UTMB 2015

UTMB 2015


Und wieder war August. Und wieder gab es die Bewerbe des UTMB.

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Klicken, um den Film anzusehen! Es lohnt sich …

Dabei werden es immer mehr. Neben dem UTMB, dem Lauf rund um den Mont Blanc, gibt es noch den CCC (Courmayeur / Champex / Chamonix), den „halben“ UTMB mit einer kleinen Verlängerungsschleife vorher, den PTL, den „großen, wilden Bruder“, den Bewerb, der mit Laufen wenig, aber dafür unglaublich viel mit Klettern und Speedhiken zu tun hat, den TDS, den „kleinen PTL“, ebenfalls mit einigen Kletterpassagen, mit Sicherungsseil und technisch schwierigen Passagen, recht neu den nur 53K kurzen OCC (Osière / Champex / Chamonix) und ganz neu den YCC für die Jugend.
UTMBUnd weil wieder August war, war ich auch wieder in Chamonix.
Das ist ja fast schon eine etablierte Tradition.
2009 startete ich zum ersten Mal beim UTMB. Und ich konnte finishen. Mein Gott, was war ich stolz!

Foto: Klaus Duwe

Foto: Klaus Duwe

2010 startete ich zum ersten Mal beim PTL, damals noch in der etwas kürzeren Version. Ich scheiterte am Kopfkino, am Team und an der Herausforderung. Tränen flossen viele damals, aber das fiel nicht allzu sehr auf, weil es am Ende auch so viel geregnet hat, dass die Gesichter sowieso klatschnass waren. Der UTMB wurde damals wegen einer Geröll-Lawine frühzeitig gestoppt, weiter als 32K kam keiner.
2011 blieb ich frustriert zu Hause und beschloss, kurz nach der UTMB-Woche beim TDG zu scheitern. Wieder flossen Tränen, wieder schaffte ich es nicht, eine Strecke zu bewältigen, die länger war als die 230K, die ich zuerst in 2010 nonstop bezwingen konnte. Dass ich 2011 nicht dabei war, war letztendlich gut, denn auch dieser UTMB wurde vom Himmel beweint, die Strecke wurde etwas verlängert und über Martigny weit nach unten gezogen.UTMB32012 scheiterte ich in der Lotterie. Man muss ja auch mal Glück haben!
Nicht nur in der Liebe, sondern auch im Spiel. Und weil ich im Spiel, in der Lotterie gescheitert war, bat mich der damalige Hauptsponsor TNF darum, für sie zu bloggen. Live und vor Ort, bestens ausgestattet und mit viel Liebe und Engagement im Gepäck. Es war eine tolle Zeit in und um Chamonix, auch wenn es wettertechnisch gesehen eine gräßliche Woche war. Der UTMB wurde auf rund 100K vierkürzt und weil man die hohen Pässe vermeiden wollte, fand alles im kalten und regnerischen Frankreich statt.
Ich durfte damals am Presseprogramm „Follow the Leader“ teilnehmen und wir fuhren von Station zu Station, um die ersten Läufer anzusehen. Wenn es nicht so nass und so kalt gewesen wäre, …, aber da kann ja keiner etwas dafür.
Was aber blieb, war die Chance, viele Lauffreunde am Start oder im Ziel zu fotografieren.UTMB 2013 Abschlussfoto
2013 war das vielleicht schönste Mal in Chamonix. Thomas Bohne hatte ins „Deutsche Haus“ eingeladen und ich hatte mich dort für die gesamte UTMB-Woche eingemietet. Tolle Mitbewohner waren da, Patricia und Gerald Blumrich zum Beispiel, Axel Zapletal mit Frau, Tom Dörner mit Partnerin, Bernie Manhard, Julia „Trailschnittchen“ Böttger und die süße Bei Hu aus HongKong, um nur einige zu nennen. Mein Plan war, erst eine Woche zu wandern, um dann beim UTMB zu starten.
Zwei Wochen vorher erfuhr ich, dass beim PTL-Team Michael Esser, Uwe Hermann und Eric Tuerlings der erste der Drei ausgefallen ist. Esser – Eller … und so war die Idee geboren, statt des UTMB mit Uwe und Eric den PTL zu laufen.UTMB PTL
Wir starteten, aber wir endeten auch schon am darauf folgenden Abend, weil Eric nicht mehr konnte, nicht mehr wollte. Weil die Organisation mich aber nicht von der Liste der Starter des UTMB gestrichen hatte, startete ich dann am Freitagnachmittag gleich noch einmal – beim UTMB. Ich finishte rund drei Stunden schneller als 2009 und ich war glücklich wie selten.
2014 wollte Jörg Kornfeld, dass ich mich wieder am PTL probiere. Mit Gabi Kenkenberg war schnell das Trio komplett, aber nach der Hälfte scheiterte ich wieder am Kopfkino, an meinem Frust, an der Herausforderung und an dem ständigen Verlaufen.
Zur Frustbewältigung durfte ich erneut am Presseprogramm „Follow the Leader“ teilnehmen und dieses Mal war es ganz besonders schön. Das Wetter war fantastisch und es war ein Genuss, auf wenige Meter an die wirklich großen Trailrunner dieser Welt heran zu kommen.UTMB5Und 2015? Wieder ein Start beim UTMB, dieses Mal aber von Anfang an mit ganz besonderen Vorzeichen. Kopfkino vom Feinsten. Das Wissen, was man da erreichen kann, aber auch die Sorge, beim ganz besonders heißen Wochenende gegrillt zu werden. Und als ich realisierte, dass meine Laufzeiten eher auf ein Ergebnis von 2009 (Durchgangszeit St. Gervais: 3:17:49 Stunden) hindeuteten und weniger auf das von 2013 (Durchgangszeit St. Gervais: 2:54:49 Stunden), als klar zu werden schien, dass ich nicht nur den heißen Samstag erleben, sondern auch noch den heißen Sonntag überleben musste, da tat mir mein kleiner Kopf einen Gefallen, fand ein Zipperlein und ich einen Grund, frühzeitig auszusteigen. Ein Ende in Courmayeur wäre ja auch nur ein DNF gewesen …

Es war halt ein „gebrauchter Tag“, der mir da angedreht wurde. Ich war von Beginn an langsam und als ich mit Birger Jüchter und Daniel Heideck zusammen lief, da unterhielten sich die beiden beim spazieren gehen und ich brauchte all meine Kraft, um da dran zu bleiben. Und selbst das schaffte ich nicht.
Also wieder kein Finish in Chamonix, nach 2009 und 2013 habe ich wohl erst 2017 wieder das Recht, dort die Ziellinie zu überqueren …
Zum Frustabbau ging es dafür danach hoch auf den Mont Blanc. In knapp 4.000 Metern Höhe gab es die Chance, ein wenig abzukühlen.
20150829_10171720150829_11261420150829_093530Dennoch bleibe ich ein Fan der UTMB-Bewerbe. Der Grund dafür ist einfach.
Wenn Du Dich im Leben umsiehst, dann findest Du immer Dinge, an denen man etwas zu verbessern findet. Rummäkeln ist ja eine deutsche Leidenschaft.
Aber beim UTMB?
Die Strecke ist lang und hart und dass Normalläufer durch zwei Nächte müssen, das ist hart. Zu hart? Dann nimm einen der kürzeren Bewerbe. Zu wenig technisch? Dann wähle den TDS oder den PTL. Da ist wirklich für jeden etwas dabei.
Die Versorgungspunkte sind allesamt vorbildlich. Die angebotenen Speisen und Getränke sind vielfältig und mehr als ausreichend, die Stimmung ist klasse, die Volunteers freundlich und hilfsbereit, die Präsentation der Stände ist vorbildlich. Besonders in den hoch gelegenen Gegenden werden keine Kosten und Mühen gescheut, um den Wünschen der Läuferinnen und Läufer gerecht zu werden. Eine glatte „1“ also auch hier.
Die Betreuung der akkreditierten Journalisten hat eine Qualität, die seinesgleichen sucht. Da gibt es nicht nur das Programm „Follow the Leader“, es gibt auch das Programm, bei der man der Masse der Läufer folgen kann, es gibt einen gut ausgestateten Presseraum mit WiFi und allem, was man benötigt, die Pressekonferenzen, von denen eine die andere jagt, sind gut besucht, interessant und informativ. Viele der Elite-Läufer werden dort gezeigt und vorgestellt und die Internationalität sorgt dafür, dass alle Informationen eben nicht nur auf Französich gegeben werden.
Eine ganz besonders gute Bewertung, eine „1 plus“ gewissermaßen, bekommt aber die riesige Organisation von mir. Dabei sieht das alles so leicht und spielerisch aus. War es ja auch in diesem Jahr. Aber damals, 2012, bei dem extrem schlechten Wetter, da musste „on the fly“ ständig umgeplant werden. Von der Absage des Bewerbs über die Verkürzung bis hin zum normalen Ablauf wurde alles diskutiert, am Ende entschied man sich für eine neue, verkürzte Strecke. Das wiederum bedeutete, dass man auf die Schnelle 100 Kilometer neu ausflaggen musste, die VPs mussten versetzt und eingerichtet werden, GPS-Tracks mussten geschrieben und Tausende von Läufern informiert werden. Eine Herkules-Aufgabe, die aber gemeistert wurde, als wäre das Alltag, als wäre der Bewerb nicht erst 10 Jahre alt (2012), sondern schon eine Einrichtung, die es seit dem Anbeginn der Welt gab.
Und nach den Bewerben müssen die Ergebnisse in die Datenbanken und ins Netz, die Berichte, Informationen, Urkunden und so vieles mehr. Auch hier zeigt sich das UTMB-Team in meisterlicher Verfassung.

Nichts zu meckern also, leider.
Wo wir doch alle so gerne kritisieren, so gerne zeigen wollen, dass wir diese oder jenes hätten besser machen können.

Und so werde ich auch 2016 die Tradition, in der UTMB-Woche in Chamonix aufzuschlagen, fortsetzen. Ich werde wieder da sein, wieder, wenn ich darf, an der Startlinie stehen und wieder das Flair genießen, das diese Stadt, diese Region und dieses Event weltweit so berühmt gemacht haben.

Ein Finish in Chamonix macht Menschen glücklich, egal, ob Du den OCC, den CCC, den TDS, den UTMB oder sogar den PTL hin bekommst.
Mein Glück im nächsten Jahr soll dabei beim TDS sein, die Strecke kenne ich nämlich noch nicht. Und dort zu finishen gäbe mir auch noch die Zeit, den UTMB in aller Ruhe und in Gänze verfolgen zu können.
UTMB6Chamonix – mon amour!

7 Kommentare zu “UTMB 2015

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