Schrei das Schicksal an!

Zurzeit haben die deutschsprachigen Popsänger*innen ja Hochkonjunktur. Und das trotz meistens bestenfalls banaler, oft völlig sinnfreier Texte. Zwar ist mir das noch immer lieber als die Renaissance des deutschen Schlagers, aber dennoch fühle ich mich nicht wirklich wohl, wenn Sänger auf ihren Betten sitzen und Steine essen. Oder wenn sie eben noch kurz die Welt retten wollen, egal, ob von „Wolke 7“ oder von „Wolke 4“ aus.
ALDa gibt es aber auch Ausnahmen. Und eine dieser Ausnahmen, eine echte Songpoetin, ist Annett Louisan. Nach ihren Texten giere ich, von ihr höre ich, was ich zu hören bekommen kann. Und immer wieder finde ich mich in einzelnen ihrer Texte. Weiterlesen

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Noch vier Tage …

… bis zum JUNUT, dem „Jurasteig Nonstop UltraTrail“.
Noch vier Tage bis zum zweitlängsten Lauf meiner kleinen Ultralauf-Geschichte.
239 Kilometer weit, 9 Kilometer weiter als der JUNUT 2014, 9 Kilometer weiter als die TorTOUR de Ruhr 2010.
Einzig das „250 Miles Thames Ring Race 2013“ war länger, das dafür aber sehr deutlich. Aber dieses Rennen ist ja schon lange her und ich bin seit zwei Jahren keine Strecken über 185 Kilometer mehr gelaufen.
JunutIch fühle mich, wie viele andere Starter auch, schlecht vorbereitet.
Der längste Lauf der letzten sechs Monate waren die 125 Kilometer des „Trans Gran Canaria“ Anfang März, ansonsten sehr viele, für mich sogar ungewöhnlich viele, kurze Trainingsläufe. Aber die immer mit muskulären Problemen und mit einem Grad der Erschöpfung, die mich vor dem kommenden Wochenende erzittern lässt.

Freude aber macht, sich die lange und exquisite Starterliste zu Gemüte zu führen. Norbert Fasel finde ich darauf, fast mein Nachbar, Michael Frenz, ohne den ein JUNUT wohl kein richtiger JUNUT wäre, Jacek Fugiel und Dieter Ladegast als Laufgruppe, Jungs, die ich meist nur bei extremen Läufen treffen darf, Dieter Gerstner ist dabei und auch Niels Grimpe.Luhmann, den ich so lange nicht mehr gesehen habe. Unvergessen bleibt der Andorra-Trip von 2013, damals auch mit Daniel Heideck und Jin Cao.

Die Liste könnte scheinbar endlos weitergeführt werden, aber das würde unter Umständen langweilen. Die gesamte Liste ansehen kannst Du ja ganz einfach hier:
http://junut.de/starterliste/
Nur zwei Namen will ich noch erwähnen:
Andreas Haverkamp, weil ich mit ihm besprochen habe, diese Strecke gemeinsam zu stemmen, wenn es irgendwie möglich ist. Und natürlich meinen KÖLNPFAD Mitstreiter Thorsten Klenke, weil wir, vielleicht wegen der vielen Arbeit der KÖLNPFAD Organisation, kaum mehr miteinander auf dem Trail sind.
Auf die genannten Läufer, aber auch auf die vielen hier nicht genannten Athleten, freue ich mich sehr. Und diese Vorfreude entspannt mich und lässt mich hoffen, diese Strecke doch irgendwie bewältigen zu können.
MQDer JUNUT ist ja auch ein Teil der „MILLENIUM QUEST“ Laufserie, auch wenn das für mich nicht gilt. Aber denen, die sich dieser Herausforderung stellen, gehört meine gesamte Hochachtung. Immerhin 18 Starter beteiligen sich an diesem Bewerb.

Zuletzt bin ich auch sehr gespannt, wie die Tracker funktionieren werden. Es sind übrigens die selben Tracker, die wir auch beim KÖLNPFAD 2016 benutzen werden, sodass sich der eine oder andere Läufer überlegen mag, ob es nicht sinnvoll ist, den Tracker gleich zu kaufen statt ihn immer wieder neu zu leihen.
Wie die Webseite aussieht, wie das Rennen vom heimischen Computer aus begleitet und beobachtet werden kann, das wird sehr spannend sein.
Eines aber sei gesagt: der Punkt ganz weit hinten, das wird meiner sein!

Von Koblenz nach Bonn – Rheinsteig extrem schön …

Vor vielen Jahren in einem Seminar der Dale Carnegie Gesellschaft hörte ich diese Geschichte zum ersten Mal:

Ein Wanderer ging seinen Weg entlang, seinen Esel mit Satteltaschen auf jeder Seite an der Hand führend. Es war schon später Abend, der Wanderer war müde und traurig. Da stand plötzlich ein merkwürdig gekleideter bärtiger Mann neben dem Weg.
Der Wanderer war froh, endlich wieder einen Menschen zu Gesicht bekommen zu haben, hielt an und unterhielt sich mit dem Mann am Wegesrand. Und nach einem längeren Gespräch wollte der Wanderer sich verabschieden und weiter ziehen, um noch eine Bleibe für die Nacht zu finden. Er haderte ein wenig mit seinem Schicksal und er zeigte, dass er deprimiert war.
Der altem Mann am Wegesrand aber sagte: „Sei nicht betrübt, alles wird gut. Du sollst ein Geschenk von mir haben. Bücke Dich und sammle so viele Steine hier vom Boden auf wie Du tragen und in Deine Satteltaschen packen kannst. Dann verspreche ich Dir, dass Du morgen zugleich glücklich und auch traurig sein wirst!“

Der Wanderer war etwas in Eile und wollte nicht allzu viel Zeit mit dem Aufsammeln von Steinen vergeuden, immerhin hatte er ja noch keine Bleibe für die Nacht. Er wollte aber auch das Geschenk des Bärtigen nicht ausschlagen und so entschied er sich, einen Kompromiss einzugehen.
Er nahm einige Steine, packte sie in die Satteltaschen, aber er bemühte sich nicht, so viel Zeit aufzuwenden, bis diese randvoll wären. Dann dankte er dem Mann und zog weiter.

Er fand keine Bleibe mehr für die Nacht, schlief im Freien unter einem sternenklarem Nachthimmel und als er am nächsten Morgen aufwachte, hatte er die Steine in den Satteltaschen des Esels schon fast vergessen. Dann aber erinnerte er sich daran, wurde wieder neugierig und griff in die Satteltaschen, um sich diese Steine mal genauer anzusehen. Und er stellte fest, dass sich die Steine über Nacht in kostbare Edelsteine verwandelt hatten.
Und er war glücklich über diesen Schatz.
Gleichzeitig war er aber auch traurig, nicht mehr von den Steinen eingepackt zu haben.

Trail laufen ist ähnlich wie das Sammeln von Steinen am Wegesrand. Jessica Junker aus Koblenz ist ein gutes Beispiel dafür.
Sie sprach mich während meiner roh-veganen Phase an, weil sie selbst erst seit kurzem auf vegane Ernährung umgestellt hatte und wir hielten eifrig Kontakt zueinander. Sie erzählte mir von ihren Läufen bis hin zum Marathon. Und diese Läufe machte sie durchweg sehr ordentlich, schnell und ambitioniert. Da war beispielsweise ein Marathon dabei, den sie in rund 3:45 h bewältigte, aber ein Marathon, der zudem noch 800 Höhenmeter im Aufstieg bot.
Nicht schlecht, dachte ich und ich dachte an die Anstrengung, der ich ausgesetzt wäre, wenn ich diese Zeiten wieder einmal laufen müsste.
Ich lud sie dann ein, beim RheinBurgenWeg-Lauf mit mir zu starten. Es ist ja immer so, dass man, wenn es nicht mehr geht, aussteigen und den Zug am Rhein entlang nach Hause nehmen kann. Weil sie aber an diesem Wochenende etwas Anderes vorhat, vertagten wir unseren kleinen gemeinsamen Lauf auf „irgendwann“.

Dann planten Andreas Haverkamp und ich, uns für den TransGranCanaria-Lauf vorzubereiten. Nachdem wir schon im Herbst gemeinsam den gesamten Hermannsweg von Rheine bis Horn – Bad Meinberg gegangen waren, wobei ich ihn ab Bielefeld habe alleine ziehen lassen, sollte es ein Lauf bei mir in der Nähe sein. Lang sollte der Weg sein und reichlich Höhenmeter sollte der Weg bieten. Was bietet sich dann besser an als der Rheinsteig zwischen Koblenz und Bonn?
Meine Gabi bot sich an, den Support für uns zu machen, es ist ja nicht so schrecklich weit von uns weg, wenn da nicht dieser Fluss zwischen unserem Örtchen und dem Rheinsteig wäre. Und über diesen Fluss gibt es zwischen Bonn und Neuwied keine Brücke. Zwar gibt es Fähren, aber die fahren nicht in der Nacht, sind nicht wirklich planbar und zudem riecht es darauf immer deutlich nach Diesel und Motorenöl.
Bis zum zweiten Weltkrieg gab es noch eine Brücke. Die „Brücke von Remagen“ verband die beiden Rheinufer, sie wurde aber nach der Zerstörung zwar verfilmt, aber nie wieder aufgebaut und ist auch heute noch als Mahnmal gegen den Krieg zu bewundern.

Ich erzählte Jessica von dem Vorhaben und lud sie ein, uns zu begleiten. Auch auf der anderen Rheinseite, liebevoll auch die „schäl sick“, die „schlechte Seite“ genannt, kann man ja jederzeit aussteigen und mit dem Zug zurück nach Koblenz fahren. Jessica hatte etwas Sorge vor der Strecke, immerhin war ihr Limit bislang 42,195 km gewesen und so wollte sie 50 km „plus X“ mit uns laufen.
Sie wiederum brachte eine Freundin mit, Antje Überholz, die wiederum nur 15 km mitlaufen wollte und Thomas, einen Freund, mitbrachte.  Schlussendlich schlug auch Frank Nicklisch vor, uns ein Stück zu begleiten. Für ihn als WiBoLT-Läufer war die Herausforderung natürlich eher gering, für Jessica aber war es schon echtes Neuland, das da betreten werden sollte.

Jessica und Frank blieben am Ende deutlich über 50 km bei uns und Jessica verhält sich seither wie der Wanderer, der am Abend die Steine aufgehoben und mitgenommen hatte. Sie ist glücklich, diese Strecke bewältigt zu haben, gleichzeitig ist sie aber auch traurig, dass es nicht noch mehr Kilometerchen waren, die sie da mitgelaufen ist.
Und weil Trail laufen eben auch süchtig macht, wird sie am 12. Februar ganz alleine eine weitere Etappe auf dem Rheinsteig laufen und dann, bei nächster Gelegenheit, eine weitere. Und abschließen wird sie mit dem Rheinsteig Ende November, wenn sie ganz offiziell den „Kleinen KoBoLT“ laufen wird, 104 km auf dem Rheinsteig.

Ich erzähle diese Geschichte so gerne, weil sie mich auch an mich selbst erinnert, an meine ersten Versuche im Ultramarathon-Bereich und auch daran, wie die Sucht bei mir entstanden ist. Und auch heute, wo ich 60 km Trail ohne Vorbereitung als Trainingslauf verstehe, weiß ich noch genau, dass am Anfang ein Halbmarathon mein sportliches Ziel war, wie weh der erste Marathon 2004 in Frankfurt getan hat und welche Schmerzen ich bei meinem ersten Ultra in Ratingen-Breitscheid, beim leider nicht mehr durchgeführten „Ratinger Rundlauf“, auszuhalten hatte.

Wir starteten also zu sechst bei der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein und folgten stets dem Rheinsteig. Antje und Thomas verließen uns genau dort, wo die Läufer des KoBoLT ihr erstes „Beweisfoto“ machen müssen, wohl auch, um die Neigung, nicht den schönsten, sondern den schnellsten Weg nach Sayn zu nehmen, einzudämmen.
Zu viert ging es dann weiter bis zur ersten Verpflegung, wie beim KoBoLT auch in Rengsdorf gelegen. Gabi fuhr uns dabei ein kleines Stückchen entgegen, was aber einen Bewohner von dort veranlasst hat, seine Gedanken über gesperrte Wege und darüber preis zu geben, was passieren würde, wenn jeder diese zweihundert Meter auf geteertem Grund, aber mit ganz neuen Halteverbotsschildern geschmückt, befahren und beparken würde.
Um den Herrn glücklich zu machen und auch, um jedem Streit aus dem Wege zu gehen, ist Gabi dann doch so weit wieder zurück gefahren, bis der Herr zufrieden genickt hatte. Ich begleitete das Auto mit nacktem Oberkörper, da ich mein X-BIONIC Shirt schon ausgezogen hatte, um es gegen ein trockenes und frisches einzutauschen. Ich habe nicht übermäßig gefroren, zwei oder drei Grad fühlen sich in solch einer Situation durchaus annehmbar an, annehmbarer jedenfalls als die Vorstellung, das wärmende Blinken von blauen Lichtern auf Polizeiwägen, die zu rufen dieser um Gerechtigkeit besorgte Mitbürger gedroht hatte, zu erleben.

Der „eineinhalbte“ VP folgte dann schon wenige Kilometer später und der kam vollkommen ungeplant und überraschend. Eine Wandergruppe, hauptsächlich Rentnerinnen und Rentner, hatte auf einem Teilstück des Rheinsteigs eine ähnliche Idee und ließ sich auf demselben aus einem Auto mit Getränken versorgen. Und es war genug da für alle, auch für uns. Wir erzählten von der Strecke, die wir schon hinter uns hatten und von der langen Strecke, die wir noch vor uns hatten.
Die große Auswahl an sicherlich bekömmlichen Schnäpsen haben wir ausgelassen, aber Wasser und Cola machten diese zusätzliche Pause neben der gefühlten Bewunderung durch drei Dutzend Wanderer zum echten kleinen Highlight.
Aber irgendwann dankten wir, verabschiedeten uns und gingen unseren Weg weiter.

Nach dem zweiten VP, an dem sich Jessica und Frank verabschiedeten, waren Andreas und ich dann alleine. Und wir beschlossen, auf den dritten VP in der tiefen Nacht zu verzichten, dafür aber in Linz noch etwas zu essen. Frank schätzte, dass wir gegen ein Uhr in Linz sein würden und bis zwei Uhr, da war er sich sicher, war in Linz am Samstagabend noch etwas los.
Frank hatte dabei die Linzer Gastronomen richtig eingeschätzt, aber unsere Geschwindigkeit hat er wohl deutlich falsch eingeschätzt. Wir erreichten Linz erst kurz vor drei Uhr und wir fanden eine Kneipe, in der noch die Funkenmariechen für ihren großen Auftritt im Karneval probten und eine Art Disko, in der es auch um 3 Uhr noch Flammkuchen gab.

Aber so ein Flammkuchen ist dann doch nicht die optimale Läufernahrung und wir wurden schnell wieder hungrig. Und dann, so gegen 7.00 Uhr, rief Gabi an und meldete sich ausgeschlafen zurück. Wir diskutierten einen Treffpunkt, das ausgewählte Örtchen wurde dann zwar auf den Wegweisern erwähnt, der Rheinsteig aber lief nicht durch diesen Ort.

Nur keine unnötigen Meter, dachten wir und richteten uns auf die nächste Ortschaft, auf Rheinbrohl, ein. Aber dann merkten wir, dass auch Rheinbrol nur auf Schildern stand und von Zubringern erreicht werden konnte, der Rheinsteig aber läuft 2,5 km an der Ortschaft vorbei. Also zum nächsten Ort?
Aber der Hunger war groß, die Nacht zu Ende und so beschlossen wir, diese 2,5 km Richtung Rhein abzusteigen und dann dort so lange im Tal weiter zu laufen, bis der Rheinsteig wieder zum Rhein runter kam. Nicht aber, ohne ordentlich gefrühstückt zu haben, das war klar.
Diese Wegänderung verkürzte unsere Wegstrecke auf rund 129 Kilometer und unsere Laufuhren zählten nur 4.200 statt der geplanten 4.446 Höhenmeter. Aber wer fragt danach bei einem Trainingslauf?

Als wir dann auf dem Drachenfels auf Bonn blickten, war es schon etwas wärmer, auf dem Petersberg oben war es dann beim nächsten VP, dem „zweiten Frühstück“ scho fast angenehm warm. Dann folgten noch rund 19 Kilometer und als wir dann in Bonn ankamen stand die Januarsonne hoch am Himmel und wir waren deutlich zu warm angezogen. Entscheidend war aber, dass wir angekommen waren, deutlich später als gedacht und deutlich gestresster als geplant.

Aber dieser Stein, der Rheinsteig, hatte sich auch für uns in einen Edelstein verwandelt und wir waren glücklich, es geschafft zu haben. Gleichzeitig waren wir aber auch traurig, dass es nicht noch etwas mehr gewesen war. Andreas beschloss deshalb für sich, die 130 km voll zu machen und lief noch 700 Meter weiter Richtung Bonner Innenstadt.

Trail laufen macht eindeutig süchtig …

Auf dem Rheinsteig nachts um halb eins …

Rheinsteig-Lauf (6)Erst war es nur eine witzige Idee, später wurde dann etwas zwischen langem Training und Miniveranstaltung daraus. Ein Lauf auf dem Rheinsteig, idealerweise dem Track des KoBoLT folgend, mit ähnlich vielen Verpflegungspunkten, mit teilweiser Autonomie und mit ähnlichen Zeitzielen wie bei diesem mittlerweile schon kultig-etablierten Lauf Ende November.

Für Andreas Haverkamp, mit dem ich diese „Schnapsidee“ ausheckte, und für mich verbanden sich mit diesem langen Lauf gleich eine Unmenge an Zielen. Hauptsächlich ging es Andreas darum, noch einen wirklich langen Lauf mit etlichen Höhenmetern zu stemmen, weil der Anfang März stattfindende Trans Gran Canaria mit seinen 125 Kilometern und seinen 7.500 Höhenmetern für ihn schon eine ganz besondere Herausforderung ist.
Na ja, für mich wird das auch nicht leicht sein, aber immerhin habe ich diesen Lauf 2012 und 2013 jeweils finishen können, jeweils mit einem deutlichen Zeitpolster auf die Cut-Off Zeit. Außerdem darf ich ja mit dem Lauf Burgenland Extrem eine lange flache Strecke und mit der Brocken-Challenge noch eine mittellange Strecke mit viel Arbeit für die Waderln bewältigen, bevor es nach Gran Canaria geht.

Für mich ging es mehr darum, früh im Jahr schon aktiv zu sein, den Makel, beim KoBoLT mal wieder nur an die Arbeit und nicht an das Finish gedacht zu haben, auszumerzen und auch, den schönen Teil des Laufs, die letzten 25 Kilometer vor Bonn, zu genießen. Da liegt die Löwenburg zur Besichtigung herum, da lockt der Drachenfels, das süße Ausflugslokal „Milchhäuschen„, der Petersberg und viel Trail im Wald.
Außerdem wollte ich mich bei Andreas für den gemeinsamen Lauf auf dem Hermannsweg im letzten Jahr revanchieren.

Es gab nur einen einzigen möglichen Termin, also mussten es der Samstag und Sonntag am vergangenen Wochenende sein. Starten wollten wir auch auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz-Urbar, aber etwas früher als beim echten Lauf, dem KoBoLT auf gleicher Strecke und enden wollten wir ebenfalls in Bonn-Beuel an dem Sportstudio, das auch der Dusch- und Schlafplatz im November ist.

Schwieriger war aber, eine Lösung für die Verpflegung zu finden.
Ganz ohne Support geht nicht, weil der Weg außer in Linz meist oberhalb der Örtchen verläuft. Ein Nachmittagsspaziergang mit Kaffee und Kuchen aber sollte es auch nicht werden. Gabi bot sich gleich an, hier helfend zur Seite zu stehen.
Ich werde wohl nie begreifen, was Menschen treibt, ihre Partner an solch einem Wochenende als Supporter zu begleiten, wo es doch so schön sein könnte zu Hause.
Der Mann aus dem Haus, niemand der stört und um Aufmerksamkeit bettelt, eine Freundin eingeladen und ein paar Flöten Sekt geschlürft, ein paar Kannen Kaffee geleert und dabei redet frau sich den ganzen Frust mit den „haarigen Biestern“ von der Seele.
Aber nein, es muss der Support sein, die Kälte der Nacht, das Suchen geeigneter Stellen am Trail, das Bemitleiden der schon direkt nach dem Start kurz vor der Erschöpfung stehenden Läufer und all das, ohne dafür ausreichend gewürdigt zu werden.
Ich würde mich für die Lösung mit der Freundin am heimischen Kamin entscheiden!Rheinsteig-Lauf

Der erste VP war also auch in Rengsdorf geplant. Und dort lernten wir, dass es Rheinsteig-Bewohner gibt, deren bürokratische Korrektheit es verhindert, dass ein VP direkt an der Strecke liegt. Es dürfen ein paar Hundert Meter weit weg sein, hinter bestimmten Markierungen. Das ist natürlich überaus verständlich. Denn wenn alle Lauftrupps, die den Rheinsteig durch die Nacht von Koblenz nach Bonn ablaufen wollen, dort ihre Verpflegungspunkte einrichten würden, dann wäre wohl für diesen engagierten Herren jeder Abend verdorben, weil Dutzende von Läufern sich schmatzend um das Auto mit der Versorgung tummeln würden, weil oft der unangenehme Blick auf verschwitzte Oberkörper geboten würde, wenn die Läufer sich ein neues Shirt anziehen wollen. Und überhaupt, es sind ja auch Kinder im Haus, in welcher Welt sollen die denn leben?

Der zweite VP folgte nur 15 Kilometer später. Eigentlich hatte sich mein Sohn Pascal angeboten, gegen 22 Uhr einen VP zu machen, aber weil wir langsamer waren als geplant hat das alles nicht gepasst. Also zogen wir den zweiten VP deutlich vor, verzichteten dafür auf einen Support in der Nacht.
Die verrauchte Disko in Linz, in der es neben den bewundernden Fragen etlicher deutlich angetrunkener Gäste auch ganz passablen Flammkuchen gab, profitierte davon. Aber wir hatten in der Nacht schon lange Hunger, spätestens „auf dem Rheinsteig nachts um halb eins“ begann das Knurren in der Magengegend. Und als wir dann endlich um 3 Uhr in Linz waren, mussten wir froh sein, überhaupt noch etwas Warmes zu bekommen.
Und dass wir hier auf die Gnade der Chefin angewiesen waren, die sich im Alkoholpegel ihren Gästen angenähert hatte, sagte sie uns überdeutlich. Schuld daran war vor allem Andreas, weil er den vegetarischen Flammkuchen abgelehnt hatte, weil der ja nicht vegan sei. Damit hat er die Dame geistig deutlich überfordert und als sie das bemerkte, wurde sie schnippisch. Die Unterschiede zwischen „kleinem Feigling“ und einem „Willi“ hätte sie uns wohl erklären können, aber warum Veganer keinen vegetarischen Flammkuchen essen können, der mit viel Käse bestreut ist, das gehört nicht zur Allgemeinbildung, zumindest nicht in Linz am Rhein.

Der nächste VP am frühen Morgen wurde dann zum Problem. Im ersten Örtchen, in dem Gabi aufgebaut hatte, kamen wir gar nicht vorbei, es wurde einfach umlaufen. 700 Meter weit hätten wir den Rheinsteig verlassen, vielleicht noch 200 Meter im Ort gesucht und dann das ganze zurück? Nein, war unsere einhellige Meinung, wir warten auf das nächste Örtchen.
Dort aber war der Rheinsteig 2.400 Meter vom Ort entfernt und der Rheinsteig war weit oben, der Ort ganz unten im Tal. Ganz unten hingen auch unsere Mägen, also entschieden wir, an dieser Stelle den Rheinsteig zu verlassen, um dann nach dem Frühstück solange im Tal zu laufen, bis wir wieder einen Einstieg zum Rheinsteig finden würden.

Und dann war da noch der VP oben auf dem Petersberg, der letzte VP für das späte zweite Frühstück.
Zusammen also vier Mal Auto mit besorgter Gabi und ein Mal verrauchte Disko mit schnippischer Chefin, wir hätten es schlechter treffen können.Rheinsteig-Lauf (2)

Um nicht ganz „alleine zu zweit“ zu sein, fragte ich die Koblenzerin Jessica Junker, ob sie nicht ein paar Stunden mit uns laufen wolle. Und sie wiederum brachte mit Antje Überholz und Thomas noch zwei Kleinetappenläufer mit, die dort ausstiegen, wo die Läufer beim KoBoLT das erste Pflichtfoto machen müssen.
Und zwei Tage vor dem Lauf bot sich auch noch der WiBoLT-erfahrene Frank Nicklisch an, unsere Moral zu stärken und einen Teil der Strecke mit uns zu laufen.
Jessica und Frank beendeten ihren Lauf beim VP2 und Gabi fuhr die beiden dann in nahe liegende Neuwied zurück.

Andreas bastelte noch für diesen Lauf ein eigenes Logo-Bildchen und über Facebook streuten wir die Information, dass wir nun für viele Stunden nicht erreichbar sein werden. Spätestens jetzt war eine Miniveranstaltung auf dem Rheinsteig aus dem Projekt geworden.
Was also als eine Wiederholung des zweisamen Laufs auf dem Hermannsweg geplant war, wuchs zu einem Gruppenlauf heran, in dem sich zwei Veganer, zwei Teilzeit-Veganer und zwei Carnivoren vor allem über das Essen unterhielten.
Ich war mal wieder beeindruckt, was doch manche Menschen in kürzester Zeit lernen können. Jessica, die  erst vor 6 Monaten auf eine vegane Ernährung umgestellt hatte, erzählte von Keimen und Chia-Samen, von selbst gezogenem Gemüse, weil ihr Mann da den „grünen Daumen“ beweisen kann, wir redeten über Quinoa, Bulgur und über all das, was Vegetarier und Veganer so bewegt.

Ach ja, gelaufen sind wir natürlich auch noch.
Aber wie das war, das erzähle ich ganz bald in der nächsten Geschichte …Reeperbahn

Mein Mann kann …

MMM_1Der Mainzer Maaraue Marathon, der MMM von Brigitte Mollnar und Sascha Kaufmann, der Marathon, der ein kleines Stück zu lang ist für einen Marathon, aber doch vielleicht auch ein Stück zu kurz, um sich vollwertig Ultramarathon zu nennen, sollte ja mein Abschluss des Laufjahres 2013 werden.
Ich hatte wegen der vielen Arbeit im Weihnachtsgeschäft seit dem UTMB Ende August nur sehr wenig trainiert, selbst in einem Sabbat-Jahr kann ich mich der Arbeit in der Hochsaison wirklich nicht entziehen. Und Wettkämpfe gelaufen bin ich eigentlich auch kaum.

Da war der Lauf auf dem Hermannsweg mit Andreas Haverkamp, den ich vom Start in Rheine bis nach Bielefeld begleitet hatte, da war der Trail Uewersauer in Luxemburg, den ich verhältnismäßig gut abschließen konnte und da war der halbe KoBoLT, den ich am VP2 am späten Abend für mich abgebrochen hatte, um meinen nachfolgenden Geschäftstermin in Berlin nicht zu gefährden.
Und da waren noch der Glühwein-Marathon, der aber kaum zählt, weil die gut sechs Stunden, die wir dafür, als Gruppe laufend, benötigt haben, doch deutlich über meiner normalen Marathonzeit lagen und der Eisweinlauf, auch ein eher ruhiger Gruppenlauf, der mir auch nicht alles abgefordert hat, so schön und harmonisch er auch war.

Viele Gründe also, meine Ziele und Erwartungen niedrig zu hängen.

Drei Mal war ich schon dabei beim MMM, zuerst 2011, wo ich 4:33 Stunden für diese 45 nicht immer flachen Kilometer brauchte. Beim zweiten Start sah es deutlich düsterer und dunkler aus. Aber nur auf dem Parcours, weil es eine Nachtausgabe dieses Laufs war. Ich brauchte 4:29 Stunden und ich war einigermaßen stolz auf mich. Es war Ende 2011 und auch da hatte ich monatelang eher lausig trainieren können.
2012 dann, wieder kurz vor Weihnachten, wieder der Laufjahres-Abschluss, wieder mit einer Trainingsvorbereitung nahe Null, weil ich wochenlang fast permanent arbeitend in der Schweiz unterwegs war, brauchte ich nur noch 4:25 Stunden.

Aber so schlecht vorbereitet wie ich es 2013 war, konnte es nur in einem Wandertag enden, dachte ich. Die 6er Zeit schaffe ich sowieso nicht, dann ist es ja auch egal, wie lange ich brauche, solange ich mich im vorgegebenen Zeitfenster bewege, dachte ich.
Meiner Familie hatte ich vorausgesagt, dass ich „zwischen 5:00 und 5:30 Stunden“ unterwegs sein werde. Danach sollte es gleich weiter gehen zum Wohnsitz meiner Eltern, wo wir, wie fast in jedem Jahr seit Anbeginn der Zeitrechnung, Weihnachten feiern wollten. Meine Familie ist dabei mit einem zweiten Auto angereist, weil … na ja, das wäre jetzt zu aufwändig zu erklären, auf jeden Fall hatten wir eine Rundreise mit Arbeit, Freizeit und Neujahrsfeier geplant, die nur so hätte klappen können.

Auf diesen MMM freute ich mich ganz besonders. Frau und Herr VeranstalterIn, Biggi und Sascha, sind mir in den letzten Jahren richtig ans Herz gewachsen, nicht nur wegen der Läufe auf den MMM’s und ihrer Teilnahme beim RheinBurgenWeg-Lauf, sondern auch, weil beide auch auf Facebook eine richtig gute Figur machen. Manchmal, denke ich, macht es doch Sinn, über ein wenig Bildung und Herzlichkeit zu verfügen.MMM

Ich hatte auch sehr lange vor dem MMM schon meinen Facebook-Titelbild auf diesen MMM hin geändert und entgegen meiner sonstigen Angewohnheit hatte ich sogar die vorläufige Teilnehmerliste studiert. Spät zwar, aber immerhin.
Und ich war sehr erstaunt. War der MMM doch bislang eine Veranstaltung ausgewählter verstrahlter Laufdeppen wie mich gewesen, alles Leute, denen am Sonntag vor Weihnachten nichts besseres einfällt, als sich vor dem Christbaumschmücken zu drücken. In 2013 war aber alles anders. Die Teilnehmerliste war ellenlang, so lang, dass die ursprünglich avisierte Teilnehmerzahl deutlich nach oben korrigiert werden musste.
Es wurde eine Warteliste eingerichtet, aber die Unglücklichen, die darauf landeten, wurden noch vorweihnachtlich beglückt und sind doch alle noch auf die richtige Liste nach oben gerutscht. Mehr als 70 Teilnehmer waren es wohl, rund drei Mal so viele wie bei den letzten Läufen.
An der Strecke, die optisch nun wirklich wenig zu bieten hat, kann das nicht liegen. Fünf Runden mit jeweils 9 Kilometern ohne echte Highlights, mit zwei Rampen bergauf, einer Rampe bergab, unter anderem der großen Mainzer Theodor-Heuss-Brücke zur Innenstadt, nichts Besonders jedenfalls.
Vielleicht aber liegt der Erfolg aber daran, dass Frau und Herr VeranstalterIn auch anderen ans Herz gewachsen sind?
Vielleicht liegt der Erfolg auch daran, dass zwar kein Startgeld erhoben wird, dennoch kann jeder Läufer durch das Füttern der großen Spendensau etwas Gutes für Anita Kinle’s Laufclub 21 tun kann.

Was kann es auch Schöneres geben als beispielsweise das, was Biggi beim Nacht-MMM gezeigt hat: Biggi stand alle fünf langen und dunklen Runden lang am Verpflegungspunkt und sie sah aus wie ein Engel. Ein weißes Engelskleid, Goldfäden in den Haaren, einen goldenen Heiligenschein auf dem Kopf – einfach wunderbar.
Und Sascha zeigt sich oft als Rüstung tragender Römer, mit langem rotem Samtumhang, auch ein echter Hingucker.
Empfangen wirst Du immer wie ein alter Freund. Aber sind wir das nicht alle in der großen Ultraläufer-Familie?MMM_2

Mein RheinBurgenWeg-Partner Achim Knacksterdt, mit dem ich ein außerordentlich langes läuferisches Kerbholz teile, war auch unter den Teilnehmern. Das erste Mal, obwohl er als Mainzer wohl die kürzeste Anreise hatte. Aber in diesen Teil von Mainz verirrt sich wohl der gemeine Mainzer nur selten. Thomas Hagel, Melanie und Steffen Kohler, Esther Miess, die an diesem Tage sogar mal wieder ihren 29. Geburtstag feiern durfte, Mel Zett, der Dauerläufer Klaus Neumann, der Steckenrekordinhaber von 2011 Andy Dyrtz, Markus Liesch, den zu sehen mich besonders gefreut hat, Jens Hilpert, auch so ein RheinBurgenWeg-Lauf – Veteran, mit dem ich auch schon ein mittelgroßes gemeinsames läuferisches Kerbholz teile und, um die Liste nicht endlos werden zu lassen, auch die schnelle Gabi Kenkenberg, meine erklärte Wunschpartnerin für den kommenden PTL im Augsburg.
Die Liste wäre es wert, nahezu endlos weitergeführt zu werden, alle, die ich jetzt nicht erwähnt habe, mögen mir das nachsehen. Die Teilnehmerliste findest Du aber am Ende des Beitrags.

Achim und mein gemeinsames läuferisches Kerbholz zeigt sehr viele gemeinsame Läufe, aber neben einem gemeinsamen Zieleinlauf bei der ersten Austragung des KoBoLT nur zwei Läufe oder Etappen, wo ich vor ihm im Ziel war. Da war die Mittwochs-Etappe vom Swiss Jura Trail von Genf nach Basel 2009. Achims Pech, zu stürzen und sich eine Rippe zu brechen, machte ihm beim Weiterlaufen doch etwas Probleme. Schlecht für ihn, gut für mich …
Apropos Sturz: als Achim dann am darauf folgenden Montag bei seinem Arzt vorbei schaute, damit der sich die Rippe ansehen konnte, da fragte ihn dieser Arzt vorwurfsvoll, warum er denn nicht schon früher bei ihm aufgeschlagen hätte, der Sturz sei doch schon 5 Tage her.
„Weil ich noch 200 Kilometer laufen musste,“ so Achims Antwort. Noch heute biege ich mich vor Lachen, wenn ich daran denke.
Und da war noch der TransGranCanaria 2012, da überholte ich Achim ziemlich am Ende, als er sich ein Mal ein wenig verlaufen hatte. Ansonsten hatte Achim immer die Aufgabe, im Ziel schon das Lager zu richten, die Getränke kühl zu stellen und auf mich zu warten, oft sehr, sehr lange …

Warum Achim den MMM so schnell anging und warum ich ihm eine Runde lang folgte weiß ich nicht genau. Es war einfach schön, auch wenn es gefährlich war. Ich habe leider die fatale Eigenschaft, ein einmal eingestelltes Tempo nicht mehr ändern zu können, nicht nach unten, nicht nach oben. Aber wenn es dann nicht mehr geht, dann müssen kleinere Gehpausen, die dann immer öfter notwendig werden, diesen Makel kompensieren.
Am Ende der ersten Runde zog sich Achim um und ich lief einen kleinen Vorsprung heraus, der auch eine ganze Runde und noch etwas länger hielt. In der dritten Runde, am höchsten Punkt auf der Theodor-Heuss-Brücke, also fast exakt nach der Hälfte der Gesamtdistanz, war Achim wieder bei mir und er begleitete mich ein paar Meter und zog dann vorbei.
Ich sagte ihm, dass er, wenn er das Tempo halten würde, noch die Chance hätte, knapp unter 4:00 Stunden abzuschließen. Am Ende der Brücke musste er sich die Schuhe neu binden, ein Boxenstop zuviel, dachte ich. Ich zog wieder an ihm vorbei und ab dann hatte er ein wenig Probleme, das Tempo zu halten. Ich aber war wie aufgedreht. Und das ging dann bis zum Ende der Südbrücke in der vierten Runde.

Ich bekam zwar keinen Besuch vom „Mann mit dem Hammer“, aber es wurde nun wirklich schwer. Und ich verlor einen Platz bis zum Rundenende und weitere drei Plätze in der fünften Runde. Aber ich konnte, trotz regelmäßiger kurzer Gehpausen, zumindest noch Kilometerzeiten von 6:20 bis 6:30 Minuten realisieren. Und dann, am Ende der fünften Runde, holte ich einen der drei Jungs wieder ein, die mich am Anfang der Runde überholt hatten. Und wir liefen vielleicht zwei Kilometer lang nebeneinander her, um dann Hand in Hand gemeinsam zu finishen. Ein „Rat Race“ wäre auch wirklich unangemessen gewesen.

Die 4h-Marke schaffte ich nicht, das zu erwarten wäre auch vermessen gewesen, aber mit 4:08 Stunden war ich viel, viel besser als erwartet, deutlich besser als bei den ersten drei Starts und ein paar Minuten vor Achim.
Und das wird auf dem gemeinsamen läuferischen Kerbholz mit einem roten Ausrufezeichen besonders hervor gehoben …

Beim KoBoLT noch hatte ich Achim am VP2 alleine weiterlaufen lassen, beim MMM aber passte bei mir alles.
Und die Moral von der Geschicht: je weniger ich trainiere, desto schneller laufe ich.
Das macht doch Mut und Zuversicht, danach will ich mein zukünftiges Training ausrichten. Couch statt Laufschuhe, dann klappt es auch mit dem PTL!

Anschließend fuhr ich nach Gengenbach bei Offenburg, zu meinen Eltern. Meine Familie informierte ich schon vorweg von dem unerwartet guten Ergebnis.
Und meine Gabi? Siedachte wohl an die unsägliche Serie im  Privatfernsehen sagte nur: „Mein Mann kann …“
Wenn das keine Motivation ist!
MMM_3

Danke für dieses Jahr 2013


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Mein Laufjahr 2013 war ähnlich wie der „Zug des Lebens“ in diesem YouTube-Video.

Ich saß in meinem Abteil und nahm wie jeder andere seinen Weg nimmt, meinen Weg. Dieser führte mich über das India Ultra Race in den indischen Kerala-Bergen, besucht vorwiegend von neuen französischen, belgischen und singapurianischen Freunden, unter anderem nach Andorra, ins österreichische Pitztal, zum schweizer Eiger und zu Günter Kromer ins schöne Baden.
Vor dem TransGranCanaria durfte ich drei Wochen lang auf dieser imposanten Insel Urlaub machen, dann ging mit Frank Nicklisch an und um den Müritz-See, es gab Nachtläufe in der Eifel, auf der berühmten Treppe in Radebeul, bei Gerhard Börner’s JUNUT und auch einige lange Nächte in England beim Thames Ring Race, dem bisher zeitlich und entfernungsmäßig längsten Lauf meines kleinen Sportler-Lebens.
In Nepal rückte ich menschlich eng mit Henk Sipers zusammen und in Chamonix lernte ich viele Bewohner des Deutschen Hauses entweder besser und näher oder sogar ganz neu kennen. Der Lauf war dabei für mich ein genauso freudig prägendes Erlebnis wie das Erleben dieser wunderbaren Menschen. Noch heute trage ich das rot-weiße UTMB-Bendelchen um mein Handgelenk, um mich ständig an diese vielleicht schönste Woche des Jahres 2013 zu erinnern.

Manch einer von Euch ist in diesem Jahr in mein Abteil eingestiegen, einige haben es aber auch verlassen. Manche haben nur kurz herein geschaut, manche sind gerne darin sitzen geblieben. Jeder, wie er es mag. Gerne hätte ich mein Abteil weiter aufgemacht für den Einen oder Anderen und auch manche hätte ich gerne daran gehindert, mein Abteil zu verlassen, aber im Leben müssen wir alle den Weg gehen, der uns vorbestimmt ist, der für uns gut ist und der uns weiter bringt.

Manch einen habe ich in meinem Abteil ungerecht behandelt, nicht ausreichend gewürdigt oder sogar seine Erwartungen nicht erfüllen können oder wollen. Ich bin jedoch dankbar, dass es einige von Euch gab, die eingetreten sind und noch immer in meinem Abteil verweilen und die mit ihrer Aufmerksamkeit und Freundlichkeit dieses Abteil wärmen und die damit dafür sorgen, dass ich hoffe, dass es für diese Fahrt niemals ein Ziel, ein Ende geben möge.

Neben den Erfolgen und Glücksgefühlen in diesem Jahr gab es natürlich auch die kleinen und großen Enttäuschungen. Jin Cao und Niels Grimpe-Luhmann haben eine davon aus der Nähe erlebt. Der Darmvirus (Giardia-Lamblia-Infektion), den ich mir aus Nepal mitgebracht habe, hat mir in Andorra und in der Schweiz den Lauf verleidet und mich zum Abbruch gezwungen, im Pitztal habe ich mich deswegen gleich entschlossen, „nur“ den kleineren Lauf zu wagen.

Jetzt schaue ich gespannt aus dem Abteilfenster, strecke meinen Kopf in die Kühle des Fahrtwinds und schaue gespannt und mit Freude nach vorne. Und ich sehe da zuerst den kleinen privaten KoBoLT, den ich mit Andreas Haverkamp gemeinsam rein privat ablaufen werde. Vom 11. Januar auf den 12. Januar sehe ich uns auf dem Rheinsteig zwischen Koblenz und Bonn, die gute Tradition fortsetzend, die wir auf Gran Canaria begonnen und mit dem kompletten Hermannsweg fortgesetzt haben.
Schon kurz danach sehe ich mich unter anderem mit Joe Voglsam um den Neusiedler See laufen, 120 hoffentlich schneereiche Kilometer meist auf österreichischen, teils aber auch auf ungarischem Staatsgebiet. Es wird eine hervorragende Möglichkeit sein, mich bei Joe für die Unterstützung und bei fitRabbit für die zusätzliche Power zu bedanken, die mich schon ein Jahr lang anschiebt und motiviert.

Ein wenig weiter vorne sehe ich dann den hohen und wahrscheinlich tief verschneiten Brocken, auf dem nicht nur die Hexen Walpurgisnacht feiern, sondern wir auch mit einer ganzen Heerschaar an hervorragenden Läufern ein gemeinsames Gipfelfest feiern werden, alles zum Wohl derer, die weniger Glück im Leben haben wie wir.
Und um diesem Gedanken der Nächstenhilfe gerecht zu werden, sehe ich mich im Juli, weit hinter den Läufen auf Gran Canaria, auf dem Hermanns- und dem RheinBurgenWeg, auf dem ich auch 2014 wieder den Einen oder Anderen von Euch begrüßen darf, im Altmühltal und an der Ruhr, hinter dem Trail Yonne im schönen Burgund und dem GUCR im sommerlichen England, eine große Runde um Köln und Koblenz laufen, um erneut Gelder zu sammeln für den Bonner Bunten Kreis, dessen Grenzen sich im neuen Jahr im Norden bis nach Köln und im Süden eben bis nach Koblenz ausdehnen werden. Jeder Euro, der dabei erlaufen werden wird, wird dann vor allem Frühchen und ihren Familien helfen, mit ihrem Schicksal besser umgehen zu können und ein glückliches und normales Leben leben zu können.

Und direkt danach sehe ich schon die hohen Berge Andorras, die Alpen zwischen Sölden und Meran und ganz weit hinten am Horizont sehe ich durch den Dampf der Lokomotive in der Ferne den majestätischen Mont Blanc. In 2014 will ich mir endlich die Finisher-Weste des PTL abholen und das gemeinsam mit Jörg Kornfeld und einer dritten Frau oder einem dritten Mann, die oder der aber bisher noch nicht gefunden sind. Aber es ist hier so romantisch wie bei einer Verlobung: versprochen sind wir schon!

Und auch in 2014 werden wahrscheinlich einige neue Freunde in mein Abteil einsteigen und auch dann werden einige wieder gehen.
Ich aber hoffe, dass Du, der Du Dich im Moment in meinem Abteil befindest, noch ein langes Weilchen bleibst und mich mit Deinen Hinweisen, Deiner Kritik und Deiner Aufmerksamkeit unterstützt.

Ich sage Dir DANKE FÜR DIESES JAHR 2013 und ich wünsche Dir und mir eine GUTE REISE … !

Ein wenig kürzer auf dem Hermannsweg …

In Rheine starten und dann über Hörstel-Bevergen, einem wirklich zauberhaften Dorf, das schon mal „Bundesdorf“ der Ausschreibung „Unser Dorf soll schöner werden“ wurde, weiter durch die Fachwerkstatt Tecklenburg mit ihrem faszinierenden Stadtzentrum, dann nach Bad Iburg, nach Borgholzhausen und Bielefeld laufen. So war der Plan und so wurde es gemacht.
Für die Realisierung des weiteren Plans, dann über Oerlinghausen und Lage bis nach Horn-Bad Meinberg zu laufen, fehlte mir aber das notwendige Zeitfenster und die entsprechende Motivation.Hermannsweg Aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass ich Andreas Haverkamp wenigstens auf einer Strecke begleiten durfte, die bei einem Anbieter von Wanderveranstaltungen immerhin 6 Tage beansprucht. Wir hatten das in rund 22 Stunden ablaufen können.
Für den Rest der Strecke, also von Bielefeld bis nach Horn-Bad Meinberg, veranschlagen die Oberwanderer dann weitere zwei Tage. Es geht also auch gemütlich zu auf diesem Wanderweg. Gemütlich, aber auch teuer.
So nimmt dieser Veranstalter mindestens 529 EUR und wenn man nur zu zweit reist und in Doppelzimmern schläft, dann sind es immerhin 617 EUR für diese 8 Tage – pro Person, versteht sich. Es rechnet sich also, Läufer zu sein.

Überhaupt war alles ein wenig kürzer auf diesem Lauf „Hermannsweg komplett nonstop“. Es begann mit der TomTom Laufuhr. Ich hatte ja geschrieben, dass ich die TomTom dort zum ersten Mal auf einer längeren Strecke ausprobieren will. Dank des Hinweises von Laufhannes habe ich schon vorher in der Uhr nachgesehen, wie es sich denn mit so etwas Nützlichem wie einer Höhenmetermessung verhält. Er hatte da nichts gefunden, ich leider auch nicht. Für die Berge, dachte ich dann, ist diese Uhr dann wohl eher „suboptimal“.

Aber sie hat einen enormen Vorteil. Sie zwingt Dich, zügig zu laufen. Den City-Marathon solltest Du nicht allzu lasch angehen und manche von uns in der lieben großen Ultraläufer-Familie würden auch noch die 50K von Rodgau damit bewältigen können, aber auch die müssten dann schon ein wenig Druck auf das Tempo machen.
Ich hatte die TomTom Uhr vor dem Start voll geladen und ich wusste, dass sie ohne GPS und nur mit der Nutzung als Handgelenksuhr durchaus mehr als eine Woche lang funktioniert. Wenn sie aber das tut, wofür sie erschaffen wurde, dann verlässt sie Dich schon nach gut 4 1/2 Stunden. Ich muss gestehen, dass ich ein wenig enttäuscht war.
Gleichzeitig aber war ich aber auch froh, weil ich nach der Frage von Laufhannes doch etwas skeptisch wurde und deshalb sicherheitshalber doch meine Garmin 310 XT an den anderen Arm geschnallt hatte. Die hält knapp 20 Stunden lang und das ließe sich noch etwas ausdehnen, wenn ich ein paar Erinnerungsfunktionen ausschalten würde.
Das ist auch nicht allzu viel, aber für einen City-Marathon reicht es allemal.

Wenn ich mir vorstelle, wie das war, als ich mit dem Laufen angefangen habe! Die erste Laufuhr war eine einfache Polar-Uhr. Die konnte kaum mehr als den Puls und die Geschwindigkeit messen, kostete aber 129 EUR. Eine unvorstellbar hohe Summe für etwas Plastik, dachte ich damals. Erst danach lernte ich mühsam, wie teuer Laufuhren sein können und wie viele davon ich in den wenigen Laufjahren noch kaufen würde.
Diese Anfängeruhr fristet seit Jahren ihr Dasein am Handgelenk meiner Mutter, die damit ihr „Nordic Walking“ Programm absolviert. Gute Lösung.
Dann kam die Polar 610 mit Fliehkraftmessung. Ein wirklich edles Teil, das mein Sohn seit etwa sechs Jahren verwendet. Diese Uhr war wirklich schon richtig gut, alleine der Makel mit der nicht so genauen Fliehkraftmessung ärgerte mich oft.
Und dann, als ich meinem Sohn etwas Gutes tun wollte – und mir auch – holte ich mir die Garmin 305 mit GPS, sehr exakt und so wunderschön. Mit ihr wurde mein Tempo bei den Mehrstundenläufen ruhiger und konstanter, die Ergebnisse wurden besser. Ihr erster Makel war die Akku-Laufzeit, obwohl ich die beiden Läufe in Biel damit noch problemlos bewältigen konnte. 10 – 12 Stunden hält der Akku, hieß es damals. Und ich dachte:
Wer braucht schon mehr als das?
Insgesamt hatte ich drei dieser Garmin 305 Uhren und keine funktioniert mehr, die Feuchtigkeit hat alle dahingerafft, das war ihr zweiter Makel.

Und dann, wenn Du merkst, dass 12 Stunden noch eher als Kurzstrecke durchgehen, wenn die Laufzeiten länger werden, dann suchst Du weiter. Die Garmin 310 XT zum Beispiel. 18 – 22 Stunden, offiziell, immerhin. Und das kombiniert mit einem aufladbaren Akku bedeutet, dass ich sogar die etwas längere Strecke des Thames Ring Race komplett mit der Garmin abbilden konnte, immerhin 94 Stunden und 44 Minuten lang. Auch hier habe ich mittlerweile meine zweite Uhr davon und auch hier hat die Feuchtigkeit des Himalaya der ersten Uhr den Todesstoß versetzt. Triathlon damit? Ja! Aber Regen? Wohl eher nicht.
Und die TomTom Uhr? Sie ist etwas ganz Besonderes. Sie ist schön am Handgelenk anzusehen, zweifellos. Und sie ist gemacht für die Millionen von Läufern, die zwei Mal die Woche 30 bis 60 Minuten lang ihre Hausstrecke abtraben, um dann einmal, vielleicht zwei Mal im Jahr sich an einen Marathon zu wagen, immer mit Blick auf die ominöse 4-Stunden-Marke. Für die ist das wirklich eine nette Alternative, für uns „harte Mädels“ und „harte Jungs“ ist die TomTom aber sicher nicht mehr als ein netter Anblick.
Die rund 1.500 Kilometer des „Millenium Quest“ Wettbewerbs jedenfalls würden sich mit dieser Uhr auch in der Kombination mit etlichen Notfall-Akkus wohl nicht abbilden lassen.
Fazit: Tom wird wohl in der Zukunft wieder ohne TomTom auskommen müssen.

Rheine

Aber ich wollte ja vom Hermannsweg erzählen und bin etwas abgeschweift.  Also den Faden wieder aufnehmen …
Andreas Haverkamp hat sich im Vorjahr schon daran versucht, gemeinsam unter anderem mit Sascha Horn. Der hat die gesamte Strecke gepackt, für Andreas aber blieb eine offene Wunde und der „Hermannsweg komplett nonstop“ als nonstop Lauf ein Ziel, die Motivation schlechthin. Ich bin froh, dass er das nun hinter sich hat. Für mich aber war dieser Weg nicht mehr als ein weiterer deutscher Fernwanderweg, ganz nett, vor allem die Städtchen, die man durchläuft, aber eben kein großes Ziel.

Nach dem Einstieg in die Strecke über die Straße „Hermannsweg“ in Rheine ging es noch im Dunklen flach voran. Wir hatten geplant, um 6 Uhr zu starten, ich hatte auf 5 Uhr gehofft, aber auch einen vorgezogenen Start um 22 Uhr am Vortag vorgeschlagen, aber es war dann 7.20 Uhr, bis wir wirklich auf der Strecke waren.
Und gleich verliefen wir uns einige Male.
Es dauerte einige Stunden, bis wir in einen vernünftigen Laufrhythmus kamen, aber dann klappte auch das Wege finden recht gut. Aber ich ärgerte mich doch die ganze Zeit über mich selbst, weil ich mich entschieden hatte, den Garmin Oregon mit dem Track des Hermannsweges zu Hause zu lassen, ein törichter Fehler, wie wir mindestens an zwei Stellen am Abend feststellen mussten. Wozu habe ich denn so ein tolles Teil, wenn ich es dann doch nicht bei mir trage?
Die ersten Kilometer sind ja im Wesentlichen flach, wenig aufregend und unspektakulär. Es ging über Feldwege, teilweise auch über nennenswerte, aber eher unschöne Straßenpassagen, oft jedoch über wunderschöne Waldwege, die angesichts des hervorragenden Wetters und des verfärbten Herbstlaubs, das sich schon heftige Gefechte mit der Gravitation lieferte, eine ganz neue Dimension des Laufens zeigten.

Wir versorgten uns im Wesentlichen über Verpflegungspunkte, die Andreas im Vorfeld angelegt hatte. Getränke und etwas Nahrung, die immer in schwarzen Müllbeuteln neben der Strecke deponiert waren, selbstverständlich alles vegan und gesund. Aber dennoch fehlte mir da etwas.
Schon in Tecklenburg hätte ich gerne eine Bar besucht, in Bad Iburg dann kam ich aber nicht an einem EDEKA-Laden vorbei.  Ich musste etwas eiskalte Cola haben, eine große Dose Energy-Drink, ein paar Cashew-Nüsse und ein Mandelhörnchen. So viel Sünde darf einfach sein, finde ich.
Und dann saßen wir auf dem Parkplatz in der Sonne, genossen diese kleinen Sünden und ich erinnerte mich an den Lauf im Herbst 2009 mit Susanne Alexi und dem Ultrayogi Jörg Schranz auf dem „schrägen O.“ rund um Oberhausen und dabei an die Pausen vor den Einkaufsgeschäften, wo wir uns auch etwas kauften und das im Sonnenschein tranken und aßen. Wie schön ist so ein Trainingslauf, wenn es nicht ausschließlich um Zeiten und Tempo geht, wenn man solche Situationen nutzen kann und einfach das Leben genießt!
In solchen Momenten schicke ich gerne ein Stoßgebet nach oben und bedanke mich dafür, ein Läufer zu sein, ein Läufer über längere Distanzen, bei denen genug Zeit bleibt für solche Erfrischungen.

Der Hermannsweg ist meistens ein Kammweg über die Höhen des Teutoburger Waldes. Du siehst also rechts und links ins Tal hinab. Die Höhen sind nicht allzu hoch, aber in der Summe des Weges kommen dann doch fast 4.000 positive Höhenmeter zusammen. Die Ausschilderung war wahrscheinlich mal fantastisch, als Hermann der Cherusker dort gelaufen ist. Im Laufe der folgenden 2.000 Jahre aber ist die eine oder andere Markierung aber abgefallen. Anders formuliert: selten habe ich mich so oft verlaufen wie auf dem Hermannsweg. Das hat schon unsere Mütchen gekühlt und hat mir immer wieder mein Hauptproblem des Laufs in Erinnerung gebracht.

Mein Hauptproblem während des gesamten Laufs aber war die etwas kürzer bemessene Zeit, die mir zur Verfügung stand. Ich musste am Samstag spätestens um 6 Uhr in der Grafschaft wieder losfahren, um dann noch vor 9 Uhr, vor der Ladenöffnung des Würzburger Neubert-Möbelhauses, im Laden zu sein. Wenn wir also am Freitag zu lange brauchen würden, dann hätte ich kaum mehr Möglichkeiten, ordentlich zu schlafen. Die Fahrt von Horn-Bad Meinberg nach Bielefeld, dann müsste ich noch drei Stunden nach Hause fahren, schlafen, duschen, all das schien mir nach zwei nächtlichen Verlaufern, die uns jeweils mindestens eine Stunde gekostet hatten, schwer machbar zu sein. Der verspätete Start und die vielen zeitraubenden Verlaufer verschärften dann noch mein Problem.
Aus diesem Grund stoppte ich die Begleitung von Andreas in Bielefeld auf der Habichtshöhe, ich duschte, aß und schlief dann bei ihm in der Wohnung, um ihn anschließend im Ziel abzuholen und nach Bielefeld zurück zu bringen. Es war eine gute Entscheidung, eine gute Lösung für uns beide.
Andreas konnte sein großes Ziel, das ihn ein Jahr lang beschäftigt hatte, erreichen, ich kam zu einem langen Lauf durch die Nacht, ohne meine Arbeit zu gefährden, alles war perfekt.Bismarckhöhe

Dass ich in Bielefeld noch einige Zeit mit Andreas Freundin Cordula über Ehe und Familie, über Verwandtschaft und Ernährung und über Gott und die Welt reden konnte, rundete den Freitag sogar noch ab. Ich hatte während des Laufs mit Andreas über die gleichen Themen geredet, aber oft andere Antworten erhalten. Vielleicht konnte ich hier und da meinen Anteil dazu beitragen, dass sich in der Zukunft manche dieser Antworten gleichen werden?

Es bleibt die Frage, ob ich das Ganze noch einmal wiederholen würde. Ich glaube nicht, dass ich diesen Weg erneut angehen würde, aber mit Andreas Haverkamp würde ich so einen ausgedehnten Trainingslauf sicher erneut wagen, dann aber vielleicht über den Westfalenweg?