in die Events zu gehen? Ich würde Dir zustimmen, sicherlich. Aber wer mich näher kennt, der weiß, dass hektische Betriebsamkeit zu mir gehört wie die Schmeißfliege zur Kuh. Leider, daran darf ich noch arbeiten und wachsen …

Aber bei manchen Geschichten ist eben der Anfang der schönste Teil. So auch am vergangenen Wochenende. Ich suchte ja nach einer Mitfahrgelegenheit nach Ulm und fand etliche Angebote, von denen drei Stück zeitlich einigermaßen in meinen Plan passten. Die beiden ersten wären mir am Liebsten gewesen, weil sie schon am frühen Freitag morgen in Köln bzw. Erftstadt losgefahren wären. Aber der Eine meldete sich nicht, der Andere sagte mir ab.
Blieb also noch der Dritte. Abfart in Kerpen gegen 13.00 Uhr, spät, aber eben nicht zu spät, um noch nach Trübsee zu gelangen.
Daniel F. war schon am Telefon freundlich, herrlich unkompliziert und unser Deal war schnell besiegelt. Zwei weitere Mitfahrer nach Pforzheim und Stuttgart hatten wir auch noch an Bord.

Das Schönste dabei war: Daniel und die Mitfahrerin waren beides Läufer. Keine Ultras, aber immerhin. Etwas, was verbindet. Also redeten wir vom Kölner Women’s Run , ich zeigte die schönen rosa Fotos von Betti Mecking aus dem wunderbaren Facebook-Land und wir quatschten von anderen schönen Dingen bis hin zum Halbmarathon. Daniel hat sich den Halbmarathon in München für 2012 zum Ziel gesetzt.
Und ich erzählte auch ein wenig von den etwas längeren Läufen.

Daniel arbeitet bei der Bundeswehr und bildet dort Rekruten aus, auch in sportlicher Hinsicht. Und er hat selbst einen Coach, der die Rekruten-Ausbilder ausbildet und auf dem Stand der Wissenschaft hält. Und von diesem Coach erzählte er mir. Weil der auch läuft. Und auch die schmutzigen, langen und schmerzhaften Dinger wagt.
“Das muss auch ein interessanter Typ sein,” dachte ich. Er hatte den Rekruten-Ausbildern erzählt und Fotos gezeigt vom TransAlpineRun, vom Marathon des Sables, er erzählte von Qualifikationspunkten und vielem mehr. Alles hat Daniel nicht richtig auf die Reihe bekommen, aber mir war schon klar, welches der Teamlauf war, wofür man die Qualifikationspunkte braucht und welcher Wüstenlauf das nur sein konnte.

Ich suche ja immer nach Gemeinsamkeiten bei den Menschen um mich herum. Und da bietet es sich doch an, auch zu erwähnen, dass man selbst einen Lauffreund hat, der sogar der Teampartner beim TransAlpineRun war, der zwar kein Soldat, aber eben Zivilangestellter bei der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck ist. Und während ich das erzählte, schlug Daniels Herz höer und er sagte mir, dass der, genau der, sein Coach sei. Der, von dessen Läufen er die letzte Viertelstunde erzählt hatte.
Heiko Bahnmüller, “der Sportlehrer”.
Ich war sprachlos.

Wie klein ist denn diese Welt?

Und dann erzählte ich ihm von Heiko, von unseren gemeinsamen Läufen, vom TAR, dem MdS und auch davon, dass ich ihn Ende August zu seiner größten Herausforderung begleiten darf, wenn es für ihn zum ersten UTMB geht.

Ob die abschreckenden Fotos von Füßen beim MdS meine waren oder die von Dr. Tilmann Markert weiß ich nicht, ich weiß nur, dass das eine Geschichte war, die wirklich nur das Leben schreiben kann. Ich fühlte Dankbarkeit und ein Glücksgefühl, das mich jetzt die Tage abzählen lässt, bis ich mich in den Flieger nach München / Genf setzen darf.

THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC, ich darf Dich zwar nicht laufen, aber ich freue mich auf Dich, wie verrückt … !


Die THE NORTH FACE Tracking App TracKING

Apps sind modern, Apps sind omnipräsent, Apps sind aus dem Leben vieler nicht mehr wegzudenken.
Auch für das Laufen gibt es diverse Apps, eine App des Namenssponsors des THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC will ich hier mal kurz vorstellen.
Sie heißt TracKING App und gibt es zurzeit erst im iTunes Store. Nichts für mein geliebtes Samsung Notes also.
Aber im iTunes Store findest Du die TracKING App hier.
Und das Beste ist: sie ist brandneu, erst seit Mai 2012 zu haben!

Die TracKING App ist eine einzigartige Plattform für Läufer, Du kannst Deine persönliche Leistungen im digitalen Wettbewerb mit Deinen Freunden über Social Media Kanäle messen und die unterschiedlichen Leistungen am Berg oder Trail digital vergleichen, die Laufdistanzen, Höhendifferenzen und die jeweilige Schnelligkeit zählen. Und die App ist kostenfrei. Wenn Du ein iPhone hast …

Nach einem Lauf zeichnet TracKING die aktuellen und früheren Aktivitäten in Deinem persönlichen Performance-Tagebuch auf. Zudem hast Du die Möglichkeit, Deine Ergebnisse auf einem persönlichen Facebook Dashbaord auf der Facebook Seite von The North Face® Europe zu veröffentlichen und so in wöchentlichen Wettbewerben Top-Preise vom Outdoor Spezialisten abzustauben. Was schreibt TNF dazu? “Der schnellste Lauf, die größte Höhe oder die längste Distanz gewinnen.”
Die längste Distanz? Das sollte doch ein Klacks sein für uns, oder?

Die Funktionen der App: Technische Features der App beinhalten beispielsweise eine automatische Ansage zur zurückgelegten und verbleibenden Distanz, sowie zu den verbrannten Kilokalorien.  Im Gegensatz zu anderen Performance Apps kalkuliert die The North Face® TracKING App auch die positive Höhendistanz, indem ein Algorithmus die internen GPS-Daten des Mobilgerätes nutzt. Auf diese Weise können steile Anstiege von Läufen auf flachem Terrain unterschieden werden und so auch auf der Seite des jeweiligen Users angezeigt werden.
Eine weitere Funktion der App ist die zusätzliche Abfrage von Daten zum jeweiligen Standort: Die App greift über eine API-Abfrage auf Wikipedia zu und liefert so Informationen zu Sehenswertem auf der Strecke.  Zitat TNF: „Unsere Mission ist es, mit unseren digitalen Kanälen eine Community zu schaffen, die Abenteuer und Leistung verbindet. Die The North Face® TracKING App haben wir für unsere Fans entwickelt, die nach der Devise Never Stop Exploring™ leben. Jetzt können sie ihre Erfolge sofort mit allen teilen und haben dabei auch noch die Chance dafür belohnt zu werden“.

Belohnt werden? Gewinnen? Ja, und einer der ersten Gewinner in der Kategorie “längste Läufe” ist übrigens Thomas Ehmke. Nach dem Motto “wer läuft, der fliegt” wird Thomas’ Trailsucht ihn mit dem Flieger nach Chamonix führen. Gratulation Thomas!
Und dort können wir dann nachsehen, was denn Heiko Bahnmüller so macht auf der schönen Strecke des THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC …


Die Zeit rast, es sind nur noch drei Wochen bis zum THE NORTH FACE UTMB 2012 in Chamonix. Tausende von Läufern bereiten sich darauf und auf die Parallelbewerbe CCC, TDS und PTL vor. Und fast jeder hat nur einen ängstlichen Gedanken im Kopf: wird das Wetter halten? Kann dieser Bewerb wie gewünscht durchgeführt werden?

Es ist schon viel passiert beim UTMB in den vergangenen Jahren.
Als ich 2008 dort laufen durfte, waren die äußeren Bedingungen perfekt. Es war sogar fast zu heiß. Das wichtigste aber war, dass es trocken blieb. Ein Jahr darauf, das Jahr in dem Trailschnittchen Julia Böttger ihren “Weg nach Chamonix” über die Berge gesucht hatte, musste der Lauf dann abgebrochen werden. Es war das Jahr, in dem Jens Vieler und Uwe Herrmann, Andreas Spiekermann, Michael Eßer und Eric Tuerlings sowie Bob Lovegrove, Carsten Quell und ich am PTL teilnahmen, ein Lauf, der ebenfalls vom Schnee heimgesucht wurde.
2010 und 2011 waren die Wetterverhältnisse ebenfalls schlecht. Letztes Jahr musste der Start sogar nach hinten verschoben werden, die Strecke wurde geändert, es blieb aber eine wahre Schlammschlacht. Nur zwei Wochen später aber, beim Tor des Géants (TdG), gab es schon wieder “Sonne satt”.

Und 2012, in dem “Jahr der Rennabbrüche”?
Swiss Iron Trail, Adamello Trail, Trail Ticino, um stellvertretend für andere Abbrüche einige zu nennen, machen wenig Mut für den Glauben, dass es dieses Jahr ganz anders sein wird.

Die Sorge um das Wetter wird aber etwas kleiner, wenn die Ausrüstung, die gewählt wird, auch regentauglich ist. Beim UTMB musst Du Dich gegen die Kälte schützen, gleichzeitig aber auch auf extreme Sonneneinstrahlung vorbereitet sein. Meine kleine Speckrolle über der rechten Lende schmerzt heute noch, wenn ich an den Beginn des PTL denke. Es war so mörderheiß und auch durch die große Höhe UV-stark, dass mein Vergessen, den schmalen Hautspalt zwischen der Laufhose und dem Laufshirt einzucremen, mich noch tagelang nach dem Lauf gejuckt hat. Es waren keine zwei Zentimeter hoch gewesen, aber auch solch kleine Fehler, solch kleine Stellen können richtig schmerzen.

Du musst auf warmen oder kalten Regen eingestellt sein und auch an Dein Schuhwerk werden sehr hohe Anforderungen gestellt.
Du musst etwas zu essen dabei haben und einiges an Wasser, trotz der hervorragend bestückten Verpflegungspunkte und zu allem Überfluss soll all das auch noch leicht sein und gut zu tragen, ein Härtetest für jeden Laufrucksack.

Lauffreunde wie Eric Tuerlings beispielsweise haben dann gleich an die dreißig Stück davon. Kleine, mittlere und auch ganz große. Rucksäcke mit einer Wasserblase hinten, Rucksäcke mit leicht zu benutzenden Wasserflaschen vorne. Rucksäcke mit großem Staurau, mit geteiltem Stauraum, Rucksäcke mit unterschiedlichsten Befestigungen und Bindungen. Und keiner der Rucksäcke ist wirklich gut für Dich. Weil wir alle verschieden sind und unterschiedliche Interessen und Notwendigkeiten haben.

Ich zum Beispiel scheitere immer an meinem großen Smartphone Samsung Notes, das Hans-Peter Roden immer als “kleinen Fernseher” bezeichnet. Klar willst Du fotografieren, die Kamera soll aber schnell und einfach erreichbar sein. Du willst auch mal eine SMS schreiben, ein kurzes Telefonat führen, also muss das Handy griffbereit sein, in der dunklen kalten Nacht willst Du Deinen MP3-Player direkt erreichbar haben und Du willst mal nach dem richtigen Weg schauen, Dein Garmin Tracker muss also auch noch an oder auf die Träger des Rucksacks, die Sonnenbrille muss mit einem Griff erreichbar sein, die Zwischendurch-Verpflegung soll schnell greifbar sein, die Riegel und Gels, die Salztabletten und was man halt so dabei hat, wenn es mal etwas weiter ist …
Ja, und die Spikes für die Gletscherpassagen (zumindest beim PTL sehr zu empfehlen) sollten auch sofort präsent sein und die Stirnlampe, ganz wichtig, sie muss griffbereit sein, damit Du nicht erst anhalten und den Rucksack abnehmen musst. Die Ersatzbatterien und die Pflästerchen sollten sowieso schnell präsent sein.
Oh je, welcher Rucksack kann das alles leisten?

Aber einen Rat will ich Dir doch geben. Ich erinnere mich an den “Trail Verbier St. Bernard” 2009. Es begann sonnig, aber dann kam der Regen. Und was für einer! Ich lief gegen Mitte des Rennens mit einem Italiener auf den Großen St. Bernhard, wir verließen den Trail und gingen auf der parallel verlaufenden Straße nach oben. Es war einer der typisch schweizerischen halboffenen Tunnel, kurz vor dem Pass, es ging einigermaßen steil bergauf und das Wasser stand 10 Zentimeter hoch im Tunnel. Nein, es floss dort nach unten, mitten durch durch meine Laufschuhe. Solche Wassermassen hatte ich schon lange nicht mehr erlebt und als wir dann oben am nächsten Verpflegungspunkt waren, wurde das Rennen “vorläufig gestoppt”. Wegen des Wetters, natürlich.

Wir durften in die Rot-Kreuz-Station gehen, erhielten eine warme Suppe und ich ging in die Toilette, um mich umzuziehen. Das Ersatzlaufshirt im Rucksack war aber nasser als das auf dem Körper, wenn das überhaupt noch geht. Auf jeden Fall saß ich dann mit klitschnassen Sachen zitternd und frierend herum und nach zwei langen Stunden entschied ich mich mit Jack B. Liver zusammen, das Rennen dort oben abzubrechen und den Bus ins Tal zu nehmen, den die Veranstalter uns geschickt hatten.

Der Lauf wäre aber weitergegangen, wenngleich es erst einmal nach unten gegangen wäre statt nach oben auf den richtigen Gipfel. Bergauf wäre ich wohl auch schnell wieder ins Schwitzen gekommen und der Körper wäre wieder warm geworden. Aber langsam über aufgeweichte Trails nach unten tippeln, nicht warm werden, das war eine Perspektive, die mir gar nicht gefallen wollte.

Gelernt habe ich daraus – und das ist auch mein Rat an Dich – dass ich seither meine Ersatzshirts im Rucksack immer vorab mittels eines handelsüblichen Haushalts-Einschweißgeräts luftdicht in Folie verpacke. Man kann ja nie wissen. Damals auf dem Großen St. Bernhard wäre ein trockenes Laufshirt ein kleines Stück vom Himmel für mich gewesen.

Und was hat Heiko Bahnmüller für sich ausgewählt?
Hier ist seine kleine Liste des Equipments (alles TNF), das er primär nach der Pflichtausrüstung für den UTMB ausgesucht hat:

  • Rucksack: Enduro Plus Hydration Pack
  • Schuhe: Single Track II
  • Strümpfe: Ultra Midweight Run Socks / Compression Run Socks
  • Jacke: Flight Serie mit Hyvent (wasserdicht)
  • Warme Unterwäsche: Base Layer Hybrid Tights / Base Layer Long Sleeve Crew Neck Shirt
  • Laufmütze: Better Than Naked Hat
  • Shirts: Better Than Naked Cool Short Sleeve Shirt / GTD Long Sleeve Shirt
  • Shorts: Better Than Naked Cool Shorts / GTD Short Tights
  • Handschuhe Pamir Windstopper Gloves

Da kann ja nun nichts mehr schief gehen, oder?



“Jeder Finisher schwärmt vom gigantischen Zieleinlauf. Das will ich auch erleben!”

Ich will ja, weil sich mein Rücken noch immer nur unwesentlich gebessert hat, wenigstens beobachten, wenn ich schon nicht aktiv laufen kann. Beobachten und erzählen. Und da ist der Blick auf den THE NORTH FACE UTMB 2012, der in wenigen Wochen stattfinden wird. Gerade diese Woche haben wir alle viel Bedrohliches vom Mont Blanc gehört. Zwar kommen wir Läufer dort nur bis auf 2.500 Meter Höhe (UTMB) bzw. knapp über 3.000 Meter Höhe (PTL), aber wenn man so nahe an einem der schwierigsten Berge der Alpen ist, am höchsten Berg der Alpen und am weißesten, hellsten, dann denkt man schon mal an die 9 Bergsteiger, die dort in der vergangenen Woche ihr Leben lassen mussten.

Außerdem bin ich ja auch ein Bergsteiger – und manche und mancher von Euch auch. Ob Nicole Kresse oder Norman Bücher: eisbedeckte Berge in Seilschaften erklimmen ist immer ein kleiner Traum, den wir uns gerne gelegentlich erlauben. Der Mont Blanc ist dabei auch auf der Liste der noch zu bewältigenden Herausforderungen. Aber dann bitte ohne Lawinen.

Nachdem ich mit Heiko Bahnmüller 2008 den Trans Alpine Run im Team gelaufen bin und auch mit ihm 2010 beim Marathon des Sables im gleichen “Zelt 85″ in der marokkanischen Wüste war, will ich ihn vor und während des UTMB beobachten und portraitieren. Und da ist es am Besten, wenn wir erst einmal das Wichtigste von ihm wissen. Deshalb frage ich ihn einfach:

Heiko, wie alt bist Du eigentlich?
Heiko:
Ich bin 43 Jahre alt, ich bin verheiratet und habe 2 tolle Jungs, 11 und 12 Jahre alt.

Wie kamst Du zum Laufen? Und wann war das?
Heiko: Oh je, mal überlegen. Das muss kurz vor dem Abitur gewesen sein. Also 1988. Damals war ich durch mein Krafttraining im Sport-Leistungskurs zwar bärenstark, aber meine Ausdauer hinkte der Fitness hinterher. Und um das zu verbessern habe ich dann mit vorsichtigem “Jogging” begonnen. Vom Laufen war ich damals aber noch sehr weit entfernt. Das kam erst Anfang der 90er Jahre, als ich in die Triathlonszene eingestiegen bin. Ab da kann man von regelmäßigem Training sprechen!
Und den ersten Ultra habe ich dann 2008 im Rahmen des Trans Alpine Run (TAR) hinter mich gebracht.

Was hat Dich bewegt, Dich beim TAR anzumelden?
Heiko: Der Auslöser für diese Idee war ein Flyer, der mir 2007 beim Köln-Marathon in die Hände fiel. Ich fand es faszinierend, zu Fuß im 2er-Team über die Alpen zu laufen. Nebenbei fand ich die Bilder super, die da gezeigt wurden. Eine gigantische Naturkulisse, das wollte ich unbedingt erleben.

Was war Dein bisher längster Ultra?
Heiko: Das waren die 156km im Rahmen des Münchener 24h-Laufes am 06.06.2012. Aber das geht ganz sicher noch deutlich (!) besser…

Wie viele “Marathon und länger” hast Du jetzt hinter Dir?
Heiko: Momentan stehe ich exakt bei 38.

Wie ist denn Deine persönliche, aktuelle Marathon-Bestzeit, wann und wo ist Dir diese gelungen?
Heiko: Das war letztes Jahr, auch in München, beim München-Marathon. Da hat es zum zweiten Mal mit einer Zeit “unter 3 Stunden” geklappt. Exakt waren es 2:59:04h!

Was machst Du denn beruflich und wer ist Dein Arbeitgeber?
Heiko: Ich bin Diplom-Sportlehrer bei der Bundeswehr. Als Leiter der Sportausbildung an der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck bin ich für die Ausbildung von Sportausbildern zuständig. Ich bin aber kein Soldat, sondern Zivilangestellter.

Was waren aus Deiner Sicht Deine größten sportlichen Leistungen bisher?
Heiko: Neben meinen mittlerweile 4 Teilnahmen am Trans Alpine Run (2008, 2009, 2010 und auch 2011) waren das sicherlich die Langdistanz-Triathlons. Dort habe ich es immerhin auf eine persönliche Bestzeit von 10:04h gebracht.

Und warum läufst Du 2012 nun den THE NORTH FACE UTMB, was bedeutet das für Dich, was weißt Du darüber, welche Ziele hast Du da?
Heiko: Eine gute Frage. Warum den UTMB? Ich will das mal so sagen: weil ich schon ganz viel davon gehört habe, unter anderem ja auch von Dir. Jeder, der von diesem Event erzählt, erwähnt immer die verrückten Zuschauer, die unglaublich tolle Landschaft und jeder, wirklich jeder Finisher schwärmt nicht zuletzt vom gigantischen Zieleinlauf. Das will ich auch erleben!
In der größten Arena präsent sein und mit den Besten der Besten laufen. Mein Primärziel ist dabei erst einmal das Ankommen, gerne aber mit einer Finisherzeit von unter 40h. Das wäre schon super, aber dafür muss auch alles passen.

Skizziere doch mal ganz kurz, welchen Trainingsplan Du Dir da aufgegeben hast. Wenn Sportlehrer so ein Projekt angehen, dann können wir Laien ja doch eine ganze Menge lernen …
Heiko: Ganz grob gesagt mache ich bis zum THE NORTH FACE UTMB 2012 ca. 80 bis 120km als Wochenpensum, verteilt auf 5-6 Einheiten. Dabei ist ein Lauf lang angelegt, durchaus bis 60km, ein Lauf in der Woche wird hügelig ausgewählt, ein Lauf geht flott auf Tempo, um die Grundschnelligkeit zu erhalten und der Rest sind dann meist 15km Einheiten mit unterschiedlicher Zielsetzung.

In welcher Ausrüstung startest Du beim THE NORTH FACE UTMB?
Heiko: Natürlich starte ich im THE NORTH FACE – Equipment. Ich bin tatsächlich äußerst positiv überrascht von der Qualität und dem Style der Ausrüstung. Speziell den Rucksack finde ich klasse. Den hatte ich beispielsweise bei der Ulmer Laufnacht, bei dem dortigen 100er, dabei. Diese Woche wurden die Schuhe nachgeliefert. Es sind die Single Track II. Die werde ich jetzt ausgiebig testen.

Danke für die Antworten Heiko!

Das neue THE NORTH FACE TNF Outfit

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