“MMM 2015″, mein drittes und letztes “M”

MMM7Es war 2 Uhr 30 Minuten, mitten in der Nacht. Ich hatte gerade eine Stunde geschlafen, im ersten VP nach der Dropbag-Station. Die war in Es Castell, genau 100 Kilometer hinter dem Start, gleichzeitig aber ar sie auch das Ende des 100 K Trail Menorca Costa Nord Trails und der Startpunkt des 85 K Trail Menorca Costa Sud. Es war die Stelle, an der ich 2014 raus bin und das süße Gift einer Wertung als 100 K Trailer annahm. Ein Jahr lang habe ich wegen dieses “Finishs zweiter Klasse” mit mir gehadert.

2015 sollte es ja anders werden, das hatte ich versprochen und so habe ich dort in der Dropbag-Station die Frage, ob ich aufhören oder weiterlaufen wolle, selbstbewusst mit dem Ausdruck “I keep on running” beantwortet. Nur frische Sachen angezogen, das neue KÖLNPFAD Shirt aus, das langärmelige geile X-BIONIC Teil an, keine Spur von Müdigkeit, also gleich weiter.

Mit Raimund Slabon am Start des Cami de Cavalls, Ciutadella

Mit Raimund Slabon am Start des Cami de Cavalls, Ciutadella

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“MMM 2015″, mein zweites “M”

Mallorca, das 17. deutsche Bundesland …
… überall sind sie dort zu finden, die Germanen. Wenn Du durch die Städte wanderst oder wenn Du Dir die Strände ansiehst, Du wirst immer Touristen finden. Und die meisten von denen sprechen deutsch.
Es sind dort so viele, dass sich manche Restaurants, Kneipen, Shops oder Bäckereien erst gar nicht mehr die Mühe machen, einen spanisch klingenden Namen für das Etablissement zu finden, also heißen Kneipen oft “Bei Tina und Jupp” oder “Deutsches Eck”. Und auch die, die sich der Anglizismen bedienen, sind meist deutsch, wie beispielsweise der “King Currywurst”.
Das alles finde ich schon ein wenig schade, es ist aber sicher auch der Nähe zu Deutschland geschuldet.

“Nach Mallorca kommen vor allem ärmere Urlauber oder sehr wohlhabende, sehr reiche,” sagte mir ein einheimischer Gastronom vorletzte Woche in Port de Alcudia, bei dem ich eine Portion “Creative Wok” genoss. Ärmere Urlauber, sehr reiche Besucher – und Trailrunner!
Die hatte er doch glatt vergessen. Und gerade von denen gab es dieses Jahr, bei der immerhin schon siebten Ausgabe dieses Bewerbs, ganz besonders viele. Auch viel mehr deutsche LäuferInnen wie früher. Weit über 2.000 Starter waren es heuer, wenn man den ganz neuen Bewerb, die Marathon-Distanz ab Sóller, dazu nimmt.

Es gibt ja mehrere Laufbewerbe auf Mallorca, … Weiterlesen

“MMM 2015″, mein erstes “M”

Madeira, die Blumeninsel …
… wenn ich daran denke, dann überkommt mich zuerst ein kalter Schauer. “Heilig’s Blechle”, wie die Schwaben sagen, da war doch was, vor langer Zeit, oder etwa nicht?
Ja, da war tatsächlich was. 1991 muss das gewesen sein, es war einer der vielleicht fünf ersten gemeinsamen Urlaube mit meiner Gabi.
Wir hatten also damals von der schönen Blumeninsel Madeira gehört und wollten da unbedingt hin, also ab ins Reisebüro, Prospekte gewälzt, Hotels angesehen.
Es war noch weit vor der Zeit, in der man sich ein Hotel selbstverständlich zuerst auf Google Earth ansieht, auf Google Streetview, auf Google Maps, lange, bevor man auf Google nach Kundenbewertungen gesucht und bei Trip Advisor all das gegengecheckt hat.
Wie hieß die Insel noch mal?

Hotel gefunden, Flug gebucht, Sachen gepackt und mit pochenden Herzen voller großer Erwartungen hingeflogen auf die schöne Insel mit dem “M” am Anfang.

Schon beim Landeanflug fanden wir die Insel sehr wenig grün, überhaupt nicht blumig und vor allem sehr urban, total überbevölkert!
Und das sollte nun die Insel sein, von der viele so sehr schwärmen?
Wir brauchten mehr als 24 Stunden auf der Insel, um zu begreifen, dass wir im Reisebüro statt “Madeira” wohl “Malta” gesagt hatten. Peinliches Schweigen folgte und später dann legten wir den dicken Mantel des Vergessens über diesen Urlaub. Und über Malta und auch über Madeira.
Malta – Madeira, wer wird denn da so pingelig sein? Weiterlesen

Zurück zu meinen Wurzeln …

Cappadocia1Ahmed Lütfi Duman, später dann Ahmed Lütfi Hakan, war der Name meines Erzeugers. Ich weiß von ihm, seit ich dreizehn Jahre alt bin, aber dann ging dieses Wissen verschollen, weil es ja eines der vielen “Familiengeheimnisse” war. Etwas, über das man nicht spricht, ungefähr so wie man auch nicht über die Rolle des Großvaters im Dritten Reich spricht und auch nicht über den Suizid meines ältesten Onkels.
Aber dann, am 6. März 1992, als unsere Tochter Milena geboren wurde, war die Erinnerung wieder da. Weiterlesen

Ein leckerer Tag an der Wied

P1030293Im Leben, sagt man, hast Du immer zwei Möglichkeiten.
Du kannst Hammer sein oder Amboss, Du kannst normal sein oder glücklich, Couchpotato oder Läufer.
Und Du kannst WUT im Bauch haben oder eben WUT unter den Laufschuhen.
Und eben diesen „Mut zum WUT“ hatten Josef Hoß und Wolfgang Bernath vom VfL Waldbreitbach e.V. eingefordert und fast 60 LäuferInnen hatten ihn, Mut zu 65 trailigen Kilometern mit etwa 2.100 Höhenmetern, nichts für Cityrunner also, aber ein Fest für uns Trailrunner. Weiterlesen

Ein Topf voll Gold

Start “Kaiserwetter” hatte Tobias Riedel noch am frühen Morgen des Sonntag angekündigt, “nordisches Kaiserwetter”, um genau zu sein.
Und während in den alpinen Bergen “Kaiserwetter” von tief verschneiten und weiß glitzernden Berglandschaften unter strahlend blauem Himmel, garniert mit einer Sonne, die hell und freundlich auf eben diese Landschaft hinunter scheint, träumen lässt, scheint “Kaiserwetter”, insbesondere “nordisches Kaiserwetter”, eben doch ganz anders zu sein.
Auf jeden Fall hat er sehr viel geweint, dieser Kaiser, vielleicht war er ja traurig, dass es nur zwei bescheidene Grad warm wurde dort im Norden, am Lübeck-Elbe-Kanal. Weiterlesen

3 Tarzans auf dem Trail

Ich muss gesteh’n, obwohl das eher gegen mich spricht:
Kinder und Kleintiere liegen mir nicht.

Und dieser Pudel war wirklich lächerlich klein.
„Hau ab!“ rief ich, doch er wich mir nicht vom Bein.
Und weil ich ihn doch irgendwie witzig fand,
hab’ ich ihn feierlich “Tarzan” genannt.

(Ulrich Roski aus “Des Pudels Kern”)

Es war gestern Nachmittag gewesen, bei unserem gemeinsamen Wandertag.

Wendy Widmer, meine Gabi und ich hatten schon rund zwei Drittel unserer Wanderung im Westen Gran Canarias hinter uns und der Trail ging an den letzten Häusern eines kleinen kanarischen Dorfes vorbei.
Eine mittelgroße, braune Hündin kam ihres Wegs und schnüffelte ein wenig an uns herum, dann aber fand sie uns wohl nicht interessant genug und ging ihrer Wege.
Na ja, eigentlich will ich für Hunde ja nicht interessant sein, immerhin habe ich eines mit Ulrich Roski gemein: Kleintiere liegen mir auch nicht.DSCI0363Nun führte uns der Trail von der Dorfstraße wieder in die Natur und nach wenigen Metern kamen uns drei kleine Hundchen entgegen, Ulrich Roski hätte sie sicherlich auch “wirklich lächerlich klein” genannt, aber eben auch “irgendwie witzig”. Sie waren tatsächlich irgendwie süß, drollig, wie sie mit ihren kleinen Schwänzen wedelten. Einer der Hunde war schwarz, zweifellos der Mutigste von allen, einer war schwarz mit ein paar weißen Stellen und einer, der ängstlichste Hund der Truppe, war braun wie seine Mutter. Weiterlesen